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28.11.11 |
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Nachdem nun der LWV sich beim den ehemaligen
Heimkindern entschuldigt hat wird er aufgelöst um möglicherweise etwaige
Entschädigungszahlungen aus dem Weg zu gehen? Reform: Fragen zur Aufgabenstellung und ihrer
Finanzierung
Skandal in Worms/Ramsen Kinderheim Spatzennest
17.05.2008 KAISERSLAUTERN Stefan S., ehemaliger Leiter des
Kinderheims Spatzennest im pfälzischen Ramsen, wird sich ab 29. Juli in
öffentlicher Hauptverhandlung vor dem Landgericht Kaiserslautern wegen
sexuellen Kindesmissbrauchs zu verantworten haben.
Mit einer Tube habe er bei einer Elfjährigen einen Darmeinlauf
vorgenommen.
berichtet.
19.12.2007 Wegen Kindesmissbrauchs ermittelt die Staatsanwaltschaft Thema: Panorama, 06.12.07: Verdacht auf Missbrauch - Jugendamt zerstört Familien
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-4449612_mid-4456494_.html Ist nur zu hoffen das hier riesige Entschädigungszahlungen gefordert werden.
Das Gästebuch der ARD ist voll mit Klagen der Bürger http://daserste.ndr.de/de-forum/thread.jspa?threadID=152&start=0&tstart=0
http://www.wormser-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=3094405
Jugendamt unter Druck - Fragen an Sozialdezernenten Georg Büttler
(SPD) Strafverfahren am 10. September 2007 eingeleitet!
Auf Anweisung des Amts wurden die neun Kinder und Jugendlichen in anderen Einrichtungen untergebracht. Warum werden die Kinder nicht in die Elternhäuser zurückgeführt.
Alleine dafür müsste der Träger "Jugendhilfe Einrichtungen Südwest"
JES, und die verantwortlichen in den Bau. Mit ihren
Sozialpädagogischen Zerstörungsprojekten gehören die an den Pranger und
es ist zu hoffen, dass sich der
DPWV und die
IGfH schleunigst davon distanziert. Die damaligen Aussagen des Heimleiters Stefan Schmitt in den Wormser Prozessen werden von der Staatsanwaltschaft erneut geprüft. Das Spatzennest war klinisch besser ausgestattet wie mach Arztpraxis und diente wohl nur einem fragwürdigen Zweck. 26.11.2007 Ein erschüttender Bericht der ADR hier klicken...
ehemalige Heimkinder: Wir verlangen die Schließung des Jugendamts und die Verurteilung der Verantwortlichen. Das muss vor den europäischen Gerichtshof.
Kinderdorf St. Josef Dalheim-Rödgen "Das Unternehmen Kinderdorf St. Josef" Also ist es
ein Unternehmen mit dem Profit erzielt werden soll? Diese Protokolle würden uns sehr interessieren. Und wo bleibt da die Produkthaftung? Mit ehemaligen haben diese Heime echte Probleme! Gerda Edelhoff wird wegen ihres herausragenden Engagements für Kinder
des Kinderdorfes Dalheim-Röttgen und weiterer gemeinnütziger Aktivitäten
im kirchlichen Bereich ausgezeichnet.
Bischöfin Maria Jepsen Bischöfin Maria Jepsen, Mitglied der EKD-Führung und dort unter anderem zuständig für die Diakonie. Ausgerechnet die „Kaiserswerther Diakonie“, die in der NS-Zeit am „Euthanasie“-Programm beteiligt war und in den 1960er Jahren „Heimkinder“ drangsalierte, eröffnete kürzlich eines der ersten „Erziehungscamps“. 10.07.2010 Hamburg Bischöfin
Maria Jepsen soll schon vor Jahren von Missbrauchsfall
gewusst haben! Mit Foto!
Mutter
Courage -
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http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen-anhalt/4856351.html Danke liebe Frau Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados aus der Stadt Halle für die Dienstanweisung Nr. 93 im Jugendamt Halle Schluss mit Heime für Kinder! Die skandalöse Presse im überblick hier klicken... Keiner denkt an die psychischen Erkrankungen der Heimkinder |
Sonntag, 21. Oktober 2007, 12.47
Uhr
Blickpunkt mit Stefan Raue
Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken.
Heimskandal - Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken. Die
Stadt Halle möchte Geld sparen, so war es in einer großen Tageszeitung
zu lesen. Ihre Idee: Heimkinder sollen wieder zu ihren Familien zurück.
Für einige Experten ist das ein Skandal, dies sei eine völlig absurde
Anweisung, sagt ein renommierter Familienrechtler. Anders die Stadt
Halle: Es sei menschlicher, wenn Kinder in ihren Familien aufwachsen,
sagte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados. Über den Streit und
das Pro und Contra berichtet aus Sachsen-Anhalt ZDF-Reporterin.
Berit Suhr.
hier ansehen...
Kommentar:
Bitte sehen sie sich den Bericht genau an. Eine mindestes 12 jähriges
Mädchen liest gelangweilt ein Bilderbuch einer dreijährigen. Der ganze
Beitrag ist eine Manipulation dieses Heimes. Hier geht es nur um die
Arbeitsplätze der Erzieher. Was malt das große Mädchen im Hintergrund.
Welche aufgaben haben diese Erzieher? Wie gelangweilt liegen die andern
da rum.
"Da, bekommen die Kinder zuhause kein Obst und sitzen den ganzen Tag
vor dem Fernseher" meinte eine dieser Pädagogen!
Angeblich bleiben die Kinder nur ein bis zwei Jahre im Heim. Wir kennen
nur fälle in dem Kinder nie wieder zu ihren Eltern kamen.
28.11.2007
Heimkinder in Gefahr?
Die Stadt Halle muss sparen. 314 Heimkinder sollen deshalb zurück
in ihre Familien. So will es das Jugendamt. Heimmitarbeiter warnen vor
den Folgen für die Kinder.
Drehscheibe ZDF berichtet "Heimkinder_in_Gefahr?"
Die armen Kinder! Was haben sie für eine Zukunft?
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ZDF Mona Lisa vom 23.09.2007 18:00 - 18:30 Uhr
Entschädigung für eine gestohlene
Kindheit
Prügel, Demütigungen, Einzelhaft: In den 50er und 60er Jahren wurde in
manchen kirchlichen Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik eine
erschütternde Erziehungspraxis angewandt. Viele der Kinder und
Jugendlichen wurden damals auch als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. So
auch Heidelore Rampp. Sie und viele andere Betroffene fordern heute eine
Entschädigung vom Staat für ihre gestohlene Kindheit.
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Drangsaliert und ausgebeutet

ARD 17. September 2007
21.45
Uhr, im Ersten
Drangsaliert und ausgebeutet
Ein ausführlicher Bericht
Deutschland in den 50er und 60er Jahren: Jeder, der
zupacken kann, wird gebraucht. Also auch Heimkinder. Mehr als eine halbe
Million gibt es damals von ihnen, untergebracht sind sie in so genannten
Fürsorgeheimen.
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2590106/h1stsw/index.html
Heimkinder klagen an hier ansehen...
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Protestaktion vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin
Am 13. und 14. Juli 2007 haben u. A. die Dipl. Rel. Pädagogin Christa Schudeja, der Künstler und Designer, Benjamin Blase und der ehemalige Insasse des GJWH Torgau, Stefan Lauter vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin gegen die Förderung von Misshandlungen an Jugendlichen durch die Hessische Landesregierung im Trainingscamp Lothar Kannenberg protestiert.
Am 24.11.2007 hat Frau Schudeja ein Referat in der Evangelische Akademie Bad Boll über den gravierenden Jugendhilfemissbrauch im Ausland gehalten. hier klicken...
Die zweifelhaften Erziehungsmethoden des „Respekttrainers“ Lothar Kannenbergs stehen im Visier der Staatanwaltschaft. Die nordhessische.de berichtet im Dez. 2007 hier klicken...
Die Menschen äußerten durchweg auf vielfältige Weise Ihren Unmut über diese Erziehungspraxis.

Mit zwei Großtransparenten wird am Beispiel von Presse- und Fernsehbeiträgen
(mit denen das Trainingscamp für sich wirbt und warb) der Sachverhalt verdeutlicht.
Hier die siebzehn Tafeln der Demo...
Hier einige Äußerungen von Passanten:
Das glaub ich nicht. Das kann nicht wahr sein. Ich bin erschüttert. Wir haben doch ein Grundgesetz in unserem Land. Hier gelten doch die Menschenrechte. Das ist ja daneben. Ich bin Mutter von 4 Kindern. So kann kein normaler Mensch Strafvollzug durchführen. Ich kann nur den Kopf schütteln. Es kann nicht sein, dass Jugendliche, die straffällig werden, nichts mehr wert sind. Das ist nicht zeitgemäß. Wenn Herr Kanneberg als Vorbild für Deutschland geehrt wurde, übernimmt Herr Köhler die Verantwortung. Ach ja, solche Straflager gibt’s in Hessen? (Kopfschütteln) Noch nie davon gehört. Werde mal drauf achten. Und so etwas fördert die Hessische Landesregierung? Wir kommen aus Hessen. Bei Herrn Koch ist alles möglich. Warum protestieren Sie nicht in Wiesbaden? Wieso trägt die Jugendhilfe das mit? Das war in der Presse und das fällt keinem auf? Da trifft es mal wieder diejenigen, die sich nicht wehren können. Ganz falsch! Die jungen Menschen haben schon den Mangel an Liebe erlebt und nun wird ihnen Liebe entzogen. Ich komme aus London. Da sind die Gefängnisse voll von Menschen, denen in der Kindheit Liebe entzogen wurde. Das ist ganz ganz schlecht. Das ist wie in Amerika. Unglaublich. Man geht davon aus, dass es in Europa so etwas nicht gibt. Das wird von den Medien in Szene gesetzt. Demütigend. Gut, dass ihr das hier macht.
http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=179655
02.01.2008
Der TV Sender N24 brachte Bilder über das Camp Lothar Kanenberg in dem ganz klar Menschenrechtsverletzungen an Kindern gezeigt wurde. Wer hier noch von Würde spricht macht sich mitschuldig. Die Re-Traumatisierung dieser Menschen wird der Allgemeinheit noch teurer zustehen kommen. Aber dann sind die Verantwortlichen nicht mehr haftbar zu machen. Roland Koch finanziert dieses Camp und ist über die Verbrechen an Kindern sehr wohl informiert. Ich suche verzweifelt die Kriminellen Immigranten, die er bezichtigt, in diesen Camp’s. Fast nur Schwererziehbare deutsche Heimkinder landen hier. Sehr bedenklich, da die kriminellen Jugendlichen, die in Presse und TV in Erscheinung treten, nie im Heim gewesen sind.
03.01.2008
http://www.focus.de/panorama/reportage/tid-8431/focus-reportage_aid_231225.html
FOCUS-Reportage: Das Experiment
Es ist ein Experiment, ein Wagnis. Gründe, das Modell abzulehnen, gibt es genug. Warum 203,67 Euro am Tag für einen Kriminellen zahlen, damit er in diesem Modell Freiheiten hat, wenn ein Platz hinter Gittern nur etwa 80 Euro kostet?
Wer hat diese jungen Menschen soweit gebracht. Es
war die Politik der letzen 25 Jahre.
Die Fakten schafft
Landesfamlienminister
Armin Laschet
Armin Laschet: "Solche Einrichtungen wie in Hessen brauchen wir auch in Nordrhein-Westfalen."
Nordrhein-Westfalen wird im März 2008 das erstes Erziehungscamp für jugendliche Straftäter in Neukirchen-Vluyn klammheimlich eingerichtet haben. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren werden hier dem psychischen Terror ausgesetzt. Sehr vorbildlich, für straffällige soviel Geld auszugeben! Die Opfer werden wieder in die Röhre sehen. Es werden aber die falschen eingesperrt. Die ehemaligen Heimkinder haben schon angedeutet, das sie sehr genau hinsehen werden und jede Straftat an Kindern zur Anzeige bringen werden. Mit Lagern hat Deutschland schon große Erfahrungen sammeln dürfen. Aus der Geschichte lernen brauchen wir nicht! Dann werden die Menschenrechte eben wie in Kassel mit Füßen getreten. Die amerikanischen Bootcamps könnten hier Pate gestanden haben.
Schläft Europa oder wird Deutschland zu Abu Ghraib?

Hier wird ein Jugendliche von einem
Respektor in die Schlammpfütze gestoßen!
Mit der Trillerpfeife werden sie gefoltert. Bildquelle N24

Jugendliche müssen mit Holzstämme bis
zur absoluten Erschöpfung laufen.
Der Drill soll die Jugendlichen brechen und zu willenlose Objekte
machen. Bildquelle N24
Pressespiegel Erziehungscamp (Boxcamp) Lothar Kanenberg
Ø „...ich trete denen in den Arsch...“ Kanenberg (Stern 13.10.2005)
Ø „Wenn einer keine Lust hat aufzustehen, bekommen alle anderen kein Frühstück.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)
Ø „Kollektivstrafe Liegestütze: ...auf diese Weise kommen sie pro Tag auf etwas hundert.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)
Ø „Liegestütze in einem Tümpel, indem sich sonst die Wildschweine suhlen – das gehört nicht nur zur Aufnahmeprüfung, sondern ist gelegentlich auch eine Strafmaßnahme“ (Hamburger Abendblatt 8.9.04)
Ø „da kann es schon mal vorkommen, dass die Schlafmütze sich in der Fulda wiederfindet – höchst respektvoll reingeschmissen, versteht sich.“ (Extra-Tip, 15.9.2004)
Ø Begräbnis: „Dieser Jugendliche macht das, was alle Jugendlichen nach einer Woche auf Gut Kragenhof machen. Er schaufelt sich, ganz symbolisch, sein Grab, um dort sein altes Leben zu verbuddeln“ (HNA 30.9.04)
Ø „Im Misthaufen müssen sie sich wälzen und dann ein Bad im eiskalten Flüsschen Fulda nehmen. (ZDF 23.3.2005)
Ø „Wer nicht pünktlich kommt, für den gibt es eben kein Frühstück oder Mittagessen.“(ZDF 23.3.2005)
Ø „Aufstehen, hoch die Ärsche“ – Morgengruß auf Gut Kragenhof ( Das Parlament 10.4.2006)
Hier wird niemand gedemütigt oder klein gemacht. Wir trainieren uns gegenseitig zu respektieren. Kanenberg (Hamburger Abendblatt 8.9.2004)
Ø Wer die Gruppe sprengt, den bestraft die Gruppe. (Das Parlament 10.4.2006)
Ø „...einer hat gesagt, wenn du in der Gruppe sein willst, dann musst du Würmer essen und Kakerlaken. Und er hat das gemacht.“ (Stern 13.10.2005)
Ø „...und einer konnte mal 30 Liegestütze nicht, dafür gibts jetzt 60 Ohrfeigen haben wir dem gesagt. Und der musste sich selber schlagen. Und alle standen da – fester, fester.“ (Stern 13.10.2005)
Ø „Fullewasser, grölt die Gruppe. Fullewasser ist die schlimmste aller Strafen.“ Alex muss in die Fulda eintauchen. „Als der Körper wieder auftaucht, kleben die dreckigen Sportklamotten wie Schlamm dran.“ (Das Parlament, 10.4.2006)
Ø Liegestütze in der Schlammlache, Kollektivstraflauf, bei dem es blutige Füße gegeben hat (Das Parlament, 10.4.2006)
„Wer es nicht schafft, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Straße, im Knast oder auf dem Friedhof.“ Das Parlament Nr. 15-16/ 10.4.2005 Deutscher Bundestag und Bundeszentrale für politische Bildung.
Angesichts dieser Formulierung erhebt sich die Frage, ob jetzt die Beseitigung der „sozial Gestrandeten“ und „hoffnungslosen Fälle“ = „Ballastexistenzen“ zur Diskussion steht? Das fachgerechte Schaufeln des eigenen Grabes bringt Herr Kanenberg ihnen ja schon bei.
„Seit April 2004 läuft das private Jugendhilfe-Projekt, das nicht nur Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der Bundespräsident Horst Köhler als beispielhaft loben.“ WAZ 10.3.2007
Für Bildung ist keine Zeit mehr. Von wem auch? Macht Schluss mit dem staatlichen Terror!
Wie sollen diese Menschen, nach dieser Hölle, einen Hartz IV Antrag stellen?
Aber das ist diese Menschen gleichgültig. Die Quittung werden Sie bestimmt noch bekommen, denn die Zeit heilt nicht alle wunden, so wie in dem Videotheken-Film "Sleepers"
06.01.2008 Armin Laschet rudert zurück. WDR
Nun soll es doch kein Camp geben sondern eine Wohngruppe „Ausblick“ in Bedburg Hau.
Kinder im alter zwischen 12 und 15 sollen dort eingewiesen werden.
Träger ist die EJF Kaiserswerther Jugendhilfe gGmbH und sucht noch Pädagogen.
Hier ein Bericht über Bedburg Hau. hier klicken... und hier klicken...
Keine Boot-Camps für NRW - MEDIATHEK regional - WDR.de hier klicken...
Hier der Kinderknast in Texas für 11 - 17 jährige Video Bootcamp
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Das Kind Dennis König

04.09.2007
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=18628
In dieser Sendung geht es um Dennis König. Dennis ist ein 14-jähriger
Junge, der aus einem Kinderheim geflohen ist. Bis vor kurzem war Dennis
mit anderen Kindern auf der Flucht.
Geflohen sind die Kinder aus dem Kinderheim Schloss Dilborn, in
Nordrhein-Westfalen.
Nun gibt es Videobotschaften von Dennis im Internet, in denen er sich
zusammen mit Julia über Prügel und Schläge durch Erzieher beklagt. In
diesen Videos erklärt Dennis, dass er zu seinem Vater zurück möchte,
Julia möchte zu ihrer Mutter.
Diese Tondokumente sind in der Sendung zu hören. Außerdem interviewe ich
Dietmar Krone. Er ist ehemaliges Heimkind und wurde in seiner Jugend in
Heimen jahrelang von Erziehern und anderen Kindern schwer misshandelt.
Seit einigen Jahren engagiert sich Dietmar Krone in der bundesweiten
Initiative "Verein ehemaliger Heimkinder e.V.".
Dietmar Krone hält die Aussagen der Kinder für sehr glaubwürdig.
hier Anhören...
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Schadenersatz für Heimkinder
Verein ehemalige Heimkinder fordert von der Industrie Schadenersatz –
„Firmen, die in Heimen arbeiten ließen, sollen zahlen“
12.08.07 München. Der Verein ehemalige Heimkinder weitet seine
Schadenersatzforderungen auf die deutsche Industrie aus. Das berichtet das
Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf Angaben des Münchner Anwalts
Michael Witti, der zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Gerrit Wilman die
Interessen des im Oktober 2004 gegründeten Vereins vertritt. Bisher
richteten sich die Forderungen an den Staat und beide Kirchen als Träger und
Betreiber der Einrichtungen.
Die Schadenersatzforderungen beruhen darauf, dass bis Ende der 70er-Jahre
viele Kinder und Jugendliche in Heimen arbeiten mussten, anstatt in die
Schule zu gehen oder einen Beruf zu erlernen. Sie arbeiteten beispielsweise
auf Feldern, oder sie montierten Schaltkreise, fertigten einfache Bauteile
und entrosteten schmiedeeiserne Zäune. Auftraggeber seien deutsche
Unternehmen gewesen, sagte Witti zu FOCUS. „Die Firmen, die damals in Heimen
arbeiten ließen, müssen dafür zahlen – und zwar gewaltig“, so Witti weiter.
Je nach erlittenem Leid sollten die Betroffenen Geld erhalten. Man müsse
„über Milliarden reden“.
