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28.11.11

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Klage von Ex-Heimkind
 

28.11.2011
Am 20.12.2011 ist Prozessbeginn in Linz (Österreich), der auch auf Deutschland Einfluss haben kann. Jenör Alpar Molnar verklagt das Unrechtssystem der menschenverachtenden, kriminellen Heimerziehung auf Schmerzensgeld wegen "institutionalisierten Unrechts". und "langjährige rechtswidrige Heimunterbringung"
Die Presse berichtet hier klicken... und die BRD?

Welcher Anwalt will mich hier in Deutschland vertreten. Bitte melden bei jlbeckers@freeneet.de

Ich bin Opfer der Caritas, dem größten Konzern in Deutschland.
 

69 von 3169 Heimkindern

28.07.2011 München entschuldigt sich für Missbrauch von Heimkindern
Der Münchner Stadtrat hat sich in einer öffentlichen Erklärung für die Misshandlung von Kindern in städtischen Heimen in den Jahren 1950 und 1975 entschuldigt. In den drei städtischen Heimen seien in dieser Zeit immer wieder - auch systematisch - elementare Grundsätze der Unantastbarkeit der Menschenwürde und des Rechts auf persönliche Freiheit und körperliche Integrität missachtet worden, hieß es in der Erklärung. Den jungen Menschen sei Leid und Unrecht widerfahren.

Die Stadt München werde "selbstverständlich" in den Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder Geld einzahlen, sobald dieser gegründet ist, versicherte der Stadtrat. Für den Stadtrat und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) habe oberste Priorität, dass sich solche Menschenrechtsverletzungen in den städtischen Heimen in Zukunft nicht mehr wiederholen.

Von den insgesamt 3169 Kindern, die in dem 25-jährigen Zeitraum in Münchner Heimen untergebracht waren, konnte laut dem Bericht eines Projekts zur Aufarbeitung der Missbrauchs- und Misshandlungsfälle das Jugendamt knapp 30 Prozent mit Anschreiben erreichen. Nur 69 von diesen Kindern meldeten sich demnach zurück. Von diesen hätten 20 berichtet, dass sie misshandelt wurden.
Die Stadt geht davon aus, dass es sich bei den Fällen nur um die Spitze des Eisbergs handelt und tatsächlich deutlich mehr Kinder missbraucht und misshandelt wurden.

 

Unrecht und Leid 

Nach zweijähriger Arbeit hat der RTH dokumentiert, dass Kindern und Jugendlichen die in den vierziger bis in die siebziger Jahre in Heimen der Jugendfürsorge leben mussten, dass radikal Böse angetan wurde.

27. Januar 2011 hier klicken für
Teil 1

03. Februar 2011 hier klicken für Teil2

Wann werden die ehemaligen Heimkinder entschädigt und die Heime geschlossen?


Link die das ganze Ausmaß der Verzweiflung widerspiegeln

Der Geiz von VATER STAAT und MUTTER KIRCHE gegenüber ihren Opfern in Deutschland

Privat-Eingeständnis zu „Heimkinder-Zwangsarbeit“ seitens Kirchen-Mitarbeiterin (im Jahre 2000)

RECHT ! - Die Pflichten des Staates gegenüber den Heimkindern

Deutschland: Wer soll für den Schaden der Heimopfer und Missbrauchsopfer haften ?

Der (nicht ganz) öffentliche Brief an Frau Dr. Antje Vollmer

Ist die BRD wirklich ein RECHTsstaat?

Die Pflichten des Staates seinen Bürgern gegenüber

Appell an Bundestagspräsident

IM KAMPF UM GERECHTIGHKEIT FÜR EHEMALIGE HEIMKINDER

 Zweierlei Heimkinder-Abstimmung über den Abschlussbericht RUNDER TISCH HEIMERZIEHUNG

Runder Tisch Heimerziehung empfiehlt Entschädigungsfonds - Zahlungen nach Einzelfallprüfung

Mit Kreuz und Rohrstock

Donnerstag demonstrieren ehemalige Heimkinder gegen Mißhandlungen und Mißbrauch

Das "reine Herz" von Augsburg

25 Milliarden Euro für rund 500000 Opfer von früheren »Fürsorgeanstalten« in der BRD verlangt
 

Nazi-Verbrechen in Schwalmtal / Hostert

 

Wir haben die Namensliste der Kinder dem Verein übergeben

Entschädigung vieler Heimopfer bereits möglich

22.12.10 Ein ehemaliges Heimkind aus dem Würzburger Marienheim wurde von einem Priester missbraucht und von Ordensschwestern geschlagen. Sie hat einen Antrag nach dem Opferentschädigungsgesetz gestellt. Die bayerische Sozialverwaltung bewilligt ihr nun eine Schwerbeschädigtenrente sowie eine Ausgleichsrente. Sie erhält etwa 600,- Euro monatlich über das OEG. Hier geht es zum OEG Antrag.

Mehr ist bei der gbs-Stiftung zu lesen
Vorsichtig, ihr werdet möglicherweise wegen OEG-Betruges angeklagt

Kein Geld, kein Rechtsfriede

Zu den Ergebnissen des Runden Tischs Heimerziehung
Cottbus (ots) - Der Runde Tisch Heimerziehung hat etwas für diese Gesellschaft Verstörendes festgestellt: In der jungen deutschen Nachkriegsdemokratie, auf die wir so stolz sind, gab es mehr als zwei Jahrzehnte lang ein flächendeckendes Unrechtssystem. Es hat 800000 gesunde, aber wehrlose Kinder und Jugendliche aufgesogen, eingesperrt, vielfach misshandelt und mit 21Jahren geschädigt wieder ausspuckt. Heute sind die Betroffen 50 bis 70 Jahre alt, und viele von ihnen leiden schwer unter den Folgen. Materiell, psychisch und physisch. Der Runde Tisch hat zudem festgestellt, dass alle Ebenen dafür Verantwortung tragen. Die Eltern, die ihre Kinder einweisen ließen, weil sie mit ihnen nicht zurechtkamen. Die Jugendämter, die die Einweisungen vornahmen. Die Heimträger, allen voran der Kirchen, die die menschenfeindlichen Erziehungsmethoden entwickelten oder zuließen. Die Länder, die die Heime hätten beaufsichtigen müssen. Schließlich der Gesetzgeber, der das hätte verhindern müssen. Sogar die Presse ist mitschuldig, die nicht recherchierte und nicht berichtete. Alles, was der Runde Tisch ermittelt hat, spricht somit dafür, das Heimkinderschicksal als kollektives Schicksal zu begreifen und daher kollektiv zu entschädigen. So wie die Organisationen der Heimkinder es gefordert haben. Über die Größenordnung mag man verhandeln. Doch genau an diesem Punkt wird der Schlussbericht plötzlich individuell und verlangt Einzelfallbetrachtung. Denn nicht in allen Heimen sei es so gewesen, nicht alle Erzieher hätten versagt. Die Betroffenen werden nun auf den mühseligen Weg von Anträgen geschickt. Sie können individuelle Hilfen erreichen, aber sie bekommen keinen Cent für das Unrecht an sich. Warum hat der Runde Tisch so entschieden? Weil diese Bundesrepublik es nicht vertragen hätte, wenn man ihr nachsagen könnte, dass in ihr von 1949 bis 1975 systematische, staatlich geduldete Menschenrechtsverletzungen begangen wurden? Nein, das wäre für die Gesellschaft, für den künftigen Umgang mit Wehrlosen, sogar sehr lehrreich gewesen. In Wahrheit war den Beteiligten von Bund, Ländern und Kirchen die Entschädigungssumme zu hoch, die bei einer pauschalen Zahlung fällig geworden wäre. Es hätten leicht mehrere Milliarden sein können. Sie wären es wert gewesen. Denn so bleibt, trotz aller lobenswerten Bekenntnisse der Teilnehmer des Runden Tischs noch lange dieser unschöne Fleck auf der Weißen Weste unserer Nachkriegsdemokratie. Ein Fleck, der keine Ruhe geben wird.

PS: Danke an den Autor der uns aus der Seele gesprochen hat.

Fredi Saal ist tot

Am 02.09.10 ist nach langer schwerer Krankheit Fredi Saal (geb. 17.9.1935)verstorben. Er berichtet in seinem Buch "Warum sollte ich jemand anders sein sollen" über seine begrabene Kindheit im Behindertenheim Eben-Ezer. Fredi Saal äußerte sich zuletzt noch zum Runden Tisch der Heimerziehung.

Die Beerdigung findet am 10.09.2010 um 10.30 Uhr auf dem Friedhof in Jugendheim statt. Anschrift des Trauerhauses: Helene Saal, Strippchens Hof 25, 45479 Mülheim an der Ruhr

Auszug aus seinem Buch:

Heimat, das bedeutet für mich, sich geborgen fühlen in einer Familie, in einer Ehe oder in einem sonstigen Lebensraum mit einer im günstigsten Falle stabilen menschlichen Lebensgemeinschaft. Darum verstehe ich gut die Menschen, die sich ohne diese Geborgenheit heimatlos fühlen und unter diesem Zustand leiden. Gilt dies schon für den Erwachsenen, so erst recht für das noch unsichere Kind. Ich weiß ein nicht sehr lustiges Lied davon zu singen. Ohne Bitterkeit sei das vorausgeschickt. ... Wie viele Menschen machen sich wohl eine sachgerechte Vorstellung davon, wie es sich in einer Anstalt lebt? Alltäglich, jenseits der geschönten Berichte aus den Hochglanzblättern der Jahresüberblicke zur freundlichen Empfehlung für die Spendergemeinde. Und wenn sie ehrlich sind – wenigstens zu sich selbst im stillen Kämmerlein: würden diese Menschen sich freiwillig diesen Lebensraum wählen, wenn es die Umstände fordern? Ich habe da meine Zweifel. Mehr als ein Fünftel meines fünfzigjährigen Lebens verbrachte ich in Anstalten, die manchmal auch Orte der Barmherzigkeit genannt werden. In einem von ihnen – Eben-Ezer – liegen sieben Jahre meiner Kindheit begraben. Sie befindet sich in schöner Lage, mit christlicher Gemeinde und einem Bahnhof in der Nähe – nach v. Weizäcker eine ideale Bedingung für den Aufenthalt von Behinderten. Ich gehörte zu jenen unwerten Existenzen, denen man gern und leichtfertig die Bildungsunfähigkeit abspricht.... Sonntags marschierten wir im Feiertagsstaat und in Zweierreihen zum obligatorischen Gottesdienst in der Anstaltskapelle, den ich nicht nur in Lemgo als unerträglichen Zwang empfand. Von innerer Feier konnte keine Rede sein – von frommer Hingabe schon gar nicht. Im Gegenteil! Wenn ich jemals die Chance gehabt haben sollte, einen Zugang zum Christentum zu finden, so wurde sie von maßgebenden Leuten gründlich vertan. In christlichen Einrichtungen – nicht nur in Eben-Ezer – bin ich für das Christentum auf nicht gut zu machende Weise verdorben worden. Ich habe zwar immer noch das Mitgliedsbuch dieser Vereinigung, aber bloß aus Bequemlichkeit und mit schlechtem Gewissen. Vielleicht hält mir jetzt jemand entgegen: Immerhin hat dich die christliche Einrichtung vor der Euthanasie bewahrt. Dem muss ich kühn erwidern: Hitler und sein Regime wäre nicht möglich gewesen, wenn man nicht geglaubt hätte, es gäbe Menschen, die man als minderwertig aussondern dürfe. Hitler und sein Programm konnten nur aus der Mißachtung anderer Menschen geboren werden. Und Hitler hat sich nicht selbst an die Macht gebracht – und auch nicht allein seine engen Gefährten. „Hitler in uns“ – das ist das Wahre und Beschämende.

Fredi Saal

 

„Die Beichte“ im Severins-Burg-Theater Köln

Es ist eine schmerzvolle Beichte, die Felix Mitterer in seinem hochaktuellen Stück entwirft. Es erzählt die Geschichte des verwaisten Chorknaben Martin, der von einem Priester missbraucht wird und als Erwachsener dasselbe mit seinem Sohn tut. Entschlossen, sich und das Kind zu töten, um ihm ein Schicksal wie sein eigenes zu ersparen, begibt er sich in die Kirche, in der sein ehemaliger Beschützer und Peiniger Pater Eberhard die Beichte abnimmt. Es kommt zu einer aufwühlenden Auseinandersetzung des Opfers mit dem Täter.


Für Beichte bitte läuten

Felix Mitterer greift in seinem bestürzenden Stück das Thema des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch ihre klerikalen Erziehungsberechtigten auf. Ohne einseitig zu verurteilen oder einem billigen Opfermythos zu huldigen, zeigt er die psychologischen und sozialen Hintergründe und die möglichen Folgen derartiger Verletzungen auf.

Das Severins-Burg-Theater hat „Die Beichte“ kurzfristig ins Programm genommen und reagiert damit auf die aktuellen Missbrauchs-Skandale in kirchlichen Einrichtungen. Inszenierung von Marcel Höfs.

Heimkinder, die dieser Vorstellung besucht haben, konnten ihre tränen nicht verbergen. Die anschließende Publikums-Diskussion mit Kirche und Kinderschutzbund hat bezeigt, dass bei diesen Leuten, das Ausmaß der Verbrechen gegen Kinder, nicht angekommen ist.

Spieltermine:
Do 17.06.2010 Premiere
Fr 18.06.2010 (mit anschließender Publikums-Diskussion mit Experten, den Schauspielern und dem Regisseur)
So 20.06.2010        Do 24.06.2010        Fr 25.06.2010        Sa 26.06.2010        So 27.06.2010       Mi 30.06.2010        Do 8.07.2010        Fr 9.07.2010
(immer um 20:00 Uhr, Eintritt: 16,- Euro)

Severins-Burg-Theater, Eifelstraße 33, 50677 Köln, Kartentelefon 0221 / 32 17 92
 

450 Millionen für die Bischöfe

Warum der Staat die Gehälter der Kirche zahlt und auch noch die Kirchensteuer eintreibt! Video: http://www.spiegel.de/video/video-1069290.html
Da darf man sich schon Mal in perverser Lust an den Heimkindern vergreifen.

450 Millionen jedes Jahr für Bischöfe, Pfarrer und Theologen, aber nur 40 Millionen für die Opfer der Kirche und das einmalig.

LVR ist einen Kritiker los

28.04.2020 Bernd Seiffert ist um 00:50 in Mönchengladbach mit seinem Tourenrad von einem Kleintransporter angefahren worden und ist an den Pollern die die Staat Mönchengladbach aufgestellt hat, damit bei Fußballspielen niemand dort parkt, Stunden später nach einer Not-Op verstorben. Diese Hartplastikpoller haben nun dem 26-Jährigen das Leben gekostet. Der Fahrer hat Unfallflucht begangen. Ganz Deutschland sucht ihn, wie ZDF und RTL am 30.04.2010 berichteten. Bernd Seiffert war engagiert im Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V. Seine Arbeit über "Die Verbrechen der Psychiatrie" ist im Netz zu finden. Er hat auch an der neuen Patientenverfügung (PatVerfü) mitgewirkt, wie der Heimkinderverband berichtet.
Bernd Seiffert hat sich auch für die Nachkriegsheimkinder eingesetzt und hat an einem Film über die Verbrechen in der Psychiatrie mitgewirkt. Mögen die Verantwortlichen dafür bestraft werden und die Stadt überlegen was sie mit den Hartplastikpollern anrichtet. Es könnte auch Ihr Nachwuchs daran verrecken. Bernd wohnte in dem Mietshaus der stadtbekannten Aachenerin Hermine-Schneider, arbeitete bei Siemens als Informatiker und sparte für eine Eigentumswohnung.

Achtung: Die Mordpylonen von Mönchengladbach. Morgen könnte es Ihr Kind sein!

In tiefer Trauer, die Freunde von Bernd Seiffert.

Der Polizeisprecher: "Hinweise aus der Bevölkerung haben ganz entscheidend dazu beigetragen, dass der Mann festgenommen werden konnte." Danke ZDF.
Sein Vater berichtet hier klicken...
09.05.2010 Zwei Polizeibeamte mit einem Heinsberger Kennzeichen klingeln am Sonntag um 12:45 bei Familie Beckers um herauszufinden welches Ziel Bernd Seiffert aus Aachen in dieser Nacht hatte. Da wir nicht das Ziel hier in Mönchengladbach waren wird dies wohl nicht ermittelt werden können. Die Ermittlungsbehörden sollen einfach zur Kenntnis nehmen das Bernd gerne Radtouren unternahm,  auch Nachts. Das gibt aber andern kriminellen Subjekte nicht das Recht, Menschen zu töten. Und wann klärt eine Sonderermittlung den Todesfall Raymund Beckers. Diese Täter laufen alle noch Frei rum.

http://www.youtube.com/watch?v=MonRGQ3e9OM

 

Das vergisst man nie!

21.03.2010 ARD 17:30 Gott und die Welt: Das vergisst man nie!
Kindheit im Heim: Wolfgang Rosenkötter berichtet hier klicken...
Film von Alexia Späth und Christian Dröse

Vom Priester vergewaltigt

15.03.2010 RTL 22:15 Uhr. Jetzt sprechen die Opfer zum ersten Mal.
http://www.youtube.com/watch?v=Y_zN8pxI6Hk

Österreich im Tiefschlaf

09.03.2010 Frage an Kardinal Schönborn (Wien) wegen misshandelte Kinder in österreichischen Heimen   
Link: FS Spot Schönborn

Menschliche Abgründe

SWR Freitag, 5. März 2010
22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Menschliche Abgründe

Heinz-Jürgen Overfeld verlor einen Teil seiner Kindheit: In verschiedenen katholischen Heimen wurde er jahrelang sexuell missbraucht - sowohl von Patern als auch von Nonnen, wie er behauptet. Die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg überraschen ihn deshalb nicht: "Ich bin froh, dass es nun ans Tageslicht kommt, auch wenn das nur die Spitze des Eisberges ist."

http://www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198/141azy8/index.html

Sinéad O' Connor zu Missbrauchsskandal

23.02.2010 "Die Opfer wollen Taten sehen"
Von Peter Wensierski

Verletzen, beten, schweigen: Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat auch in Irland für Empörung und Entsetzen gesorgt. Jetzt erhebt die Sängerin Sinéad O' Connor schwere Vorwürfe gegen die kriminellen Geistlichen und ihre vielen Helfer.

hier klicken...

Die irische Sängerin Sinéad O'Connor appelliert an Deutschland: Man dürfe nicht der Kirche die Aufklärung dieser Missbrauchsfälle überlassen.

Kinderheime in Diskussion

Diskussion mit Prof. Kappeler über die aktuellen sexuellen Übergriffe durch die Kirche und über die Situation der Kinderheime in Deutschland
hier klicken Teil 1 und hier klicken Teil 2

 

Link: AussageKappeler TopTV

Etwas Schreckliches ist passiert

13.02.2010 „In der Diözese Dublin ist etwas Schreckliches passiert, mindestens 2000 Kinder wurden missbraucht. Da reicht es nicht aus zu sagen: Das System hat versagt.“
Fazit der staatlichen Kommission: Den Bischöfen sei es zwischen 1975 und 2004 „vorrangig um die Reputation der Kirche” gegangen, heißt es in dem mehr als 700 Seiten langen Dokument; das Wohl der betroffenen Kinder habe „keine Rolle” gespielt.

Land Bremen

Zur Aufarbeitung der Heimerziehung im Land Bremen werden ehemalige Heimkinder über ihre Erfahrungen in den 50er und 60er Jahren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen und Behörden um Mithilfe gebeten.
Hotline (0421/361-14448)
oder per Email hotline-heimkinder@afsd.bremen.de
Berichte werden auf Wunsch vertraulich behandelt.

Kinderheime in Diskussion

20.01.2010 Monika Tschapeck-Güntner vom VeHe.V. im gesräch mit Peter Henselder
Teil 1 der Sendung vom 19.1.2010 hier klicken...
Teil 2
der Sendung vom 19.1.2010 hier klicken...

12.01.2010 In Berlin startet bei den Top-Medien-Berlin eine 14teilige Fernsehsendung "Kinderheime in Diskussion" mit Peter Henselder
Teil 1 Hier klicken...
Teil 2 Hier klicken... kommt Prof. Dr. Manfred Kappeler ausführlich zu Wort
Bei Top-Medien-Berlin gibt es eine spezielle Rubik  Kinder@Heim zu würdigen.
Hoffentlich werden diese Kinderzerstörungsanstalten bald alle geschlossen.

 

Hospitalismus durch Säuglingsheime

Dipl.-Kfm. Dipl.-Soz. Dr. Carlo Burschel hat eine Internetseite über Säuglingsheime der Nachkriegszeit erarbeitet. Ein gelungenes Werk.
Alle die für dieses Leid verantwortlich sind müssen bestraft werden.
Anschrift:
Dr. Carlo Burschel Am Brandacker 28 58453 Witten, Telefon: 0049 (0) 173 271 5004
http://www.saeuglingsheim-archiv.de
drburschel@saeuglingsheim-archiv.de
 

Hier ein furchtbares Beispiel einer Caritaseinrichtung in Schloss Allner bei Hennef/Sieg
http://allner.blogspot.com/

 

Kirchen Hotline für Heimkinder

Ab Mittwoch den 13.01.2010 ist die bundesweite Hotline der Kirche für Heimkinder unter der Tel. 0180 4100 400 zu erreichen: Montag, Mittwoch und Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr. Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 20 Cent.
http://www.heimkinder-hotline.de ist die Internetseite der Kirchenhotline
Die Adresse lautet: Alte Freiheit 1, 42103 Wuppertal. Ein Email Adresse gibt es noch nicht. Es gibt aber eine Mailanfrage per Internet, wenn man sich registriert.
Die Hotline wird von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Erzbistum Köln betrieben, sagt der Kölner Diözesanbeauftragte Hans-Peter Schmidt

Ein Grund für diese Hotline könnte der 97 seitenlange Bericht der öffentlichen Anhörung im Hessischen Landtag vom 29.10.2009 sein. Hier klicken...

Am 20.01.2010 hat die Kirchen-Hotline beim Herrn Beckers angerufen. Obwohl sie in Vorfeld lange Mails erhalten haben, mit allen Fakten, war die Ansprechperson nicht vorbereitet und wollte nur ein Kaffeekränzchen abhalten. Helfen wollen Sie Herrn Beckers nicht, damit der Todesfall im Kinderdorf Dalheim Rödgen endlich mal geklärt wird. Darum müsse sich Herr Beckers selber kümmern. Kann er aber nicht, weil da die Caritas herrscht und die Opfer der Heimerziehung mit Strafanträgen bei der Staatsanwaltschaft verfolgt.

Wir können jeden nur empfehlen da nicht anzurufen. Erstens geht da ein Anrufbeantworter dran, der zu den Geschäftszeiten den Text abspielt „Bitte rufen Sie zu den Geschäftszeiten an“, kostet jedes Mal 20 Cent. Das Emailportal funktioniert nicht richtig, die Telefonanlage genau so wenig. Einfach nur Peinlich. Über das Personal ist besser zu schweigen.

Katholische Kirche in Irland am Pranger

30.11.2009 Staat und katholische Kirche in Irland haben jahrzehntelang den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester geduldet und vertuscht. Zu diesem vernichtenden Fazit kommt der nun veröffentlichte Regierungsbericht, der 320 Fällen in der Erzdiözese Dublin zwischen 1975 und 2004 auf den Grund ging. Den verantwortlichen Erzbischöfen sei es „vorrangig um die Vermeidung von Skandalen und die Reputation der Kirche“ gegangen; das Wohl der betroffenen Kinder habe lange Zeit „keine Rolle“ gespielt, heißt es in dem mehr als 700 Seiten starken Dokument. Justizminister Dermot Ahern zeigte sich „angewidert und zornig“ über den Bericht: „Dies ist eine Republik. Keine Institution, auch nicht die Kirche, steht außerhalb des Gesetzes.“
Die Regierung sowie Erzbischof Martin entschuldigten sich uneingeschränkt bei den Opfern. Deren Interessengruppen forderten eine lückenlose Aufklärung sowie Entschädigung.
Die Märkische Allgemeine berichtet: hier klicken...
 

Waisen des Empires

16.11.2009 Der australische Premierminister Kevin Rudd entschuldigt sich bei den ehemaligen Heimkindern in Australien. Diese Kinder wurden von 1947 bis ende der 60ziger Jahre aus Familien gerissen und in fremde Länder deportiert. Vielen wurde in den Heimen gesagt, ihre Eltern tot seien. Geschwister wurden oft getrennt. Misshandlungen, Demütigungen, Zwangsarbeit und sexueller Missbrauch waren an der Tagesordnung. Viele leiden noch heute an der Entwurzelung und Qualen. Das Ziel war eigentlich die Kolonisierung "weißer", die sich wie bei den "Lebensborn" als Fehler erwiesen hat.  Die Universität von Melbourne hat sich bei den ehemaligen Heimkindern entschuldigt wegen der medizinischen Versuche mit Impfstoffen. Auch die katholischen Bischöfe haben sich für die einstigen Misshandlungen entschuldigt. Eine Untersuchung zeigt, dass viele der Heimkinder später dem Alkohol und Drogen erlagen und die Selbstmordrate sehr hoch sei. Manche sind heute noch in Gefängnissen oder Psychiatrien eingesperrt.
 

Kino: Heimkinder-Drama "Oranges and Sunshine"
Auf wahren Schicksalen basiert das britisch-australische Drama "Oranges and Sunshine", das von dem britischen TV-Regisseur Jim Loach (Serie "Holby City") in seinem Kinodebüt inszeniert wird. Der Film erzählt die Geschichte von englischen Kindern, die in Heimen lebten und von dort nach Australien verschickt wurden, wo sie entweder in Waisenhäusern landeten oder als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Tausende von Kindern erlitten dieses Schicksal noch bis in die sechziger Jahre hinein, wie die britische Sozialarbeiterin Margaret Humphreys herausfand. Das Drama basiert auf ihrem Buch "Empty Cradles", das von Rona Munro ("Aimée & Jaguar") adaptiert wurde. Als Darsteller sind Emily Watson ("Zurück im Sommer"), David Wenham ("Die Päpstin") und Hugo Weaving ("The Tender Hook") an Bord.
 

Gemeinsame Erklärung

der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren.
 

Mit Trauer stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.
 

  1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden.
    Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.

 

  1. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben.
    Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.

 

  1. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden.
    Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden qualifiziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.

 

  1. Uns beschämt, dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft hart arbeiten.
    Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft gedeckt sind.

 

  1. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde.
    Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden. Wir, die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen wissen heute, dass bei der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde. Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnen um Entschuldigung und Vergebung. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist.

 

 

Für die Evangelisch-lutherische Für das Diakonische Werk

Landeskirche Hannovers der Evangelisch-lutherischen

Landeskirche Hannovers e.V.

Dr. Margot Käßmann Dr. Christoph Künkel

Landesbischöfin Direktor

Hannover, 7. Oktober 2009

 

Schweres Unrecht ist passiert

07.10.2009 Zwei Künstler erringen mit dieser Puppeninstallation am Kreuz an die gequälten Heimkinder der 1950er- und 60er-Jahren. Die Kirche bittet misshandelte Heimkinder derlei um Vergebung. VeHeV Vereins-Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner nahm die Entschuldigung an und meint "Jetzt müssen Taten folgen."
Nur die Caritas hält sich in Schweigen und verfolgt die Opfer mit teuren Anwälten. Hier klicken...

08.10.2009 Ehemalige Heimkinder fordern Milliarden-Entschädigung
Hier klicken...


ZDF berichtet am 06.09.2009 über den vierten Runden Tisch Heimerziehung im Bundestag.

Die arbeitsunfähige Brigitte Diederich wurde im Kinderheim misshandelt. Sie berichtet über das Caritas Mädchenheim Ilbenstadt welches 1976 geschlossen wurde.

Ein Bericht von Marion Mück-Raab hier klicken...

 


Hessischer Landtag sucht nach Heimkindern

Der hessische Landtag will das "Unrechtsschicksal von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren aufarbeiten".
In Hessen soll am 29.10.2009 eine öffentliche Anhörung des Landtages zum Thema stattfinden.
Der Landtag sucht ehemalige Heimkinder als Betroffene, aber auch Mitarbeiter von ehemaligen Heimträgern in Hessen.
Wer über sein Schicksal als Heimkind in den 50er und 60er Jahren in hessischen Erziehungsheimen berichten möchte, kann sich melden. Kontakte sind unter Telefon 0611/350334 und 350335 möglich oder per E-Mail an j.schlaf@ltg.hessen.de  oder a.wiekhorst@ltg.hessen.de
Für Heinz-Peter Junge 17.06.2008 ist dieser Aufruf leider viel zu spät.
Wann will sich NRW dem Thema annehmen?

 


Staatsanwaltschaft München ermittelt

Die Staatsanwaltschaft München II ersucht Opfer (ehem. Mädchen) aus dem Caritas Mädchenheim in Gauting bei München, bzw. betroffene Eltern dort platzierter Kinder, sich zu melden, wenn sie über allenfalls strafrechtlich relevante Tatbestände Aussagen machen können.

Aufgrund einer Sachverhaltsmitteilung an die Staatsanwaltschaft München von September 2008, ermittelt nun die Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck gegen Heimleitung und das dortige Personal.

Kinder und Eltern können sich direkt an die folgenden Stellen wenden, oder vorzugsweise mit Stephan Pfeifhofer über das Kontaktformular dieser Homepage in Kontakt treten:

Kriminalpolizeiinspektion
Kriminalhauptkommisar
Herr Volker Krahn
Fürstenfeldbruck
Kommissariat 1
Ganghoferstr. 42
82256 Fürstenfeldbruck
Tel. (08141) 612-0 (325)
oder

Staatsanwaltschaft München II
Staatsanwältin
Frau Katrin Kunz
Arnulfstr. 16-18, 80335 München
Tel.: 089/5597-3689

Hier ist einer der Gründe warum http://www.sosquebec.com/de/ ermittelt wird.
Leider immer noch nicht Bundesweit so wie in Spanien.

Auch in Holland wird über den Sklavenhandel in deutschen Kinderheimen berichtet.
hier klicken... 

 

 

Ein Video über die Einrichtung in Freistatt

15.06.2009  http://www.rtlregional.de/player.php?id=6775

Allein in Niedersachsen wurden zwischen 1945 und 1972 mehrere zehntausend Mädchen und Jungen gedemütigt, missbraucht und zu schwerster, körperlicher Arbeit gezwungen.
Und das vor allem in kirchlichen Heimen wie in Freistatt im Kreis Diepholz.
Bis heute leiden die Opfer unter den Folgen der Gewalt.
Sie fordern die Politik auf, endlich die traumatischen Ereignisse aufzuarbeiten.
 

 

ZDF berichtet am 10.06.2009 über die Misshandlungen in Irland.

2000 Opfer haben ausgesagt.

Noch nie war die Kirche so unter Druck geraten.

Wann werden die Demos in Deutschland erwartet?

 

http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/zdf10062009.wmv
 

Der Runde Tisch Heimkinder ist Online

http://www.rundertisch-heimerziehung.de/index.htm

Sie erreichen die Infostelle unter folgender Telefonnummer
Tel: 030 27576777

Sprechzeiten
Dienstag und Freitag von 09.00 bis 12.00
Mittwoch von 14.00 bis 17.00


Ex-DDR-Heimkinder

Frühere DDR-Heimkinder können auf Entschädigungen für ihre Zeit in den Heimen hoffen. Das «Strafrechtliche Rehabilitierungsgesetz» zum Ausgleich von DDR- Unrecht befasse sich nicht nur mit Freiheitsentzug aufgrund von Straftaten und politischer Verfolgung, befand das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nach einer Mitteilung von Donnerstag. Es gab damit der Klage eines Ex-Heimkindes statt und hob eine Entscheidung des Naumburger Oberlandesgerichts auf. Der Beschwerdeführer war seit den 1960er Jahren in mehreren Heimen gewesen. (2 BvR 718/08)

Daher gaben die Karlsruher Richter dem Oberlandesgericht Naumburg auf, zu prüfen, ob die Aufenthalte in Heimen und Jugendwerkhöfen tatsächlich "mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung" vereinbar waren.

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Da fragen wir in der BRD, ob unsere Einweisungen in die Heimen Rechtes war?
Es gab Verletzungen unserer Menschenwürde nach Art. 1 GG sowie unser  Persönlichkeitsrechts nach Art. 2 GG und des Gleichheitsgrundsatzes nach Art. 3 GG im Hinblick auf die uns widerfahrenen Behandlungen in den verschiedenen Heimen.

http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2814991

„Mit dem Beschluss stehen die Heimkinder Ost jetzt besser da als die Heimkinder West“, sagt Gerrit Wilmans, Rechtsanwalt vom Verein ehemaliger Heimkinder (VEH).

19.08.2009 Vorbereitungen für Rehabilitierung von DDR-Heimkindern
Dresden: Die Staatsregierung hat begonnen, erste Vorbereitungen für die Rehabilitierung ehemaliger DDR-Heimkinder zu treffen. Zuständig dafür seien die bei den Landgerichten Chemnitz, Leipzig und Dresden eingerichteten Rehabilitierungskammern, so das Justizministerium in Dresden.
Betroffene können bis zum 31. Dezember 2011 Anträge auf Rehabilitierung und Entschädigung einreichen. Zuständig sei das Gericht am Ort, wo die Heimunterbringung angeordnet worden war.
Wann ein gesetzlicher Rahmen für Entschädigungen geschaffen wird, ist noch offen. Bei der möglichen Entschädigung gelten laut Ministerium aber voraussichtlich ähnliche Regeln wie bei der SED-Opferrente. Sie beträgt bis zu 250 Euro pro Monat.   

 

Heimkinder fordern 25 Milliarden Euro

03.06.2009 Von Marion Mück-Raab, Mainz

...Das Ende der Gespräche am Runden Tisch sieht Wilmans deswegen allerdings noch nicht gekommen: „Den Weg zurück zu seriösen Verhandlungen gibt es immer.“ Sollte es dazu aber nicht kommen, sieht Wilmans nur noch die Alternative, mit Sammelklagen in den USA Entschädigungen für die Heimkinder einzuklagen.

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Professoren sprechen von systematischen Menschenrechtsverletzungen in der Heimerziehung, an der auch die Caritas massiv beteiligt war.

 

Die Heimkinder Geschlagen und vergessen?

SWR Mittwoch, 24. Juni 2009 Tagestipp 20.15

Auch bei YouTube zu sehen

 

Erst Irland dann Deutschland
In Deutschland war es noch schlimmer

Geschlagen, gequält, missbraucht

Badische Zeitung - ‎22.05.2009‎

In den Mädchenschulen, hauptsächlich in der Regie der Sisters of Mercy, wurden die Kinder vor allem psychisch gequält. Aber auch hier kam es regelmäßig zu ...

Irlands Präsidentin spricht Missbrauchs-Opfern Mitgefühl aus

Deutsche Welle - ‎21.05.2009‎

DUBLIN: Irlands Präsidentin Mary McAleese hat den Opfern des jahrzehntelangen Missbrauchs von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche ihr Mitgefühl ...

Irland-Kirche: Jahrzehntelanger Missbrauch von Kindern

FOCUS Online - ‎21.05.2009‎

Nachdem am Mittwoch ein Bericht über den jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche veröffentlicht wurde, ...

Irland erschüttert über Qualen von Kindern in Kirchenobhut

AFP - ‎21.05.2009‎

Dublin (AFP) — Ein tausende Seiten starker Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Einrichtungen der katholischen Kirche erschüttert Irland. ...

Missbraucht im Namen des Herrn

taz - ‎21.05.2009‎

Tausende irische Kinder wurden in Heimen der katholischen Kirche missbraucht. Stiller Komplize war die Regierung, die das System früher finanzierte VON RALF ...

Missbrauchs-Skandal: Kardinal entschuldigt sich

FOCUS Online - ‎21.05.2009‎

Dublin (dpa) - Im Skandal um Missbrauch und Misshandlung tausender Kinder in kirchlichen Einrichtungen hat sich das Oberhaupt der Katholiken in Irland ...

Katholische Kirche: Tausende Kinder in Irland missbraucht

ORF.at - ‎20.05.2009‎

Rund 2.500 Kinder sollen in kirchlichen Einrichtungen in Irland zwischen den 1930er und 1980er Jahren sexuell missbraucht und körperlich misshandelt worden ...

Sexueller Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen in Irland an der ...

Bild.de - ‎20.05.2009‎

Sexueller Missbrauch in kirchlichen Heimen ist für Jungen in Irland einer Studie zufolge jahrzehntelang an der Tagesordnung gewesen. ...

Studie: Tausende Kinder in Irlands Kirchen-Heimen missbraucht

Deutsche Welle - ‎20.05.2009‎

DUBLIN: Gegen die katholische Kirche in Irland sind in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe erhoben worden: Tausende Kinder sind demnach in ...

Geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt

Spiegel Online - ‎20.05.2009‎

Irland arbeitet einen Missbrauchsskandal ungeheuren Ausmaßes auf: In katholischen Heimen und Schulen wurden jahrzehntelang Tausende Minderjährige gequält. ...

Irland: Kirche entschuldigt sich für Kindesmissbrauch

DiePresse.com - ‎20.05.2009‎

Kardinal Sean Brady zeigte sich "zutiefst beschämt" von einem Ermittlungsbericht, demzufolge 2500 Kinder in Kirchen-Heimen missbraucht wurden. ...

Studie: Missbrauch in Kirchen-Einrichtungen in Irland üblich

AFP - ‎20.05.2009‎

Dublin (AFP) — In Einrichtungen der katholischen Kirche in Irland sind Prügel und sexueller Missbrauch von Jungen einer Studie zufolge über Jahrzehnte an ...

"Häuser des Horrors" Katholische Kirche in Irland

sueddeutsche.de - ‎20.05.2009‎

Gegen die katholische Kirche in Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe erhoben: Tausende Kinder sind dem Bericht zufolge in ...

"In Häusern des Horrors" missbraucht

Kurier - ‎20.05.2009‎

In Irland wurden tausende Kinder in katholischen Kirchen-Heimen sexuell missbraucht und misshandelt. Neun Jahre wurde ermittelt. ...

Kardinal Brady: Bericht dokumentiert "beschämenden Katalog von ...

Kathweb - ‎Vor 9 Stunden‎

Dublin (KAP) Der Primas der katholischen Kirche in Irland, Kardinal Sean Brady, ist erschüttert über die Missbrauchsfälle der letzten Jahrzehnte. ...

Wenn die Kirche zur Hölle wird: Tausendfacher Missbrauch in Irland

HNA.de - ‎21.05.2009‎

London. Die Kinder durchlebten die Hölle unter dem Dach der Kirche. Wo Priester, Nonnen und Mönche im Namen Jesu ihre kleinen hilflosen Schützlinge erziehen ...

Irland: Erschüttert über Missbrauchs-Bericht

Radio Vatikan - ‎21.05.2009‎

Kardinal Sean Brady, der irische Primas, ist erschüttert angesichts der gegen die Kirche erhobenen Missbrauchsvorwürfe. Der detaillierte Bericht einer ...

Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt

euronews - ‎20.05.2009‎

Unter Obhut der katholischen Kirche sind Kinder in Irland über Jahrzehnte misshandelt und auch sexuell missbraucht worden. Das zeigt der Bericht einer ...

Massiver Kindesmissbrauch in katholischen Heimen

euronews - ‎20.05.2009‎

Zehntausende Kinder wurden in Obhut der katholischen Kirche in Irland jahrzehntelang misshandelt und missbraucht. Dies bestätigt der Bericht einer ...

Irland: Tausende Kinder in Kirchen missbraucht

Zeitjung - ‎20.05.2009‎

Die 2600 Seiten starke Studie hat es in sich: In katholischen Institutionen wurden seit einigen Jahrzehnten mehrere Tausend Kinder geschlagen, ...

Irland: Tausende Kinder in katholischen Schulen missbraucht

derNewsticker.de (Pressemitteilung) - ‎20.05.2009‎

Dublin (dts) - Die irische Regierung hat in einem heute veröffentlichten Untersuchungsbericht schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche in Irland ...

Tausende Kinder laut Studie in irischen Kirchen-Heimen missbraucht

SonntagsZeitung - ‎20.05.2009‎

Gegen die katholische Kirche in Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe erhoben: Tausende Kinder sind demnach in kirchlichen ...

Missbrauchs-Skandal: Kardinal entschuldigt sich

Financial Times Deutschland - ‎21.05.2009‎

Über Jahrzehnte haben Priester, Nonnen und Mönche tausendfach Kinder in katholischen Einrichtungen Irlands erniedrigt und missbraucht. ...

 

 

Diakonie entschuldigt sich!

15.05.2009 Hannover. Das Diakonische Werk hat sich für die Misshandlung von Heimkindern in den 50er bis 70er Jahren entschuldigt.

Präsident Klaus-Dieter Kottnik sagte am 14 05.2009 in Hannover:
„Ich bedauere zutiefst, was damals im Namen der Diakonie geschehen ist”, „Ich habe mir bis vor zwei Jahren nicht vorstellen können, dass wir so etwas in unserer Geschichte der Diakonie mitschleppen”, „Ich will, dass es für die Betroffenen in irgendeiner Form eine Wiedergutmachung gibt”

Herr Kottnik widerruft seine Aussage, dass es sich um Einzelschicksale handelte.

DerWesten berichtet hier klicken…

 

 

ARD ARD 15.04.2009 | 23:30 Die Heimkinder

Sie werden geschlagen, gedemütigt, missbraucht und müssen hart arbeiten: Heimkinder in den 50er und 60er Jahren der Bundesrepublik. Sie kommen ins Heim, weil sie nicht den Vorstellungen ihrer Eltern nach Ordnung, Moral und Angepasstsein entsprechen. Mal sind die Haare zu lang, mal ist es das Rauchen, mal gelten sie als sexuell und sittlich gefährdet. Es herrschen Erziehungsmethoden aus einer dunklen Epoche, aus Kaiserreich und Nazizeit.

 

 

Chemiekeulen für Heimkinder

08.04.2009
Die BBC berichtet über Medikamentenmissbrauch mit gravierenden Spätfolgen.

Vor 25 Jahren wurden Kinder in britischen Kinderheimen mit hohen Dosen von Psychopharmaka ruhig gestellt. Die Kinder der ehemaligen Heiminsassen haben fast alle Geburtsdefekte. Die heute 41-jährige Teresa Cooper kam als 14-Jährige in das Kinderheim Kendall House in der Grafschaft Kent für 32 Monate. Hier musste sie über 1000 Mal Antidepressiva nehmen. Ihre drei Kinder haben nun Geburtsschäden, wie Atmungsschwierigkeiten, Blindheit und Hasenscharte mit Kieferentstellung.

Teresa Cooper machte sich auf die Suche nach ihren damaligen Mitinsassen. Tatsächlich fanden Sie weitere Frauen, die ebenfalls Kinder mit Missbildungen zur Welt brachten wie Gehirntumore, Wasserköpfe oder Lernbehinderungen.

Kinderminister Tim Laughton forderte eine umfassende Bestandsaufnahme und die Kirche will mit zur Aufklärung beitragen.

 

 

Das Leben als Heimkind in den 50er-Jahren

Sendetermin: 02.04.2009 19:30 im WDR Lokalzeit Aachen

Schon acht Tage nach der Geburt kommt Johann Beckers ins Heim. Seine Mutter darf das uneheliche Kind nicht behalten. Das war 1956. Seine Kindheit in verschiedenen Heimen in der Aachener Region empfindet er als Tortur - ohne Liebe, dafür mit jeder Menge Schlägen. Eine Station seines Lebens: das Hermann-Josef-Haus in Kall-Urft. Er kehrt noch einmal zurück und trifft dort den jetzigen Heimleiter, der sagt, dass damals viel falsch gemacht wurde.

Gesendet wurde der Beitrag am 06.04.2009 in der Lokalzeit Aachen.

 

 

Heimbewohner über Jahre gequält und misshandelt

27.03.2009 Die beiden Bielefelder Historiker, Prof. Hans-Walter Schmuhl und Dr. Ulrike Winkler erläuterten die Gewaltakte unter denen die Heimkinder des Johanna-Helenen-Heims in Volmarstein zu leiden hatten.

Aus dem Google Cash

Johanna-Helenen-Heim

Das Johanna-Helenen-Heim war nicht nur das erste Haus auf dem Gelände der heutigen Evangelischen Stiftung Volmarstein, sondern auch das erste westfälische Heim für körperbehinderte Menschen in Westfalen. Es wurde am 2. August 1904 eingeweiht. Es wurde nach Johanna Arndt (Ehefrau des Gründers Pastor Franz Arndt) und Helene Hartmann (Gattin des ersten Vorsitzenden, des Hagener Landrates Paul Hartmann) benannt und ausschließlich aus Spenden der Volmarsteiner und Hagener Bevölkerung errichtet.

Das Johanna-Helenen-Heim wurde als Universalbau konzipiert. Klinische Behandlung, Schulausbildung und Erziehung, die Werkstätten, Berufsausbildung und die "Pfleglingsfürsorge" (so der damalige Sprachgebrauch) fanden hier ihren Platz.

Seit Mai 1999 wird das umgebaute und völlig renovierte Haus als Oberlinschule II, für den Unterricht mehrfachbehinderter Kinder, genutzt.


Das Heim trug den Namen Volmarsteiner
„Krüppelanstalt”  hier geht es zur Postkarte

Titel der Veranstaltung: „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe. Das Johanna-Helenen-Heim in den 1950er/60er Jahren”
Diese wissenschaftliche Aufarbeitung wird als Buch noch diese Jahr publiziert werden.
Träger des Heimes war die Evangelische Stiftung Volmarstein, Hartmannstr. 24, 58300 Wetter
Telefon: +49 02335 639 0 Telefax: +49 02335 639 119
E-Mail: info@esv.de Internet: www.esv.de

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Landesjugendamt Rheinland-Pfalz:
 Keine Hinweise auf Missbrauch

Wer soll das glauben?
Was ist mit dem Mädchenheim "Bethesda" in Boppard (180 Plätze)
Was war im Kinderheim Wolf/Mosel (200 Plätze) los?
Was ist im Heim "Kloster zum guten Hirten" in Koblenz-Lützel geschehen?

Die Rhein-Zeitung  sucht Zeitzeugen. Schicken Sie eine E-Mail an Christian.Kunst@Rhein-Zeitung.net oder rufen Sie uns an unter 0261/892-240.

Rhein-Zeitung
Die Tageszeitung in Koblenz
August-Horch-Straße 28 · 56070 Koblenz
Tel.: 0261/892-240 · Fax: 0261/892-770
E-Mail
redaktion@rhein-zeitung.net
Internet
http://rhein-zeitung.de/
 

 

Fragwürdige Versöhnung

10.03.2009 Ehemaliges Heimkind Monika Stey(55) im Gespräch mit ADJC Nonnen Jeanette und Simone aus Dernbach in Kerpen.

Der Kerpener Heimatverein vertreten durch Susanne Harke-Schmidt hatte dazu eingeladen. Mit am Tisch saß die 63-jährige Erftstädterin Roswitha Brügger, die als 15-jähriges Mädchen im Kinderheim gearbeitet hatte und sagte: „Ich kann mich noch gut an sie erinnern, sie war damals acht Jahre alt.“ Das Mädchen sei „sehr unruhig, wibbelig und immer auf Strom“ gewesen, „so dass sie nur bestraft wurde“. Der Einsatz von Zwangsjacken sei im Heim an der Tagesordnung gewesen. Auch die Schläge und die Bäder im eiskalten Wasser habe es gegeben. Die Nonnen berichten, dass es im Archiv des Ordens lediglich eine handgeschriebene Chronik des Kerpener Heimes gäbe. „Da steht aber nichts über die einzelnen Kinder drin.“ Angeblich lebe keiner der damaligen Nonnen mehr.
Monika Stey sei bei Ungehorsam mit dem Gummirohrstock auf den Rücken geschlagen worden. Die angestellte Karin Abts habe gezielt Holzschuhe an den Kopf von Monika Stey geworfen. Zur Strafe für das Bettnässen musste das Kind dann unter dem Bett ohne Decke schlafen und hat am Folgetag nichts zu trinken bekommen, um nicht wieder einzunässen.

Ein Vertreter des Freundeskreises des Klosters Dernbach brachte die beiden Nonnen Simone und Jeanette zum Zeitzeugengespräch mit und dieser sagte auch:

„Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben“, „Manche Dinge würde man gerne rückgängig machen können.“

Monika Stey machte den Hauptschulabschluss nach, absolvierte erfolgreich zwei Ausbildungen und arbeitet heute als selbstständige Fußpflegerin und Krankenpflegehelferin.

Wie das Opfer mit diesem Verbrechen klarkommt hat niemanden Interessiert. Sie hat einen OEG Antrag gestellt.

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Gequälte Heimkinder

NDR TV Sonntag | 08.03.2009 14.45 - 15.15 (30 min.)

Offen gesagt

Ehemalige Heimkinder - geschlagen und missbraucht

Pastor Jan Dieckmann spricht mit zwei Opfern der Heimerziehung in der St. Pauli Kirche in Hamburg.

Norbert Kipp wurde in einem kirchlichen Heim sexuell missbraucht.
Ortrun Schinkel wurde als Heimkind gequält.

http://www3.ndr.de/programm/epghomepage100_sid-435274.html

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Treffen der Bischöfe

Vom 02.03.2009 bis 05.03.2005 trafen sich 68 Bischöfe aus ganz Deutschland in Hamburg zu einer Vollversammlung. Neben den verschiedenen aktuellen Themen wurde auch über die Misshandlung ehemaliger Heimkinder aus den 50ziger bis 70ziger Jahre gesprochen.
Viele gläubige Brüder und Schwestern haben wohl nicht im Sinne der Bischöfe, Kinder in Kinderheimen gequält und gedemütigt. Wollen wir betten, dass die Kirche sich aus diesem lukrativen Geschäft zurückzieht.

 

ZDF aspekte 27. Februar 2009, 22.30 Uhr
Zwangsarbeit statt Fürsorge
Heimkinder fordern Entschädigung.

Bericht über Martinistift und Glückstadt
Kurt Friedrich war Arbeitserzieher und vorher bei der WaffenSS

Pädagogik-Professor Christian Schrapper von der Universität Koblenz sagt:
"Wer hat an welcher Stelle auch mit bekannter Nazivergangenheit wirken können und was hat das bedeutet das dort gewirkt hat, ob als Erzieher oder als Heimleiter oder als Aufsichtsperson im Amt. In wieweit ist es diesen Menschen gelungen auch ihre Auffassungen noch wirksam werden zu lassen, die geprägt wurden in einer Zeit und mit Menschenbilder die spätestens nach 49 mit dem Grundgesetz nicht mehr als die tragenden Elemente auch einer Gesellschaft akzeptiert werden konnte"

 

 

http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/aspekte.wmv

 

 

Sprachmitschnitt aus dem Deutschen Bundestag

17.02.2009 http://www.wensierski.info/assets/multimedia/RunderTischwma.wma
52 Minuten. Hier werden Menschenrechtsverletzungen an deutsche Heimkinder ausgesprochen.

 

 

ARD und ZDF berichten am 17.02.2009 zu dem ersten Treffen in Berlin Zi. 1001 im Deutschen Bundestag am "Runden Tisch"

 

36 Zeitungsberichte (siehe unten) und viele TV Sender berichteten am 17.02.2009 über die Misshandlungen an Schutzbefohlenen Heimkindern der 50ziger und 60ziger Jahre.

Wie danken dafür.

 

http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/ARDZDF17022009.wmv

 

Tote Heimkinder schweigen, Akten nicht

 

Die geraubte Jugend der Heimkinder
Derwesten.de, Ein Runder Tisch in Berlin befasst sich mit dem Martyrium der Heimkinder in den 50er- und 60er-Jahren. Auch Entschädigungen für Betroffene sind im Gespräch. ...

 

Wiedergutmachung für eine verlorene Kindheit
Tagesspiegel, Ehemalige Heimkinder haben einen runden Tisch gegründet - für Aufarbeitung und Entschädigung. In den 50er und 60er Jahren wurden zahlreiche Heimkinder ...

 

"Das werden harte Verhandlungen"
WELT ONLINE, Gerade haben drei ehemalige Heimkinder von ihren jahrelangen Misshandlungen berichtet, die Diakonissen, Nonnen und Priester ihnen in konfessionellen ...

 

Aufarbeitung der „Hölle“,
Passauer Neue Presse, In den 50ern und 60ern sollen Hunderttausende Heimkinder missbraucht worden ein. Jetzt beschäftigt sich der Bundestag mit dem dunklen Kapitel kirchlicher ...