Die deutsche Bischofskonferenz sammelt Erkenntnisse über die Zustände in
ihren Heimen zwischen 1950 und 1975. Ein vertrauliches Papier, das FOCUS
vorliegt, empfiehlt, die katholische Kirche solle in der Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit „moralische Verantwortung“ übernehmen.
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus_aid_69540.html
FOCUS: Auftakt zum Milliarden-Poker
http://www.exheim.de/Focus_Heimkinder.jpg
Das Schicksal
ehemaliger Heimkinder
21.08.2007 Bayern 2 Radio
Ditmar Krone im Gespräch mit Daniel Knopp 3 Minuten mit einem Beitrag
von RA Michael Witti
hier anhören...
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Rezension über das Werk von Christina Dornbusch
Mit Erziehern und Heimkindern im Gespräch
Berlin, Februar 2007
Gesponsert von der Körber-Stiftung http://www.geschichtswettbewerb.de
Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten; Jugendliche forschen vor Ort
Eine leider nicht gelungene Aufbereitung der Erziehungsstile von 1945 bis zur Jetztzeit in dem Kinderheim Elisabethstift, Berliner Strasse 118, in 13467 Berlin.
Von den Rechtschreibfehlern und Sachfehlern mal ganz abgesehen, hat man hier in sehr kurzer Zeit versucht, die Heimerziehung der letzen sechzig Jahre, in knapp 50 Seiten zu beschreiben.
Christina Dornbusch ist bei ihren Recherchen auf großen Widerstand gestoßen und hat nur Aussagen aus dieser Einrichtung zusammentragen können, die dieser Anstalt wohlgesinnt waren. Die Heime haben es immer noch nicht verstanden, dass sie für die Gesellschaft arbeiten und ihre Schandtaten gerne hinter dicken Mauern verstecken wollen.
Sie hat versucht Zeitzeugen zu finden, sogar vom Verein ehemaliger Heimkinder http://www.vehev.org , der es nicht für nötig gehalten hat, ihr zu antworten.
Originalzitat Arbeitsbericht Februar 2007 Seite 4 ganz oben
"Meine Hoffnung, über den Verein ehemaliger Heimkinder noch weitere Kontakte knüpfen zu können, erfüllte sich nicht. Auf mein Schreiben erhielt ich keine Antwort"
So kamen nur Interviews mit Personen zustande, die die Heimleitung Herr Helmut Wegner und sein Stellvertreter Herr Schulz für sie ausgesucht haben.
Nach mehrmaligen nachfragen, ob sie auch ehemalige Heimkinder befragen dürfe, wurden ihr drei Namen genannt die jetzt selber in dieser Einrichtung in Lohn und Brot stehen.
Andere Ehemalige hat sie leider nicht ausfindig machen können. Wir reden hier von einer Einrichtung, Kinderheim Elisabethstift in Berlin, die mal 180 Kinder in der Spitze gleichzeitig betreute. Eine in Rente befindliche Diakonisse und der Arzt der das Heim betreut, wurden befragt. Schon der Vater hatte dieses Kinderheim ärztlich betreut.
Welche Interessen werden hier wohl vertreten?! Das Christina Dornbusch durch diese Zeugen den Eindruck bekommen hat, dass es in diesem Heim nicht zu massiven Menschrechtsverletzungen und Misshandlungen an Kindern ermitteln konnte liegt ja wohl auf der Hand. Schade für diese Arbeit denn durch die Manipulationen der Heimleitung an diese jugendliche Christina Dornbusch, die sich echt bemüht hat die Geschichte aufzuschreiben.
Ich wünsche mir daher das sie den Mut nicht verliert und weiter dran bleibt an diesem Thema, welches auch gerne von der Politik totgeschwiegen wird.
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Authentische Geschichte. Unfassbar.
Tele 5 Montag, 25.06.2007 um 20:15
und
Do 24.01.2008 20:15 Uhr Tele 5
Meisterwerke Drama, GB/Irland 2002, 110 Minuten, FSK 12
Eine Dokumentation über das harte Los der Magdalenen-Frauen inspirierte
Regisseur Peter Mullan zu dem Film. Gleichzeitig wollte er seine Wut
angesichts der dort herrschenden Ungerechtigkeit kanalisieren und
öffentlich machen.
Die Magdalenen-Heime - benannt nach der biblischen Figur der ehemaligen
Prostituierten Maria Magdalena, der Jesus ihre Sünden verzieh - wurden
im 19. Jahrhundert in Irland als Zuflucht für in Ungnade gefallene
Frauen gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die katholische
Kirche diese Einrichtungen und führte strenge Regeln ein. Die Aufsicht
unterstand den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy), die die
jungen Frauen bis zu zehn Stunden unbezahlter täglicher Arbeit zwangen.
Der sonst so heilige Sonntag bildete keine Ausnahme. Hunger, Prügel und
sexueller Missbrauch führten zu zahlreichen Ausbrüchen und in den 50er-
und 60er-Jahren auch zu Aufständen. Einige der zehn irischen Anstalten
wurden in den 70er-Jahren geschlossen, die letzte erst 1996

Darsteller: Anne-Marie Duff, Daniel Costello, Dorothy Duffy, Eileen Walsh, Geraldine McEwan, Nora-Jane Noone
Margaret, Bernadette und Rose werden in das Magdalenen-Heim abgeschoben.
Ein
Abrechnung mit Kirchengängern und Nonnen (Kuttenträger)
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05.06.2007 NBC Nachrichten mit Brian Williams
Dieser sehr wichtige Report über Norwegen erklärt wie Hitler tausende
blonde Kinder produzierte die nach dem Krieg in Heimen oder
Irrenanstalten landeten.
Hier klicken ... „Geheimsache
Lebensborn“
Sie sollten die arische Klasse repräsentieren doch nach dem Krieg sind
die Kinder schweren Demütigungen, Erniedrigungen und Missbrauch
ausgesetzt. Die Regierung versucht sich aus der Affäre zu ziehen indem
sie sagt ‚ "Das ist schon zu lange her, wir können nichts mehr tun."
12.000 Menschen in Norwegen leiden heute unter diesen Verbrechen.
"Lebensborn"-Kinder klagen in Norwegen
Regierung lehnt Entschädigung ab!
http://www.taz.de/dx/2001/10/29/a0054.1/text
http://video.msn.com/v/us/v.htm?g=087271ec-c0d9-493c-9d58-17e7d145f0c8&f
Hitler's 'master race' became abused class
June 5: They were supposed to be part of the Aryan master race Adolf Hitler dreamed of. Instead, they faced decades of abuse and humiliation in what is a little-known story of Norway's wartime past. NBC's Dawna Friesen reports.
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Nonnenmilch
Warum ist das Buch "Nonnenmilch" in der Versenkung verschwunden.
Viele Kinder haben in den 50ziger diese "Milch" trinken müssen und
wurden dadurch zerstört.
Leider ist der Autor durch mysteriösen Umständen von der Bildfläche
verschwunden.
Kein Filmemacher/Regisseur
hat sich bisher an dieses Thema herangetraut. Es wird die Zeit kommen,
in der die Verbrechen an Kindern in der Bundesrepublik Deutschland,
verübt von Nonnen verschiedener Orden, in Filmen erscheinen werden. Die
alternativen und unabhängigen Kinomacher werden sich diesem Thema nicht
entziehen können. Säkularisation (Auflösung von Kirchengütern) ist die
einzige Antwort der Politik auf die Verbrechern der Orden wie 1803. Den
Nonnenopfern muss geholfen werden. Jedes Nonnenopfer ist im Haus des
Ordens zu führen.
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WDR Oktober 2006
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann jederzeit bei mir privat angesehen
werden.
Acht Tage nach seiner Geburt verließ ihn seine
Mutter. Von diesem Tag an lebte Johann Lambert Beckers in Heimen. Seine
Erinnerungen sind von Demütigungen, Schläge und Angst geprägt. Das
Schlimmste - so erinnert er sich - war die Trennung von seinem Bruder.
Sie wurde zum nicht bewältigten Trauma.
Nach fast 40 Jahren entschließe er sich, das Kinderheim von einst aufzusuchen. Es ist das Haus, in dem er mit seinem Bruder lebte und vor dessen Gelände sein Bruder 1995 mit 37 Jahren zu Tode kam. In diesem Heim waren Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, im Auftrag der Kirche und des Staates.
Die Nonnen lügen das sich die Balken biegen und der WDR ist im Auftrag der Kirche unterwegs. Wie kann da ein "Opfer der Kirche" zu Wort kommen wenn die wichtigsten Passargen herausgeschnitten wurden. Selbst bei dem treffen auf der Autobahnraststätte war die Nonne mit einem Mikrofon vom WDR verkabelt wie im Filmbeitrag zu sehen war. Wieder ein klarer missbrauch und eine weitere Demütigung der Opfer.
http://www.imheim.de/letstalk/thread.php?postid=165737#post165737
http://www.imheim.de/letstalk/thread.php?postid=165735#post165735
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Kein Opfer ist je vergessen
Cold Case - Der Junge im Karton (Boy in a Box) 2004
Einen ähnlichen Fall gab es wirklich in den USA



Ein Koffer taucht in St. Emilians Church auf, nachdem Schwester Grace 2004 verstarb und durch deren Inhalt wird der Fall (Boy in a Box) von 1958 wieder aufgerollt.
Arnold, der tote Junge im Karton, war der heimliche Sohn von Schwester Grace und einem Arzt aus der Verhaltensforschung. Schwester Vivian wusste das... auch das die Nonne Grace die Papiere gefälscht hat, so das es aussah, dass Arnold der Bruder von Gretchen (ehemaliges Heimkind) sei.
Der Mord an den Jungen (April 1958) war nicht geplant gewesen, zeigt deutlich, wie Nonnen und deren Werkzeuge die Ärzte, mit Waisenkindern in den sechziger Jahren verfahren haben. Elektroschocks sollte das Kind Arnold brechen und „liebvoll“ machen, damit er in eine Familie vermittelt werden konnte. Doch der Junge starb an den Folgen dieser Misshandlungen.
Schwester Vivian steckte die Leiche in einen Karton und brachte sie in den Wald.
Aber auch andere Kinder wurden seltsamen Therapien unterzogen, die sie für ihr leben sterilisiert und zerstört haben. Schläge und Demütigungen war der Alltag dieser Waisenkinder im Heim.
Die Leiche des jungen wurde gefunden und über Jahrzehnte nicht aufgeklärt.
Garrett M. Brown (Roger) Andrew Heald (Roger (1958)) Lyndon Smith (Arnold) Jacqueline Scott (Nurse) Samantha Eggar (Sister Vivian) Autumn Reeser (Sister Grace) Charles Noland (Walter) Gathering Marbet (Young Woman) Marisol Nichols (Elisa) Ryan Tasz (Clayton Weathers (Ryan Taszreak)) Delaney Williams (Fred Banks) Johanna Watts (Sister Vivian (1958)) Dave Michael Beaudrie (Young Walter) Molly Cheek (Gretchen) Blaire Restaneo (?) Bruce Gray (?) Jason Frasca (?)
Musik: The Everly Brothers "All I Have to do is Dream (Dream, dream)"; Perry Como "Catch A Falling Star"; Ricky Nelson "Sweeter Than You"; Ricky Nelson "Poor Little Fool" (1958); Ricky Nelson "Lonesome Town" (1958); Patsy Cline "Walkin' After Midnight"; Johnny Cash "You're the Nearest Thing to Heaven"
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05.08.2008 Baasch: Fürsorgeerziehung aufarbeiten
Der Lübecker Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch (SPD) zeigt sich
entsetzt über die Ergebnisse eines Runden Tisches zu der Unterbringung
und Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in ehemaligen Heimen der
Landesfürsorgeerziehung.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=45661
22.07.2008 »Fürsorge« im Streifenhemd
der Nazis
Aufenthalt im Heim Glückstadt war schlimmer als Strafvollzug
/ Insassen erheben ihre Stimme
Von Dieter Hanisch, Kiel
http://www.neues-deutschland.de/artikel/132471.fuersorge-im-streifenhemd-der-nazis.html
11.02.2008 "...Und dem hat man einfach mit einer Jagdflinte in
den Kopf geschossen."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/732008/
Dir Homepage von Otto Behnck
über das ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt
http://www.landesfuersorgeheim-glueckstadt.de/
Frank Georg Harry Leesemann
geb 09.11.1954 und Otto Behnck waren am 22.06.2007 im NDR
Fernsehen DAS! zu sehen. Sie verlangen Entschuldigungen vom Land für
diese Vergehen.
hier klicken ...
etwa 4 Minuten
Mit fünfzehn Jahren kam Frank Leesemann in ein Arbeitserziehungslager
(Landesführsorge Heim) durch das Jugendamt Eckernförde und wurde dem
Lagerkommandant (Heimleiter) übergeben.
Ein erschütternder Bericht über gravierende
Menschenrechtsverletzungen im Fürsorgeheim.
23.06.2007
Im Namen der Fürsorge
Kieler
Nachrichten Otto Behnck
Die Lebensgeschichte von Otto Behnck, zu lesen bei P. Wensierski
hier
klicken...
Brutale Fürsorge
01.11.2007
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Von Dieter Hanisch
Ein Justizskandal der siebziger Jahre:
Wie in Schleswig-Holstein Jugendliche in staatlichen Heimen zur
Zwangsarbeit herangezogen wurden.
Otto Behnck, Frank Leesemann, Rolf Breitfeld, Walter Nikoleth berichten.
hier klicken...
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Die Kinder des Teufels
![]() SBN 3-8334-4780-X Books on Demand GmbH |
„ Wenn wir bedroht, bestraft, geschlagen, misshandelt wurden, so haben die Nonnen – stellvertretend – im Auftrag Gottes gehandelt: Es waren Gottes Worte, Gottes mahnende und aggressive Blicke, Gottes Hände, Gottes Füße, die uns beschimpften, demütigten, bestraften, prügelten. Es war Gottes Wille: Die uns auffressenden Ängste, Schmerzen, Trauer, Vereinsamung, die sich immer tiefer in unsere Seelen hineinbohrte und hineinfraß. Wir hatten unsere Kindheit Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu verdanken."(c) Alexander
Markus Homes
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WDR Fernsehen
Sonntag 25. März 2007, 16.25 Uhr - 16.55 Uhr
Wiederholung, 28. März 2007, 10.45 Uhr - 11.15 Uhr
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann
jederzeit bei mir privat angesehen werden.
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Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der Privaten Universität Witten/Herdecke, i. R.; 1980 - 1996 Leitender Arzt am psychiatrischen Landeskrankenhaus Gütersloh; davor Oberarzt in Hamburg.
"Meine Aktivitäten betreffen aber seit Jahren nur noch meine Kampagne für die Abschaffung aller Heime, da diese menschen-schädigent sind."
Gründe sind hier... zu lesen
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Rechtsextremisten Hetze gegen Kinderheim
http://www.redok.de/content/view/561/36/
Rechtsextremisten Hetze gegen Kinderheim-Bewohner
redok 07.02.2007
Haldensleben. Vierzig Jugendliche wollten in Haldensleben
(Sachsen-Anhalt) gegen die Bewohner eines Kinderheims demonstrieren -
auf Flugblättern hetzten sie gegen den "elternlosen Dreck". Bereits
früher war der Stadtteil als "arische Zone" ausgeschildert worden.
Noch im November 2006 rühmte sich die 20.000-Einwohner-Stadt
Haldensleben im Ohrekreis einer Auszeichnung durch das Land als "kinder-
und familienfreundlichste Stadt in Sachsen-Anhalt". Auf Flugblättern
wurden in der Kleinstadt, dreißig Kilometer nordwestlich von Magdeburg,
jedoch bestimmte Kinder als "Wauzis" und "Dreck" verunglimpft.
Die Hetze richtete sich gegen Bewohner des Kinderheims an der
Waldstraße. Um "auf die Schließung des Heims hinzuweisen", so die
Formulierung der Polizei, versammelten sich am vergangenen Samstag um
die vierzig Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die zu dem Heim im
Stadtteil Althaldensleben, im Volksmund "Olln", marschieren wollten.
Die Flugblätter mit einem Aufruf zu der Aktion zeigten laut einem
Bericht der Volksstimme einen völlig abgemagerten Hund, dem anscheinend
das Fell abgezogen wurde. In großen roten Lettern hieß es auf dem Blatt:
"Olln gegen Wauzis – Wollt ihr ein reines Olln, frei von elternlosem
Dreck? Dann mach mit!" Offenbar waren mit "Wauzis" die Heimkinder
gemeint, die damit Hunden gleich gestellt wurden.
Der Marsch gegen den "elternlosen Dreck" wurde von der Polizei
verhindert. Der Öffentlichkeit bekannt wurde die Aktion der Jugendlichen
jedoch erst durch Nachfrage der Zeitung bei der Polizei, die zwar nicht
ausschließen wollte, dass "unter den Jugendlichen auch welche mit
rechter Motivation waren", aber nicht erkennen wollte, "dass die
Demonstration politisch motiviert war".
In Gesprächen mit der Heimleitung erfuhr die Polizei immerhin, dass es
bereits in der Vergangenheit zu "Vorfällen" gekommen war. Mädchen aus
dem Heim mit Migrationshintergrund hätten berichtet, dass sie schon in
den Tagen vor der Hetzaktion auf dem
Schulweg beleidigt und auch tätlich angegriffen worden seien. Einige der
Heimkinder gehen auf die gleiche Sekundarschule "Waldring" wie
Jugendliche, die an der Demonstration teilnehmen wollten.
Bei der Stadtverwaltung der "kinder- und familienfreundlichsten Stadt in
Sachsen-Anhalt" will man von rechtsradikalen Motiven nichts wissen.
Persönliche Auseinandersetzungen zwischen Waldring-Schülern und
Heimkindern seien Ursache des Konflikts. "Wir haben die Befürchtung,
dass sich hier was aufschaukelt", wird Vize-Bürgermeister Henning Konrad
von der Volksstimme zitiert.
Andere Beobachter sehen das anders. Beleidigungen und Angriffe auf
Heimkinder seien nicht neu, wissen Einwohner: "Die finden schon statt,
seit es das Kinderheim gibt", so in einem Bericht der Internetseite Mut
gegen rechte Gewalt. Eine Szene von "Nachwuchsnazis" sei da im
Entstehen, die mit anderen Kameradschaften und rechten Gruppierungen
aktiv zusammenarbeite. Kurz vor Weihnachten seien rund um Olln Flyer
aufgehängt worden mit der Parole "Hier beginnt die arische Zone –
Ausländer und anderer Dreck haben keinen Zutritt".
In einem Kinderheim lebte auch der zwölfjährige Kevin, der vor einem
Jahr in Pömmelte von fünf rechtsextremen Jugendlichen gedemütigt und
brutal misshandelt wurde. Empört war man auch in Pömmelte gewesen -
allerdings nicht nur über die Tat, sondern vor allem auch über die
Berichterstattung. Als ob er diese Reaktion der Pömmelte-Bürger
wiederholen wolle, sagt nun der Stadtjugendpfleger von Haldensleben:
"Wir wollen nicht, dass Althaldensleben durch soetwas in Verruf gerät".
Kommentar: Und wieder gegen die schwächsten der Gesellschaft. Macht die Heime dicht. Adoptiert die Heimkinder!
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Der Film Hermines Liste von Uli Veith wird am 25.02.2007 im 3SAT 21:15 ausgestrahlt
Hier werden die katastrophalen Ergebnisse der Heimerziehung Eschweiler gezeigt. Ein Skandal! Email des Heimes
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Heimkinderkonferenz
Der Tagesspiegel: Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) fordert Heimkinderkonferenz für Opfer von Gewalt in Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren
05.02.2007 - 18:12 Uhr, Der Tagesspiegel
Berlin (ots) - Nach Anhörungen ehemaliger Heimkinder der 50er und 60er
Jahre im Petitionsausschuss
des Deutschen Bundestages forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele
Lösekrug-Möller im
Gespräch mit dem "Tagesspiegel" eine Heimkinderkonferenz, "die Betroffene,
kirchliche und staatliche
Träger an einen Tisch bringt". Die ehemaligen Heimkinder verlangen die
Anerkennung des erlittenen
Unrechts und eine materielle Entschädigung für Schläge,
Misshandlungen oder Kinderarbeit - wie
z. B. eine nachträgliche Anerkennung von Rentenansprüchen.