 

"Lachen und weinen verboten"
Derwesten.de, Sie wurden geschlagen, getreten und bei Wasser und Brot eingesperrt - die Berichte von Heimkindern sind oft erschreckend. Sie wurden geschlagen, getreten ...

 

Neue OZ: Kommentar zu Bundestag Runder Tisch
news aktuell (Pressemitteilung), ... lange Verdrängtes stößt noch einmal schmerzvoll ins Bewusstsein vor: Für viele ehemalige Heimkinder, die in der Nachkriegszeit unter entwürdigender ...

 

Zöglinge gequält: Kirchen bedauern
Wiener Zeitung, Vertreter der Heimkinder verlangten von Kirche und Staat jedenfalls eine Entschädigung für das Leid und die Arbeit, die sie damals unter schlimmsten ...

 

1. Sitzung des Rundes Tisches „Heimerziehung"
hpd.de, Heute haben sich die Vertreter der Bundesregierung, der Fachverbände, der Träger und der ehemaligen Heimkinder zur 1. konstituierenden Sitzung des ...

 

"Ich bin hier nicht als Bittstellerin"
17. Febr. 2009 ... Eingesperrt, misshandelt, gedemütigt: Mehr als eine halbe Million Kinder litten in Westdeutschland in kirchlichen und staatlichen ...

 

kurz & bündig: Schicksal von einer halben Million Heimkindern wird ...
Main Post, Das Schicksal von mehr als einer halben Million ehemaligen Heimkindern im Nachkriegsdeutschland wird jetzt aufgearbeitet. Dabei soll an einem runden Tisch ...

 

Runder Tisch zu misshandelten Heimkindern in Deutschland
Thüringer Allgemeine, Berlin (AFP) - Zum Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder in Deutschland hat die Grünen-Politikerin Antje Vollmer auch ...

 

Kirchen bedauern tausendfaches Leid von Heimkindern Erste ...
PR-Inside.com (Pressemitteilung), Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche erklärten am Dienstag zum Auftakt des «Runden Tisches Heimkinder» ihr Mitgefühl für ...

 

"Manche schluckten Stecknadeln für die Flucht"
WELT ONLINE, Die erste Sitzung des "Runden Tisches Heimkinder" fand in Berlin statt. Niemand müsse etwas sagen, betont die Grünen-Politikerin Antje Vollmer und schaut ...

 

"Viele von uns sind gescheitert"
taz.de,  Ein runder Tisch tagt zum ersten Mal zum Schicksal ehemaliger Heimkinder. Die Betroffenen fordern finanzielle Entschädigungen für ihr Leiden. ...

 

Stichwort: Runder Tisch Heimkinder
PR-Inside.com (Pressemitteilung),  Berlin (AP) Der «Runde Tisch Heimkinder» geht auf einen Beschluss des Petitionsausschusses im Bundestag zurück. Dieser hatte im November 2008 entschieden, ...

 

Bundestag: Ehemalige Heimkinder schildern Rundem Tisch ihr Martyrium
FOCUS Online, Vor dem Runden Tisch des Bundestages haben ehemalige Heimkinder von menschenunwürdigen Zuständen in geschlossenen Heimen der 50er und 60er berichtet. ...

 

Geraubte Jugend
Linie1-magazin, Aber zum Auftakt des »Runden Tisches Heimkinder« im Bundestag am Dienstag ist sie nach Berlin gekommen, um der Öffentlichkeit über ihr Schicksal als ...

 

17.02.2009 | 15:03 | Die Linke. im Bundestag
Pressrelations (Pressemitteilung), Anlässlich der heutigen ersten Sitzung des Runden Tisches zum Thema "Heimkinder und deren Misshandlung in der Bundesrepublik der Jahre 1949 bis 1975" ...

 

Übergriffe in den 50er Kirche bedauert Misshandlung von Heimkindern
WELT ONLINE, Vertreter beider Kirchen haben sich bei der ersten Sitzung des "Runden Tisches Heimkinder" in Berlin für die Misshandlungen von Kindern in den 50er und 60er ...

 

Schicksal von Heimkindern wird aufgearbeitet
FOCUS Online, Berlin (dpa) - Das Schicksal von mehr als einer halben Million ehemaliger Heimkinder im Nachkriegsdeutschland wird jetzt aufgearbeitet. ...

 

Missbrauch im "Gefängnis für Kinder" wird aufgearbeitet
Derwesten.de, Wie er wurden in der jungen Bundesrepublik hunderttausende Heimkinder ausgebeutet, gequält und missbraucht. Von diesem Dienstag an versucht ein Runder Tisch ...

 

Kirchen bedauern Unrecht an Heimkindern
Linie1-magazin, Zum Auftakt des »Runden Tisches Heimkinder« am Dienstag in Berlin betonten Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche, ...

 

Schwarze Pädagogik in der Bundesrepublik
ZEIT ONLINE, Bis in die sechziger Jahre waren wissenschaftliche Positionen und Meinungen vertreten und einflussreich, die Heimkinder als "sozialbiologisch unterwertiges ...

 

Einrichtung des Runden Tisches zur Aufarbeitung des Schicksals der ...
FDP, Zu der heutigen Einrichtung des Runden Tisches zur Aufarbeitung der Schicksale der Heimkinder in Jahren 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik erklärt der ...

 

„Uneingeschränktes Mitgefühl“
domradio, Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Beginn des Runden Tischs zum Schicksal ehemaliger Heimkinder begrüßt und ihr Bedauern darüber bekundet, dass Kindern ...

 

Runder Tisch zu misshandelten Heimkindern in Deutschland
AFP, Berlin (AFP) — Zum Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder in Deutschland hat die Grünen-Politikerin Antje Vollmer auch ...

 

Offene und ehrliche Abrechnung erwartet.
kobinet-nachrichten,  Am Runden Tisch werden drei Vertreter der Heimkinder sein und etwa 17 Vertreter von Institutionen der Kirchen, des Bundes, der Bundesländer,vor allem solche ...

 

Runder Tisch zu Heimkindern keine„Anti-Kirchen-Kampagne“
domradio, Zum Auftakt des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder hat die frühere Bundestagspräsidentin Vollmer vor einer Kampagne gegen die Kirchen ...

 

Runder Tisch zu missbrauchten Heimkindern
Deutschlandradio, Unter Leitung der Grünen-Politikerin Antje Vollmer tagt heute erstmals der Runde Tisch zur Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger Heimkinder. ...

 

Wensierski: Missbrauchte Heimkinder müssen ihre Würde zurückbekommen
Deutschlandradio, Ein Artikel Wensierskis hatte das Schicksal der Heimkinder der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Bei dem jetzt begonnenen Prozess gehe es sowohl um ...

 

Licht in ein dunkles Kapitel
domradio, 3 Mitglieder des Vereins ehemaliger Heimkinder und je ein Vertreter der großen Kirchen sowie von Caritas und Diakonie, die Träger vieler Heime waren. ...

 

Vollmer: Ehemalige Heimkinder leiden oft unter einem Gefühl von ...
Deutschlandradio, Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer, Vorsitzende des Runden Tisches zur Aufarbeitung des Schicksals von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren, ...

 

Antje Vollmer will ergebnisoffenen Runden Tisch für Heimkinder
Topnews, Vor Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder plädiert die Grünen-Politikerin Antje Vollmer für ergebnisoffene Gespräche. ...

 

Erste Sitzung des Runden Tisches "Heimkinder"
Deutscher Bundestag (Pressemitteilung), Unter Leitung der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer tritt am heutigen Dienstag der „Runde Tisch Heimkinder“ zu seiner ersten Sitzung zusammen ...

 

Antje Vollmer will ergebnisoffenen Runden Tisch für Heimkinder
News Adhoc, Die Grünen-Politikerin Antje Vollmer plädiert vor Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder für ergebnisoffene Gespräche. ...

 

Ehemalige Heimkinder kämpfen um ihr Recht
kerner.de, Ehemalige Heimkinder aus den 60er und 70er Jahren plädieren nun schon seit Jahren auf Gerechtigkeit und fordern Entschuldigungen, Entschädigungen und ...

 

Dunkles Kapitel der Bundesrepublik aufarbeiten.
kobinet-nachrichten, Ehemalige Heimkinder hatten sich in einem Verein organisiert und 2006 den Petitionsausschuss des Bundestags wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen ...

 

Interview mit einem Heimkind - "Misshandlungen mit System"

n-tv.de "Im Namen Gottes wurden Heimkinder geprügelt, malträtiert, gequält, erniedrigt und entwürdigt", sagt Alexander Markus Homes.

 

 

Grundgesetz Artikel 6 Absatz fünf

17.02.2009 Die Aufarbeitung der grausamen Heimerziehung der 50er und 60er Jahren Jahren hat begonnen. Frau Dr. Antje Vollmer möchte bis Ende 2010 das Ziel erreichen das man sich wieder ins Gesicht schauen kann. Dies ist aber nicht mit einer einfachen Entschuldigung getan. Der Lebensweg vieler unehelicher Kinder ist massiv zerstört worden. Auch damals galt das Grundgesetz Artikel 6 Absatz fünf. "Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern"
Das ist aber in einem Heim niemals möglich gewesen, da es überhaupt keine Heimaufsicht gab.

http://www.wdr.de/radio/wdr2/moma/506644.phtml
Mit drei Sprachbeiträgen des WDR und einer Aussage von Monika Tschapek-Güntner

 

 

ML Mona Lisa

25.01.2009 ZDF Mona Lisa 18:00

Dietmar Krone aus Berlin berichtet über seine grausamen Erfahrungen während seines Aufenthaltes im Erziehungsheim

http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7508066,00.html
 

Ein Video dazu ML Mona Lisa,  25.01.2009
Das Heim war die Hölle
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/675390?inPopup=true


Heimerziehungs-Opfer warten noch auf Gerechtigkeit

http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,7508066,00.html?dr=1

Originalausschnitt einer Akte aus dem Landesfürsorgeheim - Glückstadt

4.               372
4.5
                 Dienstbetrieb
                 Besondere Vorkommnisse und Entweichungen

156           Todesfälle
971           Besondere Vorkommnisse
970           Gestellung von Begleitpersonal bei Gerichtsterminen
942           Streitigkeiten mit Anliegern
19             Aufruhr jugendlicher Fürsorgeer………
                               Altes Aktz.: 2262/13b
20             Selbstmorde
                               Altes Aktz.: 2262/13a
                        …………..über besondere…………

Was war das für eine Kinderhinrichtungsstätte?

 

 

"Wenn du nicht spurst, kommst du ins Heim!"

Zur Deutschlandfunk-Startseite schreibt am 22.01.2009 "Das System der Fürsorgeerziehung hat versagt"

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/908416/

...Hans Bauer hat in seinen Ermittlungen auch mit ehemaligen Mitarbeitern in den Heimen gesprochen, unter anderem mit einer heute Siebzigjährigen, die Anfang der sechziger Jahre in einem Heim für Mädchen tätig war. Sie erzählt, dass sie morgens Unruhe in der Gruppe hatte. Und dann kam der Pastor, der der Leiter dieser Einrichtung war und hat das moniert und hat dann ihre Hand genommen und gesagt: Und diese Hand kann hier keine Ruhe schaffen? Dann hat er dem Mädchen, das da ein bisschen laut war, einen Pantoffel ausgezogen und es kräftig zusammengeschlagen, dass das Mädchen wimmernd auf dem Boden lag, hat einem anderen Kind befohlen, einen Eimer kaltes Wasser zu holen, hat das Wasser über das Kind gekippt und hat die junge Erzieherin angeguckt und gesagt: Und das konnten Sie nicht!?"

Kommentar : Das wird Konsequenzen haben!

 

 

Heimkinder gehen leer aus?

WDR Westpol berichtet am 18.01.2008 über die versuche der Familienministerin Ursula von der Leyen  die Forderungen des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages zu torpedieren.

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Bischöfin Käßmann entschuldigt sich öffentlich
Wir bedanken uns dafür und hoffen auf Hilfe

15.01.2009
NDR berichtet hier Klicken...
WELT ONLINE berichtet hier klicken...

„Ich entschuldige und schäme mich“
domradio
berichtet hier klicken...

In NRW werden die ehemaligen misshandelten Heimkinder mit Anwälten der Heimbetreiber fertig gemacht. Hier will niemand mit ihnen sprechen. Die Wahrheit wird doch ans Licht kommen.

http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/ndr15012009.wmv

 

 

01.12.2008 Kulturjournal (c) NDR

Zerstörte Kindheit - Heimkinder sollen ihr Recht bekommen

"Es ist kaum vorstellbar: Mein Trauma begann mit vier Jahren. Da war eine Nikolausfeier, da bin ich in einen Sack gesteckt worden, ich bin von dem Ruprecht so verdroschen worden, da ist dieses Trauma entstanden." - Friedhelm Münter, ehemaliges Heimkind.

Hier eine Zusammenfassung des NDR 1

http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/KJNDR1208.wmv

 

 

Prügel im Namen Gottes

Entschädigung für ehemalige Heimkinder?

In vielen Nachkriegs-Kinderheimen herrschte Gewalt. Ehemalige Heimkinder berichten von Prügel und seelischen Grausamkeiten, viele sind bis heute traumatisiert. Im Bundestag wird am Mittwoch (26.11.08) über mögliche Entschädigungen beraten. Zu Recht, findet Klaus Esser, Leiter eines Bethanien-Kinderdorfs, dessen Geschichte ebenfalls dunkle Flecken hat.

hier klicken...

26.11.2008 berichtet der WDR 5 über die Erlebnisse von Maria Horstmann aus dem Heim Marienburg bei Coesfeld hier klicken... Zusammengetragen von Heike Zafer.

 

Was ist in Mönchengladbach los?

Erschütternde und fragwürdige Heimerziehung! Wie wird in Kinderheimen "erzogen"? Welche Wertmaßstäbe erhalten die "Zöglinge"?

22.11.2008
http://pressemitteilung.ws/node/141219 Vor Mord noch beim Jugendamt?
Die Fluchtpläne in die Freiheit (aus der "Heim-Geborgenheit" kosten einem Menschen das Leben!

Das Jugendamt gehört eigentlich mit auf die Anklagebank. Das Jugendamt hat diese zerstörten Existenzen mit auf dem gewissen. Dieses Urteil ist ein Skandal an Kinder.

Das Gericht in Mönchengladbach hat nicht erkannt das die Kinder auf der Flucht vor Deutschland, Jugendamt und Erziehungsheime waren. In die Ecke gedrängt handeln Kinder aus Heimen immer unvernünftig. Nun wandern Sie in den Knast und können da vielleicht eine Lehre machen und müssen nicht nach Kassel zu Lothar Kannenberg um noch mehr erniedrigt zu werden. Was waren da überhaupt für Anwälte am Werk? Waren die überhaupt Schuldfähig? Warum geht dann eine der Täterrinnen in die Psychiatrie?

Mögen die Verbrechen an diesen Kindern irgendwann gesühnt werden. Das Opfer kann sich bei dieser Gesellschaft bedanken. Die so genannte Jugendhilfe hat hier mal wieder Total versagt. Dem Opfer sprechen wir unser tiefstes Beileid aus.
Noch mal meine frage an die Rheinische Post: Warum spendet ihr an Kinderheime?

Wer kann den Mord an dem Friedhof in Dalheim Rödgen / Wegberg 1995 aufklären. Hier könnte sich die Staatsanwältin Carola Guddat mal wirklich beweisen. Warum will sie nicht? Wartet sie auf den Täter, der sich selber stellen soll, um ihm dann abzuurteilen?

Auch in den Tagesthemen am 22.11.2008 wird das Jugendamt aus dem Ausland schwer belastet.

Dazu passen die die 27 Forderungen des Rechtsanwaltes Ingo Alberti bei der EU vom 05.02.2007 in seiner Petition an die:

Europäische Delegation
Herrn Marcin Libicki, Generalsekretär des Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments
Rue Wirtz
B-1047 Bruxelles

u http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/jugendamt.wmv

 

Autor Fredi Saal schreibt im November 2008

DAS DASEIN EINES JEDEN INDIVIDUELLEN MENSCHEN STELLT SICH ALS EINZIGARTIG DAR. WIE SOLLTE ES SICH IN REIN WISSENSCHAFTLICHEN STATISTIKEN WIEDERFINDEN KÖNNEN?

Zur Frage einer Aufarbeitung von Lebensverläufen im Rahmen der Heimerziehung der

Nachkriegszeit 1945 - 1972

Aufgeschreckt durch heftige Reaktionen von ehemaligen jugendlichen Insassen zumeist christlicher Erziehungsheime, welche mit ihren Klagen über unhaltbare Zustände in den einstigen Häusern ihrer Kinderzeit imageschädigend in die Öffentlichkeit drangen und damit eine unangenehme Aufmerksamkeit zu erregen drohten, haben sich die in Frage gestellten Institutionen akademischer Unterstützung versichert. Damit ihr guter Ruf nicht allzu sehr leidet.

Diese Methode ist sattsam bekannt: Geht es um unangenehme Nachfragen, zumal in der Sozialpolitik, Erziehung, Arbeitsvermittlung, Unterstützung mittelloser Bürger, Versorgung der Kranken, Bedingungen einer humanen Pflege von Hilfsbedürftigen, im Falle von nicht mehr überhörbaren Protesten wird (vielfach zum wiederholten Mal) ein Ausschuss zu einer streng wissenschaftlichen Klärung berufen. Erregte Gemüter werden damit vorerst einmal beruhigt. Danach wird man weiter sehen. Dann erscheinen geraume Zeit später mehr oder weniger abwiegelnde Ergebnisse und werden sodann oft rasch ohne großen Aufwand zu den Akten gelegt. Im günstigsten Fall erscheinen noch in den Tagesnachrichten Meldungen mit kommentierenden Texten die schnell wieder vergessen sind. Schwamm drüber!

Nun also auf ein Neues. Es soll jetzt um die >Erforschung der Kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland (1945 – 1972)< unter Leitung von zwei bestellten Professoren gehen. Seit vielen Jahren schon melden sich ehemalige Zöglinge(!) kirchlicher Einrichtungen zu Wort, indem sie die Zustände von damals bitter beklagen. Bestimmt nicht zu Unrecht, wie jeder weiß oder zumindest wissen kann, der zu jener Zeit nur einigen Einblick hatte. Aber natürlich bestreiten dies die angegriffenen Anstalten und ihre Träger. Das ist ja auch keineswegs so unverständlich, wie es manchem vielleicht erscheinen mag. Denn welcher Mensch gibt schon gern, und dazu noch freiwillig, mit wirklich aufrichtigem Bedauern die nun einmal leider unterlaufenen eigenen Versäumnisse zu – besonders dann, wenn man, wie in der christlichen Erziehung, recht hohe ethische Ansprüche an sich selbst stellt?

Da kann es leicht geschehen, dass bereits verhältnismäßig kleine Vorwürfe auf eine äußerst heftige Abwehr stoßen. Das deutet allerdings darauf hin, dass selbst dem Personal unwohl war bei manchen Erziehungsmaßnahmen. Etwa der berüchtigten Strafe >eine Glatze schneiden<. Regelmäßig wurde sie verhängt, wenn wieder einmal ein Bewohner der Station das Weite suchte, >Auskratzen< genannt. Dieses immer wieder praktizierte Weglaufen aus der geschlossenen Einrichtung – fast sämtliche Türen ohne Klinken - war eigentlich auch kein Wunder. Wie Sträflingen bekamen die Missetäter den Kopf völlig kahl geschoren. Das darf aber heute nicht mehr wahr sein. Noch Jahrzehnte später wird hierauf mit dem empörten Vorwurf einer puren Unwahrheit geantwortet, obwohl beide Parteien doch damals bei dem Geschehen vor versammelter Mannschaft nach dem siebentägigen Aufenthalt in der Einzelzelle auf der Knabenstation persönlich zugegen waren, oder doch bald danach das Ergebnis in persönlichen Augenschein nehmen konnten. Es mag ja sein, dass sich ihnen die Erinnerung tatsächlich verweigert und sie tatsächlich daran glauben müssen, der Bösartigkeit eines undankbaren Ehemaligen aufzusitzen. Übrigens wird in der geplanten Untersuchung statt von >Glatze scheren< stark verharmlosend von >Haare schneiden< gesprochen. Dies ist nicht harmlos, sondern grob irreführend. Es klingt vollkommen harmlos nach: Haare pflegen, - und ist dies nicht ganz normal? Was soll schon dagegen sprechen? Da kann man doch deutlich sehen, welch Geistes Kinder die Ankläger sind.

In der Psychologie spricht man bei dergleichen bekanntlich seit Sigmund Freud von Verdrängung. Doch wie bereits gesagt: Das ist an sich einigermaßen verständlich, aber ändert nichts an dem Unrecht gegenüber den Betroffenen, welche durch Herkunft wie durch erlittene Traumata im der Kindheit sowieso schon am kürzeren Hebel sitzen. Eigentlich wurde das recht deutlich am Fernsehfilm der ARD zu diesem Thema - in welchem nebenbei bemerkt der selbstgefällig wirkende Rechtsvertreter der betreffenden Erziehungshäuser eine recht fragwürdige Figur abgab. Er trat vor die Presse und kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen die aufbegehrenden Ehemaligen an, wegen versuchter Täuschung und der Erschleichung von Mitteln aufgrund des Gesetzes der Entschädigung von Opfern erlittenen Unrechts. Dass er damit sogar durchkam und den Verurteilten unter Androhung eines Zwangsgeldes weitere Versuche in dieser Angelegenheit verboten wurden, macht die Sache keinesfalls besser. Der Eindruck von eiskalter Abservierung konnte auf diese Weise nicht ausgeräumt werden. Denn zu klar trat zu Tage wie geschädigt die ehemaligen Heimkinder waren. Wo lediglich ein klein wenig Verständnis und Einfühlung gefragt gewesen wäre, fügten ihnen Maßnahmen mit den Mitteln der Strafjustiz nur weiteres Unrecht zu.

Diesem eindeutig negativ besetzten Eindruck versucht man mit der in Aussicht gestellten Untersuchung gar nicht ungeschickt auszuweichen. Denn gegen ein rein wissenschaftliches Forschungsprojekt ist schließlich erst einmal überhaupt nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Diese bewährte Methode steht in hohem Ansehen. Denn hinter ihr steht ja der gute Ruf von Lehrstuhlinhabern einer Universität. In ihr lassen sich in elegant geschnürten Paketen wissenschaftlicher Aufarbeitung individuelle Zurechnungen zum Verschwinden bringen. - Auf der Seite des Opfers nicht weniger als auf der des Verantwortlichen. Der eine, der konkrete Einzelne bleibt dabei mit seinem Trauma zumeist mutterseelenallein (an ihm bleibt vielmehr die ehrenrührige Unterstellung hängen, nichts als ein mieser und infamer Betrüger zu sein) während der andere - als ein Vertreter der caritativen Institutionen - sein reines Gewissen behält, jedenfalls in den Augen seiner gutbürgerlichen Mitwelt. Fragt dann ein Autor wie Peter Wensierski in seinem Buch >Schläge im Namen des Herrn - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik< konkreter nach, wird ihm zwar bereitwillig bescheinigt, sich bedeutende Verdienste durch seine Hinweise auf diese noch weit offenen Fragen erworben zu haben. Zugleich wird ihm aber ein problematisch mangelnder Umgang mit den Methoden einer wissenschaftlichen Aufbereitung angelastet. Ja, was denn nun? Soll sich etwa der sowieso schon Traumatisierte selbst wie einst der Baron Münchhausen gefälligst am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen - in diesem Fall aus dem Sumpf seines oft maßlos angewachsenen Haufens seelischen Elends? Wenn das nicht einer geradezu unerträglichen Verhöhnung gleichkommt, was bitte dann?! Muss daraus nicht beinah zwangsläufig ein Symptom entspringen, wie es neuerdings in der Psychiatrie unter dem Begriff >Verbitterungskomplex< beschrieben und als eigenständiges seelisches Krankheitsbild herausstellt wird?

Vermutlich ist das überhaupt nicht beabsichtigt - faktisch jedoch wirkt es sich als eine Art Verhöhnung aus. Jedenfalls zeigt dies doch recht anschaulich den abgrundtiefen Graben, der zwischen den >Betreuten< und ihren >Betreuern< sowie deren akademischem Begleittross liegt. Welten trennen diese Menschengruppen voneinander. Hier jene, welche häufig genug als völlig verroht und heruntergekommen empfunden werden, eben typische Abkömmlinge einer mehr oder weniger ungebildeten Unterschicht - dort jene, die ihnen wenigstens einigen Anstand beibringen wollen. Die Erzieher und ihre wissenschaftlichen Begleiter, die in aller Regel aus besseren Gesellschaftsschichten stammen, gehen offenbar davon aus, dass man hier leider nicht so einfühlsam vorgehen kann, wie bei Kindern aus ihrem Umkreis. Hier bedarf es vielmehr einer harten Hand. Eine andere Sprache wird leider nicht verstanden. Nachsicht würden sie bloß missverstehen, weil leisere Töne einfach nicht ankommen.

Interessanterweise kennt das vorgelegte Konzept der geplanten Untersuchung lediglich Fürsorgezöglinge und Waisen. Klingt das nicht ein wenig nach einer Unterteilung in Teufel und Engel? Wo bleiben denn alle anderen, wie z.B. die Behinderten mit unterschiedlichen Einschränkungen? In welche Kategorie dürfen sie sich denn einreihen? Und vor allem: Wie will der akademische Untersucher all jenen Klienten auch nur annähernd gerecht werden, deren Lebenswelten meilenweit von der seinen entfernt liegen? Darf er sich überhaupt ein Urteil über Lebensumstände erlauben, die er doch kaum kennen kann? - Ob er jemals einen einzigen Gedanken daran verwandt hat, wie er sich selber wohl fühlen würde, müsste er unter vergleichbaren Bedingen aufwachsen? Ist es zu gewagt, ihm zu unterstellen, dass es ihm auch beim besten Willen gar nicht möglich sein kann, sich da hineinzudenken?

Schauen wir uns einmal an Hand des vorgegebenen Untersuchungsauftrags genauer an, wie denn eine solche wissenschaftliche Aufarbeitung aussehen soll, um der Diskussion >Zwischen Skandalisierung und pädagogischer Reformdebatte< gerecht zu werden. Kaum niedergeschrieben, meldet sich bei diesem Satz bereits die verwunderte Frage: Geht es nicht um die Klagen der ehemaligen Heimbewohner, eine über weite Strecken sehr ungerechte und lieblose Kindheit durchlaufen zu haben? Was interessiert diese vielfach verbitterten Zeitgenossen der pädagogische Impetus, der hinter ihren Schreckenserlebnissen steht? Sie erwarten zunächst einmal lediglich das eine: Dass man ihre Empfindungen ernst nimmt. Es mag gut sein, dass es sich auf der Seite des jeweiligen Betroffenen um bedauernswerte Missverständnisse handelt. Dann muss man versuchen, darüber zu reden, ihm nicht von vornherein pure Böswilligkeit zu unterstellen, sich nicht stur auf pädagogische Prinzipien zu berufen, ihm nicht womöglich den Kadi auf den Hals zu schicken. Andererseits darf man selbstverständlich eine dem entsprechende Souveränität von psychisch oft schwer Geschädigten nicht erwarten. Dazu sind sie zu beengt aufgewachsen, mussten um jedes kleine Stück an Lebensraum kämpfen, im Kreise anderer liebeshungriger Kinder um Zuwendung buhlen, was, das sei zugegeben, von den überlasteten Betreuern – zumeist frommen Schwestern – überhaupt nicht geleistet werden konnte.

Das gilt es klar zu sehen und anzuerkennen, anstatt die enttäuschten Jungen und Mädchen nur als undankbare Geschöpfe hinzustellen. Von den unter solchen ungünstigen Umständen Heranwachsenden ebenso wie von den inzwischen erwachsen gewordenen lassen sich billiger Weise derartige Einsichten erst einmal nicht erwarten. Das sei mit allem Nachdruck wiederholt. Sie sind mit solchen Erwartungen rettungslos überfordert. Selbstverständlich - auch die andere Seite hat es nicht leicht. Es ist eben nicht einfach sich selbst das eigene Ungenügen einzugestehen. Wiederum: wenn selbst die Verantwortlichen nicht imstande sind, selbstkritisch mit dem eigenen Verhalten umzugehen, würde das nicht zugleich bedeuten, dass sie mit ihrer Aufgabe überfordert sind? Sollten sie nicht als aufmerksame Begleiter freundlich zugewandt beobachten und wirklich nur bei drohender Gefahr möglichst behutsam korrigierend eingreifen? Immerhin treten doch die letztlich zuständigen Institutionen mit dem hohen Anspruch an, Fachleute mit diesen verantwortungsvollen Aufgaben zu beauftragen, welche weit über den Standard von Gefängnisaufsehern stehen. Es handelt sich ja zumeist um besonders empfindsame Heranwachsende, denen so gut wie jegliches Urvertrauen abhanden kam. Dieser Verlust ist auch kaum zu vermeiden, wenn ein Kind dem gewohnten häuslichen Rahmen plötzlich entrissen wird. Die geplante wissenschaftliche Aufarbeitung kann mit ihrer Formelsprache diese Tatsachen nur barmherzig zudecken, indem sie den belasteten Einzelnen ganz einfach verschwinden lässt.

Ist es wirklich verwunderlich, dass es zu der beklagten >starken Polarisierung zwischen Befürwortern und Gegnern der Heimerziehung< kam, ja unweigerlich kommen musste? Nein, ganz gewiss nicht. Denn hier treten sich höchst elementare Gegensätze gegenüber. Die einen haben – jedenfalls in ihrem Selbstverständnis – eine Menge zu verlieren. Hegen sie doch den Anspruch, das einzig Richtige zu vertreten, während sich die anderen hiervon vergewaltigt fühlen. Die Empfindung von Heimat, wie sie ursprünglich mit dem Begriff Heim gemeint war, vermag erst gar nicht aufzukommen. Vielleicht war deshalb die Bezeichnung Anstalt um einiges aufrichtiger, weil sie gar nicht erst den Anspruch erhob, so etwas wie Heimat zu ersetzen. Diese Einrichtungen gingen ja ursprünglich auf kleine Einzelinitiativen zurück, die ergriffen wurden, um einer aktuellen Notsituation zu begegnen. Später wurden sie mehr und mehr fast zum Selbstzweck. Jedenfalls war von Fürsorgeerziehung damals wohl noch kaum die Rede. Denn es galt erst einmal im kleinen, dazu persönlichen Rahmen Bedingungen zu schaffen, in dem die wie auch immer Bedrohten aufgefangen werden konnten. Eigentlich stellt es eine Tragik dar, dass diese individuellen Impulse eines warmherzigen Anfangs regelmäßig ins zwangsläufig kühl rational planende Prinzip eines Großunternehmens der Barmherzigkeit - zu einer Anstalt, heute vielfach verschämt auch Stiftung genannt - also einer vermeintlich christlich geprägten Humanität auswachsen musste. Der Familiencharakter ging damit unrettbar verloren.

Vermutlich war auch diese Entwicklung hin zu einem ausgeprägten Dienstleistungsbetrieb in Sachen sozialer Zuständigkeit für die Betreuung und die Erziehung von schwierigen Außenseitergruppen der Gesellschaft wie Kranke, Behinderte, Verhaltensauffällige, kurz gesagt, arbeitsunfähige sowie störende Zeitgenossen damals wohl auch kaum aufzuhalten. Nur, mit dieser profanen Zuschreibung mochten sich die betreffenden Einrichtungen nicht abfinden. Sie pochten auf ihr christliches Ethos und durften dann nicht – vor allem sich selbst gegenüber – zugeben, wenn sie an den eigenen Idealen scheiterten. Gänzlich unreflektiert waren und sind sie immer noch dergestalt ihren Verdrängungen ausgeliefert, nicht einmal dazu fähig, selbstkritisch oder wenigstens ein wenig erschrocken danach zu fragen, wie es zu solchen bitteren Anschuldigungen kommen kann. Gerade auch dann, wenn man glaubte, mit den besten Absichten gehandelt zu haben. So aber entsteht der fatale Eindruck, als sollte es heißen: >Aber nein, wir machen keine Fehler<. Was nicht sein darf, kann einfach nicht sein. Folglich kann es einzig an dem schlechten Charakter der (ehemaligen) Zöglinge liegen. Beweis: Ansonsten wären sie ja kaum in einer Einrichtung der Fürsorgeerziehung gelandet. Unterschicht bleibt eben Unterschicht. Punktum!

Wie bekannt, regte sich dagegen sich ein unerwartet starker Widerstand, der sich jetzt nicht mehr einfach ignorieren lässt. Deshalb der kluge Einfall, sich akademische Unterstützung ins Haus zu holen. Kaum zu Unrecht dürfte man darauf hoffen, Beistand von Gleichgesinnten zu erfahren. Es ist schwer zu übersehen, dass es sich um Schwestern und Brüder im Geiste handelt. Denn das verantwortliche Personal der Heime entstammt, nicht anders als die universitären Forscher zumeist aus >besseren< Kreisen. Sie besitzen also ein gemeinsames Interesse, Licht ins Dunkel dieser für sie unangenehmen Angelegenheit zu bringen. Gewiss, das kann man ihnen schlecht zum Vorwurf machen. Ihre Namen spielen darum - zumindest in diesem Zusammenhang - eine ziemlich untergeordnete Rolle. Ganz im Gegenteil. In diesem Falle geht es weit mehr um ein äußerst verhängnisvolles Prinzip - treffen hier doch Zeitgenossen aus Ebenen der Gesellschaft aufeinander, die sich gemeinhin recht fremd gegenüber stehen. Sie werden sich im Alltag auch kaum jemals freiwillig von Mensch zu Mensch begegnen. Und wenn doch, dann ziemlich einseitig, nämlich aus der Sicht eines Richtung weisenden, sich überlegen gebenden, auf seine eigenen Prinzipien und seine eigene Moral pochenden (Bildungs-)Bürgertums. Seine Vertreter haben jedoch selten etwas mit den Erfahrungen der >Nicht gebildeten< gemein.

Deshalb noch einmal die zentrale Frage: Wie will man diesem entscheidenden Faktor auch nur annäherungsweise gerecht werden? Akademiker, die meistens einer gehobenen sozialen Klasse - einer Elite - entstammen oder sich ihr zumindest weitgehend zugehörig fühlen, müssten - jedenfalls ihren eigenen wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechend - mit ihren Urteilen selbstkritisch diesen Angehörigen der anderen Bevölkerungsgruppe, die ihnen im Grunde recht fremd sind, erst einmal vorsichtig nähern, sie verstehen lernen. Dann erst könnten sie sich ernsthaft mit ihnen auseinander setzen. Aber im Gegenteil - so jedenfalls sieht es aus - ergreifen sie einseitig Partei für diejenigen, welche die Werte und Grundsätze ihrer eigenen Schicht, des bürgerlichen Mittelstandes, vertreten. Sicher, es wird gar nicht abgestritten, dass es >Skandale um die Fürsorgeerziehung< gab, sich auch >autoritär-disziplinierende Heimerziehung nachweisen< lässt. Direkt anschließend aber heißt es anklagend und abqualifizierend: >die mediale Berichterstattung, die Milieugebundenheit der jeweiligen Berichte . . .< und dann: >Während vor allem Berichte aus dem Spektrum der politischen Linken die Heimerziehung und bestimmte Erziehungsmethoden prinzipiell scharf kritisierten, wurden in der bürgerlichen und auch in der konfessionellen Presse die Formen der Heimerziehung grundlegend verteidigt.< Kunststück! Nach allem, was wir zuvor schon feststellten, birgt die Aussage über die konservative Haltung wohl kaum eine große Überraschung. Sie zeigt indessen, wo die Präferenzen der akademischen Forscher liegen. Zwar können sie nicht die Misstände bei der Durchsetzung >einer auf die strikte Einhaltung moralischer Normen setzende Erziehung< in Abrede stellen. Doch weisen sie höchst relativierend auf die Zeitumstände hin, in denen beispielsweise die Prügelstrafe noch als normales Erziehungsmittel galt - auch als sie eigentlich bereits verboten war. Dies mag so sein - oder nicht. An dem zentralen Problem geht es aber glatt vorbei. Das erlittene Unrecht, mit dem zahlreiche junge Seelen für ein ganzes Leben unrettbar verstört wurden, wird ohne jeden Kommentar hingenommen. Danach kräht kein Hahn.

Es stimmt ja, keine ernsthafte seelische Verletzung lässt sich so rasch beheben. Es bleibt allein die Hoffnung, dass die Zeit vielleicht über Jahre hinweg die schlimmsten Wunden allmählich heilt. Dies jedoch ist nur möglich, wenn man die Betroffenen nicht im eigenen Schlammassel stecken lässt und sie noch zusätzlich böswilliger Unwahrheit bezichtigt. Denn jeder, der Verantwortung für anvertraute Kinder und Jugendliche trägt, weiß - oder sollte es zumindest wissen - dass sich mit großer Wahrscheinlichkeit wenigstens ein wahrer Kern hinter den Äußerungen der Klagenden verbirgt. Das braucht nicht mit der konkreten Situation zusammenzuhängen. Reale Anlässe für das seelische Leiden lassen sich trotzdem oft nur schwer übersehen. Dem gilt es geduldig nachzugehen. Gerade dann, wenn sich die Verantwortlichen mit gutem Gewissen keiner Schuld bewusst sind.

Immerhin, einiges ist bereits gewonnen, wenn eventuelle Misstände in den verschiedenen Einrichtungen von den akademischen Untersuchern nicht gänzlich ausgeschlossen werden, und wenn sogar freimütig als ein Verdienst des kritischen Berichtes von Peter Wensierski hervorgehoben wird: >Die entscheidende Bedeutung dieses Buches besteht darin, dass es sich der Aufarbeitung der Traumata vieler Opfer stellt und damit das bisherige Desinteresse der privaten Wohlfahrtsverbände und Landesjugendämter wie auch der historischen Forschung in Frage stellt.< Aber das hilft nichts, wenn zugleich geringschätzig von >einer Grenze der Veröffentlichung von Wensierski< gesprochen wird, >dem es dezidiert nicht um eine historisch abwägende und sorgfältige Studie geht.< Noch einmal: Dies ist überhaupt nicht seine Aufgabe. Denn er will mit Recht dem jeweiligen Einzelschicksal nachspüren, um das es sich allein handeln kann. Behäbig abwiegelnde Argumente zu Gunsten der Einrichtungen gibt es schließlich mehr als genug. Sie rufen laut anklagend >Skandal<, indem sie darauf hinweisen: >Problematisch sind eine Anzahl von Pauschalisierungen, die in einem Schwarz-Weiß-Bild die damalige Situation zu erfassen versuchen und an vielen Stellen aufgrund der faktischen Pauschalkritik in der Gefahr stehen, nahezu alle in der öffentlichen Erziehung Mitwirkenden jener Zeit mit z. T. gravierenden Verdächtigungen zu konfrontieren.<

Die Einrichtungen - vor allem ihre Träger - wären damit fein heraus. Sie brauchen sich nicht verantwortlich zu fühlen, für all das, was in ihren Mauern und auf ihren Verbandsebenen geschah - und wahrscheinlich immer noch geschieht. Mit dem gleichen Recht müsste man - und so passierte es denn auch vielfach - sämtliche Klagen gegen das Unrecht des Nationalsozialmus unterbinden, da dies ungerechter Weise die Falschen treffen könnte. Wenn man nur wollte, wäre das kein großes Problem. Man müsste nur realistisch den menschlichen Faktor in Rechnung stellen. Dass sich kaum jemand gern und dazu noch freiwillig zu seinen Versäumnissen bekennt, wissen wir ja. Nur wenige vermögen eben die menschliche Größe aufzubringen, ihren schuldhaften Verstrickungen mutig und selbstkritisch ins Auge zu blicken und - soweit möglich - zur Linderung ihrer Folgen für den jeweils konkret Betroffenen beizutragen. Das heißt aber, nicht nur die ehemaligen Zöglinge können einer groben Fehleinschätzung zu unterliegen. Auch ihre Betreuer sind nicht davor geschützt. Sie haben ihre eigenen Interessen, unbequeme Wahrheiten zu unterdrücken - und dabei sitzen sie sogar noch am längeren Hebel. Denn wer glaubt schon einem Fürsorgezögling, obwohl gerade er nicht wenig Anlass hat, sich missachtet zu fühlen? Müsste dies nicht erst einmal auf die Waagschale einer einigermaßen gerechten Beurteilung gelegt werden? Und wäre es für die Institutionen nicht an der Zeit, eventuellen Opfern nach so langen Jahrzehnten wenigstens erst einmal pauschal, gewissermaßen >auf Verdacht<, ihr Bedauern zum Ausdruck zu bringen? - Den Traumatisierten, deren lebenslanges Leiden unter den Verletzungen selbst die bereitwilligsten Fahnenträger der Institutionen und die Vertreter eines recht hohen pädagogischen Ethos eingestandenermaßen nicht mehr ausschließen können - Das würde die Situation enorm beruhigen, wenn sie die sowieso schon verstörten Ehemaligen vom Verdacht befreiten, nichts anderes als bösartige Verleumder zu sein.

Forderungen der Institutionen und deren universitären Sekundanten, wie zum Beispiel der Satz: >Gegenüber diesen stark verallgemeinernden Thesen ist aus historischer Sicht eine deutlich differenziertere Betrachtungsweise einzufordern . . . < wollen das - wie es scheint - erst gar nicht dazu kommen lassen. Sie beabsichtigen vielmehr alles unter einen wissenschaftlichen Teppich zu kehren. Steht dahinter nicht etwas vergleichbares wie die unausgesprochene Begründung: Was damals geltendes Recht war, kann heute doch nicht auf einmal als Unrecht bezeichnet werden? Das Fazit also mit anderen Worten: Pech für die Betroffenen. Wir können doch unsere gut gemeinten Grundsätze nicht einfach in Frage stellen lassen! Deshalb: >ist eine fehlende sprachliche Präzision und mangelnde Differenzierung der in der Öffentlichkeit im Anschluss an Wensierski diskutierten Thesen kritisch anzufragen.< Aber wie denn: Beschreibt unser Autor nicht ganz konkrete Fakten, sind es nicht gerade die Forscher, die sie zu bloßen Thesen umwandeln, um sie als solche im Nebelösen der Statistik verschwinden zu lassen?

Es ist wohl wahr: Mögliche Misstände werden überhaupt nicht geleugnet, doch der jeweils konkrete Einzelfall geht einfach unter, etwa nach dem Prinzip: >Nichts Genaues weiß man nicht.< Mag der Einzelne sehen, wo er mit seinen psychischen Verletzungen bleibt. Hauptsache unsere Weste im Ganzen bleibt in der öffentlichen Meinung weiß. Im Zusammenhang mit der geplanten Untersuchung klingt dies folgendermaßen: >Wenn behauptet wird, dass Jugendlichen in der Heimerziehung „Unrecht“geschah, bleibt unklar, ob damit in erster Linie ein moralisches Fehlverhalten der Träger der Einrichtungen bzw. der Verantwortlichen in den Einrichtungen gemeint ist oder ob es sich um Gesetzesübertretungen handelte.< Als ob es dem Betroffenen, im Gegensatz zu den Verantwortlichen, nicht völlig egal sein kann, wem er seine erbarmungswürdige Lage letztlich verdankt. Für den Verantwortlichen wäre lediglich ein nachgewiesener Gesetzesbruch relevant. Alles andere bleibt von den damaligen Zuständen gedeckt, übrigens selbst dann noch wenn schon längst >einzelne Bestrafungsmethoden (. . .) als pädagogisch höchst fragwürdig angesehen wurden, allerdings als rechtlich zulässig akzeptiert wurden<. Es handelte sich eben um ein Gewohnheitsrecht. Wie gut für die Strafenden - doch wo bleiben die mit diesen Strafen Gedemütigten? Wiederum: Leider einfach Pech gehabt? Darauf scheinen die akademischen Forscher keinen einzigen Gedanken verschwenden zu wollen. Hauptsache das System christlicher Erziehung leidet dabei möglichst wenig Schaden.

Christliches Ethos sollte eigentlich anders klingen. Darum: So leicht darf man es sich nicht machen. Es ist zwar verständlich, dass man das Werk der christlichen Barmherzigkeit und die in ihr Tätigen nicht gerne in Frage stellen lassen möchte. Doch der Einzelne darf dabei nicht wie ein beliebiger Gegenstand erzieherischer Bemühungen in Leid und Tränen unverstanden untergehen. Gerade den so arg Angeschlagenen sollte ein gewisses Recht auf Verständnis und liebevolle Unterstützung zukommen. Strafe ist dabei viel zu einfach - und zu billig. Immerhin geht es um konkrete Menschen - nicht um irgendwelche Prinzipien.

 

 

Noch eine Chance, Marc!

3SAT  Donnerstag, 13. November 2008 - 18:00 Uhr

Ein Boot-Camp ist keine Chance, sondern geprägt von Gewaltanwendung (verbal und psychisch). Es sollte mal überprüft werden, wo die Gesellschaft versagt hat und nicht der junge Mensch! Aber das passt ja so schön ins Klischee vom bösen Jugendlichen, der dann durch die "Maßnahmeträger", die sich gut bezahlen lassen, von Maßnahme zu Maßnahme weiter gereicht wird. Und weil das natürlich nicht greifen kann, wird dann dem Jugendlichen das Versagen der Gesellschaft in die Schuhe geschoben. Die "Chance" hat sich die Gesellschaft vertan. „Nach erfolgreichen Monaten in einem Erziehungscamp hat Marc einen niedergemacht.“ Schreibt FOCUS-Online. Das ist die Jugendhilfe, die von den Jugendämtern angeboten wird? Mehrmals hat Marc eines seiner Opfer den Kopf auf den Boden geschlagen. Dreimal dürfen Sie raten wo er das gelernt haben könnte. In einen dieser Camps! Hier verdienen sich kriminelle Ersatzpädagogen eine goldene Nase. Nach einen halben Jahr ist er da nicht rausgeschmissen worden, sondern die Maßnahme geht bei den meisten nur ein halbes Jahr lang. Diese Jugendlichen werden auf Staatskosten im Camps zu Schlägern weiterentwickelt. Als seelischen Krüppeln werden diese Schlägerkids entlassen und werden fast alle im Knast landen. Der Steuerzahler wird auch noch weiter zur Kasse gebeten. Und Ministerpräsident Koch (CDU), Bundespräsident Horst Köhler und die Staatsanwaltschaft Kassel unterstützen das auch noch! Wir verweisen auf die Gewaltszenen in der Sendung ... die härtesten Gefängnisse der Welt.

Stoppt die Macht der Jugendhilfeausschüsse

Danke an Thorsten Mehltretter der mit diesem Film die Augen der Bevölkerung geöffnet hat.

 

 

Auch in den Erziehungsheimen der Caritas

Konferenz für misshandelte Heimkinder
Deutscher Bundestag will Opfern ein Forum bieten und berät über Entschädigungszahlungen
Von Lars Köppler hier klicken...

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Es wird auch heute noch in den Kinderheimen Körperstrafen verhängt wie hier eine  Studie von Prof. Dr. Richard Günder beweißt. Kinderheime sind auch heute noch Prügelheime. Will sich die Politik in dreißig Jahren dann wieder entschuldigen?

Zitat: "Die Antworten auf die Frage, wie oft nach Meinung der Pädagogen heute noch körperliche Strafen angewandt würden, waren überraschend: 2,4 Prozent meinten, dies komme häufig vor. 51 % glaubten, dass Körperstrafen selten seien, nur 45 % meinten, es gebe sie gar nicht mehr."

Liebe Eltern, fragt bei den wenigen Kontakten zu euren Kindern ob sie geschlagen werden und meldet euch bei mir. Diesem Pädagogenvolk werden wir das Handwerk legen.

 

Keine Entschädigung für deutsche Heimkinder?

ML Mona Lisa
ZDF Sonntag, 05.10.2008 18:00 - 18:30 Uhr
Prügel, Missbrauch, Sklavenarbeit - für viele Heimkinder gehörte die so genannte "schwarze Pädagogik" bis in die 70er Jahre zum Alltag. Erstmals erkennt nun die Hannoversche Landeskirche ihr Leid an. Doch: Eine finanzielle Entschädigung kann noch Jahre auf sich warten lassen. Für viele Opfer ist es dann zu spät.
Weitere Informationen:
Die katholische Kirche schreibt in einem vertraulichem Papier:
Sachstandserhebung zur Situation von Heimkindern in katholischen Einrichtungen zwischen 1945 und 1975
„Es handelt sich um unzutreffende Hochrechnungen von Einzelfällen“
und es hätte
„…in den Heimen grundsätzlich keine Ausbeutung der Jugendlichen gegeben“

Kommentar:
Das Festhalten der Kinder in den Heimen war schon eine finanzielle Ausbeutung, die von den Behörden bezahlt wurde. Die Arbeit in den Heimen war noch zusätzlicher Profit.
Und wenn Nonnen durch perverse Behandlung von Kindern ihre eigene Psychose befriedigten, ist das auch eine Ausbeutung.


Barbara Dickmann, Sibylle Bassler (Hg.)
Nach einer Dokumentation von Sibylle Bassler und Angelica Fell
Gestohlene Kindheit
Wie Fürsorgeheime Kinder zerstört haben erschienen im mvg Verlag, München, 2008
ISBN: 978-3-636-06402-8

 

 

„Es tut mir unendlich leid“

18.09.2008 „Es tut mir unendlich leid“
Klaus-Dieter Kottnik Präsident Diakonisches Werk zu den aktuellen Vorwürfen in der Heimkinder-Diskussion
http://diakonie.de/188_4556_DEU_HTML.htm

23.09.2008 Bischöfin fordert rasche Aufklärung über Gewalt in Kinderheimen
http://www.op-marburg.de/newsroom/politik/zentral/politik/niedersachsen/art668,691439
Hannovers Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann hat eine gründliche Aufklärung jener Misshandlungen verlangt, die sich in den fünfziger und sechziger Jahren in kirchlichen Kinderheimen zugetragen haben.

26.06.2008 „Erforschung der Kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutsch-land (1949-1972)“
Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Damberg und Prof. Dr. Traugott Jähnichen
Zwischen Skandalisierung und pädagogischer Reformdebatte –
Zur Entwicklung der Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik
www.ruhr-uni-bochum.de/jaehnichen/kirchliche_heimerziehung.pdf

07.10.2009 Ehemalige Heimkinder in kirchlichen Einrichtungen sollten nach Meinung des Bochumer Theologieprofessors Traugott Jähnichen umfassend entschädigt und rehabilitiert werden. Dazu gehöre auch ein finanzieller Ausgleich für geleistete Arbeit, sagte Jähnichen am Dienstag bei einer Expertentagung zur Geschichte der konfessionellen Heimerziehung in Bochum.
 

15.09.2008 In den Nachrichten wird über den Psychoterror und Gewalt in Kinderheimen berichtet.
Ein Bericht von T. Kröger und I. Trams
Otto Behnck berichtet über schwerste Misshandlungen in Glückstadt.
Manfred Schwetje von der Diakonisches Werk Landeskirche Hannover fordert Gesamtlösungen.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/586536

Es wird auch von Kinderheimen gesprochen doch keine Kinder gezeigt.
Die Kinder die achtzehn Jahre lang diesem Terror ausgesetzt waren, sind noch nicht erfasst.
Nur wenige haben das überhaupt überlebt. Diese Zeugen schweigen für immer.

Die Caritas verdrängt, weil deren Opfer schon alle auf dem Friedhof liegen?
Readers Edition berichtet
Ehemalige Heimkinder: Was macht nun die Caritas?
Sonntag, den 21. September 2008 um 21:31 Uhr von Heinz-Peter Tjaden
 

15.09.2008 Betroffene erzählen bei NDR 1 Niedersachsen von Missbrauch in kirchlichen Kinderheimen in den 60er Jahren. Audio 2:52 Minuten hier klicken...

Niedersachsen 15.09.2008 18:23
Studie: Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt
http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/missbrauch100.html


ARD - Gewalt im Kinderheim:

Ein dunkles Kapitel der Fünfzigerjahre
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Endstation Heimstatt: Dagmar König (Ausbrecherkönigin aus der Diakonie) berichtet.
Hannover: "108 Mädchen hinter Stacheldraht" - Diakonie-Mitarbeiter Hans Bauer recherchiert in Strafbüchern. Tagesthemen vom 17.09.2008 23:00 Uhr
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt846.html

Zitat Hans Bauer: "Heiminsassen mussten Fliesen mit der Zahnbürste schrubben oder wurden tagelang in fensterlose Verliese eingesperrt. Solche Schikanen seien auch in Heimen der Caritas und in staatlichen Heimen vorgekommen."
 