Lösekrug-Möller sagte: "Der Einsatz von körperlicher Gewalt ging weit auch
über das hinaus, was in
den 50er Jahren akzeptiert wurde. Es handelt sich nicht um
Einzelfälle." Daher sei neben der Klärung
der individuellen Entschädigungsansprüche "ein strukturiertes Gespräch
darüber, wie wir mit Unrecht,
Schuldanerkennung und dokumentierter Aufarbeitung umgehen." Für die
ehemaligen Heimkinder
sei wichtig, "dass die Gesellschaft offiziell anerkennt: Euch ist Unrecht
geschehen. Die Verantwortlichen
bitten um Entschuldigung."
Sie hätten als Kinder in Heimen "Traumata erlitten haben, die bis heute
ihr Leben bestimmen" und litten
noch heute "an Beziehungsstörungen, an körperlichen Schäden und daran,
dass manche bis heute selbst
in der eigenen Familie über ihre Kindheit nicht sprechen können", sagte
Lösekrug-Möller.
Pressekontakt:
Thomas Wurster Telefon: 030-260
09-308 Fax: 030-260 09-622
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Videotheken-Film "Sleepers"
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Vier Jungendliche kommen in das geschlossene
Wilkinson-Heim in den 60ziger Jahren. Nach einer Schlägerei
im Speisesaal unter jugendlichen, müssen die vier ihr Mittagessen
vom Fußboden essen. Nun beginnen die Aufseher die Jungen sexuell zu
missbrauchen. Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt, schwören sie sich
gegenseitig, niemandem davon zu erzählen. Doch die Zeit heilt nicht alle
Wunden. Die Gewaltanwendung der Institutionen wird niemals ein Ende
haben. Ich möchte jedem missbrauchten Heimkind diesen Film ans Herz legen. |
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Journalist Peter Wensierski
Sender:
http://www.dradio.de/ - Thema
Veröffentlicht: 21.12.2006, 16:09 Uhr
Unrecht in Kinderheimen soll anerkannt werden. Journalist Peter
Wensierski setzt sich für Heimkinder aus den 50ern und 60ern ein. Der
Journalist Peter Wensierski hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die
Zustände in den bundesdeutschen geschlossenen Kinderheimen in den 50er
und 60er Jahren als Unrecht anerkannt werden. Wie Wensierski erläuterte,
mussten viele Heimkinder in den 50er und 60er Jahren schwere körperliche
Arbeit leisten, ohne dafür entlohnt zu werden.
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/PW-21-12-2006.mp3
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Heimkinder - Helft, jetzt
Von Tissy Bruns 19.12.2006
Auch in katholischen Heimen für Kinder und Jugendliche hat es das gegeben: Demütigung, Misshandlung, drakonische Strafen. Der Satz ist kein Schuldbekenntnis aus Irland, er steht im aktuellen Caritas-Jahrbuch. Wie irische Kinder gelitten haben in kirchlichen Heimen, hat ein bewegender Film der deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Aber auch die Bundesrepublik trägt an einer Geschichte verborgenen Unrechts, an dem kirchliche und staatliche Einrichtungen beteiligt waren.
Das Schicksal der deutschen Heimkinder der 50er und 60er Jahre ist zweimal verdrängt worden. Das erste Mal, als sie, oft aus nichtigen Anlässen, einer erniedrigenden, prügelnden Fürsorge anvertraut wurden. Und noch einmal, nachdem unter dem Einfluss der 68er-Bewegung in den 70er Jahren die Heimerziehung umgekrempelt worden ist. Bessere Verhältnisse kehrten ein. Doch die oft lebenslangen Folgen der Jahre in Freistatt im Teufelsmoor, im Dortmunder Vincenz-Heim oder im hessischen Kalmenhof mussten die Betroffenen allein ertragen. Keine Bitte um Entschuldigung, keine materielle Wiedergutmachung, keine Ächtung dieser Praxis. Stattdessen Scham, Verdrängen, Vergessen.
Zweieinhalb lange, manchmal beklemmende Stunden hat sich der Petitionsausschuss des Bundestags vor einer Woche nun Lebensgeschichten der Frauen und Männer angehört, die sich hinter dem Satz aus dem Caritas-Jahrbuch verbergen: Kinderarbeit, Prügel, Isolation und willkürlicher Essensentzug, sexueller Missbrauch, sedierende Medikamentengabe, Hospitalisierung von Kleinkindern. Und erniedrigende Botschaften, die Kinder und Jugendliche zu einem wertlosen Nichts herabgewürdigt haben.
Es sind Geschichten, die man nicht glauben möchte, die Abwehrreflexe hervorrufen. Sind es Einzelfälle, Ausnahmen? Es stimmt, dass nicht in allen Heimen dieser Zeit solche Zustände geherrscht haben. Aber die Recherchen, die Peter Wensierski in seinem Buch „Schläge im Namen des Herrn“ Anfang dieses Jahres zusammengetragen hat, die Arbeit des Vereins der ehemaligen Heimkinder, schließlich die offiziellen Akten der beteiligten Institutionen sprechen eine klare Sprache. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Es geht nicht nur um die Folgen eines autoritären Zeitgeistes, der Prügel ganz normal fand.
Der Befund lautet: In kirchlichen und staatlichen Heimen ist es damals zu fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Kindern gekommen. Es gab Akten und Schriftverkehr über prügelnde Erzieher, das Versagen der Aufsicht, eine unentrinnbare Rechtlosigkeit von wehrlosen Schutzbefohlenen. Es finden sich Ursachen im Geist dieser Zeit: ein autoritäres Erziehungsverständnis, Kontinuitäten zur Nazi-Diktatur, die materielle, persönliche, moralische Überforderung von Eltern, Erziehern oder Heimleitern, die auf der Schattenseite des aufstrebenden Wirtschaftswunderlandes lebten.
Rechtfertigen lässt sich damit aber nichts. Denn mit den besonderen Umständen jener Zeit ist die eigentliche Versuchung nicht untergegangen. Sie ist, im Gegenteil, zeitlos, die öffentliche Doppelmoral, die, wenn es die Umstände fordern oder nur ermöglichen, ihre Unzulänglichkeiten auf dem Rücken der Schwächsten austrägt. In DDR-Heimen sind Kinder misshandelt und gebrochen worden – in einem diktatorischen Regime. Dass aber nach einer Diktatur die latente Machtanmaßung über Schwächere nicht automatisch verschwindet, davon zeugen die ehemaligen Heimkinder der frühen Bundesrepublik.
Es ist eine Frage des Anstands, wenn Bundestag und Bundesregierung Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennung und Therapiehilfen leisten. Es ist eine Frage der Selbstachtung der demokratischen Gesellschaft, die alte Erziehungspraxis als Menschenrechtsverletzung zu ächten. Sie, die selbst keinen Anwalt hatten, sind mit dieser Forderung die Anwälte der Kinder, Jugendlichen und Alten von heute. Die Lebensgeschichten der Heimkinder erschüttern; ihr Plädoyer, dass sie sich nicht wiederholen dürfen, hat große Kraft.
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Ein Video über die Anhörung im Petitionsausschusses
am 11.12.2006 in Berlin - Marlene Rupprecht MDB
(c) rbb Do, 14.12.2006
Der Petitionsausschuss hört Geschichten eines lange verdrängten Unrechts. Zu Beginn dieses Jahres hat das Buch „Schläge im Namen des Herrn“ des Journalisten Peter Wensierski auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam gemacht. Der Verein der ehemaligen Heimkinder formierte sich und richtete eine Petition an den Bundestag. Sie fordert die Anerkennung der erlittenen Menschenrechtsverletzungen, die Ächtung der damaligen Erziehungspraxis, Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennungszeiten und Finanzierung von Therapien
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u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Berlin11_12_2006.wmv
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Ich hab nur Angst gehabt
26.09.06 - 24 Minuten
1962 wurde Wolfgang Rosenkötter mit 16-jahren von seinem Vater in ein Heim der Bethelschen Anstalten mit Hilfe des Jugendamtes eingesperrt. Der Junge hat dort in Angst vor prügelnden Diakonen leben müssen. Er leidet bis heute unter den Folgen körperlicher und seelischer Misshandlungen. Er sucht den Weg, mit seinen dunklen Vergangenheit zurechtzukommen. Ob die Integration mit den Erbnachfolgern wirklich hilft?
(c) SWR2 Eckpunkt
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/wolfgang_rosenkoetter.mp3
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25.08.2006
Wie verhalten sich Kirchen, Diakonie, Caritas, Landeswohlfahrtsverband,
Jugendämter?
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/dlf_25082006_43.mp3
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"Ein Platz für Tiere"
Wer kennt Ihn nicht, unseren Prof. B. Grzimek "Ein Platz
für Tiere".
Leben der "Heimkinder" wieder Live im Internet.
Diesmal aber gesprochen von Hermann Krast, geistlicher Rat der
katholischen Kirche 1958.
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/hermann_krast.mp3
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Viele der ehemaligen Fürsorgezöglinge leiden bis heute an den
psychischen Folgen ihres Heimaufenthaltes. Lange haben sie geschwiegen,
gegenüber ihren Freunden, selbst gegenüber ihren eigenen Familien, aus
Scham und Unverständnis über das, was ihnen damals angetan wurde.
Vier von ihnen werden zurück begleitet in die Heime , in denen sie damals eingesperrt waren. Ihre Erzählungen, ergänzt durch Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern der Diakonie, Vertretern von Caritas und Jugendamt, erinnern an eine Pädagogik, die Gewalt als Mittel einsetzte und an ein fast vergessenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
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Über den Anspruch der Fürsorgeerziehung schrieb der Landeswohlfahrtsverband in einer Broschüre aus dem Jahre 1956:
Die FE (Fürsorgeerziehung, d. Verf.), so, wie sie vom
Landeswohlfahrtsverband durchgeführt wird, hat nichts mehr gemein mit
dem Strafvollzugs-Ersatz, aus dem sie Ende des vorigen Jahrhunderts
hervorgegangen ist. Sie ist nicht mehr 'Strafe' für kriminelle und
asoziale Jugendliche, sondern echte vorbeugende und heilende
Erziehungshilfe. Es gibt auch keine 'Zwangserziehungsanstalten' früherer
Prägung mehr. Die 'Anstalten' sind ihrem Aussehen und in ihrer Methodik
modernen Heimen gewichen."
Ein Video des Opfers aus dem Mädchenheim Fuldatal Breitenau bei
Kassel
(c) hr Mo, 21.08.2006
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u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Monika-Rohde.wmv
Die Gedenkstätte Breitenau bei Guxhagen, erbaut als Benediktinerkloster des
12. Jahrhunderts, war seit 1933 ein frühes Konzentrationslager, später
Straflager für ausländische Zwangsarbeiter – und bis 1973 Heim für „schwer
erziehbare” Mädchen. Das NS-Regime misshandelt und demütigte in Breitenau bis
zu 500 Gefangene.
Diese Provinz in Hessen war also schon immer Vorreiter wenn es um
Menschenrechtsverletzungen geht.
DerWesten berichtet am 26.06.2009 Stolpersteine in idyllischer Provinz
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Ein Video der Opfer aus dem Eschweiler Kinderheim St. Josef
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u http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/hs_sf.wmv
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Tagung Idstein Kalmenhof Hessenschau vom 09.06.2006 Heimkinder missbraucht: mit: Bericht: Jürgen Ackermann
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u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/hessenschau09_06_2006.wmv
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Sieben Heimkinder schwer verletzt
Was hat eine 65zig jährige hinter dem
Steuer verloren. Unverantwortlich!
Ruhr Nachrichten 23. April 2006
Ickern - Zum Teil schwerste Verletzungen trugen sieben
Heimkinder und ihre beiden Betreuerinnen gestern Mittag bei einem
furchtbaren Unfall auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Oberhausen, etwa
zwei Kilometer vor dem Kreuz Henrichenburg im Bereich des Rastplatzes
Ickern, davon.
Gegen 13.40 Uhr verlor die Fahrerin des Kleinbusses die Kontrolle über
ihren Wagen, in dem die sieben Heimkinder aus Bottrop saßen.
Fahrerin abgelenkt
Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Polizeiangaben
scheint die 65 Jahre alte Fahrerin von einem Schrei eines Kindes auf der
Rückbank abgelenkt worden zu sein und deshalb die Kontrolle über den
Wagen verloren zu haben. Der Kleinbus schleuderte mit voller
Geschwindigkeit in die Mittelleitplanke und prallte von dort zurück. Das
Fahrzeug überschlug sich mehrfach und blieb auf der linken Spur auf dem
Dach liegen. Einige der Insassen wurden auf die Fahrbahn geschleudert.
Alle der Kinder und Jugendlichen in dem Van, die zwischen 2 und 18
Jahren alt sind, erlitten schwere Verletzungen
Einem Mädchen wurde ein Arm abgerissen. Das Kind schwebte bei
Redaktionsschluss noch in Lebensgefahr. Die Fahrerin erlitt einen
Schock. Auch die auf dem Beifahrersitz sitzende zweite Betreuerin der
Kindergruppe wurde verletzt.
Hubschraubereinsatz
Der Unfall hätte allerdings noch schlimmer enden können. Weitere Autos
fuhren glücklicherweise nicht in das Wrack. Zur Bergung der Verletzten
musste ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Auch die Polizei
hatten einen Hubschrauber im Einsatz.
Die Autobahn 2 musste an der Unfallstelle für eineinhalb Stunden voll
gesperrt werden, danach konnte der Verkehr weitere 90 Minuten nur über
den Standstreifen abfließen. Der Sachschaden beläuft sich nach
Polizeiangaben auf ungefähr 15 000 Euro. - nhs - 23. April 2006 |
Quelle:
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Hermann Josef Haus / Urft
Verurteilter Mörder Knut-Uwe H. hat längere Zeit im Heim Hermann Josef Haus in Kall-Urft verbracht. Der 33-jährige ist wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Gerd Nohl sprach das Urteil über den Mord an die 80-Jährige Charlotte O. aus Hellenthal aus.
Die Presse hat sich nicht für den Fall interessiert. Nur der Kölner Stadtanzeiger hat kurz berichtet, aber nicht erwähnt das Knut-Uwe H. jahrelang im Kinderheim war. Durch ein Forum ist es nun doch ans Tageslicht gekommen. Was wird da in der Jugendhilfe herangezüchtet? Warum wird die Bevölkerung nicht vorgewahrt! Warum verschweigt das Heim die Vorfälle?
01.08.06 „Brutal,
kaltblütig, parasitär“
http://www.ksta.de/html/artikel/1152898257163.shtml
03.08.06 „An
Gefühlskälte nicht zu überbieten“
http://www.ksta.de/html/artikel/1154434416585.shtml
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Antenne Aachen Bürgerradio
Mitschnitt von Antenne Aachen Bürgerradio Kreis Aachen Klaus Knaetsch 107,8 Mhz 29.05.2006
Ein Interview 35 min über die Misshandlungen im Kinderheim Sankt Josef
von Nonnen "Armen Dienstmägde Jesu Christi" in Eschweiler
Mit dem Telefonatbeitrag des Autors: Alexander Markus Homes
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Eschweiler.mp3
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Schläge im Namen des Herrn
Mit Genehmigung enthoben aus Nr. 75 / Juni / 06 Humanistischer Verband Deutschlands Berlin.
Interview mit der Redakteurin Patricia Block von der Redaktion Diesseits.de
http://www.jlbeckers.de/heimkinder/diesseits752006.pdf
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Dr. Heinz Aubeck
FAZ 23.05.2006, 16:07 Dr. Heinz Aubeck
Die Täter, die katholischen Nonnen und Pater, handelten durchaus nicht aus Furcht und Unüberlegtheit, wie sie unreflektiert unterstellen, sondern eher unerschrocken und vorsätzlich aus perverser repressiver und autoritärer Charakterstruktur, die sie heute gerne als pädagogische Fehlleistung und Überforderungsreaktion zu rationalisieren versuchen, sofern diese Personen überhaupt bereit sind, ihre damaligen Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen zuzugeben. In anständigen Familien und an Schulen waren auch in den 1950 bis 70er Jahren Gewalt an minderjährigen Schutzbefohlenen (!) und psychische Demütigung geächtet und diese Erziehungspraktiken, die durch kein vernünftiges bürgerisches und christliches pädagogisches Konzept zu rechtfertigen sind, durchaus unüblich. Dir Kirche erweist sich tatsächlich nach wie vor als uneinsichtige Täterin - die lapidaren und hohlen, aufgesetzt wirkenden Entschuldigungen seitens verantwortlicher kirchlicher Verbandsleiter sind juristisch unverbindlich formuliert und werden auch nicht von den betroffenen Tätern vorgebracht, sondern von kirchlichen Repräsentanten, die von den systematischen Kindsmisshandlungen des kirchlichen Personals meist erst durch die Veröffentlichung dieses Buches erfuhren. Es bleibt eine Schande, dass die Nonnen und Pater den Kindern und Jugendlichen letztlich das antaten, wovor sie sie ihrer Aufgabe nach hätten schützen müssen.
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Heimkinder fordern Schadenersatz in Schweden.
25.04.2006 um 21:00
Aktuelle Meldungen mit Alexander Schmidt -Hirschfelder -
Verlorene Kindheit: Heimkinder fordern Schadenersatz in Schweden.
http://www.jlbeckers.de/heimkinder/radioschweden.mp3
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Hölle Kinderheim
Deutschlandfunk 15.02.2006 Peter Wensierski: Autor und Redakteur "DER SPIEGEL"
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Hölle Kinderheim Audio 11 Minuten Peter Wensierski berichtet von Jugendlichen in den 1950er Jahren Prügel, Folter und Demütigungen waren an der Tagesordnung. Die Opfer leiden noch heute darunter.
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♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/PeterWensierski.mp3
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Unselige Anstaltstraditionen in Deutschland endlich beenden!
4.02.2006 Peter Braun http://www.abimv.de/AngemerktHeimschicksal.pdf
In dem Artikel „Heimkinder-Schicksale“ von Peter Wensierski am 11. Februar in SPIEGEL
ONLINE,
http://spiegel.de/panorama/0,1518,400215,00.html ,zeigt der Autor die menschenverachtenden Verhältnisse in deutschen Anstalten in der Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre auf.
Über eine Millionen Menschen sind von ihrem Heimschicksal noch heute traumatisiert! Die Separierung und Sonderbehandlung von Menschen haben in Deutschland eine unselige Tradition und noch heute stehen Erniedrigung und Freiheitsberaubung tagtäglich auf der Heimtagesordnung.
Genauso wie vor 40 Jahren werden heute in Deutschland besonders gerne Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen weggesperrt. Dabei ist der Trend zum Ausbau von Anstalten und Sondereinrichtungen ungebrochen. Obwohl immer wieder vom Paradigmenwechsel gesprochen und seit 40 Jahren das „Normalisierungsprinzips“ im theoretischen Diskurs der Sozialarbeiter und Sozialpolitiker abgehandelt werden, hat dies am Deutschen Anstaltswesen und Anstaltsdenken fast nichts geändert. Genauso wie in den sechziger Jahren sind die Anstalten zu 80 % in konfessioneller Hand von DIAKONIE und Caritas!