17.09.2008 | 21:00 Uhr NDR 3 Menschen und Schlagzeilen
Magazin |Thema: Erschütternde Dokumente:
Wie Heimkinder in der Nachkriegszeit misshandelt wurden

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4987442_REF12488,00.html

Diakonie Hannover richtet Hotline ein Tel. 0511–360 43 44
Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat eine Telefon-Hotline für die Opfer von Kindesmisshandlungen in Erziehungsheimen in der Nachkriegszeit geschaltet. Unter 0511–360 43 44 könnten sich ab sofort ehemalige Heimkinder melden, die ihre Geschichte erzählen wollten, teilte die Diakonie am Dienstag mit. Das Telefon ist werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr besetzt.

 

 

Behinderte im 3. Reich

Die unvorstellbaren Forderungen des Josepf Mayer

Das Buch "Gesetzliche Unfruchtbarmachung Geisteskranker"

Ein Standardwerk für die katholische Seelsorge, da es von der Imprimatur freigegeben wurde.
Hephata in Hessen beschließt mit der evangelischen Fachkonferenz 1931 die Rassenpflege. Ziel war die Vernichtung "Unwertes Leben".
Gründe vieler Kranker: Schütteltrauma und Hospitalismus
Bodelschwingh von Bethel  bläst ins selbe Horn und fordert unmenschliches!

Auch die Caritas soll Kinder verhungern und vergiftet haben.

Der Film von Ernst Klee und Gunnar Petrich 1988


"Alles Kranke ist Last..."
Die Kirchen und die "Vernichtung lebensunwertes Leben"
hier klicken...

http://www.zeit.de/1988/32/Die-wahren-Monstren

Und dieses Buch zeigt mit welchen Pädagogen Heimkinder zu kämpfen hatten
Matthias Willing "Das Bewahrungsgesetz (1918 - 1967)"

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bewahrungsgesetz in der SBZ bzw. DDR nicht weiter verfolgt. In den Westzonen hingegen lebte die Diskussion erneut auf!

Zur Entstehung der Jugend-KZ by Martin Guse
http://www.martinguse.de/jugend-kz/entstehung.htm

 

 

Schädliche Gehirnentwicklung im Heim

Geist & Gehirn: Folge 112: Heim oder Familie

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer erklärt...

Was ist gut für die Gehirnentwicklung bei Kindern? Gibt es Unterschiede bezüglich der Intelligenz zwischen Heimkindern und Kindern, die in Adoptivfamilien leben? Und was ist generell gut für die Entwicklung von Kindern? 

Das Skandalvideo bitte hier klicken

Ist die Heimerziehung für unsere Kinder schädlich? ja!

Auch im Osten kommt die Jugendhilfe nicht an!
http://kinderinheimen.blogspot.com/2008/04/jugendhilfe-in-der-kritik.html

 

 

Presseinformation des Landtages Schleswig Holstein

Kiel, den 17.07.2008 Drs. 16/2167 Anke Spoorendonk

TOP 25 Entschließung des Landtages zur Unterbringung und Zwangsarbeit von Kindern/Jugendlichen in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung

CDU - FDP - Die Grünen - SPD - SSW

 

 

Mord in Füssen: Thailänderin Sulanee - Opfer durch Heimerziehung?

16.08.2008

Der Täter Michael K.(27) stammt aus Brandenburg, wuchs als Heimkind auf und war Zeitsoldat in Füssen.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/374/308321/text/

 

13.05.2009 Nun geht der Täter für Lebenslänglich in den Knast.

Die Kosten sollten dem Heimträger aufgebürdet werden.

http://www.dernewsticker.de/news.php?id=112634

 

 

 

Misshandlung: „Als wäre der Teufel in mir“

http://www.westdeutschezeitung.de/index.php?redid=269703
16. Juli 2008 von Christoph Lumme
In der Nachkriegszeit wurden zehntausende Kinder für schwachsinnig erklärt und in kirchlichen Heimen sadistisch gequält. Eins von ihnen war Monika Stey.

Täter
Priester und Nonnen misshandelten in den 50er und 60er Jahren Zehntausende Jugendliche: 1960 gab es 3000konfessionelle Heime mit 200000 Betten. In vielen Einrichtungen wurde die grausame Pädagogik der Nazi-Zeit ungebrochen fortgesetzt. Erst nach der Studentenrevolte kam es zu Reformen.
Opfer
Zahlreiche ehemalige Heiminsassen leiden noch heute unter schweren Traumata. Jedes frühere Heimkind stirbt statistisch vor dem 40. Lebensjahr, häufig durch Drogenmissbrauch und Freitod.

Zitat:
"Den Misshandlungen in der Familie folgten die Prügeljahre im Heim der „Armen Dienstmägde Jesu-Christi“ in Kerpen. Sie sagt: „Die Nonnen haben draufgehauen, als wäre der Teufel in mir.“ Manchmal stülpten sie ihr einen Leinensack über den Kopf und tauchten sie in eiskaltes Wasser, während sie ihr mit einem Schöpflöffel den Kopf blutig schlugen. Manchmal würgten sie sie mit einer Kordel oder mit den bloßen Händen, bis sie ihr Bewusstsein verlor. Und weil Monika ins Laken nässte, musste sie zur Strafe immer wieder unter ihrem Eisenbett die Nacht verbringen, auch im Winter ohne Decke."
 

„Mit der Zwangsjacke in die Wanne“
26.08.08
Kölner Stadt-Anzeiger
von Wilfried Meisen

http://www.ksta.de/html/artikel/1218660433601.shtml
Früheres Heimkind in Kerpen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Nonnen von St. Vinzenz. Der Orden weist die Anschuldigungen des Heimkinderverbandes als unbegründet zurück.

http://www.ksta.de/html/artikel/1218660433622.shtml
Lange ist das Leiden misshandelter Heimkinder im Deutschland der Nachkriegszeit totgeschwiegen worden. Doch seit ein paar Jahren wird diese dunkle Kapitel in der Vergangenheit...

 

 

Vier 4 kids - Eltern klagen gegen Justiz

Angeprangert werden in München „absolut skandalöse Beispiele, wie Gutachter, Gerichte, Jugendämter und Verfahrenspfleger unsere Familien kaputt machen“
 (so die beiden Politiker Josef Ranner und Blasius Thätter in ihrer Einladung).

Wie Gutachter, Richter, Jugendämter und Verfahrenspfleger unsere Familien zerstören
Familien in Gefahr - Kinder in Not

Reader Edition berichtet Hier klicken...

28.07.2008 Mönchengladbach und seine Verlorenen Kinder
Das Jugendamt musste 2007, 216 Kinder und Jugendliche in Obhut nehmen aber in der Nachbarstadt Krefeld waren es nur 31 Kinder.

 

 

Eine dunkle Seite Kanadas

12.06.2008 Mehr als 150.000 Kinder von Ureinwohnern wurden in dem Zeitraum zwangsweise in staatliche christliche Internate eingewiesen. Dort waren viele von ihnen körperlicher und sexueller Misshandlung ausgesetzt. "Heute erkennen wir, dass diese Politik der Assimilierung falsch war, großes Leid verursacht und keinen Platz in unserem Land hat", sagte Harper. "Die Regierung von Kanada erkennt an, dass es falsch war, Kinder mit Zwang ihren Eltern wegzunehmen und wir entschuldigen uns." Die Entfernung von Kindern aus ihren Familien sollte seinerzeit offiziell dazu dienen, die Indianer besser in die kanadische Gesellschaft zu integrieren.
http://www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1521383
"Sexueller Missbrauch war in den von Nonnen und Priestern geführten Schulen an der Tagesordnung. Im Internat von Port Alberni verbreitete ein später verurteilter Sexualtäter namens Arthur Henry Plint als Aufseher Angst und Schrecken in den Schlafräumen. Plint wollte auch Alvin Dixon zu oralem Sex zwingen. «Ich war damals aber bereits zwölf Jahre alt und wehrte mich.» Kleinere Kinder – manche wurden schon im Alter von vier Jahren den Eltern weggenommen – konnten sich gegenüber solchen Kriminellen nicht wehren."

Nicht nur Kanada hat sich zu Entschuldigen und zu Entschädigen. Auch hier zu lesen...

 

 

  In den Fängen der Fürsorge

 04. Juni 2008 00:30
              Das Schicksal von Heimkindern der 60er Jahre

Die ZDF-Dokumentation von Sibylle Bassler und Angelica Fell beschäftigt sich mit diesem düsteren Kapitel deutscher Erziehung. Sie geht auch der Frage nach, ob diese ehemaligen Heimzöglinge als Opfer anerkannt werden und mit einer finanziellen Wiedergutmachung nach dem Opferentschädigungsgesetz rechnen können.

Sendetermin am Mittwoch in der Nacht zum Donnerstag um 00:30 Uhr nach den Nachrichten.

Bisher wurden alle OEG Anträge (Opferentschädigungsgesetzanträge) abgeschmettert!

 

 

Ehemalige Heimkinder aus NS-Zeit gesucht

BRAUNAU. Nach mehrwöchiger Irrfahrt trafen Ende 1944 60 Kinder aus dem tschechisch-polnischen Grenzgebiet in Braunau ein und wurden in der Region verteilt. Um zu erfahren, was mit den Kindern geschah, werden jetzt Zeitzeugen gesucht.
weitere Informationen hier klicken...
Ein Film „Die Kinder von Etzelsdorf – Das Schicksal von osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen und deren Kindern um 1945“ zeigt Adelheid Goritzkas Erfahrungen im Pichler Heim.

 

 

ML Mona Lisa

am 01.06.2008 Sonntags, 18.00 Uhr

Von Nonnen gequält
Die heute 47-jährige Carola Koszinoffski berichtet von grausamen Erziehungsmaßnahmen, die bis Mitte der 70er Jahre im Kinderheim St. Josef in Eschweiler für Zucht und Ordnung sorgen sollten. Das Heim stand damals unter der Obhut des Schwestern-Ordens "Arme Dienstmägde Jesu Christi".

 

 

Misshandelte Heimkinder

WDR
Sonntag, 25.05.2008 19.30 - 20.00 (30 min.)

WDR Köln Westpol Sendemanuskript vom 25.05.2008
jeweils sonntags 19.30 - 20.00 Uhr http://www.wdr.de/tv/westpol/
Bild: (c) WDR
Kinderheim in den 60ern; Rechte: WDR/AKGMisshandelte Heimkinder: Das lange Warten auf Entschädigung
Sie mussten 10 Stunden lang täglich bügeln oder Torf stechen. Sie wurden geschlagen und misshandelt. Und: Sie konnten nicht fliehen, denn sie waren eingeschlossen: ehemalige Bewohner von Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren. Bis heute haben sich die Kirchen, in deren Trägerschaft viele Heime waren, nicht bei ihnen entschuldigt. Auf eine Entschädigung warten die ehemaligen Heimkinder bislang vergeblich. Westpol ist mit einer Betroffenen an den Ort ihrer traurigen Kindheit zurückgekehrt.
Die kostenfreie Hotline lautet:
Tel.: 0800 - 5678-100
Fax: 0800 - 5678-101

 
Westpol, das Politikmagazin für Nordrhein-Westfalen, wird immer montags von 13.30 bis 14.00 Uhr im WDR-Fernsehen wiederholt.
Hier Klicken: Der Beitrag als Video

 

 

Auf sich gestellt - wenn ehemalige Heimkinder erwachsen werden

- Bayern Radio 2 -

13.05.2008 10:05 - 11:56

Bayerischer Rundfunk - 20. Woche
- Bayern Radio 2 -

Notizbuch - Auf sich gestellt - wenn ehemalige Heimkinder erwachsen werden

 

Hier mithören... am 13.05.2008 10:05 - 11:56

 

Ausgewählte Beiträge als Podcast verfügbar

http://www.br-online.de/podcast/radio/mp3-download-podcast-uebersicht-bayern2.shtml

 

 

 Bayerischer Rundfunk report MÜNCHEN


Sendung vom 14.04.2008

Drohen statt vermitteln –
Die unsensible Vorgehensweise deutscher Familiengerichte

http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2008/00444/druckversion.html

report MÜNCHEN hakt beim Bundesjustizministerium nach, aber die Justizministerin Zypries sieht keinen Handlungsbedarf. Menschen mit Entmündigung zu drohen ist also weiterhin möglich. Geistig völlig gesunden Menschen, die einfach nur um ihr Recht kämpfen, droht damit weiterhin die Gefahr für unzurechnungsfähig erklärt zu werden.

 

 

Frau von der Leyen

Familienministerin hat keinen Bedarf an weiteren Informationen?
17.03.2008 http://pressemitteilung.ws/node/124108
...Von der 49-Jährigen habe ich am 21. Februar 2008 einen Brief bekommen, die Ministerin schrieb: „Ihr Engagement für Jessica Müller nötigt mir Respekt ab.“ Weitere Informationen aber sind nicht erwünscht? Fest steht: Heute bekam ich zwei Briefe mit dem Vermerk „Annahme verweigert“ zurück.

 

 

Schafft ein Heim ein zu Hause?

Was geschieht noch heute in den Kinderheimen, warum bezahlen Jugendämter diese Wirtschaftsunternehmen, hat die Justiz keine Kompetenz mehr, warum haben Anwälte Angst, was zeichnet einen Gutachter aus?

hier klicken... und verstehen

 

 

Kinderleichen im Kinderheim JERSEY

21.09.2009 Erstes Urteil auf JERSEY
Ex-Angestellter zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
http://www.bielertagblatt.ch/News/Ausland/154195

12.11.2008 Neuer Ermittler schließt Kindermorde aus
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,590000,00.html

02.08.2008 Überreste von fünf Kindern gefunden
Die Polizei hat Knochen und Zähne von mindestens fünf Kindern in dem Skandal-Heim auf der britischen Kanalinsel Jersey entdeckt. Die Leichenteile wurden offenbar verbrannt.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/430/304406/text/

31.07.2008 Polizei entdeckt fünf verstümmelte Kinderleichen
Britische Medien nennen es "das Horrorhaus von Jersey": In dem ehemaligen Erziehungsheim sollen Hunderte Mädchen und Jungen missbraucht worden sein. Jetzt fand die Polizei dort die Überreste von fünf Kindern - alle verstümmelt, verbrannt, mit Narben übersät.
Die Mädchen und Jungen waren zwischen vier und elf Jahre alt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,569285,00.html

09.07.2008 Polizei untersucht in Missbrauchsfall deutschen Bunker auf Jersey
Das Kinderheim steht im Mittelpunkt eines der größten Fälle von Kindesmissbrauchs in Großbritannien. Hier klicken und hier

12.06.2008 Weitere Festnahme wegen mutmaßlicher Kindesmisshandlung auf Jersey
http://www.dernewsticker.de/news.php?id=17113

Am Donnerstag hat es eine vierte Festnahme gegeben. Es handelt sich um einen 50-jährigen Mann.

01.06.2008 Mann wegen Missbrauchs in Kinderheim auf Jersey beschuldigt
Hier klicken

29.04.08 Nächste Festnahme in Horrorheim-Skandal
Jahrzehntelanger sexueller Missbrauch von Kindern: Ein Wärter ist in Haft, doch es gibt noch 40 Verdächtige. Nun klickten wieder die Handschellen.

 29.04.2008 Verhaftung im Fall des Horror-Heims
JERSEY (GB) – Neue Entwicklung im Missbrauchsfall der Heimkinder von «Haut de la Garenne»: Nach Funden von Milchzähnen und Knochen wurde heute ein Mann verhaftet, der über die jahrelangen Quälereien und Vergewaltigungen von Heimkindern reden soll.
http://www.blick.ch/news/ausland/verhaftung-im-kinderheim-des-horrors-89691
und bei neuepresse Mann wegen Vorgängen in Jerseys Horrorheim festgenommen
und Welt-Online Verdächtiger in Missbrauch-Skandal verhaftet

18.03.2008 Heimkinder für Sex-Spiele an Reiche ausgeliehen
Auf den Luxus-Yachten erlebten die Jungen und Mädchen die Hölle
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/nachrichten/211880.html

12.03.2008 Nun wollen die Verantwortlichen mit aller Gewalt die Aufklärung behindern und bedrohen die Ermittler
http://www.blick.ch/news/ausland/horror-heim-verdaechtige-schuechtern-polizisten-ein-85919

25.02.2008 Furchtbare Entdeckung:
Eingemauerte Kinderleiche im englischem Kinderheim auf Jersey gefunden!
http://www.n24.de/news/newsitem_400579.html

160 bestätigte Missbrauchsopfer haben sich schon gemeldet. Es werde nach sechs weiteren Kinderleichen in dem Kinderheim gesucht, das von 1960 bis 1986 betrieben wurde.
Der couragierte ehem. Gesundheitsminister von der Insel Jersey, Stuart Syvret, will nun die Sache, die jahrzehntelang unter dem Teppich gekehrt wurde, aufklären. BILD berichtet! 28.02.2008
Der 59-jährige Peter Hannaford ist selbst als Heimkind mit zwölf Jahren "fast jede Nacht" Opfer grausamer Gewalttaten geworden.

Wann werden die Kinderleichen in deutschen Kinderheimen gefunden?
Die Adressen könnten schon bekannt sein!

 

 

Steuerskandal Liechtenstein

Der Informant Heinrich K. soll sich nach Australien abgesetzt haben. Laut Informationen von N24 soll er eine schwierige Kindheit gehabt haben. Auch seine Schwestern sollen in einem Heim gewesen sein. Was sagt uns das?
Haben wir es jetzt ehemaligen Heimkindern zu verdanken, dass der Steuerbetrug aufgeflogen ist. Vielleicht überdenkt der LVR und die Gerichte mal ihre Arbeitsweise; Kinder in Heime zu stecken.
Nach dem Heim sind die meisten Skrupellos und können sehr gefährlich werden. Wollen wir hoffen, dass die Bochumer Staatsanwaltschaft mal über ein Dankeschön nachdenkt.

Vom Heimkind zum Spion?

12. März 2008 Liechtenstein: Die Welt sucht Heinrich Kieber
Jetzt wird der 42-jährige "Henry" per internationalem Haftbefehl gesucht
http://www.markenpost.de/bigimage.php?ID=30479
"Dann allerdings entscheidet das Jugendamt in Liechtenstein, dass Heinrich Kieber in ein Kinderheim soll. Vielleicht hat er Liechtenstein nie verziehen, dass er nicht bei seiner Mutter bleiben durfte und ihn das Jugendamt in ein Heim in Schaan unterbrachte?"

 

 

Logo Landeswohlfahrtsverband Hessen

LWV-Hessen sollen verkauft werden!


Der Landeswohlfahrtsverband Hessen – Träger der überörtlichen Sozialhilfe – soll aufgelöst werden!

Nachdem nun der LWV sich beim den ehemaligen Heimkindern entschuldigt hat wird er aufgelöst um möglicherweise etwaige Entschädigungszahlungen aus dem Weg zu gehen?
Die Presse dazu:
Die Einrichtungen des LWV-Hessen sollen verkauft werden!
http://www.netzwerkit.de/projekte/gesundheit/news_item.2005-04-02.5420841669/

Reform: Fragen zur Aufgabenstellung und ihrer Finanzierung
http://www.lwv-hessen.de/webcom/show_article.php/_c-330/_nr-22/i.html

 

 

Skandal in Worms/Ramsen Kinderheim Spatzennest

 

17.05.2008 KAISERSLAUTERN Stefan S., ehemaliger Leiter des Kinderheims Spatzennest im pfälzischen Ramsen, wird sich ab 29. Juli in öffentlicher Hauptverhandlung vor dem Landgericht Kaiserslautern wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu verantworten haben.
Der Angeklagte, seit Februar in Untersuchungshaft, muss nach Anordnung des Gerichts weiterhin im Gefängnis bleiben. hier weiterlesen...


Freitag, 22. Februar 2008 um 01.50 Uhr

Auf Arte TV (Deutschland, 2007, 52mn) NDR Regie: Jutta Pinzler, Dorothea Hohengarten

PR-inside.com 08.02.2008
Der GAU ist eingetreten. Heimleiter verhaftet.
"Ich hatte die Befugnis den zwölfjährigen Mädchen die Creme an die Scheide zu schmieren"
 

Mit einer Tube habe er bei einer Elfjährigen einen Darmeinlauf vorgenommen.
Auf Computern des Stefan S. seien "zwei Bilder mit deutlich kinderpornografischen Tendenzen" gefunden worden, so der Oberstaatsanwalt Helmut Bleh


Vom 19.12.2007 Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt nach wie vor wegen Kindesmissbrauchs gegen den Sozialpädagogen Stefan S. (40) Allgemeine-Zeitung.de

berichtet.

 

19.12.2007 Wegen Kindesmissbrauchs ermittelt die Staatsanwaltschaft

Thema: Panorama, 06.12.07: Verdacht auf Missbrauch - Jugendamt zerstört Familien

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-4449612_mid-4456494_.html
Prof Uwe Jobt prangert die Heimerziehung und deren Willkür und Machtmissbauch an.

Ist nur zu hoffen das hier riesige Entschädigungszahlungen gefordert werden.

 

Das Gästebuch der ARD ist voll mit Klagen der Bürger

http://daserste.ndr.de/de-forum/thread.jspa?threadID=152&start=0&tstart=0 

 

http://www.wormser-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=3094405

Jugendamt unter Druck - Fragen an Sozialdezernenten Georg Büttler (SPD)
FDP und Grüne verlangen im Stadtrat Aufklärung über den Fall des Kinderheims Ramsen

Strafverfahren am 10. September 2007 eingeleitet!

 

Auf Anweisung des Amts wurden die neun Kinder und Jugendlichen in anderen Einrichtungen untergebracht. Warum werden die Kinder nicht in die Elternhäuser zurückgeführt.

Alleine dafür müsste der Träger "Jugendhilfe Einrichtungen Südwest" JES, und die verantwortlichen in den Bau. Mit ihren Sozialpädagogischen Zerstörungsprojekten gehören die an den Pranger und es ist zu hoffen, dass sich der DPWV und die IGfH schleunigst davon distanziert.
 

Die damaligen Aussagen des Heimleiters Stefan Schmitt in den Wormser Prozessen werden von der Staatsanwaltschaft erneut geprüft. Das Spatzennest war klinisch besser ausgestattet wie mach Arztpraxis und diente wohl nur einem fragwürdigen Zweck. 

26.11.2007 Ein erschüttender Bericht der ADR hier klicken...

 

ehemalige Heimkinder:

Wir verlangen die Schließung des Jugendamts und die Verurteilung der Verantwortlichen. Das muss vor den europäischen Gerichtshof. 

 

 

Kinderdorf St. Josef Dalheim-Rödgen
zertifiziert nach ISO 9001

"Das Unternehmen Kinderdorf St. Josef"

Also ist es ein Unternehmen mit dem Profit erzielt werden soll?
Da müssen ja alle Straftaten aus dem Heim genau Protokolliert werden - nach ISO 9001

Diese Protokolle würden uns sehr interessieren.

Und wo bleibt da die Produkthaftung? Mit ehemaligen haben diese Heime echte Probleme!

Link

Gerda Edelhoff wird wegen ihres herausragenden Engagements für Kinder des Kinderdorfes Dalheim-Röttgen und weiterer gemeinnütziger Aktivitäten im kirchlichen Bereich ausgezeichnet.
 

 

Bischöfin Maria Jepsen

Bischöfin Maria Jepsen, Mitglied der EKD-Führung und dort unter anderem zuständig für die Diakonie. Ausgerechnet die „Kaiserswerther Diakonie“, die in der NS-Zeit am „Euthanasie“-Programm beteiligt war und in den 1960er Jahren „Heimkinder“ drangsalierte, eröffnete kürzlich eines der ersten „Erziehungscamps“.

10.07.2010 Hamburg Bischöfin Maria Jepsen soll schon vor Jahren von Missbrauchsfall gewusst haben! Mit Foto!
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,705769,00.html

 

 

Mutter Courage - eine Gefahr für die Schweiz?

Die Akte Ruth Seiler-Schwab geb. 1918 - Dokumentarfilmzeit


 
3sat Sonntag, 09.12.2007 21.15 - 22.15 (60 min.)

Ruth Seiler-Schwab, wuchs in einer Bauernfamilie mit sechs Mädchen im Berner Seeland (Kerzers, Schweiz) auf und ist heute 89 Jahre alt. Mit einer Art Urkommunismus wollte sie den Bauernfamilien mit sozialistischen Ideen aus der Armut helfen. Dafür wird sie 1942, zwei Tage vor ihrer Hochzeit verhaftet und kommt für eine Woche ins Gefängnis. Im Schweizer Bundesarchiv ist sie als aktive Kommunistin registriert. Die kommunistischen Ideen der jungen Bauerin wurden auch schon damals nicht gebilligt.

Sie war nicht nur die Mutter für ihre eigenen Kinder, sondern auch noch für 120 Heimkinder im Schlössli Ins. http://www.schloessli-ins.ch/  Sie hat den Lehrer Robert Seiler geheiratet und 1953 mit ihm die Heimschule gegründet. Das Konzept des Schulheimes war eng an einer Waldorfschule angesiedelt. Durch die Umsetzung von Rudolf Steiners Anthroposophie führte dies sogar zu Neugründungen von Heimen im Emmental und im Ausland.

Ihr Sohn Ueli Seiler übernahm 1972 die Leitung der Heimschule und hat sehr enge Kontakte zu Tallinn (Estland), Riga (Lettland) und Prag (Tschechien). Zu Deutschland liegen keine Informationen vor. Sie könnten aber ihre kommunistischen Ideen bis heute verfolgen.   

Bleibt zu hoffen, dass ihr Ringen um freie Liebesbeziehungen vor dem Heim Schluss macht.

 

 

Plötzlich ist dein Kind weg

Eltern kämpfen gegen Behördenmacht

WDR Fernsehen
Sonntag 09. Dezember 2007, 16.25 Uhr - 16.55 Uhr
Wiederholung, 14. Dezember 2007, 9.20 Uhr - 9.50 Uhr
Wann hört der Missbrauch der Jugendämter endlich auf!

 

 

Unsere 60er Jahre – Wie wir wurden, was wir sind
Thomas Baumann über die Doku-Reihe

ARD Montag, 3. Dezember 2007 um 21.00 Uhr Teil 4
Rena will raus aus den engen Verhältnissen. Ihre allein erziehende Mutter verdient mit der Pflege einer alten, unfreundlichen Tante den Lebensunterhalt. Als Rena beginnt, die Schule zu schwänzen, und ein Lehrer sie bei den "Gammlern" an der Gedächtniskirche sieht, schaltet er das Jugendamt ein. Von einem Tag auf den anderen wird Rena in ein Heim gesteckt, das mit hohen Mauern und Stacheldraht einem Gefängnis gleicht.