Für sie scheint nicht das Grundgesetz zu gelten § 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar..“ oder gar § 2 „Jeder hat das Recht auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit,...“ sondern das Heimgesetz, die kirchlichen Dogmen oder im Zweifelsfall, das was die Heimwärter anordnen!
Tagtäglich werden den Heiminsassen in Deutschland die Menschenrechte vorenthalten. Trotzdem hat der Ausbau von Anstalten in Deutschland noch immer oberste Priorität! Die Anzahl der Heimplätze für Menschen mit so genannten Behinderungen wurde von 1991 bis 2001 um 55 % erhöht, von 103 000 auf 160 000 Plätze.
Besonderen Zuwachs gab es seit der Wende in den Neuen Bundesländern, hier wurden in nur 8 Jahren über 6,4 Milliarden DM in den Heimausbau gesteckt. Investitionen und Zuschüsse von bis zu 90 % waren üblich. Davon profitierten überwiegend die Wohlfahrtsverbände.
Mit Landes-, Bundes- und Kommunalgeldern wurden überwiegend Alten- und Pflegeheime ausgebaut. Damit gibt es insgesamt in Deutschland mittlerweile über 800 000 Heimplätze, in denen täglich 400 000 sedierende Maßnahmen in Form von Verabreichung von Beruhigungsmitteln, Fixierungen an Bett, Rollstuhl und ähnlichem vorgenommen werden?
Darüber hinaus wurden alleine in Mecklenburg und Vorpommern 6000 Werkstattplätze in so genannten geschützten Werkstätten geschaffen, was regelmäßig von der Sozialministerin als Erfolg verbucht wird, obwohl die Menschen mit Behinderungen dort noch immer keine Arbeitnehmerrechte haben und für ein Taschengeld schuften müssen.
In anderen westlichen Ländern wurden in der gleichen Zeit der Rückbau von Anstalten und Sondereinrichtungen auf den Weg gebracht.
So gibt es z.B. in ganz Schweden heute nur noch 170 Heimplätze von ehemals 11 000!
Es ist aller höchste Zeit, den Marsch aus den Institutionen auch in Deutschland zu beginnen und die Mauern nieder zu reißen, hinter denen tagtäglich die Menschwürde mit Füßen getreten wird, denn ein Leben in der Gemeinde ist Menschenrecht!
(c) Peter Braun http://www.abimv.de
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SOS-Kinderdorf
| Preisträger 2005 Altersklasse bis 11-16 Jahre: 2.
Preis Team: Klasse 8, Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau Titel: Heim Feature ![]() 28 Schüler einer 8. Klasse im Deutschunterricht des Peter-Breuer-Gymnasiums, 08056 Zwickau Buchvorlage: Mirijam Günter, Heim dtv |
MP3-Datei: Zum Anhören des Beitrags ... Die Klasse hat das Buch „Heim“ von Mirijam Günter zum
Ausgangspunkt genommen, sich über die Chancen von Heimkindern im Vergleich
zu anderen Gedanken zu machen. Entstanden ist ein einfühlsames, aber nicht
rührseliges Feature, das fiktive Passagen der Buchvorlage mit O-Tönen von
Erziehern eines Kinderheims kombiniert. Die Klasse besuchte in der
Vorbereitung ein SOS-Kinderdorf und erarbeitete sich mithilfe statistischer
Daten einen Zugang zum Thema. Unterstützung bei der technischen Umsetzung
erhielt sie durch den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal.
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Fromme Prügel - Heimkinder brechen
ihr Schweigen
DAS ERSTE/ARD Sonntag, 17.08.2003
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Eingesperrt und fast
tägliche Prügel, das gleiche essen bis zur Ungenießbarkeit trotz Erbrechen
über mehre Tage in sich hineinwürgen müssen, - das alles geschah zum
vermeintlichen Wohl der Kinder, die den "Armen Dienstmägden Jesu Christi" im
Eschweiler Kinderheim bei Aachen anvertraut waren. Es bleibt nur zu wünschen das die Narben niemals aufbrechen und noch größeres Leid hervorrufen.
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Misshandlungen im Eschweiler Kinderheim
Radio Aachen 100,1 MHz von Mai 2002
♫http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Aachen.mp3
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Verwaltete Jugend 1971
Günther Korz:
http://www.jlbeckers.de/heimkinder/GuentherKorz1971.pdf
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Stauffenberg
Claus Graf Schenk
von Stauffenberg wurde am 21. Juli 1944 standrechtlich erschossen, seine
schwangere Frau Nina (†2006) verhaftet, seine vier Kinder wurden in einem
SS geführten Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa zur Umerziehung
verschleppt.
Ostermontag 1945 sollten die in Sippenhaft genommenen Kinder ins KZ
Buchenwald gebracht werden. Durch einen Bombenangriff wurde aber der
Bahnhof völlig zerstört und so mussten sie wieder zurück ins Kinderheim.
Eine Oberin vom Roten Kreuz brachte die Kinder später aus dem Kinderheim
in den Familiensitz in Lautlingen (heute ein Stadtteil von Albstadt) zur
befreiten Mutter zurück.
Die fünf Kinder
Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 1934) Generalmajor a.D.
Heimeran Schenk Graf von Stauffenberg (* 1936),
Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 1938), deutscher
Bundestagsabgeordneter
Valerie von l'Estocq (*1940 – †1966),
Konstanze Schenk Gräfin von Stauffenberg * 27. Januar 1945 im Gefängnis
http://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Adelsgeschlecht)
Welche Erfahrrungen diese Kinder im Kinderheim gemacht haben ist nicht
bekannt.
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Nicht lachen, nicht weinen, nur schreien

Aufnahme: Hans-Jörg Ander,
DIE ZEIT — Nr. 44 — 26. Oktober 1973
Unfreiwillige Versuchspersonen in einem Massenexperiment,
dessen fataler Ausgang feststeht: Heimkinder, die
mutterlos aufwachsen
Heimkinder leiden an unheilbaren Verhaltensstörungen
Von Erwin Lausch
„Es
ist immer wieder erstaunlich", wunderte sich Andreas Mehringer,
Leiter des Städtischen Waisenhauses München, „wie wenig — auch in
Fachkreisen — die Not dieser Kinder, das Leben in den
Säuglingsheimen, bekannt ist. Wer aber die Lage kennt, wird von
Alpträumen verfolgt…“Vor starken Worten über das Leben in den
Säuglingsheimen scheuen auch Wissenschaftler nicht zurück. „Über die
Not in den Säuglingsheimen" betitelten die Kinderärzte Theodor
Hellbrügge (München) und Johannes Pechstein (Mainz) einen
Fachaufsatz. Unter den Titel „Verlorene Kinder?" gab Pechstein
zusammen mit anderen Autoren ein Buch über „Massenpflege in
Säuglingsheimen“ heraus. Der Freiburger Verhaltensforscher Bernhard
Hassenstein sprach auf der Versammlung der ehrwürdigen Gesellschaft
deutscher Naturforscher und Ärzte vom „Skandalen der bindungslosen
Heimerziehung".
Allein in der Bundesrepublik geht es um das Schicksal von rund 20
000 Kindern jedes Geburtsjahrgangs, die für kürzere oder längere
Zeit in ein Säuglingsheim eingewiesen werden. Sie sind die
unfreiwilligen Versuchspersonen in einem Massenexperiment, dessen
fataler Ausgang seit langem feststeht und das dennoch immer aufs
Neue wiederholt wird: Die Folgen des frühen Muttermangels sind im
Säuglingsheim — wie bei einem Versuch, bei dem auf möglichst
eindeutige Versuchsbedingungen geachtet wird — besonders deutlich zu
erkennen.
Säuglingsheime haben eine alte Tradition: Das erste Findelhaus wurde schon 787 auf Veranlassung des Bischofs von Mailand gegründet. Dennoch ist die Problematik, um die es in dieser Serie geht, nicht älter als unser Jahrhundert. Das hat einen einfachen Grund: In den Findelanstalten wurden nur wenige Kinder so alt, daß sie ihren Mitmenschen durch Verhaltensstörungen zur Last fallen konnten. 60 bis 90 Prozent der Säuglinge in den Findelhäusern starben schon im ersten Lebensjahr.
Wenn es auch zu Beginn unseres Jahrhunderts durch konsequente hygienische Maßnahmen gelang, die Sterblichkeit der Säuglinge in der Massenpflege drastisch zu reduzieren, so starben doch noch immer viele Säuglinge in Heimen und Krankenhäusern aus unerklärlichen Gründen. Ihre Krankheit. wurde nun „Hospitalmarasmus“ (Verfall durch Anstaltsaufenthalt) oder „Hospitalismus“ genannt. Der Kinderatzt Gustav Tugendreich beschrieb 1910 das Bild der Krankheit als „im einzelnen mannigfach, aber im großen immer dadurch charakterisiert, daß Säuglinge, die noch nicht hochgradig erkrankt oder sogar gesund eingeliefert waren, in den Anstalten sich fortwährend verschlechterten bis zum schließlich erfolgten Tode..."
Bis zum Verfall
Schon
im Jahre 1915 beschrieb der Münchener Kinderarzt Meinhard von
Pfaundler exakt die Symptome der Krankheit, die mutterlose Säuglinge
befällt. Diese Beschreibung, die drei Phasen — Unruhe, Resignation,
Verfall — umfaßt, gilt noch heute als vorbildlich. Pfaundler
verglich auch schon die Entwicklung von Heim- und Familienkindern.
Die Kinder im Säuglingsheim stammten von wohlhabenden Eltern,
während die Familienkinder im Armenviertel in Elternhäusern lebten,
die als sozial gefährdet galten.Die Säuglinge im Armenviertel, die
mit Mutter und Geschwistern aufwuchsen, gediehen besser als die
Heimkinder aus gutem Haus. Sie machten einen geistig regeren und
intelligenteren Eindruck und erwiesen sich als wesentlich
kontaktfähiger.
Heute, rund sechs Jahrzehnte nach Pfaundlers wenig beachteten
Beobachtungen, gibt es zahlreiche Untersuchungen über Kinder, die
ihre ersten Lebensjahre ohne Mutter im Heim verbrachten. Auf den
ersten Blick scheint es ihnen, gesundheitlich gut zu gehen. Die
Medizin hat weitere Fortschritte gemacht.
Doch trotz aller Bemühungen gelingt es auch in den bestgeführten
Heimen nicht, die Säuglinge und Kleinkinder sich so entwickeln zu
lassen, wie das in intakten Familien der Fall wäre. Schon nach
wenigen Monaten Aufenthalt im Heim sind diese Kinder in ihrer
Entwicklung weit zurückgefallen. Sie sind Opfer einer umfassenden
Entwicklungsstörung geworden, die als „Deprivationssyndrom"
bezeichnet wird. Auf deutsch bedeutet dieser Ausdruck etwa
„Krankheit durch Beraubung". Er wurde gewählt, weil die betroffenen
Kinder der entwicklungsfördernden Einflüsse beraubt worden sind, die
von der Mutter oder einer anderen festen Bezugsperson ausgehen. Ein
Team der Forschungsstelle für soziale Pädiatrie an der Universität
München, das seit 1967 Untersuchungen in etwa 40 Säuglings- und
Kleinkinderheimen des Bundesgebiets und Westberlins vornahm, stellte
fest, daß nach halbjährigen Heimaufenthalt 75 Prozent der Heimkinder
erst einen Entwicklungsstand erreicht hatten, der der Hälfte ihres
Lebensalters entsprach. Nur 2,6 Prozent der Kinder hatten sich
altersgemäß entwickelt.
Die Rückstände im ersten Lebensjahr werden in der Regel nur von
Beobachtern erkannt, die mit der normalen menschlichen Entwicklung
gut vertraut sind. Mit zwei Jahren allerdings kommen auch dem Laien
viele Kinder in den Heimen „sonderbar" oder „gestört" vor. „Diese
Kinder", berichtete Heimleiter Mehringer, „können mit zwei Jahren
noch nicht laufen, kaum richtig stehen, nichts Festes essen, müssen
die natürlichen Bewegungen, das Greifen, das Spielen erst
nachlernen. Sie sind beziehungslos, lehnen oft noch lange eine
zärtliche Zuwendung ab, sie können nicht lachen und nicht weinen,
nur schreien. Sie sind in ihrer ganzen Entwicklung weit zurück."
Aggressiv und brutal
Weit zurück sind die Kinder in der „statistischmotorischen“ Entwicklung (in der Beherrschung ihrer Bewegungen), in der Entwicklung der Sinneswahrnehmungen und des Spielvermögens, in der Entwicklung der Spräche und des Sozialverhaltens. Mehr und mehr treten zudem Verhaltensweisen in Erscheinung, die nicht mehr nur als Entwicklungsrückstand zu betrachten sind, sondern als Fehlentwicklungen, als Verhaltensstörungen gedeutet werden müssen.
Diese Befunde wurden übereinstimmend in zahlreichen Untersuchungen erhoben. Marie Meierhofer und Wilhelm Keller vom Züricher Institut für Psychohygiene im Kindesalter, die 1966 die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung in zwölf Säuglings- und Kleinkinderheimen des Kantons Zürich veröffentlichten, stellten fest: „In ihrem Grundresultat, daß die Heimkinder gegenüber den ‚Familienkindern’ in ihrer gesamten Entwicklung im Rückstand und in ihrem Verhalten anders sind, stimmt unsere Untersuchung mit allen anderen bisher publizierten Entwicklungsstudien an Heimkindern überein."
Die Verhaltensstörungen können von ganz verschiedener, ja gegensätzlicher Art sein. Die Kinder können äußerst gehemmt und apathisch sein. Ihre Passivität kann so weit gehen, daß sie schließlich in ein Heim für schwachsinnige Kinder gelangen. Andere Kinder zeigen sich sozial überaktiv. Wahllos klammern sie sich an jeden Menschen, dem sie begegnen, ohne jedoch zu einer festeren Bindung fähig zu sein. Ein dritter Typ erscheint verhältnismäßig gut angepaßt. Diese Kinder wirken im Heim unauffällig. Eine genauere Untersuchung zeigt jedoch, daß ihre Gefühlsentwicklung wesentlich verarmt ist.
Schließlich überraschen manche Kinder schon sehr früh durch ihre Zerstörungswut und Brutalität. „Sie sind", so beschreibt Pechstein in Übereinstimmung mit den tschechoslowakischen Sozialpädiatern Z. Matĕjček und J. Langmeier diese verhaltensgestörten Kinder, „besonders durch ihre Aggressivität, ihre destruktiven Tendenzen, Affekthandlungen und Grausamkeiten, wie das Quälen von Tieren und anderen Kindern, auffällig. Ihre primitiven Affekte werden durch Angst und Gewissen nicht kontrolliert; sie begehen Boshaftigkeiten, kennen aber weder Schande noch Schuld."
Noch ist nicht geklärt, auf welche Weise so gegensätzliche Typen von Verhaltensstörungen unter prinzipiell ähnlichen Bedingungen entstehen. Wahrscheinlich gibt hier die Veranlagung den Ausschlag. Es leuchtet aber ein, daß derartige Verhaltensstörungen, die auch in günstigem Milieu nicht mehr ohne weiteres wieder verschwinden, alle sozialen Beziehungen schwerwiegend belasten — sei es in den Heimen, wo die Verhaltensstörungen die Atmosphäre maßgeblich beeinflussen, sei es gegenüber Adoptiv- oder Pflegeeltern, sei es in der Schule.
Bei einem Vergleich von je fünfzig Heim-, Pflege- und Familienkindern fand Annemarie Dührssen, Leiterin des Instituts für Psychogene Erkrankungen in Berlin, daß 80 Prozent der Heimkinder den Anforderungen des ersten Schuljahrs nicht gewachsen waren (drei Viertel von ihnen waren gleich zurückgestellt worden). Bei den Pflegekindern hatten 43 Prozent Schwierigkeiten mitzukommen oder waren von vornherein nicht schulreif gewesen, bei den Familienkindern jedoch nur 15 Prozent.
Wie anhaltend die Schäden sind, die ein Heimaufenthalt in der frühen Kindheit bewirkt, zeigte schon in den vierziger Jahren der amerikanische Psychologe William Goldfarb. Er untersuchte 14- bis 15jährige Pflegekinder und verglich dabei zwei Gruppen miteinander: Während die Kinder der einen Gruppe bis zum dritten Lebensjahr bei der Mutter gelebt hatten, waren die Kinder der anderen Gruppe in dieser Zeit in einem Heim gewesen. Jede der beiden Gruppen umfasste 15 Kinder.
Goldfarb fand, daß unter den ehemaligen Heimkindern sechs bei anderen Kindern unbeliebt waren, unter den „Mutterkindern" nur eines. Neun Heimkinder, aber nur zwei Mutterkinder fielen durch distanzlose Kontaktsuche auf. Acht Heimkinder (ein Mutterkind) waren furchtsam, neun Heimkinder (ein Mutterkind) sehr unruhig. Auffällige Konzentrationsstörungen lagen bei Zehn Heimkindern und keinem Mutterkind vor, schlechte Schulerfolge bei allen 15 Heimkindern und einem Mutterkind.
„Es ist sicher", betonen auch Marie Meierhofer und Wilhelm Keller in Zürich, „daß ungerichtetes Kontaktsuchen, Verharren in Protest, Kontaktmeiden, stumpfe Abkehr von Welt und Umwelt und mangelnde Fühlung mit der Wirklichkeit in der frühen Kindheit die Wurzeln bilden können für spätere Charakterstörungen im Sinne der Haltlosigkeit, des Überwiegens von aggressiven und asozialen Tendenzen, der schizoiden Absonderung, der Hingabe- und Leistungsunfähigkeit..."
Der Dauerkonflikt mit der Umwelt erscheint bei vielen Menschen, die ihre frühe Kindheit in einem Heim verbracht haben, vorprogrammiert. Die Frage ist im Einzelfall nur noch, ob allein die ehemaligen Säuglingsheimkinder leiden oder ob sie ihrerseits ihre Umwelt an sich leiden lassen.
Es ist einerseits bekannt, daß viele Kriminelle ihre Kindheit unter erbärmlichen Verhältnissen verlebten. Andererseits sehen wir schon bei Kindern, die ihren Lebensanfang unter schädigenden Bedingungen verbrachten, Tendenzen zu Persönlichkeitsentwicklungen, wie sie später oft bei Kriminellen auffallen. Die Indizien, die für die Entstehung der Kriminalität in der frühen Kindheit sprechen, erscheinen schlüssig. Dennoch wünscht man sich Untersuchungen, bei denen das Schicksal einer möglichst großen Anzahl sowohl von Säuglingsheimkindern als auch von Familienkindern bis zum Erwachsenenalter verfolgt worden ist. Erstaunlicherweise sind derartige Untersuchungen kaum bekannt.
Wenigstens einen Anhaltspunkt gibt eine Untersuchung, die Theodor Hellbrügge in München zusammen mit der Psychologin R. Brendel unternahm. Sie ist nicht nur wegen der Seltenheit solcher Untersuchungen bemerkenswert, sondern wegen der makabren Umstände, unter denen die untersuchten jungen Menschen zur Welt kamen. Es handelt sich um Jugendliche, die im Rahmen des nationalsozialistischen Zuchtprojekts „Lebensborn" gezeugt und zum Führungsnachwuchs bestimmt worden waren. Nur Männer und Frauen mit besten Erbgesundheitszeugnissen waren dazu ausersehen worden, die Heime zu füllen, in denen die Elite der Nation heranwachsen sollte.
1946 begegnete Hellbrügge sechs Kindern aus diesem Projekt. Sie erschienen ihm „auffallend hübsch". Damals waren sie eineinhalb bis zwei Jahre alt. „Bei näherem Zusehen", berichtete der Kinderarzt, „stellte sich indessen heraus, dass keines dieser Kinder laufen konnte, einige konnten kaum sitzen. Sie konnten nicht sprechen, sie konnten vor allem nicht lachen." Kurz: Sie offenbarten nur allzu deutlich ihre Heimherkunft.
Jahre
später bemühten sich Hellbrügge und Frau Brendel, Adressen von
Lebensborn-Kindern ausfindig zu machen. Von 1962 bis 1966 gelang es,
70 Jugendliche, die ihr Leben
nationalsozialistischem Rassenhochmut verdankten, ausfindig zu
machen. 40 von ihnen wurden eingehend medizinisch, psychologisch und
tiefenpsychologisch untersucht.
Außerdem wurden alle verfügbaren Unterlagen über diese Jugendlichen
studiert. Obgleich diese Untersuchung, vom Standpunkt eines
Biostatistikers gesehen,
notwendigerweise methodische Schwächen hat, erscheinen die
Ergebnisse doch interessant. Psychologische Tests ließen nämlich bei
den ehemaligen Lebensborn-Kindern immer wieder Anzeichen für
wirklichkeitsfremde Einstellung, Störungen der Umweltbeziehungen,
Angst, Haltlosigkeit, Gefühlsarmut, Kontakthemmungen erkennen
Etliche Jugendliche stotterten. Fünf näßten und koteten noch im
Alter von mehr als 17 Jahren ein.
Vielfach waren große Erziehungsschwierigkeiten aufgetreten. Zwölf der 70 Jugendlichen waren in Fürsorgeerziehung gewesen. Durch Asozialität und Kriminalität war bereits — so Hellbrügge — „ein nicht geringer Teil aufgefallen". Die Kinder mit ausgesuchtem Erbgut, die in Heimen zu nordischen Prachtmenschen heranwachsen sollten, entwickelten sich somit ganz anders, als ihre geistigen Väter am Schreibtisch es sich vorgestellt hatten. Und das lag offensichtlich an ihren frühen Jahren, die sie ohne Mütter verbringen mußten.
Der Chronist Salimbene von Parma berichtet am Ende der Biographie des Stauferkönigs Friedrich II. von verschiedenen, in seinen Augen sehr merkwürdigen Ideen und Taten dieses Herrschers:
"Seine zweite Wahnidee war, daß er ein Experiment machen wollte, welche Art Sprache und Sprechweise Knaben nach ihrem Heranwachsen hätten, wenn sie vorher mit niemandem sprächen. Und deshalb befahl es den Ammen und Pflegerinnen, sie sollten den Kindern Milch geben, daß sie an den Brüsten saugen möchten, sie baden und waschen, aber in keiner Weise mit ihnen schön tun und zu ihnen sprechen. Er wollte nämlich erforschen, ob sie die hebräische Sprache sprächen, als die älteste, oder Griechisch oder Latein oder Arabisch, oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie geboren hatten. Aber er mühte sich vergebens, weil die Knaben und (anderen) Kinder alle starben. Denn sie vermochten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen und Nährerinnen" (Doren, 1914, S. 359).
Diese historische Anekdote wird zumeist dann erwähnt, wenn der lebensentscheidende Einfluß demonstriert werden soll, den der soziale Umgang im allgemeinen und die Beziehung zu einer Mutterperson im besonderen für die Entwicklung eines Kindes besitzt. Daß die Qualität der Betreuung von Kindern in Heimen und in Kliniken nicht die beste war und daß z.T. ähnliche Entwicklungen wie oben vorhanden sein können, wurde aus kinderärztlicher Sicht um die Jahrhundertwende herausgestellt (von Pfaundler, 1924). Zwar konnte man dort aufgrund aseptischer Behandlung die Kindersterblichkeit beträchtlich zurückdrängen, nach Abklingen der Symptomatik trat aber keineswegs eine Gesundung ein, sondern:
"Tritt man an das Bett heran, so wenden sich die Augen wohl noch dem Beschauer zu, doch weder mit dem latenten Lächeln des gesunden noch mit der ängstlichen oder schmerzhaft gespannten Miene des kranken Kindes, sondern mit einem indifferenten, resignierten, wie in Ernst und Trauer erstarrten Blick. ... Man steht einem körperlichen Verfall gegenüber, der sich in außergewöhnlicher und stabiler Blässe, Schlaffheit oder Welkheit der Haut und des Unterhautfettes, in Elastizitätsverlust bei scheinbar oft vermehrtem Muskeltonus ausdrückt ... Von diesem Stadium an macht sich die schwerste Form des Hospitalismus bemerkbar, nämlich die völlige Widerstandslosigkeit gegen infektiöse Schäden" (Schmalohr, 1968, S. 20).
Von Pfaundler (1924) gebührt das Verdienst, diese Spitalsschädigungen (von daher aus die Bezeichnung Hospitalismus, bisweilen auch Hospitalmarasmus genannt) mit der Muttertrennung in Verbindung gebracht zu haben. Ihm fiel nämlich auf, daß Kinder in der natürlichen Umgebung, in der oft ein viel geringerer Grad an Hygiene herrschte als in Spitälern, unter sonst gleichen Ausgangsbedingungen sich wesentlich schneller erholten. Er stellte auch als erster Vergleiche zwischen Kindergruppen mit unterschiedlicher Zuwendungsintensität und Entwicklungsverläufen fest. Bowlby (1951) beschreibt als Folge der Mutter-Trennung den sog. Separationsschock, Spitz (1945) als anaklytische Depression ein Syndrom, das sich ausschließlich bei Säuglingen in der zweiten Hälfte des 1. Lebensjahres inHeimen zeigte, die von ihrer Mutter getrennt wurden.
Nach dem Schweregrad der psychischen und physischen Schädigungen, die sich im Rahmen des Hospitalismus ergeben können, ist folgende Intensivierung denkbar:
Seperationsschock (Protest, Verzweiflung, Ablehnung),
anaklytische Depression (Apathie, Resignation, Retardierung),
mentale Inanition (psychosomatische und irreversible psychische Störungen),
Hospitalismus i.e.S. (schwerste psychische und physische Dauerschäden mit vitaler Bedrohnung und möglichem Tod).
Als Folgen (vor allem bei längerer Unterbringung in Heimen) wurden nachgewiesen:
Motorische Entwicklungsverlangsamung,
sprachliche Retardierung,
intellektuelle Verkümmerung,
neurotische Symptomatiken,
Störungen des Sozialverhaltens und
Störungen des Arbeitsverhaltens.
Heimkinder entwickeln sich ungünstiger als Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen (Dührssen, 1958). Ursächlich dafür ist die mangelnde Kontinuität der Zuwendung und die quantitativ geringere Zuwendung. Zwischen der Kontinuität der Zuwendung und dem Schulerfolg wurde zudem eine Korrelation von .40 gefunden (Rösler, 1970).
Diese Arbeiten haben eine deutliche Verbesserung der Betreuung in Hospitälern und Heimen nach sich gezogen. Die soziale Bedeutung des Hospitalismus liegt darin, daß diese Kinder zwar nicht mehr sterben, aber als chronisch affektgestörte Menschen einen Teil der Gesellschaft bilden.
Psychischer Hospitalismus ist aber bis heute nicht völlig verschwunden. Außerdem ist dies nicht nur ein Thema für Institutionen, in denen Kinder untergebracht werden, sondern es gibt Hospitalismus auch in Familien (Kindesvernachlässigung).
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Auszug aus „Der letzte Morgen“ Ein spannender, authentischer Roman!
Autor: Rex Gorden † 06.03.2008 Herausgeber: Edition Gorden Internet: www.edition-gorden.de E-Mail: rexgorden@yahoo.de ISBN 10: 3-939732-00-1
ISBN 13: 978-3-939732-00-6 Preisinfo: 8,95 € (D)
Seiten/Umfang: 175 Seiten – 18,5 x 12,4 cm Erschienen: 20. September 2006
Wichtiger Hinweis: Alle Fotos und Textbeiträge des Beitrages aus dem Buch „Der letzte Morgen“ dürfen in keiner Form reproduziert und verbreitet werden! Das Manuskript wurde ausschließlich für Herr Johann Lambert Beckers von Verlag „EDITION GORDEN“ zur Verfügung gestellt!
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Der Autor Rudolf Böhm ist Tot. Möge seine Seele frieden finden, die
sie im Kinderheim nicht haben durfte.
Rex Gorden, Sänger, Verleger und Autor, wurde am 30. November 1953 in Aichach (Bayern) geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Nach Beendigung der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung als Bürokaufmann und besang Tonträger. Später zog es ihn nach Köln, wo er im damaligen „Theater Cordial“ Schauspielunterricht nahm. 1973 wählte er München als seinen Dauerwohnsitz. Neben zahlreichen Gesangsaufnahmen und diversen TV-Auftritten entdeckte der große Tierfreund seine Leidenschaft zur Fotographie und sein stets treuer Begleiter ist die Kamera. Im Herbst 2005 kam er auf die Idee, sein erstes Buch zu schreiben.
Gorden, der September 2006 an Lungenkrebs erkrankte (ein Jahr zuvor starb seine Zwillingsschwester Gerti an Lungenkrebs) und durch die Chemotherapien auf den Weg zu Besserung ist, lebt am Stadtrand von München. Er beabsichtigt, sobald er wieder mehr Energie hat, neben weiteren Tonaufnahmen ein zweites Buch zu veröffentlichen.
03.09.2007 wurde festgestellt, dass die Metastasen bereits das Gehirn erreicht haben.
17.03.2008 Rex Gorden
†
(Rudolf Böhm) ist am
06.03.2008 an den Folgen seiner Krankheit
verstorben. Bei ihm wurde Anfang September ein Gehirntumor
festgestellt und es wuchsen im Laufe der Zeit weitere
Lymphdrüsen-Tumore nach außen am Körper.
Seit Anfang Januar war er rechtsseitig gelähmt und die letzten 3 1/2
Wochen war er im Krankenhaus an einen Morphium-Perfusor
angeschlossen. Er ist im wörtlichen Sinne - ganz sanft -
eingeschlafen.
Rex Gorden war, entgegen seiner schlechten Erfahrungen der Kindheit,
zumindest in dieser ganzen Zeit, nicht allein. Bärbel hatte die
Möglichkeit, die ganze Zeit bei ihm zu sein.
Inhalt:
In diesem Buch wird das traurige Schicksal des Schülers Philipp Krüger beschrieben, der als Kind die Zuneigung seiner Eltern vermißte. Alkoholmißbrauch, Arbeitslosigkeit sowie chronischer Geldmangel der Eltern prägten das Bild von Philipp. Die Folgen: Ausgrenzung seines Umfeldes und Einsamkeit. Philipp litt sehr darunter und sein junges Leben wurde zerstört. Er besaß nicht die Kraft und den Mut, sich anderen anzuvertrauen, was schließlich zum dramatischen Ende führte. Diese authentische Geschichte soll darauf hinweisen und zugleich die Augen öffnen, was Alkoholmißbrauch verursachen kann.
Die Heimzeit spielte sich Mitte der 60ger Jahre ab.
Heinz-Peter, der sich mit „Philipp Krüger“ im Viersener Kinderheim
Don-Bosco anfreundete, wurde im Sommer 1966 wieder aus dem Heim
geholt, nachdem er sich mit Philipp und den anderen der Heimgruppe
das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in England (Deutschland
gegen England) ansehen durfte.
Buch-Auszüge:
Eine ideale Lösung? (in Düsseldorf)
Dann kam das, was unumgänglich war und kommen mußte. Das Jugendamt wurde tätig. Die Behörden suchten ohne Vorankündigung überraschend die Wohnung auf und fanden diese im total chaotischen Zustand vor. Philipp bekam von dem Gespräch nicht viel mit, da er nicht begreifen konnte, was Sache war. Als der Besuch vom Jugendamt wieder weg war, brachte Marina ihrem Sohn schonend bei, daß sie aufgefordert wurde, ihn in den nächsten Tag in das Kinderheim an der Oberbilker Allee zu bringen, etwa fünfzehn Minuten Fußweg von der Schmiedestraße entfernt. Für Philipp brach nach dieser Schreckensnachricht eine Welt zusammen. Als Wolfgang abends nach Hause kam, fand darüber eine Diskussion statt.
„Das war vorauszusehen“, waren seine Worte.
Marina und Wolfgang stritten sich bei dieser Diskussion und betranken sich nebenbei, anstatt Philipp seelischen Beistand zu leisten. Philipp hatte Angst. Er war über 10 Jahre alt und man würde ihn in den nächsten Tagen seinen Eltern wegnehmen. Das Leben hätte für ihn plötzlich eine neue Wende. Was wird ihn im Heim erwarten? Und in der Schule? Wie würden sich die Mitschüler ihm gegenüber verhalten? Die Ungewißheit machte Philipp sehr zuschaffen. Wie wird es im Heim sein? Wird man streng sein? Darf er aus dem Heim zum Gangelplatz, um mit anderen Kindern zu spielen? Alles wird neu und fremd sein. Wird er neue Freunde finden? Was wird aus seiner kleinen Schwester Barbara, die inzwischen gerade erst vier Jahre alt war und von all dem kaum etwas mitbekam, weil sie noch zu klein war. Und Rüdiger, sein kleiner Bruder, der erst drei Monate alt war?
Wenige Tage später erschienen die Beauftragten des Jugendamtes erneut. Marina war gerade damit beschäftigt, die Sachen für Philipp zusammenzupacken.
„Bemühen Sie sich nicht, Frau Kronstein! Wir bringen Philipp in das Kinderheim!“
Philipp konnte seine Tränen nicht unterdrücken. Es ging alles sehr schnell. Innerhalb von zehn Minuten verabschiedete sich Marina von Philipp und versprach, ihn recht bald zu besuchen und ihn wieder aus dem Heim zu holen. Mit dem Auto fuhr die Jugendbeauftragte Philipp zum Kinderheim an der Oberbilker Allee. Das Heim befand sich verborgen hinter einer großen Mauer an der Hauptstraße. Nachdem die Pforte geöffnet wurde, erschien eine Ordensschwester und begrüßte Philipp freundlich.
„Herzlich Willkommen, Philipp! Keine Angst, es wird Dir hier nichts passieren. Du wirst sehen, daß Du Dich bei uns wohl fühlen wirst“.
Philipp wurde zur Rezeption geführt und dort der Heimleitung vorgestellt. Ein großer Raum, wo sich gleich drei Ordensschwestern befanden, die sich mit den Leuten des Jugendamtes leise unterhielten. Nach etwa dreißig Minuten brachten gleich zwei Nonnen Philipp zu seiner neuen Umgebung. Er wurde der Gruppenschwester und den etwa gleichaltrigen Kindern vorgestellt, die an mehren Tischen saßen und sich mit Schulaufgaben beschäftigten. Es waren teilweise Kinder, die im Heim aufgewachsen sind und kein Elternhaus kannten.
Im Kinderheim hatte Philipp erhebliche Schwierigkeiten. Er konnte sich keineswegs zurechtzufinden. Mit den anderen Heimkindern wurde er geschlossen zur Schule geführt und abgeholt. Der nun alltägliche Weg zur Schule führte durch die Schmiedestraße vorbei, wobei Philipp jedes Mal zum Fenster der Wohnung, in der er einst lebte hinaufsah und dabei Herzklopfen bekam.
Nun hatte er es als „Heimkind“ in der Schule bei den Klassenkameraden noch schwerer, da es sich in der Klasse schnell herumgesprochen hatte, in welcher Situation er sich befand.
Es gab Klassenkameraden, die ihn danach fragten, ob er zufällig eine Flasche Schnaps dabei habe. Und er wurde gefragt, wie es im Gefängnis sei. Philipp wurde von vielen Mitschülern ständig provoziert. Es gab wenige, die sich völlig raus hielten. Selbst die Nachbarskinder aus der Schmiedestraße, die teilweise dieselbe Klasse besuchten wie Philipp und mit denen er einst im Hof spielte, verhielten sich ihm gegenüber plötzlich aggressiv. Immer wieder warfen sie ihm vor, wie versoffen doch seine Eltern sind und wie oft sie von der Polizei aufgesucht wurden. Die meisten Heimkinder verbrachten die Pausen unter sich. Es gab einige äußerst strenge Lehrer, die Philipp auch nicht immer das Leben leicht machten und ihm gegenüber keinerlei Verständnis aufbrachten. Aber es gab auch zugängliche Lehrer, die die schwere Situation der Heimkinder erkannten und sich mit ihnen beschäftigten. Auch einige Lehrerinnen versuchten dazu beizutragen, den Heimkindern ein angenehmeres Leben in der Schule zu ermöglichen, was nicht immer einfach war, da die Lehrer in solchen Situationen ziemlich überfordert waren. Dennoch versuchten sie ihr Bestes, auch wenn sie ihr Ziel nicht erreichten, da es unter den Klassenkameraden immer wieder Querulanten gab, die einfach nicht darüber nachdenken wollten, dass auch Heimkinder eben nur Kinder sind und diese teilweise durch ihre seelischen Vorbelastungen besonders empfindlich reagieren.
Philipp hatte niemals die Gelegenheit, auf dem Weg zur Schule die geschlossene Gruppe zu verlassen, um das Elternhaus aufzusuchen. Irgendwann aber kam dann die Zeit, daß er der Gruppe angehörte, die selbstständig zur Schule gehen durfte. Den Ordensschwestern im Heim mußte er versprechen, daß er nicht vom Weg abweicht. Nach einiger Zeit ließ er sich nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen, einen Abstecher „nach Hause“ zu machen, um dort seine Eltern anzutreffen. Er wollte erfahren, wann sie ihn wieder aus dem Heim holen, obwohl er in sehr guter Erinnerung hatte, wie schlecht es ihm bei seinen Eltern erging. Doch niemals traf er dort jemanden an.
Im Kinderheim herrschten raue Sitten und Strenge. Alles was den Ordensschwestern an den Kindern nicht gefiel, wurde bestraft. Mit Prügel wurde ebenfalls nicht gespart, wenn sie nicht die Kirche aufsuchen wollten, was obligatorisch zur Tagesordnung zählte.
Sie mußten ständig beim Pfarrer ihre Beichte abgeben. Philipp wußte manchmal gar nicht, was er überhaupt noch beichten sollte. Nur, weil er manchmal widersprochen hatte? Die Ordensschwestern nannten es „Ungehorsam“. Eine eigene Meinung durften die Kinder nicht äußern, die zählte nicht. Eine Sünde? Ein Grund zur Prügelstrafe? Das kann doch nicht christlich sein!
Da Philipp mehrmals unpünktlich im Kinderheim eintraf, weil er (wie immer wieder) vor dem verschlossenen „Elternhaus“ vergebens wartete, verprügelte ihn die Gruppenschwester und er durfte einige Tage nicht im Hof spielen. Sie brummte ihm unangenehme Strafarbeiten auf. Mal sollte er religiöse Aufsätze schreiben, oder seitenweise die „10 Gebote“ wiederholt als „Übung“ aufschreiben. Wenn er es nicht fein säuberlich schrieb, so wurde er dazu gezwungen, alles erneut zu verfassen. Manchmal arbeitete er drei Stunden an seiner Strafarbeit. Obwohl Philipp eine schöne Handschrift hatte, wurde diese ständig von der Gruppenschwester bemängelt. Wie oft schmerzten seine Finger vor lauter Schreiben. Schaute er ab und zu mal aus dem Fenster, so wurde er ermahnt. Zur Strafe kam noch hinzu, daß er in die kleine Kirche des Heimes mußte, um „Reue“ zu bekennen. Dabei durfte er sich nicht auf die Bank setzen. Das wäre ja auch zu einfach gewesen. Nein, er mußte auf den harten Holzbänken knien mit gefalteten Händen, – eine gute Stunde lang. Die Gruppenschwester saß dabei bequem einige Bänke hinter Philipp, um ihn beim „Beten“ nicht aus den Augen zu lassen. Es wurde ihm während des Betens auch nicht erlaubt, einmal kurz aufzustehen, weil die Knie schmerzten. Als er es einmal versuchte, brummte ihn die Schwester noch eine Stunde auf und ließ sich von einer Praktikantin ablösen. Die junge Praktikantin aber hatte Mitleid mit Philipp.