ARD Montag, 10. Dezember 2007 um 21.00 Uhr Teil 5
Rena Sander-Lahr aus Westberlin möchte rebellieren. Sie ist damals 15 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren in einem christlichen Heim für schwer erziehbare Mädchen, das nicht nur wie ein Gefängnis aussieht. Die Nonnen führen ein strenges Regiment: Es herrscht Zucht und Ordnung, nie erlebt Rena eine zärtliche Geste oder ein herzliches Wort. Sie und zwei Freundinnen planen die Flucht.

ARD Montag, 17. Dezember 2007 um 21.00 Uhr Teil 6
Der 17-jährige Gerhard bezahlt seinen Traum von der weiten Welt mit 15 Monaten Jugendknast.
 

 

Katholiken wollen sich entschuldigen

Neue Luzerner Zeitung - 14.11.2007

Die Luzerner Katholiken wollen sich bei all jenen entschuldigen, denen von kirchlichen Amtsträgern Gewalt angetan wurde.

Das Parlament der römisch-katholischen Landeskirche hat ein entsprechendes Postulat mit grossem Mehr überwiesen. Es verlangt, dass sich die Kirche für katholische Amtsträger entschuldigt, die «Verding-, Heimkinder oder Kinder, die ihnen anvertraut waren, psychisch und physisch unrecht behandelt» haben. Solche Misshandlungen gab es im Kanton Luzern etwa im Erziehungsheim Rathausen, und zwar bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein.
 

Neue Luzerner Zeitung, 10.12.2007

Kirchliche Gewalt an Kindern
Vorläufig gibt es keine Entschuldigung
Kirchenleute haben Gewalt an Kindern ausgeübt.
Die katholische Basis wünscht eine Entschuldigung. Aber die Exekutive will mehr Zeit.
EXPRESS:
• Die katholische Kirche wartet auf eine Studie über Heim- und Verdingkinder.
• Dann will sie entscheiden, wer sich wie für Gewalt an Kindern entschuldigen soll.

«Die Sache ist zu wichtig, als dass wir Schnellschüsse machen dürften»: Das sagt Jörg Trottmann, Präsident des Synodalrats der römisch-katholischen Landeskirche Luzern.

«Die Sache» - das ist psychische und physische Gewalt, die Heimkindern und Verdingkindern bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts angetan wurde. Auch von Kirchenleuten oder mit Duldung kir …

weiter …: www.zischweb.ch/epaper

 

 

Bamberger Erklärung wird an EU-Politiker übergeben

 

20.11.2007  

Marcin Libicki, Vorsitzender des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes ist im Juni 2007 und im Europarat über Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Eltern von Seiten deutscher Jugendämter aufmerksam gemacht worden.

Das Video dazu hier klicken…

 

Annelise Oeschger, Präsidentin der Konferenz der Nicht-Regierung-Organisationen (NGO) des Europarates, hat dem Petitionsausschusses des Europa-Parlaments in Brüssel, dem Vorsitzenden Marcin Libicki, die "Bamberger Erklärung" überreicht.

 

 

 

Immer mehr Heimkinder im Kreis

Schwerte In vielen Kommunen des Kreises werden immer mehr Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht. Besonders in Schwerte und Lünen steigen die Zahlen.
In Schwerte sind deswegen überplanmäßige Ausgaben von etwa 1,7 Millionen Euro angefallen. Um diese Kostensteigerung einzudämmen, soll die Stadt ein Konzept entwickeln.
Unter anderem sollen externe Berater das aktuelle Hilfeplanverfahren überprüfen. Der entsprechende Antrag wird im nächsten Sozialausschuss besprochen. Die Gründe für die steigende Zahl an Heimunterbringungen sind vielfältig: die soziale und finanzielle Verelendung von Familien nimmt auch in Schwerte zu, immer mehr Eltern sind psychisch krank, Drogen- und Alkoholmissbrauch steigen. Außerdem schnelle die Anzahl von Kindesmisshandlungs- Meldungen wegen des gesteigerten öffentlichen Bewusstseins nach oben, so die Stadt. [01.10.2007] Quelle:

 

 

Lebenslänglich Heimkind
Kampf um Liebe und Rente

11. Nov. 2007 um 16.25 im WDR-Fernsehen Hier klicken...

Die Filmemacherin Beatrix Wilmes aus Köln  hat sich mit ihren sensiblen Betrachtungen einen Namen gemacht.  Nicht nur für FrauTV, sondern auch in Redaktion mit Martin Blachmann, der ja auch meinen Film "Ich bin ein Heimkind" gemacht hat. Mit "Gott und die Welt" WDR ist Beatrix Wilmes eng verbunden.

Regina Eppert ist 17, als sie im Sommer 1960 ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Wegen "drohender Verwahrlosung" wird sie in ein Erziehungsheim eingewiesen - geleitet von den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul. Mutter und Kind werden sofort getrennt, Regina Eppert unter Strafandrohung zu Gebet, Arbeit und Schweigen gezwungen. Zwei unbarmherzige Jahre, unter denen Mutter und Tochter noch heute leiden. Regina Epperts Heimschicksal teilen in den Anfängen des Wirtschaftswunderlandes Tausende Kinder und Jugendliche, auch Wolfgang Focke. Ob Prügel, Vergewaltigung oder Einzelarrest, Wolfgang Focke hat alles erlebt. 8 lange Jahre lang war er in unterschiedlichen Heimen untergebracht. Überall musste er hart arbeiten, für ein Taschengeld - ohne Lohn und Sozialversicherung. Bis heute wirkt sich die Heimzeit auf ihr Leben aus: Wolfgang Focke lebt am Existenzminimum, Regina Eppert hat kaum Kontakt zu ihrer Familie. tag7 erzählt die Geschichte zweier ehemaliger Heimkinder, die nicht mehr schweigen wollen und anfangen zu kämpfen: Regina Eppert um die Liebe ihrer Tochter, Wolfgag Focke um die Anerkennung seiner Arbeitszeit auf die Rente.

Ob der Filmbeitrag die echten Probleme der ehemaligen Heimkinder widerspiegeln wird?

Kommentar:
Die Verantwortlichen der  Kindesmisshandlungen in den Heimen wurden "Eingeladen" um
Sachverhalte vorzubringen.

Nicht von der Staatsanwaltschaft sondern vom Petitionsausschuss wurden die Damen und Herren der Kirchen und Verbände vorgeladen. Eine einmalige skandalöse Vorgehenswiese, das schuldbehaftete Organisationen befragt werden und die Opfer draußen wie Bettler stehen müssen, während die Jalousien heruntergelassen wurden damit die Öffentlichkeit draußen bleibt. Eine Diskriminierung der Opfer erster Güte! Du bist Deutschland! Du bist ein Heimkind!

 

 

Mehr zum Thema Heimkinder beim WDR hier....

Psychologisches Diagnostizieren bei Kindern SS 04

Einführung/Besonderheiten der Diagnostik bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen

Quelle: Prof. Dr. Ursula Kastner-Koller
hier klicken...

 

report MÜNCHEN am 22.10. um 21.45 Uhr
Kindesentzug auf Verdacht?
Die unkontrollierte Macht der Jugendämter

 

Mit dutzenden Fällen von Kindesentzug in Deutschland müssen sich das Europaparlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigen. Rechtsbruch gehört laut Insidern bei deutschen Jugendämtern zum Alltag. Kein Wunder, existiert doch keine funktionierende Kontrolle der Jugendämter in Deutschland. Und das, obwohl die Macht der Sachbearbeiter bis zur Kindeswegnahme reicht. Im europäischen Vergleich sind die deutschen Jugendämter damit bisher einzigartig.
report MÜNCHEN begleitete zwei Fälle. Mehr Information unter
http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2007/00423/info.html Leider gelöscht worden

hier klicken... für die ganze Geschichte und
das Video dazu hier klicken...

Skandal im Gelderner Jugendamt Hier klicken
Bürgermeister und Jugendamtsleiter müssen sich beschimpfen lassen
Finanzmaklerin Elisabeth Sodies kämpft für die Menschenrechte der Kinder.

Die Rheinische Post ist einer der Geldspender an die Heime! Hier klicken
Auch Schloss Dilborn hat 5000,- Euro erhalten. Versucht die RP-Online sich reinzuwaschen oder gibt es eine direkte Autostraße in den Psychoterror? Sitzt der LVR womöglich direkt in der Redaktion?
Ich frage mich warum die RP-Online, unsere Kinder im  Land, nicht vor Kinderheime schützen will.

Wie kleine Kommunen sich von den großen Kreisjugendämtern trennen wollen.
erstellt am:  13.02.2007, Nettetal, Marsch ins eigene Jugendamt
 ...hier klicken
von  LUDGER PETERS

 

 

Kinderheime in der Bundesrepublik in den 60 Jahren

 


Kinderheime in der Bundesrepublik in den 60 Jahren
Audioportal Freier Radios 21.10.2007 15:12, Interview deutsch, Länge 45:43 Minuten
Silke Bauer
In dieser Sendung interviewe ich das ehemalige Heimkind Dietmar Krone.
Er war ein ungewolltes Kind und wurde von seiner Mutter misshandelt und zu ausbeuterischer Kinderarbeit gezwungen, die Nachbarn sahen weg.
Um ihren Sohn loszuwerden und ihre Misshandlungen zu vertuschen, brachte seine Mutter ihn schließlich mit Lügen und Falschaussagen in ein Erziehungsheim.
Seinen Aussagen glaubte hingegen niemand, da er noch ein Kind war.
Im Erziehungsheim wurden die Kinder u. a. von ehemaligen Wehrmachtsangehörigen und ehemaligen SS-Leuten misshandelt, ausgebeutet und missbraucht.
Für die Firmen Miele, Braun, Grundig und Rowenta mussten die Kinder unter schlimmsten Arbeitsbedingungen bis zu 12 Stunden am Tag unter Androhung von Schlägen Geräte im Akkord montieren. Auch für Bauern mussten die Heimkinder auf den Feldern schuften und wurden dort verprügelt.
Unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit waren die Kinder in den Heimen ihren Peinigern und Aufsehern schutzlos ausgeliefert. Nicht wenige der Heimkinder kamen in deutschen Kinderheimen zu Tode oder mussten in die Psychiatrie eingeliefert werden.
Dietmar Krone erzählt nicht nur vom Erziehungsheim, sondern auch von schlimmen Misshandlungen, die er in konfessionellen Kinderheimen erlebt hat.

Danke an Ditmar Krone hier Anhören...

 

 

ZDF Mona Lisa vom 07.10.2007 18:00 - 18:30 Uhr

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,7012054,00.html

SCHWARZE PÄDAGOGIK
"Landesfürsorgeheim Glückstadt", das hört sich gut an. In den 30er und 40er Jahren war es ein
nationalsozialistisches Arbeitslager. Noch bis Anfang der 70er Jahre wurden hier die Zöglinge
geschlagen, gedemütigt und gezwungen, Sträflingskleidung zu tragen. Die Jugendlichen mussten in
Steinbrüchen bis zur Erschöpfung arbeiten, sollten zu "wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft"
geprügelt werden. Erst jetzt brechen die Opfer ihr Schweigen, fordern Rehabilitation. ML über ein
kaum bekanntes und düsteres Kapitel deutscher Zeitgeschichte.
hier ansehen...

 

 

Werke 2. Administrativjustiz


Carl Albert Loosli (1877-1959) – Verdingbub und Literat

Zum Beispiel: Psychotherapie und Erziehung. Ein Rückblick auf den Streit um die Arbeitserziehungsanstalt Uitikon. Bümpliz (Selbstverlag) 1952

 

Die Carl-Albert-Loosli-Gesellschaft hat sich zu einer Werkausgabe in sieben Bänden entschlossen; im Spätherbst sollen die zwei ersten Bände zum Anstaltsleben und zur Administrativjustiz erscheinen.

 

Mir kommt der Klappentext so vor als wenn er 1960 in Deutschland geschrieben wurde.

 

Werke 2. AdministrativjustizKlappentext

In den Gefängnissen, Arbeits- und Zwangserziehungsanstalten saß zu C. A. Looslis Zeiten nur gerade ein Drittel gerichtlich Verurteilter. Zwei Drittel der Internierten waren »administrativ Enthaltene« ? nichtkriminelle Schwierige, Auffällige und Unbequeme ?, die ohne Urteil nach Gutdünken der Behörden »versorgt« wurden, manchmal lebenslänglich. Diese Internierten hatten mit ihrer Arbeit mitzuhelfen, die Anstalten kostengünstig zu betreiben ? Loosli nannte sie deshalb »Staatssklaven«. Das so perfide wie rechtsstaatlich indiskutable Versorgungssystem funktionierte als Klassenjustiz und traf neben Alkoholikern, »Familienvernachlässigern« und Nichtsesshaften häufig auch Arbeitslose, die man als »Arbeitsscheue« denunzierte. Diese »Administrativjustiz« ist die Kehrseite der damaligen Geranienschweiz und bis heute kaum erforscht: ein eigentliches sozialgeschichtliches Tabu.Looslis Kampf gegen die »Administrativjustiz« steht im Zentrum dieses Buches. Mit Aufsätzen, Artikeln und Briefen wird er daneben aber als versierter und unbeugsamer Anwalt des Volkes vorgestellt: Er mischte sich ein bei Justiz-, Strafrechts- und Strafvollzugsreformen, er denunzierte behördliche Willkür vor dem Hintergrund des Verfassungsrechts, und er wies immer wieder das Unrecht nach, welches das damals herrschende Rechtssystem für die Unbemittelten, Armen und Wehrlosen bedeutete.


Werke 1. Anstaltsleben Verdingkinder und Jugendrecht.

Loosli kämpfte gegen die Versorgung von Kindern in Anstalten; gegen das Verdingkinder-Unwesen; gegen die unbefristete »administrative« Internierung randständiger Erwachsener; für die Humanisierung von Strafrecht und Strafvollzug. Er machte als Mitbegründer und erster Präsident des Schweizerischen Schriftstellerverbands Literaturgeschichte und schrieb im Zusammenhang mit Ferdinand Hodler Kunstgeschichte. Er trat als Anwalt der schweizerischen Juden und Jüdinnen gegen die Hetze der in- und ausländischen Nazis an. Und er beharrte gegenüber den Fronten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges sowie des Kalten Krieges auf einer Demokratie, die diesen Namen verdient. Die in den Jahren 2006 bis 2009 erscheinende Werkausgabe erlaubt es, C. A. Loosli  in der ganzen gesellschafts-, sozial- und kulturpolitischen Breite seiner Schriften, seiner Interessen und seines Engagements kennen zu lernen.

 

 

Misshandelt und ausgebeutet

Zur NDR Info Startseite

NDR Reportage
http://www.ndrinfo.de/programm/sendungen/reportagen/heimkinder6.html
Misshandelt und ausgebeutet: Heimkinder in den 60er-Jahren

Hier anhören...

 

Halle macht den ersten Schritt:
Kinder aus den Heimen zu holen


21.09.2007
"Es darf nicht heißen: einmal Heim - immer Heim. Natürlich gibt es Familien, die kaputt sind. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass, wenn einmal ein Problem in der Familie war, das Problem immer bleibt."
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http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen-anhalt/4856351.html
Danke liebe Frau Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados aus der Stadt Halle für die Dienstanweisung Nr. 93 im Jugendamt Halle
Schluss mit Heime für Kinder!
Die skandalöse Presse im überblick hier klicken...

Keiner denkt an die psychischen Erkrankungen der Heimkinder

 

Sonntag, 21. Oktober 2007, 12.47 Uhr Blickpunkt mit Stefan Raue
Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken.

Heimskandal - Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken. Die Stadt Halle möchte Geld sparen, so war es in einer großen Tageszeitung zu lesen. Ihre Idee: Heimkinder sollen wieder zu ihren Familien zurück. Für einige Experten ist das ein Skandal, dies sei eine völlig absurde Anweisung, sagt ein renommierter Familienrechtler. Anders die Stadt Halle: Es sei menschlicher, wenn Kinder in ihren Familien aufwachsen, sagte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados. Über den Streit und das Pro und Contra berichtet aus Sachsen-Anhalt ZDF-Reporterin.
Berit Suhr.
hier ansehen...

Kommentar:
Bitte sehen sie sich den Bericht genau an. Eine mindestes 12 jähriges Mädchen liest gelangweilt ein Bilderbuch einer dreijährigen. Der ganze Beitrag ist eine Manipulation dieses Heimes. Hier geht es nur um die Arbeitsplätze der Erzieher. Was malt das große Mädchen im Hintergrund. Welche aufgaben haben diese Erzieher? Wie gelangweilt liegen die andern da rum.
 "Da, bekommen die Kinder zuhause kein Obst und sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher" meinte eine dieser Pädagogen!
Angeblich bleiben die Kinder nur ein bis zwei Jahre im Heim. Wir kennen nur fälle in dem Kinder nie wieder zu ihren Eltern kamen.

28.11.2007 Heimkinder in Gefahr?
Die Stadt Halle muss sparen. 314 Heimkinder sollen deshalb zurück in ihre Familien. So will es das Jugendamt. Heimmitarbeiter warnen vor den Folgen für die Kinder.
Drehscheibe ZDF berichtet "Heimkinder_in_Gefahr?"

Die armen Kinder! Was haben sie für eine Zukunft?

 

 

 ZDF Mona Lisa vom 23.09.2007 18:00 - 18:30 Uhr

Entschädigung für eine gestohlene Kindheit
Prügel, Demütigungen, Einzelhaft: In den 50er und 60er Jahren wurde in manchen kirchlichen Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik eine erschütternde Erziehungspraxis angewandt. Viele der Kinder und Jugendlichen wurden damals auch als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. So auch Heidelore Rampp. Sie und viele andere Betroffene fordern heute eine Entschädigung vom Staat für ihre gestohlene Kindheit.

Hier ansehen...

 

Drangsaliert und ausgebeutet

 


ARD 17. September 2007 21.45 Uhr, im Ersten

Drangsaliert und ausgebeutet

Ein ausführlicher Bericht
Deutschland in den 50er und 60er Jahren: Jeder, der zupacken kann, wird gebraucht. Also auch Heimkinder. Mehr als eine halbe Million gibt es damals von ihnen, untergebracht sind sie in so genannten Fürsorgeheimen.
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2590106/h1stsw/index.html

Heimkinder klagen an hier ansehen...

 

 

Protestaktion vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin

Am 13. und 14. Juli 2007 haben u. A.  die Dipl. Rel. Pädagogin Christa Schudeja, der Künstler und Designer, Benjamin Blase und der ehemalige Insasse des GJWH Torgau, Stefan Lauter vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin gegen die Förderung von Misshandlungen an Jugendlichen durch die Hessische Landesregierung im Trainingscamp Lothar Kannenberg protestiert.

 

Am 24.11.2007 hat Frau Schudeja ein Referat in der Evangelische Akademie Bad Boll über den gravierenden Jugendhilfemissbrauch im Ausland gehalten. hier klicken...

Die zweifelhaften Erziehungsmethoden des „Respekttrainers“ Lothar Kannenbergs stehen im Visier der Staatanwaltschaft. Die nordhessische.de berichtet im Dez. 2007  hier klicken...

 

Die Menschen äußerten durchweg auf vielfältige Weise Ihren Unmut über diese Erziehungspraxis.

 

 

 

Mit zwei Großtransparenten wird am Beispiel von Presse- und Fernsehbeiträgen

(mit denen das Trainingscamp für sich wirbt und warb) der Sachverhalt verdeutlicht.

Hier die siebzehn Tafeln der Demo...

 

Hier einige Äußerungen von Passanten:

Das glaub ich nicht. Das kann nicht wahr sein. Ich bin erschüttert. Wir haben doch ein Grundgesetz in unserem Land. Hier gelten doch die Menschenrechte. Das ist ja daneben. Ich bin Mutter von 4 Kindern. So kann kein normaler Mensch Strafvollzug durchführen. Ich kann nur den Kopf schütteln. Es kann nicht sein, dass Jugendliche, die straffällig werden, nichts mehr wert sind. Das ist nicht zeitgemäß. Wenn Herr Kanneberg als Vorbild für Deutschland geehrt wurde, übernimmt Herr Köhler die Verantwortung. Ach ja, solche Straflager gibt’s in Hessen? (Kopfschütteln)  Noch nie davon gehört. Werde mal drauf achten. Und so etwas fördert die Hessische Landesregierung? Wir kommen aus Hessen. Bei Herrn Koch ist alles möglich. Warum protestieren Sie nicht in Wiesbaden? Wieso trägt die Jugendhilfe das mit? Das war in der Presse und das fällt keinem auf? Da trifft es mal wieder diejenigen, die sich nicht wehren können. Ganz falsch! Die jungen Menschen haben schon den Mangel an Liebe erlebt und nun wird ihnen Liebe entzogen. Ich komme aus London. Da sind die Gefängnisse voll von Menschen, denen in der Kindheit Liebe entzogen wurde. Das ist ganz ganz schlecht. Das ist wie in Amerika. Unglaublich. Man geht davon aus, dass es in Europa so etwas nicht gibt. Das wird von den Medien in Szene gesetzt. Demütigend. Gut, dass ihr das hier macht.

 

http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=179655

02.01.2008

Der TV Sender N24 brachte Bilder über das Camp Lothar Kanenberg in dem ganz klar Menschenrechtsverletzungen an Kindern gezeigt wurde. Wer hier noch von Würde spricht macht sich mitschuldig. Die Re-Traumatisierung dieser Menschen wird der Allgemeinheit noch teurer zustehen kommen. Aber dann sind die Verantwortlichen nicht mehr haftbar zu machen. Roland Koch finanziert dieses Camp und ist über die Verbrechen an Kindern sehr wohl informiert. Ich suche verzweifelt die Kriminellen Immigranten, die er bezichtigt, in diesen Camp’s. Fast nur Schwererziehbare deutsche Heimkinder landen hier. Sehr bedenklich, da die kriminellen Jugendlichen, die in Presse und TV in Erscheinung treten, nie im Heim gewesen sind.

 

03.01.2008

http://www.focus.de/panorama/reportage/tid-8431/focus-reportage_aid_231225.html

FOCUS-Reportage: Das Experiment

Es ist ein Experiment, ein Wagnis. Gründe, das Modell abzulehnen, gibt es genug. Warum 203,67 Euro am Tag für einen Kriminellen zahlen, damit er in diesem Modell Freiheiten hat, wenn ein Platz hinter Gittern nur etwa 80 Euro kostet?

Wer hat diese jungen Menschen soweit gebracht. Es war die Politik der letzen 25 Jahre.

Die Fakten schafft
Landesfamlienminister Armin Laschet

Armin Laschet: "Solche Einrichtungen wie in Hessen brauchen wir auch in Nordrhein-Westfalen."

Nordrhein-Westfalen wird im März 2008 das erstes Erziehungscamp für jugendliche Straftäter in Neukirchen-Vluyn klammheimlich eingerichtet haben. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren werden hier dem psychischen Terror ausgesetzt. Sehr vorbildlich, für straffällige soviel Geld auszugeben! Die Opfer werden wieder in die Röhre sehen. Es werden aber die falschen eingesperrt. Die ehemaligen Heimkinder haben schon angedeutet, das sie sehr genau hinsehen werden und jede Straftat an Kindern zur Anzeige bringen werden. Mit Lagern hat Deutschland schon  große Erfahrungen  sammeln dürfen. Aus der Geschichte lernen brauchen wir nicht! Dann werden die Menschenrechte eben wie in Kassel mit Füßen getreten. Die amerikanischen Bootcamps könnten hier Pate gestanden haben.

Schläft Europa oder wird Deutschland zu Abu Ghraib?

Hier wird ein Jugendliche von einem Respektor in die Schlammpfütze gestoßen!
Mit der Trillerpfeife werden sie gefoltert. Bildquelle N24

Jugendliche  müssen mit Holzstämme bis zur absoluten Erschöpfung laufen.
Der Drill soll die Jugendlichen brechen und zu willenlose Objekte machen. Bildquelle N24

Pressespiegel Erziehungscamp (Boxcamp) Lothar Kanenberg

 

Ø      „...ich trete denen in den Arsch...“ Kanenberg (Stern 13.10.2005)

Ø      „Wenn einer keine Lust hat aufzustehen, bekommen alle anderen kein Frühstück.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)

Ø      „Kollektivstrafe Liegestütze: ...auf diese Weise kommen sie pro Tag auf etwas hundert.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)

Ø      „Liegestütze in einem Tümpel, indem sich sonst die Wildschweine suhlen – das gehört nicht nur zur Aufnahmeprüfung, sondern ist gelegentlich auch eine Strafmaßnahme“ (Hamburger Abendblatt 8.9.04)

Ø      „da kann es schon mal vorkommen, dass die Schlafmütze sich in der Fulda wiederfindet – höchst respektvoll reingeschmissen, versteht sich.“ (Extra-Tip, 15.9.2004)

Ø      Begräbnis: „Dieser Jugendliche macht das, was alle Jugendlichen nach einer Woche auf Gut Kragenhof machen. Er schaufelt sich, ganz symbolisch, sein Grab, um dort sein altes Leben zu verbuddeln“ (HNA 30.9.04)

Ø      „Im Misthaufen müssen sie sich wälzen und dann ein Bad im eiskalten Flüsschen Fulda nehmen. (ZDF 23.3.2005)

Ø      „Wer nicht pünktlich kommt, für den gibt es eben kein Frühstück oder Mittagessen.“(ZDF 23.3.2005)

Ø      „Aufstehen, hoch die Ärsche“ – Morgengruß auf Gut Kragenhof ( Das Parlament 10.4.2006)

 

Das Vorbild Lothar Kanenberg

 

Ø   „Mit der Vereinsgründung geht für mich ein Traum in Erfüllung. Meine Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen kann ich so gestalten, wie ich mir das schon immer vorgestellt habe.“ Kanenberg (Extra Tip und Peperoni 18.7.2004)

Ø    „Ich mache das so, wie ich es für richtig halte, oder hier ist Schicht.“ Kanenberg (Frankfurter Allgemeine 29.8.2004)

Ø    “Glaubt ihr, ich bin bescheuert?“ Kanenberg (Das Parlament 10.4.2006)

Ø    „...wenn einer Scheiße baut, werden alle bestraft.“ Kanneberg (Stern 13.10.2005)

Ø    „Wir reißen uns hier den Arsch auf..." Kanenberg (ZDF 23.3.2005)

 

Hier wird niemand gedemütigt oder klein gemacht. Wir trainieren uns gegenseitig zu respektieren. Kanenberg (Hamburger Abendblatt 8.9.2004)

 

Ø      Wer die Gruppe sprengt, den bestraft die Gruppe. (Das Parlament 10.4.2006)

Ø      „...einer hat gesagt, wenn du in der Gruppe sein willst, dann musst du Würmer essen und Kakerlaken. Und er hat das gemacht.“ (Stern 13.10.2005)

Ø      „...und einer konnte mal 30 Liegestütze nicht, dafür gibts jetzt 60 Ohrfeigen haben wir dem gesagt. Und der musste sich selber schlagen. Und alle standen da – fester, fester.“ (Stern 13.10.2005)

Ø      „Fullewasser, grölt die Gruppe. Fullewasser ist die schlimmste aller Strafen.“ Alex muss in die Fulda eintauchen. „Als der Körper wieder auftaucht, kleben die dreckigen Sportklamotten wie Schlamm dran.“ (Das Parlament, 10.4.2006)

Ø      Liegestütze in der Schlammlache, Kollektivstraflauf, bei dem es blutige Füße gegeben hat (Das Parlament, 10.4.2006)

 

„Wer es nicht schafft, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Straße, im Knast oder auf dem Friedhof.“ Das Parlament Nr. 15-16/ 10.4.2005 Deutscher Bundestag und Bundeszentrale für politische Bildung.

 

Angesichts dieser Formulierung erhebt sich die Frage, ob jetzt die Beseitigung der „sozial Gestrandeten“ und „hoffnungslosen Fälle“ = „Ballastexistenzen“ zur Diskussion steht? Das fachgerechte Schaufeln des eigenen Grabes bringt Herr Kanenberg ihnen ja schon bei.

 

„Seit April 2004 läuft das private Jugendhilfe-Projekt, das nicht nur Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der Bundespräsident Horst Köhler als beispielhaft loben.“ WAZ 10.3.2007

 

Für Bildung ist keine Zeit mehr. Von wem auch? Macht Schluss mit dem staatlichen Terror!

Wie sollen diese Menschen, nach dieser Hölle, einen Hartz IV Antrag stellen?

Aber das ist diese Menschen gleichgültig. Die Quittung werden Sie bestimmt noch bekommen, denn die Zeit heilt nicht alle wunden, so wie in dem Videotheken-Film "Sleepers"

 

06.01.2008 Armin Laschet rudert zurück. WDR

Nun soll es doch kein Camp geben sondern eine Wohngruppe „Ausblick“ in Bedburg Hau.

Kinder im alter zwischen 12 und 15 sollen dort eingewiesen werden.

Träger ist die EJF Kaiserswerther Jugendhilfe gGmbH und sucht noch Pädagogen.

 

Hier ein Bericht über Bedburg Hau. hier klicken... und hier klicken...

 

Keine Boot-Camps für NRW - MEDIATHEK regional - WDR.de hier klicken...

Hier der Kinderknast in Texas für 11 - 17 jährige Video Bootcamp

 

 

 

Das Kind Dennis König


04.09.2007
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=18628

In dieser Sendung geht es um Dennis König. Dennis ist ein 14-jähriger Junge, der aus einem Kinderheim geflohen ist. Bis vor kurzem war Dennis mit anderen Kindern auf der Flucht.
Geflohen sind die Kinder aus dem Kinderheim Schloss Dilborn, in Nordrhein-Westfalen.

Nun gibt es Videobotschaften von Dennis im Internet, in denen er sich zusammen mit Julia über Prügel und Schläge durch Erzieher beklagt. In diesen Videos erklärt Dennis, dass er zu seinem Vater zurück möchte, Julia möchte zu ihrer Mutter.

Diese Tondokumente sind in der Sendung zu hören. Außerdem interviewe ich Dietmar Krone. Er ist ehemaliges Heimkind und wurde in seiner Jugend in Heimen jahrelang von Erziehern und anderen Kindern schwer misshandelt.
Seit einigen Jahren engagiert sich Dietmar Krone in der bundesweiten Initiative "Verein ehemaliger Heimkinder e.V.".
Dietmar Krone hält die Aussagen der Kinder für sehr glaubwürdig.

hier Anhören...

 

 

Schadenersatz für Heimkinder

 

Verein ehemalige Heimkinder fordert von der Industrie Schadenersatz – „Firmen, die in Heimen arbeiten ließen, sollen zahlen“
12.08.07 München. Der Verein ehemalige Heimkinder weitet seine Schadenersatzforderungen auf die deutsche Industrie aus. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf Angaben des Münchner Anwalts Michael Witti, der zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Gerrit Wilman die Interessen des im Oktober 2004 gegründeten Vereins vertritt. Bisher richteten sich die Forderungen an den Staat und beide Kirchen als Träger und Betreiber der Einrichtungen.
Die Schadenersatzforderungen beruhen darauf, dass bis Ende der 70er-Jahre viele Kinder und Jugendliche in Heimen arbeiten mussten, anstatt in die Schule zu gehen oder einen Beruf zu erlernen. Sie arbeiteten beispielsweise auf Feldern, oder sie montierten Schaltkreise, fertigten einfache Bauteile und entrosteten schmiedeeiserne Zäune. Auftraggeber seien deutsche Unternehmen gewesen, sagte Witti zu FOCUS. „Die Firmen, die damals in Heimen arbeiten ließen, müssen dafür zahlen – und zwar gewaltig“, so Witti weiter. Je nach erlittenem Leid sollten die Betroffenen Geld erhalten. Man müsse „über Milliarden reden“.
Die deutsche Bischofskonferenz sammelt Erkenntnisse über die Zustände in ihren Heimen zwischen 1950 und 1975. Ein vertrauliches Papier, das FOCUS vorliegt, empfiehlt, die katholische Kirche solle in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit „moralische Verantwortung“ übernehmen.

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus_aid_69540.html

 

FOCUS: Auftakt zum Milliarden-Poker

http://www.exheim.de/Focus_Heimkinder.jpg

Das Schicksal ehemaliger Heimkinder
21.08.2007 Bayern 2 Radio
Ditmar Krone im Gespräch mit Daniel Knopp 3 Minuten mit einem Beitrag von RA Michael Witti
hier anhören...

 

Heimerziehung im Wandel

 

Rezension über das Werk von Christina Dornbusch

Mit Erziehern und Heimkindern im Gespräch

 

Berlin, Februar 2007

Gesponsert von der Körber-Stiftung http://www.geschichtswettbewerb.de

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten; Jugendliche forschen vor Ort

 

Eine leider nicht gelungene  Aufbereitung der Erziehungsstile von 1945 bis zur Jetztzeit in dem Kinderheim Elisabethstift, Berliner Strasse 118, in 13467 Berlin.

Von den Rechtschreibfehlern und Sachfehlern mal ganz abgesehen, hat man hier in sehr kurzer Zeit versucht, die Heimerziehung der letzen sechzig Jahre, in knapp 50 Seiten zu beschreiben.

Christina Dornbusch ist bei ihren Recherchen auf großen Widerstand gestoßen und hat nur Aussagen aus dieser Einrichtung zusammentragen können, die dieser Anstalt wohlgesinnt waren. Die Heime haben es immer noch nicht verstanden, dass sie für die Gesellschaft arbeiten und ihre Schandtaten gerne hinter dicken Mauern verstecken wollen.

Sie hat versucht Zeitzeugen zu finden, sogar vom Verein ehemaliger Heimkinder http://www.vehev.org , der es nicht für nötig gehalten hat, ihr zu antworten.

Originalzitat Arbeitsbericht Februar 2007 Seite 4 ganz oben

"Meine Hoffnung, über den Verein ehemaliger Heimkinder noch weitere Kontakte knüpfen zu können, erfüllte sich nicht. Auf mein Schreiben erhielt ich keine Antwort"

So kamen nur Interviews mit Personen zustande, die die Heimleitung Herr Helmut Wegner und sein Stellvertreter Herr Schulz für sie ausgesucht haben.

Nach mehrmaligen nachfragen, ob sie auch ehemalige Heimkinder befragen dürfe, wurden ihr drei Namen genannt die jetzt selber in dieser Einrichtung in Lohn und Brot stehen.

Andere Ehemalige hat sie leider nicht ausfindig machen können. Wir reden hier von einer Einrichtung, Kinderheim Elisabethstift in Berlin, die mal 180 Kinder in der Spitze gleichzeitig betreute. Eine in Rente befindliche Diakonisse und der Arzt der das Heim betreut, wurden befragt. Schon der Vater hatte dieses Kinderheim ärztlich betreut.

Welche Interessen werden hier wohl vertreten?! Das Christina Dornbusch durch diese Zeugen den Eindruck bekommen hat, dass es in diesem Heim nicht zu massiven Menschrechtsverletzungen und Misshandlungen an Kindern ermitteln konnte liegt ja wohl auf der Hand. Schade für diese Arbeit denn durch die Manipulationen der Heimleitung an diese jugendliche Christina Dornbusch, die sich echt bemüht hat die Geschichte aufzuschreiben.

Ich wünsche mir daher das sie den Mut nicht verliert und weiter dran bleibt an diesem Thema, welches auch gerne von der Politik totgeschwiegen wird.

 

 

Die unbarmherzigen Schwestern

Authentische Geschichte. Unfassbar.  

Tele 5 Montag, 25.06.2007 um 20:15 und Do 24.01.2008  20:15 Uhr Tele 5
Meisterwerke Drama, GB/Irland 2002, 110 Minuten, FSK 12
Eine Dokumentation über das harte Los der Magdalenen-Frauen inspirierte Regisseur Peter Mullan zu dem Film. Gleichzeitig wollte er seine Wut angesichts der dort herrschenden Ungerechtigkeit kanalisieren und öffentlich machen.
Die Magdalenen-Heime - benannt nach der biblischen Figur der ehemaligen Prostituierten Maria Magdalena, der Jesus ihre Sünden verzieh - wurden im 19. Jahrhundert in Irland als Zuflucht für in Ungnade gefallene Frauen gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die katholische Kirche diese Einrichtungen und führte strenge Regeln ein. Die Aufsicht unterstand den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy), die die jungen Frauen bis zu zehn Stunden unbezahlter täglicher Arbeit zwangen. Der sonst so heilige Sonntag bildete keine Ausnahme. Hunger, Prügel und sexueller Missbrauch führten zu zahlreichen Ausbrüchen und in den 50er- und 60er-Jahren auch zu Aufständen. Einige der zehn irischen Anstalten wurden in den 70er-Jahren geschlossen, die letzte erst 1996

Darsteller: Anne-Marie Duff, Daniel Costello, Dorothy Duffy, Eileen Walsh, Geraldine McEwan, Nora-Jane Noone

Margaret, Bernadette und Rose werden in das Magdalenen-Heim abgeschoben.

Ein Abrechnung mit Kirchengängern und Nonnen (Kuttenträger)
 

 

Hitlers blonde Elite

05.06.2007 NBC Nachrichten mit Brian Williams

Dieser sehr wichtige Report über Norwegen erklärt wie Hitler tausende blonde Kinder produzierte die nach dem Krieg in Heimen oder Irrenanstalten landeten.
Hier klicken ...  „Geheimsache Lebensborn
Sie sollten die arische Klasse repräsentieren doch nach dem Krieg sind die Kinder schweren Demütigungen, Erniedrigungen und Missbrauch ausgesetzt. Die Regierung versucht sich aus der Affäre zu ziehen indem sie sagt ‚ "Das ist schon zu lange her, wir können nichts mehr tun."
12.000 Menschen in Norwegen leiden heute unter diesen Verbrechen.

"Lebensborn"-Kinder klagen in Norwegen Regierung lehnt Entschädigung ab!
http://www.taz.de/dx/2001/10/29/a0054.1/text

http://video.msn.com/v/us/v.htm?g=087271ec-c0d9-493c-9d58-17e7d145f0c8&f

Hitler's 'master race' became abused class

June 5: They were supposed to be part of the Aryan master race Adolf Hitler dreamed of. Instead, they faced decades of abuse and humiliation in what is a little-known story of Norway's wartime past. NBC's Dawna Friesen reports.

 

 

Nonnenmilch

Warum ist das Buch "Nonnenmilch" in der Versenkung verschwunden.

Viele Kinder haben in den 50ziger diese "Milch" trinken müssen und wurden dadurch zerstört.
Leider ist der Autor durch mysteriösen Umständen von der Bildfläche verschwunden.
Kein Filmemacher/Regisseur hat sich bisher an dieses Thema herangetraut. Es wird die Zeit kommen, in der die Verbrechen an Kindern in der Bundesrepublik Deutschland, verübt von Nonnen verschiedener Orden, in Filmen erscheinen werden. Die alternativen und unabhängigen Kinomacher werden sich diesem Thema nicht entziehen können. Säkularisation (Auflösung von Kirchengütern) ist die einzige Antwort der Politik auf die Verbrechern der Orden wie 1803. Den Nonnenopfern muss geholfen werden. Jedes Nonnenopfer ist im Haus des Ordens zu führen.

 

Ich bin ein Heimkind

WDR Oktober 2006
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann jederzeit bei mir privat angesehen werden.

Acht  Tage nach seiner Geburt verließ ihn seine Mutter. Von diesem Tag an lebte Johann Lambert Beckers in Heimen. Seine Erinnerungen sind von Demütigungen, Schläge und Angst geprägt. Das Schlimmste - so erinnert er sich - war die Trennung von seinem Bruder. Sie wurde zum nicht bewältigten Trauma.

Nach fast 40 Jahren entschließe er sich, das Kinderheim von einst aufzusuchen. Es ist das Haus, in dem er mit seinem Bruder lebte und vor dessen Gelände sein Bruder 1995 mit 37 Jahren zu Tode kam.  In diesem Heim waren Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, im Auftrag der Kirche und des Staates.

Die Nonnen lügen das sich die Balken biegen und der WDR ist im Auftrag der Kirche unterwegs. Wie kann da ein "Opfer der Kirche" zu Wort kommen wenn die wichtigsten Passargen herausgeschnitten wurden. Selbst bei dem treffen auf der Autobahnraststätte war die Nonne mit einem Mikrofon vom WDR verkabelt wie im Filmbeitrag zu sehen war. Wieder ein klarer missbrauch und eine weitere Demütigung der Opfer.

http://www.imheim.de/letstalk/thread.php?postid=165737#post165737

http://www.imheim.de/letstalk/thread.php?postid=165735#post165735

 

 

Kein Opfer ist je vergessen

 

Cold Case - Der Junge im Karton (Boy in a Box) 2004

Einen ähnlichen Fall gab es wirklich in den USA

 

 

Ein Koffer taucht in St. Emilians Church auf, nachdem Schwester Grace 2004 verstarb und durch deren Inhalt wird der Fall (Boy in a Box) von 1958 wieder aufgerollt.

Arnold, der tote Junge im Karton, war der heimliche Sohn von Schwester Grace und einem Arzt aus der Verhaltensforschung. Schwester Vivian wusste das... auch das die Nonne Grace die Papiere gefälscht hat, so das es aussah, dass Arnold der Bruder von Gretchen (ehemaliges Heimkind) sei.

Der Mord an den Jungen (April 1958) war nicht geplant gewesen, zeigt deutlich, wie Nonnen und deren Werkzeuge die Ärzte, mit Waisenkindern in den sechziger Jahren verfahren haben. Elektroschocks sollte das Kind Arnold brechen und „liebvoll“ machen, damit er in eine Familie vermittelt werden konnte. Doch der Junge starb an den Folgen dieser Misshandlungen.

Schwester Vivian steckte die Leiche in einen Karton und brachte sie in den Wald.

Aber auch andere Kinder wurden seltsamen Therapien unterzogen, die sie für ihr leben sterilisiert und zerstört haben. Schläge und Demütigungen war der Alltag dieser Waisenkinder im Heim.

Die Leiche des jungen wurde gefunden und über Jahrzehnte nicht aufgeklärt.

 

Garrett M. Brown (Roger) Andrew Heald (Roger (1958)) Lyndon Smith (Arnold) Jacqueline Scott (Nurse) Samantha Eggar (Sister Vivian) Autumn Reeser (Sister Grace) Charles Noland (Walter) Gathering Marbet (Young Woman) Marisol Nichols (Elisa) Ryan Tasz (Clayton Weathers (Ryan Taszreak)) Delaney Williams (Fred Banks) Johanna Watts (Sister Vivian (1958)) Dave Michael Beaudrie (Young Walter) Molly Cheek (Gretchen) Blaire Restaneo (?) Bruce Gray (?) Jason Frasca (?)

Musik: The Everly Brothers "All I Have to do is Dream (Dream, dream)"; Perry Como "Catch A Falling Star"; Ricky Nelson "Sweeter Than You"; Ricky Nelson "Poor Little Fool" (1958); Ricky Nelson "Lonesome Town" (1958); Patsy Cline "Walkin' After Midnight"; Johnny Cash "You're the Nearest Thing to Heaven"

 

 

 

Landesfürsorgeheim Glückstadt


05.08.2008 Baasch: Fürsorgeerziehung aufarbeiten

Der Lübecker Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch (SPD) zeigt sich entsetzt über die Ergebnisse eines Runden Tisches zu der Unterbringung und Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in ehemaligen Heimen der Landesfürsorgeerziehung.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=45661

22.07.2008 »Fürsorge« im Streifenhemd der Nazis
Aufenthalt im Heim Glückstadt war schlimmer als Strafvollzug / Insassen erheben ihre Stimme
Von Dieter Hanisch, Kiel
http://www.neues-deutschland.de/artikel/132471.fuersorge-im-streifenhemd-der-nazis.html

11.02.2008 "...Und dem hat man einfach mit einer Jagdflinte in den  Kopf geschossen."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/732008/

Dir Homepage von Otto Behnck über das ehemaliges Landesfürsorgeheim Glückstadt
http://www.landesfuersorgeheim-glueckstadt.de/

Frank Georg Harry Leesemann geb 09.11.1954 und Otto Behnck waren am 22.06.2007 im NDR Fernsehen DAS! zu sehen. Sie verlangen Entschuldigungen vom Land für diese Vergehen.
hier klicken ... etwa 4 Minuten

Mit fünfzehn Jahren kam Frank Leesemann in ein Arbeitserziehungslager (Landesführsorge Heim) durch das Jugendamt Eckernförde und wurde dem Lagerkommandant (Heimleiter) übergeben.

Ein erschütternder Bericht über gravierende Menschenrechtsverletzungen im Fürsorgeheim.
23.06.2007
 Kieler Nachrichten Im Namen der Fürsorge Kieler Nachrichten Otto Behnck

Die Lebensgeschichte von Otto Behnck, zu lesen bei P. Wensierski hier klicken...

Brutale Fürsorge
01.11.2007

Von Dieter Hanisch

Ein Justizskandal der siebziger Jahre: Wie in Schleswig-Holstein Jugendliche in staatlichen Heimen zur Zwangsarbeit herangezogen wurden.
Otto Behnck, Frank Leesemann, Rolf Breitfeld, Walter Nikoleth berichten. hier klicken...

 

 

Der Weg des geringsten Widerstands

Heimkinder - Der Weg des geringsten Widerstands
Gisela Tuchtenhagen
3SAT informiert

 

 

Die Kinder des Teufels

 

SBN 3-8334-4780-X

Books on Demand GmbH

 

Wenn wir bedroht, bestraft, geschlagen, misshandelt wurden, so haben die Nonnen – stellvertretend – im Auftrag Gottes gehandelt: Es waren Gottes Worte, Gottes mahnende und aggressive Blicke, Gottes Hände, Gottes Füße, die uns beschimpften, demütigten, bestraften, prügelten. Es war Gottes Wille: Die uns auffressenden Ängste, Schmerzen, Trauer, Vereinsamung, die sich immer tiefer in unsere Seelen hineinbohrte und hineinfraß. Wir hatten unsere Kindheit Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu verdanken."

(c) Alexander Markus Homes
Achtung hier... Weiterlesen

 

 

Familie ohne Eltern

WDR Fernsehen
Sonntag 25. März 2007, 16.25 Uhr - 16.55 Uhr
Wiederholung, 28. März 2007, 10.45 Uhr - 11.15 Uhr

Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann jederzeit bei mir privat angesehen werden.
 

 


Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner

Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der Privaten Universität Witten/Herdecke, i. R.; 1980 - 1996 Leitender Arzt am psychiatrischen Landeskrankenhaus Gütersloh; davor Oberarzt in Hamburg.

"Meine Aktivitäten betreffen aber seit Jahren nur noch meine Kampagne für die Abschaffung aller Heime, da diese menschen-schädigent sind."

Gründe sind hier... zu lesen

 

 

Rechtsextremisten Hetze gegen Kinderheim

http://www.redok.de/content/view/561/36/

Rechtsextremisten Hetze gegen Kinderheim-Bewohner
redok 07.02.2007
Haldensleben. Vierzig Jugendliche wollten in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) gegen die Bewohner eines Kinderheims demonstrieren - auf Flugblättern hetzten sie gegen den "elternlosen Dreck". Bereits früher war der Stadtteil als "arische Zone" ausgeschildert worden.
Noch im November 2006 rühmte sich die 20.000-Einwohner-Stadt Haldensleben im Ohrekreis einer Auszeichnung durch das Land als "kinder- und familienfreundlichste Stadt in Sachsen-Anhalt". Auf Flugblättern wurden in der Kleinstadt, dreißig Kilometer nordwestlich von Magdeburg, jedoch bestimmte Kinder als "Wauzis" und "Dreck" verunglimpft.
Die Hetze richtete sich gegen Bewohner des Kinderheims an der Waldstraße. Um "auf die Schließung des Heims hinzuweisen", so die Formulierung der Polizei, versammelten sich am vergangenen Samstag um die vierzig Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die zu dem Heim im Stadtteil Althaldensleben, im Volksmund "Olln", marschieren wollten.
Die Flugblätter mit einem Aufruf zu der Aktion zeigten laut einem Bericht der Volksstimme einen völlig abgemagerten Hund, dem anscheinend das Fell abgezogen wurde. In großen roten Lettern hieß es auf dem Blatt: "Olln gegen Wauzis – Wollt ihr ein reines Olln, frei von elternlosem Dreck? Dann mach mit!" Offenbar waren mit "Wauzis" die Heimkinder gemeint, die damit Hunden gleich gestellt wurden.
Der Marsch gegen den "elternlosen Dreck" wurde von der Polizei verhindert. Der Öffentlichkeit bekannt wurde die Aktion der Jugendlichen jedoch erst durch Nachfrage der Zeitung bei der Polizei, die zwar nicht ausschließen wollte, dass "unter den Jugendlichen auch welche mit rechter Motivation waren", aber nicht erkennen wollte, "dass die Demonstration politisch motiviert war".
In Gesprächen mit der Heimleitung erfuhr die Polizei immerhin, dass es bereits in der Vergangenheit zu "Vorfällen" gekommen war. Mädchen aus dem Heim mit Migrationshintergrund hätten berichtet, dass sie schon in den Tagen vor der Hetzaktion auf dem
Schulweg beleidigt und auch tätlich angegriffen worden seien. Einige der Heimkinder gehen auf die gleiche Sekundarschule "Waldring" wie Jugendliche, die an der Demonstration teilnehmen wollten.
Bei der Stadtverwaltung der "kinder- und familienfreundlichsten Stadt in Sachsen-Anhalt" will man von rechtsradikalen Motiven nichts wissen. Persönliche Auseinandersetzungen zwischen Waldring-Schülern und Heimkindern seien Ursache des Konflikts. "Wir haben die Befürchtung, dass sich hier was aufschaukelt", wird Vize-Bürgermeister Henning Konrad von der Volksstimme zitiert.
Andere Beobachter sehen das anders. Beleidigungen und Angriffe auf Heimkinder seien nicht neu, wissen Einwohner: "Die finden schon statt, seit es das Kinderheim gibt", so in einem Bericht der Internetseite Mut gegen rechte Gewalt. Eine Szene von "Nachwuchsnazis" sei da im Entstehen, die mit anderen Kameradschaften und rechten Gruppierungen aktiv zusammenarbeite. Kurz vor Weihnachten seien rund um Olln Flyer aufgehängt worden mit der Parole "Hier beginnt die arische Zone – Ausländer und anderer Dreck haben keinen Zutritt".
In einem Kinderheim lebte auch der zwölfjährige Kevin, der vor einem Jahr in Pömmelte von fünf rechtsextremen Jugendlichen gedemütigt und brutal misshandelt wurde. Empört war man auch in Pömmelte gewesen - allerdings nicht nur über die Tat, sondern vor allem auch über die Berichterstattung. Als ob er diese Reaktion der Pömmelte-Bürger wiederholen wolle, sagt nun der Stadtjugendpfleger von Haldensleben: "Wir wollen nicht, dass Althaldensleben durch soetwas in Verruf gerät".

Kommentar: Und wieder gegen die schwächsten der Gesellschaft. Macht die Heime dicht. Adoptiert die Heimkinder!

 

 

Hermines Liste

Der Film Hermines Liste von Uli Veith wird am 25.02.2007 im 3SAT 21:15 ausgestrahlt

Hier werden die katastrophalen Ergebnisse der Heimerziehung Eschweiler gezeigt. Ein Skandal! Email des Heimes

 

 

Heimkinderkonferenz

 

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) fordert Heimkinderkonferenz für Opfer von Gewalt in Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren

 

05.02.2007 - 18:12 Uhr, Der Tagesspiegel

 

Berlin (ots) - Nach Anhörungen ehemaliger Heimkinder der 50er und 60er Jahre im Petitionsausschuss
des Deutschen Bundestages forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller im
Gespräch mit dem "Tagesspiegel" eine Heimkinderkonferenz, "die Betroffene, kirchliche und staatliche
Träger an einen Tisch bringt". Die ehemaligen Heimkinder verlangen die Anerkennung des erlittenen
Unrechts und eine materielle Entschädigung  für Schläge, Misshandlungen oder Kinderarbeit - wie
z. B. eine nachträgliche Anerkennung von Rentenansprüchen.