„Du hast jetzt genug gebetet, setzt Dich ein wenig auf die Bank. Ich kann von hier aus sehen, wenn die Gruppenschwester kommt. Knie Dich wieder auf die Bank, wenn ich Dir ein Zeichen gebe“.
Die Praktikantin saß in der letzten Bankreihe und hatte den Eingang im Visier. Nebenbei unterhielt sie sich etwas mit Philipp. Nach einer Stunde verließen beide die kleine Kirche und alles war gut gegangen. Philipp war innerlich sehr dankbar, daß ihm die Praktikantin entgegenkam. Aber ihn plagte bereits nach Verlassen der Kirche ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatte er genau das Gegenteil getan, was die Ordensschwester von ihm verlangte. Nachdem einige Tage vergingen und von all dem nichts ans Tageslicht kam war Philipp wieder erleichtert.
All diese Vorgänge, zu spät im Kinderheim zu erscheinen, anschließend Prügelstrafe, Beichte und Strafarbeiten etc. hielt Philipp nicht mehr aus. Wenige Tage später beschloß er, das Kinderheim nicht mehr aufzusuchen und marschierte nach Schulschluß in Richtung Autobahn, bepackt mit seiner Schultasche und mit etwa dreißig Pfennig in der Hosentasche. Da er von einigen anderen Heimkindern erfahren hatte, daß Kinder von zu Hause ausgerissen waren, um dann per Anhalter mit einem Lastwagen ihr Ziel zu erreichen, wollte er es auch versuchen. Philipps Ziel war es, nach Bayern zu reisen, um endlich einmal die Berge sehen zu können. Es regnete stark und bereits nach sehr kurzer Zeit war er völlig durchnäßt. Nachdem er stadtauswärts einen kleinen Bauernhof sichtete und zuvor sein bescheidenes Kapital in zwei trockene Brötchen investierte, fand er Unterschlupf in einer Scheune. Philipp wußte nicht, wieviel Uhr es ist. Seine Armbanduhr hatte ihm die Gruppenschwester abgenommen, da die Kinder nur sonntags, wenn sie „brav“ waren, ihre Uhren tragen durften. Philipp zog seine Kleidung aus, damit diese trocknen konnten und schlief im Heu. Er fand in der Scheune einen alten vermoderten Mantel und deckte sich damit zu. Immerhin wärmte der dreckige, stinkige und trockene Mantel Philipps Körper. Er schlief durch und wurde in den frühen Morgenstunden von einem Hahn, der kräftig krähte, aus dem Schlaf gerissen. Seine Kleidung war immer noch nicht trocken, doch er zog sie an.
Bisher hatte ihn vom Anwesen des Bauernhofes niemand entdeckt. Unbemerkt und hungrig verließ er den Hof. Nach langer Zeit erreichte Philipp die Autobahneinfahrt. Kurze Zeit später hielt ein Polizeiwagen. Das war das Ende seiner Abenteuerreise. Man nahm ihn mit aufs Revier und ein Polizeibeamter spendierte ihm sein Frühstücksbrot. Sie wußten genau, woher er kam, da natürlich von der Heimleitung aus die Polizei verständigt wurde. Die Polizei nahm Philipp etwas die Angst vor dem Heim und sie fuhren ihn wieder „nach Hause“. Dort wurde er außergewöhnlich freundlich empfangen und bei dieser Gelegenheit wünschte er sich so sehr, dass die Ordensschwestern immer so wären. Dies hielt aber leider nur kurze Zeit an und er wurde bereits nach einigen Tagen wieder schikaniert. Philipps Situation war unverändert.
Knapp drei Monate später kam auch Barbara in das Heim. Doch seine letzten Tage in diesem Kinderheim waren gezählt…
Schlagfreudige Nonnen
Man verlegte Philipp in ein anderes Kinderheim nach Viersen, um zu vermeiden, daß er ständig die Schmiedestraße aufsuchte. Gegen die Besuche der Eltern gab es vom Sozialamt und von der Heimleitung keine Einwände.
Obwohl das Kinderheim in Düsseldorf von der Schmiedestraße nicht weit entfernt war, besuchten ihn weder seine Mutter noch sein Stiefvater. Selten erhielt er Post von beiden. Und wenn, so waren es nur wenige Zeilen, aus denen hervorging, daß man ihn am nächsten Sonntag besuchen würde. Philipp wartete jedoch vergebens. Viele Kinder empfingen Besuche, während er da stand und wartete. Für Philipp waren diese leeren Versprechungen ein sehr niederdrückendes Gefühl.
Seine Oma konnte ihn nicht besuchen, da sie sich nicht die Fahrkarte leisten konnte. So sah er in nächster Zeit auch Luzia nicht. Ein Ausflug nach Köln wäre von der Heimleitung niemals genehmigt worden. Wenn die Heimkinder das Kinderheim verließen, dann nur, um die Agnes-van-Brakel-Schule zu besuchen. Dort waren alle Lehrer sehr nett und mit den Schulkameraden gab es keinerlei Probleme.
Im Don-Bosco-Heim lebten die Kinder, wie auch in Düsseldorf, von der Außenwelt völlig abgeschirmt, konnten sie sich aber in der Anlage frei bewegen. Ein kleiner Fußballplatz, Spielwiese und sogar ein kleines Schwimmbecken waren vorhanden. Das war aber nicht die Vorstellung vieler Kinder und für Philipp erst recht nicht.
Immerhin gab es Heinz-Peter Lochten, der mit Philipp sofort Freundschaft schloß. Sie waren gleichaltrig, verstanden sich auf Anhieb und sie teilten mit zwei anderen ihr Zimmer. Philipp begann zu lesen. „Geheimnis um eine Efeuvilla“ war das erste Buch, was Philipp in den Händen hielt, welches ihm Heinz-Peter lieh. Zum ersten Mal las Philipp ein Buch und es gefiel ihm. Philipp verschlang regelrecht diese Abenteuerbücher. Mit einer kleinen Taschenlampe las er sogar die Bücher unter seiner Bettdecke. Ebenso Heinz-Peter, der zwei Taschenlampen hatte und zuvor Philipp eine davon überließ. Das war besonders spannend, da es schon dunkel war und vom Bett aus der Blick auf den großen Garten führte. Heinz-Peter sein Bett befand sich direkt am Fenster, daneben das von Philipp, Ludwig und Holger. Probleme gab es zwischen den vieren nicht. Ab und zu öffnete sich die Tür. Die Gruppenschwester schaute nur nach, ob alles OK ist und ob die Kinder schliefen. Natürlich wurde sie bemerkt, bevor sich die Tür öffnete und im Nu waren die Taschenlampen aus.
Durch Heinz-Peter entdeckte Philipp etwas, was ihm Lebensfreude vermittelte und Ablenkung verschaffte. Durch ihn hatte er es im Nu fertig gebracht, die erste Serie von Enid Blyton „Geheimnis um ein…“ zu lesen. Immerhin bestand diese Serie aus vierzehn Büchern. Ja, die sechs Spürnasen, die sich die Kindergruppe nannte, denen ein schwarzer Scotchterrier Namens Purzel angehörte, lösten jeden Fall. Philipps Rechtschreibung verbesserte sich dadurch schlagartig und die Lehrer lobten ihn hierfür. Traurig war er darüber, daß es nicht noch mehr Bücher von der Geheimnis-Serie gab. Als er hörte, daß es weitere Abenteuerserien von Enid Blyton gab, besorgte er sich all diese Bücher aus der Pfarrbücherei. Er fand immer mehr Gefallen an den Büchern, die von der englischen Schriftstellerin stets spannend geschrieben wurden.
Heinz-Peter erging es genauso wie Philipp oder anderen Kindern aus der Gruppe. Oftmals wurde er ebenso ohne Grund von der Gruppenschwester geschlagen. Mal gab es mit der flachen Hand einen kräftigen Schlag ins Gesicht, dass sogar die Lippen anfingen zu bluten, oder mit dem Stock kräftige Schläge auf das Gesäß und auf die Handinnenfläche. Dass Kinder manchmal bis zu zwei Stunden in der Ecke stehen mußten und sich nicht einmal umdrehen durften, war keine Seltenheit, nachdem sie zuvor eine Abreibung bekamen. Bewegungslos und kerzengerade standen die bestraften Kinder da, die Füße zusammengestellt, mit den Händen nach hinten gestreckt und starrten nur die Wand an. Auch Philipp entkam dieser Bestrafung nicht.
Die Kinder wurden regelrecht eingeschüchtert. Oftmals mußten sie sich Diavorträge einer Gruppenschwester ansehen, die früher im belgischen Lüttich ein Kinderheim betreute. Teilweise waren die Diavorträge für die Kinder ziemlich langweilig, da es nichts anderes zu sehen gab als Kirchen, Heime und Nonnen. Ja, Nonnen ohne Ende. Für manche Kinder wurden die Nonnen zum Albtraum, auch für Heinz-Peter und Philipp. Manche Kinder waren froh darüber, daß sie in der Schule waren und hätten am liebsten den ganzen Tag dort verbracht, um diese unfairen und teilweise brutalen Schwarzkittel nicht mehr zu sehen. Zum größten Teil war für viele Kinder das Leben im Don-Bosco-Heim unerträglich. Damals gehörte die Prügelstrafe zur Tagesordnung. Heute würde man, wenn man Kinder so behandelt, von Kindesmißhandlung reden. Leider gab es damals nicht die entsprechenden Gesetze.
Heinz-Peter hatte Glück als er an einem Sommertag aus dem Heim geholt wurde und dem Schicksal nicht mehr ausgesetzt war. Zuvor schauten Philipp und Heinz-Peter mit der ganzen schulpflichtigen Gruppe ein spannendes Fußballspiel an. Danach verabschiedete sich Heinz-Peter von allen. Wer weiß, wie es ihm hinterher erging. Sicherlich viel besser als Philipp. Philipp empfand seinen Freund Heinz-Peter als großen Verlust, als er ihn nicht mehr sah und trauerte ihm lange Zeit nach.
Auch in Viersen ließ Marina sich niemals sehen. Ein einziges Mal erschien sein Stiefvater. Er kam mit einem Freund, der ihn mit seinem Wagen nach Viersen brachte, da Wolfgang kein eigenes Auto besaß. Philipp bekam nach mühseligen Verhandlungen der Heimleitung und seines Stiefvaters einen „bewilligten Ausgang“. Sie fuhren in die Stadt und aßen Eis. Welch ein plötzliches ungeheures Glücksgefühl für Philipp. So kannte er seinen Stiefvater überhaupt nicht. Nach zwei Stunden fuhren sie ihn wieder zurück in das Kinderheim und er versprach, Philipp bald wieder zu besuchen. Nachdem beide das Heim verließen, unterhielten sich die Nonnen vor Philipps Augen und meinten:
„Der kommt hier nicht mehr ins Haus, der stank doch total nach Alkohol und Zigarettenrauch!“
Wenige Wochen später erhielt Philipp einen Brief von seinem Stiefvater mit der Nachricht, daß seine Eidechsen (die er nicht mit in das Heim nehmen durfte) eingegangen sind. Er würde ihm neue Eidechsen schenken, wenn er wieder zu Hause sei.
Weihnachtszeit. Von seinen Eltern war nicht einmal ein kleiner Weihnachtsgruß eingetroffen. Philipp war deswegen wieder sehr enttäuscht und niedergeschlagen. Die Kinder mußten alle zur heiligen Messe. Anschließend gab es Milch, Tee und frischgebackene Plätzchen. Kleine Geschenke wurden von den Nonnen vergeben, die einige Firmen gespendet hatten. Philipp bekam Weihnachtspost von Luzia und Oma und auch von seiner Tante Hildegard aus Köln, die ihm einen kleinen Geldschein in den Brief legte. Die Gruppenschwester beschlagnahmte gleich das Geld.
„Das wird für Dich aufgehoben, damit Du später etwas hast, wenn Du von uns wegziehst“, waren ihre Worte.
Das Taschengeld war allgemein sehr spärlich ausgefallen. Es reichte gerade mal für eine kleine Tüte Bonbons. Auch die anderen Heimkinder, die etwas Geld von ihren Besuchern bekamen, mußten sich mit einem mageren Taschengeld abspeisen lassen, da es die Nonnen gleich an sich rissen, wenn die Besucher das Heim verließen.
„Ihr sollt nicht gleich das Geld für unnötige Dinge ausgeben und müßt erst einmal lernen, damit umzugehen“, hämmerten die Ordensschwestern den Kindern ein.
Merkwürdig war es aber, als die Kinder später das Heim für immer verließen, daß sie niemals einen Pfennig sahen. Philipp bekam manchmal Gespräche mit, wenn die Kinder beim Auszug erwähnten, daß noch etwas Geld vorhanden sein müßte, welches sie von ihren Eltern während der Besuchszeiten bekamen. Die Nonnen fertigten die Kinder damit ab, daß sie es längst als Taschengeld aufgebraucht hätten…
Es war bereits Januar und das neue Jahr begann mit einer traurigen Botschaft. Der Heimpfarrer kam freundlich auf Philipp zu und bat ihn, ihm zur Kirche zu folgen. Philipp glaubte zunächst, daß der Pfarrer ihm neue Anweisungen als Meßdiener geben wollte, da er öfters mit dem Pfarrer in der Kirche den Plan durchging, oder auch mal Kerzen aufstellte und die Gebetsbücher auf den Bänken verteilte. So war es leider nicht. Schonend brachte er Philipp bei, daß sein Stiefvater Wolfgang Kronstein am ersten Weihnachtstag einen Unfall hatte, den er nicht überlebte.
Philipp hing plötzlich sehr an seinem Stiefvater, weil er ihn besuchte, auch wenn es nur einmal für kurze Zeit war. Er machte Philipp irgendwie doch eine glaubwürdige Hoffnung, daß er bald wieder zu Hause sein würde, obwohl er wußte, wie schlecht es ihm dort zuvor erging. Aber in diesen Momenten hatte er nicht mehr daran gedacht und in den Heimen fand er es unerträglich. Philipp war am Erdboden zerstört. Die Schicksale ließen ihn nicht mehr los. Ausnahmsweise gingen die Ordenschwestern mit Philipp etwas behutsamer um.
Einige Zeit später kam seine jüngere Halbschwester Barbara Kronstein, die sich zuvor in dem Düsseldorfer Kinderheim befand, ebenfalls nach Viersen. Sie wurde deshalb verlegt, damit Philipp nicht mehr alleine war. Sein Halbbruder Marcus Kronstein befand sich in einem Düsseldorfer Kinderheim in der Säuglingsabteilung. Anscheinend kam Philipp mit dem ganzen Umfeld nicht mehr zurecht, zumal er für jede Kleinigkeit bestraft wurde. Die Ordensschwestern in Viersen waren noch schlagfreudiger als die in Düsseldorf, das bekamen auch andere Heimkinder immer wieder deutlich zu spüren! Das Essen, welches den Kindern im Heim aufgetischt wurde, war nicht immer Philipps Fall. Er ekelte sich vor Quark und Buttermilch. Wenn er schon alleine Buttermilch von weitem roch, würgte es ihn und er stand dadurch kurz vor der Grenze des Erbrechens. Als die Gruppenschwester dieses merkte, forderte sie ihn auf, die Buttermilch zu trinken. Philipp versuchte es, um nicht zu widersprechen und einer eventuellen Strafe zu entgehen. Philipp erbrach bereits nach dem ersten kleinen Schluck und wurde von der Gruppenschwester beschimpft und ins Gesicht geschlagen.
„Wie gehst Du mit einer Gabe Gottes um?“
Er mußte anschließend den Boden reinigen und zur Strafe Aufsätze schreiben, wobei ihn die Nonne nicht aus den Augen ließ.
Philipp stellte sich manchmal die Frage, wie die Ordensschwestern wohl als Christen zur Nächstenliebe standen, die den Heimkindern ständig gepredigt wurde.
Copyright © by Rex Gorden
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Rombach, 1996 ISBN 3-7930-9146-5
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"Den will keiner haben", hieß es von dem fünfjährigen Heimkind Mischa, aber Jutta Westphal spürte: In diesem Kind ist etwas, das nur verschüttet ist und freigelegt werden muss. Und sie behielt recht. Sie schrieb ihre eindringliche Geschichte einer Adoption, um anderen Frauen Mut zu machen - vor allem aber für die mehr als hunderttausend Heimkinder, die sich vergeblich nach Geborgenheit sehnen. ISBN 3-548-20714-6
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Michael Schmidt-Salomon
Michael
Schmidt-Salomon, Trier
„Von der Leyens gedankliche Entgleisungen...“
Plädoyer für eine zeitgemäße Bildungs- und Erziehungsoffensive
Anlässlich der Vorstellung des „Bündnisses für Erziehung“ durch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen haben einige kritische Kommentare zu Recht angemerkt, dass das „Bündnis für Erziehung“ von seiner ideologischen Anlage her dem Verfassungsprinzip der weltanschaulichen Neutralität des Staates widerspricht. Leider aber wurde der eigentliche Skandal dieses konservativen Vorstoßes kaum thematisiert. Von der Leyens Erklärungen vor der Presse stellen nämlich nicht nur eine Beleidigung der aufklärerischen Vernunft dar, sondern auch eine Verhöhnung der Opfer christlicher (Heim-) Erziehung.
Während im katholischen Irland derzeit eine Milliarde Euro ausgeschüttet werden, um die misshandelten und missbrauchten Zöglinge christlicher Erziehungsanstalten für das erlittene Leid zu entschädigen, halten sich die christlichen Kirchen im weitgehend säkularisierten Deutschland trotz identischer pädagogischer Verbrechen (!) nicht nur schadlos, sie werden sogar mit einer Spitzenposition in einem angeblich zeitgemäßen „Bündnis für Erziehung“ belohnt. Wer diese und andere Fakten zur Kenntnis nimmt, muss den gedanklichen Entgleisungen der deutschen Familienministerin in schärfster Form entgegentreten.
Die erste Beleidigung der Vernunft: Die Legende von den
„christlichen Werten“
Als Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am 20.4.2006 gemeinsam
mit Kardinal Sterzinsky und der evangelischen Landesbischöfin Margot
Käßmann den Start der Initiative „Bündnis für Erziehung“ verkündete,
begründete sie die enge Verzahnung der Initiative mit den beiden
christlichen Großkirchen damit, dass „auf christlichen Werten“ angeblich
„die gesamte hiesige Kultur“ basiere. In einer pluralen Gesellschaft
müsse „zunächst die eigene Position klar sein“, erst dann könne „man
sich gegenüber anderen Werten öffnen“.
Letzteres Argument ist nicht einmal so falsch, doch leider muss man mit guten Gründen bezweifeln, dass der deutschen Familienministerin „die eigene Position“ tatsächlich besonders „klar“ ist. Ganz offensichtlich nämlich hat sie in der Schule nicht sonderlich gut aufgepasst oder aber sie ist – wie man durchaus befürchten muss – in den Genuss eines einseitig manipulativen, nämlich christlich parteiischen, allen wissenschaftlichen Grundlagen entbehrenden Geschichtsunterrichts gekommen. Auf andere Weise lässt sich kaum erklären, dass von der Leyen so vollkommen die Tatsache ignorierte, dass die fundamentalen Werte, die für moderne Rechtstaaten konstitutiv sind - die Menschenrechte, die Freiheit der Meinungsäußerung, der Wissenschaft, der Kunst, die demokratische Gewaltenteilung etc. –, keineswegs dem Christentum entstammten, sondern, dass diese in einem erbitterten, Jahrhunderte währenden Widerstandskampf gegen die Machtansprüche dieser Religion erkämpft werden mussten.
Wie stark der Widerwille gegen das neuzeitliche, freie, humane Denken in christlichen Kreisen ausgeprägt war, zeigt kaum ein Dokument so deutlich wie der berühmt-berüchtigte Syllabus von Pius IX. aus dem Jahr 1864. Der im „Heiligen Jahr“ 2000 von Johannes Paul II. selig gesprochene Pontifex verdammte in dieser Sammlung vermeintlicher „Irrtümer“ nahezu alle Errungenschaften der Moderne: Rationalismus, Naturalismus, Liberalismus, Demokratie, Trennung von Staat und Kirche. Nicht minder scharf verurteilten der Lehrentscheid des 1. Vatikanischen Konzils von 1869-1870 sowie der sog. „Antimodernisteneid“ (Dekret des Hl. Offiziums „Lamentabili“) aus dem Jahr 1907 derartige „Irrtümer der Moderne“. Erst 1961 (!) konnte sich Papst Johannes XXIII. in der Enzyklika „Mater et Magistra“ zu einer halbgaren Anerkennung der Menschenrechte durchringen. Allerdings geschah dies nicht aus religiösen Gründen, sondern als Reaktion auf den gesellschaftlichen Druck der bereits stark fortgeschrittenen Säkularisierung. Je genauer man hinschaut, desto klarer zeigt sich, dass die Idee der Menschenrechte auch heute noch mit einem Ernst gemeinten christlichen Glauben nicht zu vereinbaren ist. Deshalb ist es auch nur konsequent, dass der Vatikan bis heute die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert hat.
Im evangelischen Lager sah (und sieht) die Situation kaum besser aus. Für einen halbwegs aufgeklärt denkenden Protestanten dürfte es kaum eine peinlichere Erfahrung geben als die Lektüre der Texte Martin Luthers. Auch wenn man die Bedeutung Luthers für die Entwicklung einer lebendigen deutschen Schriftsprache bzw. seine Leistungen in Bezug auf die Überwindung römisch-katholischer Machtansprüche nicht unterschätzen darf, so war der Reformator doch keineswegs ein Vorreiter der Emanzipation. Im Gegenteil! Im blinden Vertrauen auf die ewige Wahrheit der Bibel forderte Luther u. a. die Ermordung sog. „Hexen“ (von deren Teufelsbesessenheit er, der sich zeitlebens von dem „bösen Feind“ verfolgt fühlte, überzeugt war ), die vollständige Vertreibung der Juden (kein Haus dieser vermeintlichen Gottesmörder sollte nach Luthers Überzeugung stehen bleiben! ) sowie die gnadenlose Eliminierung der aufständischen Bauern (denen er ebenfalls vorwarf, vom Teufel besessen zu sein, weil sich diese im scharfen Widerspruch zu den Geboten der „Heiligen Schrift“ gegen die angeblich von Gott eingesetzten weltlichen Herrscher aufgelehnt hatten ).
Es ist nicht verwunderlich, dass Luthers Nachfolger
meist ins gleiche Horn stießen – nicht nur in der Vergangenheit, sondern
auch in der Gegenwart. So sind es vor allem evangelische Christen, die
gegen die Evolutionstheorie und den Sexualkundeunterricht anrennen und
für die Wiedereinführung der Prügelstrafe in der Schule plädieren
(entsprechend dem alttestamentarischen Buch der Sprichwörter: „Wer die
Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht“
bzw. dem neutestamentarischen Brief an die Hebräer: „Denn wen der Herr
liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern
hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie
Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?“). Dass die
von Bundesfamilienministerin von der Leyen für das „Bündnis für
Erziehung“ herangezogene evangelische Landesbischöfin Käßmann und wohl
auch der katholische Kirchenfürst Sterzinsky eine solche christliche
„Zucht- und Ordnung-Pädagogik“ kaum befürworten dürften, ist keineswegs
ein Beleg für die Humanität „christlicher Werte“, es beweist nur, wie
weit der Zähmungsprozess der christlichen Religion durch die Aufklärung
in Europa bereits vorangeschritten ist. Die Werte, die von der Leyen als
„christliche“ begreift, sind in Wirklichkeit Werte der Aufklärung,
Werte, die dem Christentum in einem höchst opferreichen – man denke nur
an die blutigen Hexen- und Ketzerverfolgungen! –, doch letztlich
erfolgreichen Emanzipationskampf abgetrotzt werden konnten.
Die zweite Beleidigung der Vernunft: Die Legende von den
fortschrittlichen „Zehn Geboten“
Auf der nach oben offenen Skala weltanschaulicher Beschränktheit
sammelte Familienministerin von der Leyen höchste Punktwerte, als sie
zum Besten gab, dass „die Artikel des Grundgesetzes (…) im Prinzip die
zehn Gebote zusammen[fassen]“ würden. Allem Anschein nach hat sich die
Bundesministerin auch im Religionsunterricht nicht gerade mit kritischer
Aufmerksamkeit beteiligt. Ansonsten hätte sie wissen müssen, dass gleich
am Anfang der „Zehn Gebote“ eine der barbarischsten, unethischsten
Verhaltensrichtlinien der Geschichte steht: „Du sollst neben mir keine
anderen Götter haben […] Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die
Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation.“
Müssen wir also Religionszwang, Blutfehde und Sippenhaft als Grundlage
des Grundgesetzes begreifen? Die Familienministerin muss schon eine
höchst seltsame Version des deutschen Verfassungstextes besitzen…
Dass die „Zehn Gebote“ bei vielen Menschen immer noch als ernst zu nehmende ethische Maßstäbe gelten, lässt sich nur als Ausdruck einer katastrophalen Traditionsblindheit und Fehlbildung erklären. Wer weiß schon, dass im 10. Gebot Frauen mit Sklaven (sic!), Tieren und sonstigen „männlichen Besitztümern“ in eine Reihe gestellt werden? Oder dass Jahwe wenige Verse nach „Du sollst nicht morden“, folgende präzisierende Anweisung gibt? „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Jeder, der mit einem Tier verkehrt, soll mit dem Tod bestraft werden. Wer einer Gottheit außer Jahwe Schlachtopfer darbringt, an dem soll die Vernichtungsweihe vollstreckt werden.“
Bei einer genaueren Betrachtung erweisen sich die „Zehn Gebote“, auch wenn es die Familienministerin schmerzen wird, keineswegs als besonderer Höhepunkt der menschlichen Kulturentwicklung. Sie lassen sich aus heutiger Perspektive vielmehr mit drei eher wenig schmeichelhaften Begriffen charakterisieren, nämlich als „trivial“, „unzulässig vereinfachend“ sowie „offen reaktionär“.
Trivial sind die Zehn Gebote, insofern sie über weite Teile selbstverständliche Verhaltensrichtlinien benennen, die für jede funktionierende soziale Gruppen gelten, auch für Steinzeitfamilien, SA-Truppen und heutige Hooligans. Ein gewisses Maß an gegenseitigem Vertrauen muss für die eigene Gruppe gewährleistet sein, damit sie überhaupt existieren kann. Lüge, Betrug, Mord etc. müssen innerhalb der eigenen Gruppe tabuisiert sein. Gegenüber Mitgliedern anderer Gruppen darf man diese Verhaltensweisen aber sehr wohl zeigen, mitunter wird man hierzu sogar regelrecht aufgefordert, siehe den mehrfach geäußerten göttlichen Befehl zur Ausrottung anderer Völker und der aus der eigenen Gemeinschaft ausgeschlossenen „Götzendiener“ im Alten Testament, Hitlers unverblümten Aufruf zur „Vernichtung der jüdischen Rasse“ oder (weit harmloser) die brutalen Auseinandersetzungen zwischen den Schlägerbanden rivalisierender Fußballvereine.
Unzulässig vereinfachend sind die Zehn Gebote, weil ethisches Handeln in einer komplexen Welt nicht bedeuten kann, blind irgendwelchen Geboten zu folgen, sondern in der jeweiligen Situation abzuwägen, mit welchen positiven und negativen Konsequenzen eine Entscheidung verbunden wäre. Beispiel: Wer in der Nazidiktatur nicht log, sondern der Gestapo treuherzig den Aufenthaltsort jüdischer Familien verriet, verhielt sich im höchsten Maße unethisch – im Gegensatz zu jenen, die Hitler durch Attentate beseitigen wollten, um Millionen von Menschenleben zu retten.
Offen reaktionär wirken die Zehn Gebote insofern, als dass sie – obwohl sie eigentlich nur der historische Ausdruck eines im Laufe der kulturellen Evolution glücklicherweise überwundenen, patriarchal-autoritären Herrschaftssystems sind – auch heute noch von Gläubigen als verbindliche Regelwerke betrachtet werden. Dies hat zur Folge, dass inhumane, kulturelle Normen der Vergangenheit (Sklavenherrschaft, Religionszwang, Blutfehden, Sippenhaft, Frauenunterdrückung, Homophobie etc.) mit dem Schein des Heiligen, Unantastbaren, in die Gegenwart transportiert werden.
Klar ist: Wer auch nur halbwegs redlich mit diesen
„heiligen Texten“ umgeht, der weiß, dass sie mit Humanität, mit der
Gewährung von Menschenrechten, Demokratie, Meinungsfreiheit etc.,
herzlich wenig zu tun haben. Würden sich die heutigen „Christen“ nicht
kontinuierlich selbst belügen, müssten sie zugeben, dass sämtliche
religiösen Quellentexte weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder
halbwegs zivilisierten Gesellschaft stehen. Dies gilt nicht nur für die
in diesen Texten enthaltenen göttlichen Gebote (beispielsweise die
Forderung nach der Todesstrafe für homosexuelle Handlungen oder
Glaubensabfall in den Quellentexten des Judentums, Christentums und des
Islam), sondern auch für das dort angeblich dokumentierte Verhalten der
vermeintlich obersten, moralischen Autorität (Gott).
Als ethisches Vorbild für unsere Zeit taugt der Gott der Juden, Christen
und Muslime gewiss nicht. Wäre die Bibel tatsächlich „Gottes Wort“,
müsste man den in ihr wirkenden göttlichen Tyrannen gleich mehrfach
wegen kolossaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen! Kein noch
so verkommenes Subjekt unserer Spezies hat jemals derartig weitreichende
Verbrechen begangen, wie sie vom Gott der Bibel berichtet werden. Man
denke nur an die völlige Auslöschung von Sodom und Gomorra, den
weltweiten Genozid an Menschen und Tieren im Zuge der sog. „Sintflut“
oder aber an die für Christen und Muslime verbindliche Androhung ewiger
Höllenqual, gegen die jede irdische und damit endliche Strafmaßnahme
verblassen muss.
Die Verhöhnung der Opfer: Der verdrängte Skandal der
christlichen Erziehung
Wie die Menschenrechte im Allgemeinen, so mussten auch die Prinzipien
einer halbwegs menschenfreundlichen, aufgeklärten, liberalen Pädagogik
erst gegen den Widerstand der christlichen Religion erkämpft werden.
Zuvor wurden Generationen von Christen zu bedingungslosem, blindem
Gehorsam gegenüber der vermeintlich höchsten Autorität (Gott) und den
jeweils herrschenden religiösen und weltlichen Stellvertreter erzogen.
Stilbildend in diesem Zusammenhang der Gründer des Jesuitenordens,
Ignatius von Loyola, der seinen Ordensbrüdern befahl, sich von der
göttlichen Vorsehung durch die Ordensoberen so führen zu lassen, „als
wären sie ein Leichnam, der sich überall hintragen und auf jede Weise
behandeln lässt“. Solch sprichwörtlicher „Kadavergehorsam“ – nicht der
„Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen“ (Kant)! – galt über
Jahrhunderte hinweg als christliche Tugend. Nicht umsonst landeten die
Werke Kants – im Unterschied etwa zu Hitlers „Mein Kampf“ – auf dem
Index der für katholische Christen verbotenen Schriften.
Im Zuge der gesellschaftlichen Aufbruchsstimmung der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die traditionelle, christlich-autoritäre „Zucht- und Ordnung-Pädagogik“ zwar zunehmend zurückgedrängt, doch diese Liberalisierungswelle erreichte tragischerweise längst nicht alle Kinder und Jugendlichen. Hunderttausende von Heimkindern, die das Pech hatten, in einem christlichen Erziehungsheim oder in einem christlichen Internat zu landen, mussten den besonderen Segen christlicher Fürsorge erfahren. Dort gab es nicht nur in Einzelfällen für die Übertretung rigider lebensfeindlicher Moralvorstellungen „Schläge im Namen des Herrn“. Die „barmherzigen“ Brüder und Schwestern sorgten vielmehr dafür, dass die Heimkinder über Jahre hinweg systematisch ausgebeutet, gedemütigt, weggesperrt, seelisch wie körperlich missbraucht wurden – das „vielleicht größte Unrecht, das jungen Menschen in der Bundesrepublik angetan wurde“, wie der Spiegel-Autor Peter Wensierski in seiner unlängst erschienenen, schockierenden Dokumentation über die „verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik“ formulierte.
Wohlgemerkt: Diese verheerenden Erziehungsverbrechen, die nicht nur in Deutschland, sondern weltweit an hilflosen Kindern und Jugendlichen im Namen des Christentums begangen wurden (und zum Teil auch heute noch begangen werden!), sind keineswegs bloß auf individuelle Fehlleistungen der jeweiligen Erzieher zurückzuführen, sie sind vielmehr Ausdruck eines authentischen, d.h. aufklärerisch ungezähmten christlichen Glaubens, der in seiner pädagogischen Auslegung durch die „heilige Schrift“ bestens begründet ist. Wer dies ernsthaft bestreiten mag, dokumentiert damit nur, dass er die Bibel – abgesehen von ein paar handverlesenen Passagen der Bergpredigt – nicht gründlich genug gelesen hat. Johann Hinrich Wichern, der viel gepriesene Begründer der evangelischen „Rettungshäuser“, hatte völlig Recht, als er zur Legitimation seiner harten, Körper und Seele beschädigenden Züchtigungsmaßnahmen darauf hinwies, dass die Strafe „so wesentlich in die christliche Erziehung hinein“ gehöre, „als der Unterschied zwischen gut und böse vorhanden ist und Strafe und Lohn wesentliche Handlungen und Offenbarungen der göttlichen Gerechtigkeit sind“.
Angesichts des unermesslichen Leids, das die autoritäre „schwarze Pädagogik“ des Christentums ganzen Generationen von Kindern zufügte, kann man in der Entscheidung der deutschen Familienministerin, ihr „Bündnis für Erziehung“ ausgerechnet mit Vertretern der beiden Großkirchen aus der Taufe zu heben, kaum etwas anderes sehen als eine nachträgliche Verhöhnung der Opfer. Dass die evangelische Landesbischöfin (mit Sicherheit) und der katholische Kardinal (mit einiger Wahrscheinlichkeit) aufgeklärt genug sind, um eine Neuauflage der „schwarzen Pädagogik“ nicht gutheißen zu können, ändert hieran nichts. Solange die von ihnen repräsentierten Institutionen sich nicht bei den heute lebenden Opfern ihrer Pädagogik entschuldigt und entsprechende finanzielle Entschädigungen gezahlt haben, solange sie sich nicht in allerdeutlichster Weise von den menschenverachtenden pädagogischen Ratschlägen ihrer „Heiligen Schrift“ distanzieren, unterlaufen sie die Grundvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sie legitimerweise als gleichberechtigte (geschweige denn: als tonangebende) Partner des Staates in Erziehungsfragen auftreten können.
Um im 21. Jahrhundert anzukommen, müssen die christlichen Kirchen allerdings nicht nur der Gewalttätigkeit und der bedingungslosen Autoritätsfixierung ihres Glaubens eine klare Absage erteilen, die aufklärerische Entzauberung der Religionspädagogik muss einige Schritte weiter gehen. So haben Traumaforscher längst erkannt, welche emotionalen Verunsicherungen selbst durch eine freundliche, behutsam erscheinende Vermittlung authentischer christlicher Glaubensinhalte ausgelöst werden können. Man stelle sich nur vor, wie ein sensibles, intelligentes Kind emotional darauf reagieren muss, wenn es erstmals zuhause, im Kindergarten oder in der Grundschule hört, dass der „liebe Gott“ mit bewusstem Vorsatz (!) nahezu alle Menschen und Tiere im Zuge der Sintflut ertrinken ließ oder dass er seinen eigenen Sohn „für unsere Sünden“ blutig am Kreuze hinrichten ließ. Und wie soll dieses sensible Kind, um alles in der Welt, mit der Information umgehen, dass seine Eltern Woche für Woche „den Leib“ dieses erbärmlich Abgeschlachteten verspeisen, um sich auf diese Weise mit jenem zu „vereinigen“? Es zeigt, wie sehr wir uns bereits an diese blutrünstigen Glaubensabsurditäten gewöhnt haben, dass wir diesen „heiligen Akt“, den Sigmund Freud zu Recht als eine Variante des archaischen „rituellen Kannibalismus“ beschrieb, gar nicht mehr als den Skandal registrieren, den er eigentlich verkörpert. Es ist bei genauerer Betrachtung eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen, dass große Teile der Bevölkerung, inklusive der Familienministerin, es im 21 Jahrhundert (!) als eine pädagogisch unverzichtbare Angelegenheit verstehen, unmündige Kinder im Rahmen des „Kommunionsunterrichts“ in einen solchen „rituellen Kannibalismus“ hinein zu sozialisieren!
Gewiss: Der überwiegende Teil der Eltern und selbst der Erzieherinnen und Erzieher in kirchlichen Erziehungseinrichtungen nehmen das „Wunder des Abendmahls“ und andere zentrale Glaubenssätze des Christentums kaum noch Ernst. Meist wissen sie nicht einmal, was sie „als gute Christen“ eigentlich glauben müssten. Doch eben damit können die Familienministerin und deren christliche Mitstreiter kaum zufrieden sein. Denn welchen pädagogischen Sinn sollte schon die von der Ministerin so heftig geforderte Vermittlung christlicher Rituale haben, wenn diese inhaltlich völlig ausgehöhlt sind, also für die Menschen keinerlei existentielle Bedeutung mehr haben?! Die Initiative der Familienministerin kann nur dahin gehend interpretiert werden, dass den christlichen Ritualen wieder ihre ursprünglichen Sinngehalt eingehaucht werden sollen. Dies jedoch kann nur auf Kosten jener emotionalen Verunsicherung bzw. Verrohung geschehen, die mit einer frühzeitigen Vermittlung authentischer christlicher Glaubensvorstellungen beinahe zwangsläufig einhergehen muss.
Neben dieser Gefahr der emotionalen Verrohung muss man im Rahmen einer kritischen Überprüfung der christlichen Erziehung jedoch noch ein zweites Problem herausstellen, nämlich das Problem, dass eine frühe Konfrontation mit obskuranten Glaubenssätzen schwerwiegende Konsequenzen für die intellektuelle Entwicklung eines Kindes hervorrufen kann. Auch auf diesen Tatbestand hat bereits Sigmund Freud in aller Deutlichkeit hingewiesen. Wer schon in seiner Kindheit die Absurditäten der religiösen Lehren geschluckt habe, meinte Freud, über dessen spätere „Denkschwäche“ brauche man sich nicht arg wundern. Vielleicht mag dies die gedanklichen Entgleisungen der deutschen Familienministerin erklären bzw. entschuldigen. Gutheißen kann man sie deshalb allerdings noch lange nicht.
Die Sackgasse der interreligiösen Erziehung – Warum ein
zeitgemäßes pädagogische Leitbild notwendigerweise säkular begründet
sein muss
Auf die vielfach geäußerte Kritik, von der Leyen privilegiere die
christlichen Großkirchen, entgegnete die Familienministerin, im weiteren
Prozess seien natürlich „auch andere religiöse Gruppen herzlich
eingeladen, sich in das neue Bündnis einzubringen“. Wollen wir einmal
unterstellen, dass die Ministerin diese Einladung Ernst meinte, so wird
dadurch das zugrunde liegende Problem jedoch keineswegs gelöst, vielmehr
verschärft es sich. Denn erstens sind die Pädagogiken der anderen
Glaubensgemeinschaften nun keineswegs progressiver als die kirchlichen
(die ja in Deutschland immerhin einigermaßen aufklärerisch gezähmt sind)
und zweitens führt die Übertragung ethischer und pädagogischer Aufgaben
an Religionsgemeinschaften zu einer höchst bedenklichen religiösen
Gettoisierung der Gesellschaft. Fest steht: Wenn Klein-Erna mit Segen
des Staates von Vertretern der katholischen Kirche, Klein-Mehmet von
Muslimen, Klein-Philipp von Zeugen Jehovas etc. fürs Leben geschult
werden, so entsteht darüber keine weltanschauliche Vielfalt, sondern
bloß potenzierte Einfalt. Mit der bisher gewählten Strategie, die
Vermittlung und Diskussion von Werten und Weltanschauungen ausgerechnet
den religiösen Gemeinschaften zu überlassen, hat der Staat den Bock zum
Gärtner gemacht. Dass unter dieser Voraussetzung das zarte Pflänzchen
einer offenen Gesellschaft nicht gedeihen kann, sollte niemanden
verwundern.
Ethische Werte und darauf basierende pädagogische Konzepte müssen in einer entwickelten modernen Gesellschaft notwendigerweise auf säkularem Fundament fußen, nicht nur weil sie nur auf solch säkularem Wege solide begründet werden können, sondern weil dies auch für ihre Durchsetzung in pluralen Gesellschaften von entscheidender Bedeutung ist. Dies haben mittlerweile auch einige maßgebliche Verantwortliche der Kirchen erkannt. So erklärte der Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Peter Steinacker, unlängst auf einer Podiumsdiskussion, dass die säkulare Begründung der Menschenrechte deshalb notwendig sei, damit alle Menschen auf sie ansprechbar seien und auf sie verpflichtet werden könnten: „Der Geltungsbereich der Menschenrechte muss den einer Religion überschreiten können, sonst wären sie nur für die Anhänger dieser Religion verbindlich.“
Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland mittlerweile die Konfessionslosen die größte weltanschauliche Gruppe sind (es gibt hierzulande mehr Konfessionslose als Katholiken oder Protestanten!) wäre eine nicht-säkulare Fundierung von Ethik, Bildung und Erziehung ohnehin absurd. Hält der gesellschaftliche Trend an, wird spätestens im Jahr 2020 die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nominell keiner religiösen Gruppierung mehr angehören. Schon jetzt gehen nach einer Emnid-Studie aus dem Jahr 2005 nur noch 37 Prozent der Deutschen davon aus, dass Religion notwendig sei, um unterscheiden zu können, was richtig und was falsch ist. Vor dem Hintergrund dieser statistischen Belege, die mühelos erweitert werden könnten, sollte sich die Familienministerin fragen, was sie eigentlich mit einer religiösen Fundierung ihres „Bündnis für Erziehung“ erreichen möchte. Die real existierenden Menschen hierzulande wird sie damit kaum erreichen können und für eine religiöse Umerziehung der Massen ist es wahrscheinlich zu spät.
Man muss die religiös inspirierte Erziehungs-Initiative der Familienministerin wohl als Ausdruck eines nicht gerade untypischen Krisenverarbeitungsreflexes des politischen Establishments begreifen. Bekanntlich neigen viele Politiker dazu, auf gesellschaftliche Krisen mit verzweifelten Versuchen einer pädagogischen Mobilisierung religiöser Rudimente zu reagieren. Nach diesem durchsichtigen Strickmuster verfährt seit Jahren nicht nur der amerikanische Präsident George W. Bush, der mit religiösen Erbauungsinitiativen von der katastrophalen innenpolitischen Lage der USA ablenken will, sondern auch sein einstiger Todfeind Saddam Hussein. Als dieser merkte, dass die politische und ökonomische Lage im Irak immer schwieriger wurde, dass er den Rückhalt in der Bevölkerung mehr und mehr verlor und diese kaum noch für einen weiteren Krieg zu begeistern war, leitete er sofort „wirksame Gegenmaßnahmen“ ein: Er ließ denn Koran in Millionenauflagen in der Bevölkerung verteilen und erhöhte den staatlichen Religionsunterricht von zwei auf acht Stunden die Woche…
Plädoyer für eine zeitgemäße Bildungs- und
Erziehungsoffensive
Unbestritten ist – hier darf man der Familienministerin ausnahmsweise
zustimmen –, dass heute eine breite gesellschaftliche Debatte zu den
fundamentalen Werten des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft
erforderlich ist. In diesem Zusammenhang sollten allerdings die
folgenden zehn Aspekte berücksichtigt werden:
1. In der öffentlichen Diskussion müssen notwendigerweise weltliche
Kriterien gelten, nämlich die humanistische Orientierung an den
Selbstbestimmungsrechten des Menschen sowie die aufklärerische
Orientierung an den Idealen der intellektuellen Redlichkeit. Wenn
Klein-Erna mit Segen des Staates von Vertretern der katholischen Kirche,
Klein-Mehmet von Muslimen, Klein-Philipp von Zeugen Jehovas etc. fürs
Leben geschult werden, so entsteht darüber keine weltanschauliche
Vielfalt, sondern bloß potenzierte Einfalt. Mit der bisher gewählten
Strategie, die Vermittlung und Diskussion von Werten und
Weltanschauungen ausgerechnet den religiösen Gemeinschaften zu
überlassen, hat der Staat den Bock zum Gärtner gemacht. Dass unter
dieser Voraussetzung das zarte Pflänzchen einer offenen Gesellschaft
nicht gedeihen kann, sollte niemanden verwundern.
2. Ein „Bündnis für Erziehung“ ist nur dann sinnvoll, wenn es eng mit
einem breit angelegten „Bündnis für Bildung“ verzahnt ist. Wohlgemerkt:
Die gegenwärtige kulturelle Misslage ist keineswegs dadurch geprägt,
dass die Menschen nicht zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden
wüssten. Im Gegenteil. Der sich zuspitzende Kampf der Kulturen erhält
seine Brisanz gerade dadurch, dass hier rigide Moralsysteme, die
allesamt nach einem einfachen Schwarz-Weißmuster von „Gut und Böse“
gestrickt sind, unvermittelt aufeinander treffen. Was fehlt, ist das
umfassende Wissen um die Lebenslagen, Vorstellungen, Perspektiven der
„Anderen“ sowie – vor allem! – eine kritische, faktenbasierte
Aufarbeitung der eigenen Denktradition.
3. Wir brauchen auf pädagogischem Terrain weniger den neokonservativ
geforderten „Mut zur Erziehung“, sondern eine engagierte, weitreichende
Bildungsoffensive, die endlich all das entschieden umsetzt, was an
fruchtbaren Erkenntnissen im Bereich der Didaktik, der Lern- und
Motivationspsychologie und der modernen Hirnforschung seit geraumer Zeit
vorliegt. Klar ist, dass die Orte des Lernens nicht weiter Orte des
Vollstopfens mit Inhalten sein dürfen, die den Lernenden existentiell
nichts bedeuten. Die bisherige Praxis, Lernende auf das „Erbrechen
unverdauter geistiger Nahrung zum jeweiligen Prüfungstermin“
hinzukonditionieren, schafft nur totes Schein-Wissen (im doppelten Sinne
des Wortes), das meist schon kurze Zeit nach der finalen
Bildungs-Transaktion (dem Austausch von entfremdetem Wissen gegen
Zensuren) vergessen ist. Was heute erforderlich ist – vom Kindergarten
bis zur Universität – sind „Abenteuerspielplätze des Wissens“, Orte, die
die Freude am Lernen wecken, die die Kinder individuell nach ihren
jeweils vorhandenen Talenten fördern, die das existentiell Sinnvolle mit
dem Sinnlichen verbinden, die die Kreativität, den Mut, den eigenen
Verstand zu gebrauchen, wirklich herausfordern. Würden die
bahnbrechenden Erkenntnisse beispielsweise der Hirnforschung in
entsprechende pädagogische Konzepte umgesetzt, könnte die intellektuelle
und emotionale Entwicklung der Kinder bereits im Kindergarten auf
spielerische Weise gefördert werden. Wer seine Empathiefähigkeit von
Kindesbeinen auf spielerische Art und Weise trainiert hat, braucht
später keine religiösen Umerziehungsprogramme zu den angeblich so
bedeutsamen „guten alten Werten“ (wann waren diese denn für wen
„gut“?!), damit er sozial verantwortlich handeln kann. Dies wären
Projekte, die unsere Gesellschaft wirklich voranbringen würden. Auf die
Inanspruchnahme archaischer Mythen können wir in diesem Zusammenhang
getrost verzichten.
4. Eine zeitgemäße pädagogische Initiative müsste in ethischer Hinsicht
auf die Vermittlung von „Fairnesskriterien“ sowie in intellektueller
Hinsicht auf die Vermittlung kritischer Mündigkeit abzielen. Die
bisherige Konzentration der Initiative „Bündnis für Erziehung“ auf bloße
„Sekundärtugenden“ zeigt, dass sich die vollmundig angekündigte
Initiative in pädagogischer Perspektive auf Stammtischniveau bewegt.
„Respekt“ etwa muss man autoritär erzogenen türkischen Jugendlichen nun
ganz gewiss nicht beibringen. Es sind gerade solche „Tugenden“ wie
„Gehorsam“, „Ehre“ und „Respekt“ die manche Migrantenkinder dazu
bringen, sich auf „Zwangsehen“ und „Blutfehden“ einzulassen oder gar
„Ehrenmorde“ zu begehen. „Respekt“ und „Toleranz“ sind solange hohle
Begriffe, solange nicht angegeben wird, was aus welchem Grund denn nun
zu respektieren oder tolerieren ist und was eben nicht (beispielsweise
„Ehrenmorde“). Dies verlangt umfassende Bildung, kritisch reflektiertes
Wissen, eine Beschäftigung mit den realen Tatsachen und eine konsequente
Aufhebung ideologischer Denkmuster – kurzum all das, was die
Familienministerin selbst in ihren Stellungnahmen vermissen ließ.
5. „Weltanschaulich neutral“ kann und darf sich der Staat nur dort
verhalten, wo weder die humanistischen, auf den Menschenrechten
beruhenden ethischen Prinzipien des Grundgesetzes noch die Seriosität
des Bildungsauftrags (Stichwort: Kreationismus) auf dem Spiel stehen. Um
überhaupt in den Genuss staatlicher Förderung kommen zu können, müssten
die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften – vor allem wenn sie im
pädagogischen Bereich tätig sind – zunächst ihre „Hausaufgaben“
erledigen, d.h. aus ihren Weltbildern all jene Elemente entfernen, die
entweder mit den Kriterien einer humanen Ethik oder aber mit hinreichend
gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen kollidieren.
6. Eine solche kritische Aufarbeitung des eigenen Denkens und der
eigenen Geschichte muss im Falle der Kirchen angesichts der
dokumentierten Menschenrechtsverletzungen in christlichen
Erziehungsanstalten nicht nur zu einer öffentlichen Entschuldigung
gegenüber den Opfern christlicher Heimerziehung führen. Um in einem
(Werte- !) „Bündnis für Erziehung“ als gleichberechtigte Partner
teilnehmen zu können, ist es unabdingbar, dass sich die Kirchen ihrer
ethischen Verantwortung stellen und die christlich betreuten
„Heiminsassen“ für das ihnen zugefügte Leid angemessen entschädigen.
Legt man in diesem Zusammenhang den Maßstab Irlands zugrunde, so müsste
von den Kirchen für den noch zu bildenden „Deutschen Entschädigungsfond
für Heimbewohner“ ein Beitrag in zweifacher Milliardenhöhe aufgebracht
werden. Anders als in Irland, wo der Staat die verhältnismäßig arme
Kirche unterstützte, kann und sollte dieser Betrag hierzulande von den
direkt Verantwortlichen, den beiden christlichen Großkirchen, alleine
aufgebracht werden. Immerhin haben diese – nicht zuletzt aufgrund
staatlicher Privilegierung – mittlerweile ein kapitalisierbares Vermögen
von jeweils mehreren hundert Milliarden Euro zusammengerafft.
7. Wenn die evangelische Landesbischöfin Käßmann auf der Pressekonferenz
zum Start der Initiative „Bündnis für Erziehung“ formuliert, „wo
evangelisch drauf steht, sollte auch evangelisch drin sein“, so ist dem
nichts entgegenzusetzen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass
die Institutionen, die unter evangelischer Flagge segeln, auch
tatsächlich evangelisch finanziert werden. In Wirklichkeit aber wird zur
Zeit keine der evangelisch oder katholisch etikettierten Sozial- oder
Bildungseinrichtungen von diesen auch nur maßgeblich finanziell
getragen. Während die Krankenhäuser, Altenheime, Sozialstationen etc. zu
hundert Prozent durch Staat und Gesellschaft finanziert werden, tragen
die Kirchen für Kindergärten oder Kindertagesstätten nur einen kleinen
(und dank ihres Verhandlungsgeschicks immer kleiner werdenden,
mancherorts bereits völlig verschwundenen) Anteil an der Finanzierung
mit. Die unkritische und über weite Strecken verfassungswidrige
Subventionierung der Kirchen incl. ihrer „Werke“, die den Staat
insgesamt mehr kostet, als sie einbringt, muss ein Ende haben. Dies
nicht zuletzt auch deshalb, weil diese Kirchenprivilegien in der Regel
auf Verträge aus vor- bzw. undemokratischen Zeiten zurückgehen. Die
katholische Kirche etwa sicherte sich einen Teil ihrer Privilegien im
„Dritten Reich“, als sie mit Hitler das sog. „Reichskonkordat“ abschloss
und diesem im Gegenzug über die katholische Zentrumspartei die
notwendigen Stimmen zur Durchsetzung des sog. „Ermächtigungsgesetzes“,
der rechtlichen Legitimation der Nazidiktatur, besorgte.
8. Die konsequente kritische Infragestellung der eigenen Denkposition,
die als unbedingte Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilnahme an
einem „Bündnis für Erziehung und Bildung“ verstanden werden muss, muss
selbstverständlich für alle Weltanschauungsgemeinschaften gelten –
keineswegs nur für jene, die sich selbst als „religiös“ definieren. Auch
die „aufklärerischen Alternativen zur Religion“ können sich schnell zu
„Ersatzreligionen“ entwickeln, die dieselben dogmatischen Eigenschaften
besitzen, die wir an den bestehenden Offenbarungsreligionen zu Recht
kritisieren. (Die Geschichte des Marxismus mag in diesem Zusammenhang
als warnendes Beispiel gelten!) Als wirksames Gegengift gegen eine
solche Ideologisierung der Aufklärung hilft allein ein konsequenter
Kritizismus. Nur durch das stete Anwenden des „Prinzips der kritischen
Prüfung“ werden wir in die Lage versetzt, falsche Ideen sterben zu
lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen. Diese kritische
Grundhaltung gilt es allen jungen Menschen zu vermitteln. Dies verlangt
aber wiederum, dass die Erzieher, Lehrer, Eltern etc. selbst in der Lage
sind, den eigenen Verstand auf kritische Weise zu gebrauchen. Das
allerdings entspricht kaum der Wirklichkeit. Damit zeigt sich, dass ein
echtes, um Erfolg bemühtes „Bündnis für Bildung und Erziehung“ nicht nur
Kinder und Jugendliche erreichen, sondern auch die Erwachsenen als
Klientel mit einbeziehen muss.
9. In den politischen Auseinandersetzungen unserer Tage darf die
zahlenmäßig stärkste gesellschaftliche Gruppe, die Konfessionslosen, die
bei Beibehaltung des seit Jahren stabilen Trends der Entkirchlichung in
absehbarer Zeit die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stellen werden,
nicht mehr übergangen werden, wie dies bis heute noch üblich ist. Das
Vorurteil, diese Gruppe sei in sich viel zu heterogen, um in der
politischen Debatte berücksichtigt zu werden, ist mittlerweile empirisch
hinreichend entkräftet. In Wirklichkeit ist diese Gruppe der
Konfessionslosen in allen wichtigen weltanschaulichen Items in sich
homogener als die Gruppe der evangelischen oder die Gruppe der
katholischen Kirchenmitglieder. Mehr noch: Betrachtet man die
Gesamtbevölkerung unabhängig von nominellen Konfessionszugehörigkeiten,
so zeigt sich, dass in Deutschland bereits heute eine stabile Mehrheit
mit humanistisch-aufklärerischem Profil existiert. Diese Mehrheit
vertritt in wichtigen ethischen Fragen weit progressivere Einstellungen
als die von kirchlichen Einflussnahmen immer noch allzu stark dominierte
Politik. Die sich hierdurch bietenden Chancen zum Ausbau einer freieren,
solidarischeren Gesellschaft sollten konsequent genutzt werden.
10. Es sollte unbedingt verhindert werden, dass gesellschaftliche
Krisenphänomene, die nicht zuletzt auf ökonomischen Fehlentwicklungen
beruhen, mithilfe religiöser Indoktrinationsversuche kaschiert werden.
Diese Strategie hat noch nie zu einer Verbesserung, sondern stets zu
einer Verschlechterung der menschlichen Lebensverhältnisse geführt. Wir
müssen uns im Klaren darüber sein, dass das Projekt der Aufklärung weder
vollendet ist noch dass die kulturellen Errungenschaften der Moderne,
die uns in unseren Breitengraden allzu selbstverständlich geworden sind,
nachhaltig gesichert sind. In dieser Situation sind wir alle aufgerufen,
endlich Klartext zu reden, Irrtümer als Irrtümer und ethische
Verfehlungen als ethische Verfehlungen zu kennzeichnen – auch wenn dies
in den intellektuell weichgespülten, selten an die Wurzeln der Probleme
vorstoßenden Debatten unserer Zeit als „unschicklich“ erscheinen mag.
Halten wir fest: Wer aus Opportunitätsgründen Unsinn zu Sinn, Leid zur
Freude und Verbrechen zu Heldentaten verklärt, der liefert damit weder
Grundlagen für eine zeitgemäße Erziehungs- und Bildungsreform noch für
eine Weiterentwicklung des Projekts einer offenen Gesellschaft. Wir
sollten uns davor hüten, die Errungenschaften der Moderne durch
Bequemlichkeit, Feigheit oder blankem Opportunismus leichtfertig zu
verspielen…
Hinweis:
Auszüge aus diesem Text wurden für die „Online-Petition der Giordano
Bruno Stiftung gegen die religiöse Fundierung von Bildung und Erziehung“
verwendet.
Über den Verfasser:
Michael Schmidt-Salomon, geb. 1967, ist promovierter Philosoph,
diplomierter Erziehungswissenschaftler und Vorstandssprecher der
Giordano Bruno Stiftung. Die Stiftung, der zahlreiche renommierte
Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören, hat sich zum Ziel
gesetzt, säkulare humanistische Alternativen zu religiösen
Weltdeutungsmustern zu entwickeln. Im Auftrag der Stiftung schrieb
Schmidt-Salomon das Buch „Manifest des evolutionären Humanismus“ (Alibri
Verlag 2005 und 2006, 2. ergänzte Auflage), das u.a. die Unvereinbarkeit
von Wissenschaft und traditioneller Religion sowie die Notwendigkeit
einer säkular gefassten Ethik philosophisch begründet. Informationen
über den Verfasser gibt es im Internet unter:
www.schmidt-salomon.de
bzw. unter
www.giordano-bruno-stiftung.de .
Stand: 28.11.11