Lösekrug-Möller sagte: "Der Einsatz von körperlicher Gewalt ging weit auch über das hinaus, was in
den 50er Jahren akzeptiert wurde. Es handelt sich nicht um Einzelfälle." Daher sei neben der Klärung
der individuellen Entschädigungsansprüche "ein strukturiertes Gespräch darüber, wie wir mit Unrecht,
Schuldanerkennung und dokumentierter Aufarbeitung umgehen." Für die ehemaligen Heimkinder
sei wichtig, "dass die Gesellschaft offiziell anerkennt: Euch ist Unrecht geschehen. Die Verantwortlichen
bitten um Entschuldigung."
Sie hätten als Kinder in Heimen "Traumata erlitten haben, die bis heute ihr Leben bestimmen" und litten
noch heute "an Beziehungsstörungen, an körperlichen Schäden und daran, dass manche bis heute selbst
in der eigenen Familie über ihre Kindheit nicht sprechen können", sagte Lösekrug-Möller.

Pressekontakt: Thomas Wurster Telefon: 030-260 09-308 Fax: 030-260 09-622

 

 

Videotheken-Film "Sleepers"

 

Vier Jungendliche kommen in das geschlossene Wilkinson-Heim in den 60ziger Jahren.  Nach einer  Schlägerei im Speisesaal unter jugendlichen,  müssen die vier ihr Mittagessen vom Fußboden essen. Nun beginnen die Aufseher die Jungen sexuell zu missbrauchen. Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt, schwören sie sich gegenseitig, niemandem davon zu erzählen. Doch die Zeit heilt nicht alle Wunden. Die Gewaltanwendung der Institutionen wird niemals ein Ende haben.
Bereits am Anfang des Films wird betont, dass es sich um eine wahre Geschichte handeln soll und dass es Opfer gibt die nicht vergessen können.

Ich möchte jedem missbrauchten Heimkind diesen Film ans Herz legen.


(Sleepers)1996

 

 

Journalist Peter Wensierski

Sender: http://www.dradio.de/  - Thema
Veröffentlicht: 21.12.2006, 16:09 Uhr
Unrecht in Kinderheimen soll anerkannt werden. Journalist Peter Wensierski setzt sich für Heimkinder aus den 50ern und 60ern ein. Der Journalist Peter Wensierski hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Zustände in den bundesdeutschen geschlossenen Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren als Unrecht anerkannt werden. Wie Wensierski erläuterte, mussten viele Heimkinder in den 50er und 60er Jahren schwere körperliche Arbeit leisten, ohne dafür entlohnt zu werden.


http://www.jlbeckers.de/heimkinder/PW-21-12-2006.mp3

 

Startseite


Heimkinder - Helft, jetzt


Von Tissy Bruns 19.12.2006
 

Auch in katholischen Heimen für Kinder und Jugendliche hat es das gegeben: Demütigung, Misshandlung, drakonische Strafen. Der Satz ist kein Schuldbekenntnis aus Irland, er steht im aktuellen Caritas-Jahrbuch. Wie irische Kinder gelitten haben in kirchlichen Heimen, hat ein bewegender Film der deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Aber auch die Bundesrepublik trägt an einer Geschichte verborgenen Unrechts, an dem kirchliche und staatliche Einrichtungen beteiligt waren.

Das Schicksal der deutschen Heimkinder der 50er und 60er Jahre ist zweimal verdrängt worden. Das erste Mal, als sie, oft aus nichtigen Anlässen, einer erniedrigenden, prügelnden Fürsorge anvertraut wurden. Und noch einmal, nachdem unter dem Einfluss der 68er-Bewegung in den 70er Jahren die Heimerziehung umgekrempelt worden ist. Bessere Verhältnisse kehrten ein. Doch die oft lebenslangen Folgen der Jahre in Freistatt im Teufelsmoor, im Dortmunder Vincenz-Heim oder im hessischen Kalmenhof mussten die Betroffenen allein ertragen. Keine Bitte um Entschuldigung, keine materielle Wiedergutmachung, keine Ächtung dieser Praxis. Stattdessen Scham, Verdrängen, Vergessen.

Zweieinhalb lange, manchmal beklemmende Stunden hat sich der Petitionsausschuss des Bundestags vor einer Woche nun Lebensgeschichten der Frauen und Männer angehört, die sich hinter dem Satz aus dem Caritas-Jahrbuch verbergen: Kinderarbeit, Prügel, Isolation und willkürlicher Essensentzug, sexueller Missbrauch, sedierende Medikamentengabe, Hospitalisierung von Kleinkindern. Und erniedrigende Botschaften, die Kinder und Jugendliche zu einem wertlosen Nichts herabgewürdigt haben.

Es sind Geschichten, die man nicht glauben möchte, die Abwehrreflexe hervorrufen. Sind es Einzelfälle, Ausnahmen? Es stimmt, dass nicht in allen Heimen dieser Zeit solche Zustände geherrscht haben. Aber die Recherchen, die Peter Wensierski in seinem Buch „Schläge im Namen des Herrn“ Anfang dieses Jahres zusammengetragen hat, die Arbeit des Vereins der ehemaligen Heimkinder, schließlich die offiziellen Akten der beteiligten Institutionen sprechen eine klare Sprache. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Es geht nicht nur um die Folgen eines autoritären Zeitgeistes, der Prügel ganz normal fand.

Der Befund lautet: In kirchlichen und staatlichen Heimen ist es damals zu fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Kindern gekommen. Es gab Akten und Schriftverkehr über prügelnde Erzieher, das Versagen der Aufsicht, eine unentrinnbare Rechtlosigkeit von wehrlosen Schutzbefohlenen. Es finden sich Ursachen im Geist dieser Zeit: ein autoritäres Erziehungsverständnis, Kontinuitäten zur Nazi-Diktatur, die materielle, persönliche, moralische Überforderung von Eltern, Erziehern oder Heimleitern, die auf der Schattenseite des aufstrebenden Wirtschaftswunderlandes lebten.

Rechtfertigen lässt sich damit aber nichts. Denn mit den besonderen Umständen jener Zeit ist die eigentliche Versuchung nicht untergegangen. Sie ist, im Gegenteil, zeitlos, die öffentliche Doppelmoral, die, wenn es die Umstände fordern oder nur ermöglichen, ihre Unzulänglichkeiten auf dem Rücken der Schwächsten austrägt. In DDR-Heimen sind Kinder misshandelt und gebrochen worden – in einem diktatorischen Regime. Dass aber nach einer Diktatur die latente Machtanmaßung über Schwächere nicht automatisch verschwindet, davon zeugen die ehemaligen Heimkinder der frühen Bundesrepublik.

Es ist eine Frage des Anstands, wenn Bundestag und Bundesregierung Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennung und Therapiehilfen leisten. Es ist eine Frage der Selbstachtung der demokratischen Gesellschaft, die alte Erziehungspraxis als Menschenrechtsverletzung zu ächten. Sie, die selbst keinen Anwalt hatten, sind mit dieser Forderung die Anwälte der Kinder, Jugendlichen und Alten von heute. Die Lebensgeschichten der Heimkinder erschüttern; ihr Plädoyer, dass sie sich nicht wiederholen dürfen, hat große Kraft.

 

 

Ein Video über die Anhörung im Petitionsausschusses
am 11.12.2006 in Berlin - Marlene Rupprecht MDB

 
 
(c) rbb Do, 14.12.2006

Der Petitionsausschuss hört Geschichten eines lange verdrängten Unrechts. Zu Beginn dieses Jahres hat das Buch „Schläge im Namen des  Herrn“ des Journalisten Peter Wensierski auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam gemacht. Der Verein der ehemaligen Heimkinder formierte sich und richtete eine Petition an den Bundestag. Sie fordert die Anerkennung der erlittenen Menschenrechtsverletzungen, die Ächtung der damaligen Erziehungspraxis, Wiedergutmachung in Form von Rentenanerkennungszeiten und Finanzierung von Therapien

 

 

u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Berlin11_12_2006.wmv

 

 

Ich hab nur Angst gehabt

26.09.06 - 24 Minuten

1962 wurde Wolfgang Rosenkötter mit 16-jahren von seinem Vater in ein Heim der Bethelschen Anstalten mit Hilfe des Jugendamtes eingesperrt. Der Junge hat dort in Angst vor prügelnden Diakonen leben müssen. Er leidet bis heute unter den Folgen körperlicher und seelischer Misshandlungen. Er sucht den Weg, mit seinen dunklen Vergangenheit zurechtzukommen. Ob die Integration mit den Erbnachfolgern wirklich hilft?

(c)  SWR2 Eckpunkt

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/wolfgang_rosenkoetter.mp3

 

 

Prügel vor der Predigt

Zur Deutschlandfunk-Startseite
Heimkinder im Westdeutschland der 50er und 60er Jahre

25.08.2006
Wie verhalten sich Kirchen, Diakonie, Caritas, Landeswohlfahrtsverband, Jugendämter?

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/dlf_25082006_43.mp3

 

 

"Ein Platz für Tiere"

Wer kennt Ihn nicht, unseren Prof. B. Grzimek "Ein Platz für Tiere".
Leben der "Heimkinder" wieder Live im Internet.
Diesmal aber gesprochen von Hermann Krast, geistlicher Rat der katholischen Kirche 1958.


http://www.jlbeckers.de/heimkinder/hermann_krast.mp3

 

 

Einzelhaft und Zwangsarbeit

Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann jederzeit bei mir privat angesehen werden.
Viele der ehemaligen Fürsorgezöglinge leiden bis heute an den psychischen Folgen ihres Heimaufenthaltes. Lange haben sie geschwiegen, gegenüber ihren Freunden, selbst gegenüber ihren eigenen Familien, aus Scham und Unverständnis über das, was ihnen damals angetan wurde.

Vier von ihnen werden zurück begleitet in die Heime , in denen sie damals eingesperrt waren. Ihre Erzählungen, ergänzt durch Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern der Diakonie, Vertretern von Caritas und Jugendamt, erinnern an eine Pädagogik, die Gewalt als Mittel einsetzte und an ein fast vergessenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgesellschaft.

 

 

Über den Anspruch der Fürsorgeerziehung schrieb der Landeswohlfahrtsverband in einer Broschüre aus dem Jahre 1956:

Die FE (Fürsorgeerziehung, d. Verf.), so, wie sie vom Landeswohlfahrtsverband durchgeführt wird, hat nichts mehr gemein mit dem Strafvollzugs-Ersatz, aus dem sie Ende des vorigen Jahrhunderts hervorgegangen ist. Sie ist nicht mehr 'Strafe' für kriminelle und asoziale Jugendliche, sondern echte vorbeugende und heilende Erziehungshilfe. Es gibt auch keine 'Zwangserziehungsanstalten' früherer Prägung mehr. Die 'Anstalten' sind ihrem Aussehen und in ihrer Methodik modernen Heimen gewichen."

Ein Video des Opfers aus dem Mädchenheim Fuldatal Breitenau bei Kassel
(c) hr Mo, 21.08.2006

 

u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Monika-Rohde.wmv

Die Gedenkstätte Breitenau bei Guxhagen, erbaut als Benediktinerkloster des 12. Jahrhunderts, war seit 1933 ein frühes Konzentrationslager, später Straflager für ausländische Zwangsarbeiter – und bis 1973 Heim für „schwer erziehbare” Mädchen. Das NS-Regime misshandelt und demütigte in Breitenau bis zu 500 Gefangene.

Diese Provinz in Hessen war also schon immer Vorreiter wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht.

DerWesten berichtet am 26.06.2009 Stolpersteine in idyllischer Provinz

 

 

Ein Video der Opfer aus dem Eschweiler Kinderheim St. Josef

 

u http://www.hermine-schneider.de/hpbimg/hs_sf.wmv

 

 

Tagung Idstein Kalmenhof

Hessenschau vom 09.06.2006

Heimkinder missbraucht:
Wohlfahrtsverband lädt Opfer ein

mit:
ehemaliges Heimkind - Heinz-Peter Junge
Landeswohlfahrtsverband - Evelin Schönhut-Keil
Opferanwalt - Michael Witti
 

Bericht: Jürgen Ackermann
(c) HR

 

u http://www.jlbeckers.de/heimkinder/hessenschau09_06_2006.wmv

 

Sieben Heimkinder schwer verletzt

Was hat eine 65zig jährige hinter dem Steuer verloren. Unverantwortlich!

Ruhr Nachrichten 23. April 2006
Ickern - Zum Teil schwerste Verletzungen trugen sieben Heimkinder und ihre beiden Betreuerinnen gestern Mittag bei einem furchtbaren Unfall auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Oberhausen, etwa zwei Kilometer vor dem Kreuz Henrichenburg im Bereich des Rastplatzes Ickern, davon.
Gegen 13.40 Uhr verlor die Fahrerin des Kleinbusses die Kontrolle über ihren Wagen, in dem die sieben Heimkinder aus Bottrop saßen.
Fahrerin abgelenkt
Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Polizeiangaben scheint die 65 Jahre alte Fahrerin von einem Schrei eines Kindes auf der Rückbank abgelenkt worden zu sein und deshalb die Kontrolle über den Wagen verloren zu haben. Der Kleinbus schleuderte mit voller Geschwindigkeit in die Mittelleitplanke und prallte von dort zurück. Das Fahrzeug überschlug sich mehrfach und blieb auf der linken Spur auf dem Dach liegen. Einige der Insassen wurden auf die Fahrbahn geschleudert. Alle der Kinder und Jugendlichen in dem Van, die zwischen 2 und 18 Jahren alt sind, erlitten schwere Verletzungen
Einem Mädchen wurde ein Arm abgerissen. Das Kind schwebte bei Redaktionsschluss noch in Lebensgefahr. Die Fahrerin erlitt einen Schock. Auch die auf dem Beifahrersitz sitzende zweite Betreuerin der Kindergruppe wurde verletzt.
Hubschraubereinsatz
Der Unfall hätte allerdings noch schlimmer enden können. Weitere Autos fuhren glücklicherweise nicht in das Wrack. Zur Bergung der Verletzten musste ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Auch die Polizei hatten einen Hubschrauber im Einsatz.
Die Autobahn 2 musste an der Unfallstelle für eineinhalb Stunden voll gesperrt werden, danach konnte der Verkehr weitere 90 Minuten nur über den Standstreifen abfließen. Der Sachschaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf ungefähr 15 000 Euro. -  nhs - 23. April 2006 | Quelle:

 

 

Hermann Josef Haus / Urft

Verurteilter Mörder Knut-Uwe H. hat längere Zeit im Heim Hermann Josef Haus in Kall-Urft verbracht. Der 33-jährige ist wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Gerd Nohl sprach das Urteil über den Mord an die 80-Jährige Charlotte O. aus Hellenthal aus.

Die Presse hat sich nicht für den Fall interessiert. Nur der Kölner Stadtanzeiger hat kurz berichtet, aber nicht erwähnt das Knut-Uwe H. jahrelang im Kinderheim war. Durch ein Forum ist es nun doch ans Tageslicht gekommen. Was wird da in der Jugendhilfe herangezüchtet? Warum wird die Bevölkerung nicht vorgewahrt! Warum verschweigt das Heim die Vorfälle?

01.08.06 „Brutal, kaltblütig, parasitär“
http://www.ksta.de/html/artikel/1152898257163.shtml

03.08.06 „An Gefühlskälte nicht zu überbieten“
http://www.ksta.de/html/artikel/1154434416585.shtml

 

 

Antenne Aachen Bürgerradio

 

Mitschnitt von Antenne Aachen Bürgerradio Kreis Aachen Klaus Knaetsch 107,8 Mhz 29.05.2006

Ein Interview 35 min über die Misshandlungen im Kinderheim Sankt Josef

von Nonnen "Armen Dienstmägde Jesu Christi" in Eschweiler

Mit dem Telefonatbeitrag des Autors: Alexander Markus Homes

 

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Eschweiler.mp3

 

 

 

Schläge im Namen des Herrn

Mit Genehmigung enthoben aus Nr. 75 / Juni / 06 Humanistischer Verband Deutschlands Berlin.

Interview mit der Redakteurin Patricia Block von der Redaktion Diesseits.de

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/diesseits752006.pdf

 

 

Dr. Heinz Aubeck

FAZ 23.05.2006, 16:07 Dr. Heinz Aubeck

 

Die Täter, die katholischen Nonnen und Pater, handelten durchaus nicht aus Furcht und Unüberlegtheit, wie sie unreflektiert unterstellen, sondern eher unerschrocken und vorsätzlich aus perverser repressiver und autoritärer Charakterstruktur, die sie heute gerne als pädagogische Fehlleistung und Überforderungsreaktion zu rationalisieren versuchen, sofern diese Personen überhaupt bereit sind, ihre damaligen Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen zuzugeben. In anständigen Familien und an Schulen waren auch in den 1950 bis 70er Jahren Gewalt an minderjährigen Schutzbefohlenen (!) und psychische Demütigung geächtet und diese Erziehungspraktiken, die durch kein vernünftiges bürgerisches und christliches pädagogisches Konzept zu rechtfertigen sind, durchaus unüblich. Dir Kirche erweist sich tatsächlich nach wie vor als uneinsichtige Täterin - die lapidaren und hohlen, aufgesetzt wirkenden Entschuldigungen seitens verantwortlicher kirchlicher Verbandsleiter sind juristisch unverbindlich formuliert und werden auch nicht von den betroffenen Tätern vorgebracht, sondern von kirchlichen Repräsentanten, die von den systematischen Kindsmisshandlungen des kirchlichen Personals meist erst durch die Veröffentlichung dieses Buches erfuhren. Es bleibt eine Schande, dass die Nonnen und Pater den Kindern und Jugendlichen letztlich das antaten, wovor sie sie ihrer Aufgabe nach hätten schützen müssen.

 

 

Heimkinder fordern Schadenersatz in Schweden.

 

25.04.2006 um 21:00

Aktuelle Meldungen mit Alexander Schmidt -Hirschfelder -

Verlorene Kindheit: Heimkinder fordern Schadenersatz in Schweden.

hier klicken...

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/radioschweden.mp3

 

 

 

Hölle Kinderheim

Deutschlandfunk 15.02.2006 Peter Wensierski: Autor und Redakteur "DER SPIEGEL"

Peter Wensierski Autor 'DER SPIEGEL'

Hölle Kinderheim

Audio 11 Minuten

Peter Wensierski berichtet von Jugendlichen in den 1950er Jahren

Prügel, Folter und Demütigungen waren an der Tagesordnung.

Die Opfer leiden noch heute darunter.

 

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/PeterWensierski.mp3

 

 

 

Unselige Anstaltstraditionen in Deutschland endlich beenden!

 

4.02.2006 Peter Braun http://www.abimv.de/AngemerktHeimschicksal.pdf

In dem Artikel „Heimkinder-Schicksale“ von Peter Wensierski am 11. Februar in SPIEGEL

ONLINE, http://spiegel.de/panorama/0,1518,400215,00.html  ,

zeigt der Autor die menschenverachtenden Verhältnisse in deutschen Anstalten in der Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre auf.

Über eine Millionen Menschen sind von ihrem Heimschicksal noch heute traumatisiert! Die Separierung und Sonderbehandlung von Menschen haben in Deutschland eine unselige Tradition und noch heute stehen Erniedrigung und Freiheitsberaubung tagtäglich auf der Heimtagesordnung.

Genauso wie vor 40 Jahren werden heute in Deutschland besonders gerne Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen weggesperrt. Dabei ist der Trend zum Ausbau von Anstalten und Sondereinrichtungen ungebrochen. Obwohl immer wieder vom Paradigmenwechsel gesprochen und seit 40 Jahren das „Normalisierungsprinzips“ im theoretischen Diskurs der Sozialarbeiter und Sozialpolitiker abgehandelt werden, hat dies am Deutschen Anstaltswesen und Anstaltsdenken fast nichts geändert. Genauso wie in den sechziger Jahren sind die Anstalten zu 80 % in konfessioneller Hand von DIAKONIE und Caritas!

Für sie scheint nicht das Grundgesetz zu gelten § 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar..“ oder gar § 2 „Jeder hat das Recht auf die Entfaltung seiner Persönlichkeit,...“ sondern das Heimgesetz, die kirchlichen Dogmen oder im Zweifelsfall, das was die Heimwärter anordnen!

Tagtäglich werden den Heiminsassen in Deutschland die Menschenrechte vorenthalten. Trotzdem hat der Ausbau von Anstalten in Deutschland noch immer oberste Priorität! Die Anzahl der Heimplätze für Menschen mit so genannten Behinderungen wurde von 1991 bis 2001 um 55 % erhöht, von 103 000 auf 160 000 Plätze.

Besonderen Zuwachs gab es seit der Wende in den Neuen Bundesländern, hier wurden in nur 8 Jahren über 6,4 Milliarden DM in den Heimausbau gesteckt. Investitionen und Zuschüsse von bis zu 90 % waren üblich. Davon profitierten überwiegend die Wohlfahrtsverbände.

Mit Landes-, Bundes- und Kommunalgeldern wurden überwiegend Alten- und Pflegeheime ausgebaut. Damit gibt es insgesamt in Deutschland mittlerweile über 800 000 Heimplätze, in denen täglich 400 000 sedierende Maßnahmen in Form von Verabreichung von Beruhigungsmitteln, Fixierungen an Bett, Rollstuhl und ähnlichem vorgenommen werden?

Darüber hinaus wurden alleine in Mecklenburg und Vorpommern 6000 Werkstattplätze in so genannten geschützten Werkstätten geschaffen, was regelmäßig von der Sozialministerin als Erfolg verbucht wird, obwohl die Menschen mit Behinderungen dort noch immer keine Arbeitnehmerrechte haben und für ein Taschengeld schuften müssen.

In anderen westlichen Ländern wurden in der gleichen Zeit der Rückbau von Anstalten und Sondereinrichtungen auf den Weg gebracht.

So gibt es z.B. in ganz Schweden heute nur noch 170 Heimplätze von ehemals 11 000!

Es ist aller höchste Zeit, den Marsch aus den Institutionen auch in Deutschland zu beginnen und die Mauern nieder zu reißen, hinter denen tagtäglich die Menschwürde mit Füßen getreten wird, denn ein Leben in der Gemeinde ist Menschenrecht!

(c) Peter Braun http://www.abimv.de

 

 

SOS-Kinderdorf

Preisträger 2005 Altersklasse bis 11-16 Jahre: 2. Preis
Team: Klasse 8, Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau
Titel: Heim
FeatureHeim
28 Schüler einer 8. Klasse im Deutschunterricht des Peter-Breuer-Gymnasiums, 08056 Zwickau
Buchvorlage: Mirijam Günter, Heim
dtv
 

MP3-Datei: Zum Anhören des Beitrags ...

Die Klasse hat das Buch „Heim“ von Mirijam Günter zum Ausgangspunkt genommen, sich über die Chancen von Heimkindern im Vergleich zu anderen Gedanken zu machen. Entstanden ist ein einfühlsames, aber nicht rührseliges Feature, das fiktive Passagen der Buchvorlage mit O-Tönen von Erziehern eines Kinderheims kombiniert. Die Klasse besuchte in der Vorbereitung ein SOS-Kinderdorf und erarbeitete sich mithilfe statistischer Daten einen Zugang zum Thema. Unterstützung bei der technischen Umsetzung erhielt sie durch den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal.
Jury: Die Mischung aus fiktiven und dokumentarischen Passagen und der geschickte Einsatz von Musik lässt das Stück trotz ernstem Inhalt nicht ins Rührselige abgleiten. Die in Bezug auf die Chancengleichheit optimistische Einschätzung der Interviewpartner aus dem »echten Leben« kontrastiert mit der eher düsteren Zukunftserwartung der Charaktere der Buchvorlage und lädt zum Weiterdenken und Diskutieren ein.

 

 

 

 

Fromme Prügel - Heimkinder brechen ihr Schweigen
 

DAS ERSTE/ARD Sonntag, 17.08.2003

Ein Film von Uli Veith

 

Eingesperrt und fast tägliche Prügel, das gleiche essen bis zur Ungenießbarkeit trotz Erbrechen über mehre Tage in sich hineinwürgen müssen, - das alles geschah zum vermeintlichen Wohl der Kinder, die den "Armen Dienstmägden Jesu Christi" im Eschweiler Kinderheim bei Aachen anvertraut waren.
Die Menschen leiden heute schwer unter dieser Kindheit die tiefe Spuren hinterlassen hat.

Es bleibt nur zu wünschen das die Narben niemals aufbrechen und noch größeres Leid hervorrufen.

 

 

 

Misshandlungen im Eschweiler Kinderheim

 Radio Aachen 100,1 MHz von Mai 2002


http://www.jlbeckers.de/heimkinder/Aachen.mp3

 

 

Verwaltete Jugend 1971


Günther Korz:
Zu was erzieht die öffentliche Erziehung?

http://www.jlbeckers.de/heimkinder/GuentherKorz1971.pdf

 

Stauffenberg

 

Claus Graf Schenk von Stauffenberg wurde am 21. Juli 1944 standrechtlich erschossen, seine schwangere Frau Nina (†2006) verhaftet, seine vier Kinder wurden in einem SS geführten Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa zur Umerziehung verschleppt.

Ostermontag 1945 sollten die in Sippenhaft genommenen Kinder ins KZ Buchenwald gebracht werden. Durch einen Bombenangriff wurde aber der Bahnhof völlig zerstört und so mussten sie wieder zurück ins Kinderheim. Eine Oberin vom Roten Kreuz brachte die Kinder später aus dem Kinderheim in den Familiensitz in Lautlingen (heute ein Stadtteil von Albstadt) zur befreiten Mutter zurück.

Die fünf Kinder
Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 1934) Generalmajor a.D.
Heimeran Schenk Graf von Stauffenberg (* 1936),
Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 1938), deutscher Bundestagsabgeordneter
Valerie von l'Estocq (*1940 – †1966),
Konstanze Schenk Gräfin von Stauffenberg * 27. Januar 1945 im Gefängnis

http://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Adelsgeschlecht)


Welche Erfahrrungen diese Kinder im Kinderheim gemacht haben ist nicht bekannt.
 

 

Nicht lachen, nicht weinen, nur schreien

 Aufnahme: Hans-Jörg Ander,

DIE ZEIT — Nr. 44 — 26. Oktober 1973

Unfreiwillige Versuchspersonen in einem Massenexperiment, dessen fataler Ausgang feststeht: Heimkinder, die
mutterlos aufwachsen

Heimkinder leiden an unheilbaren Verhaltensstörungen

Von Erwin Lausch

„Es ist immer wieder erstaunlich", wunderte sich Andreas Mehringer, Leiter des Städtischen Waisenhauses München, „wie wenig — auch in Fachkreisen — die Not dieser Kinder, das Leben in den Säuglingsheimen, bekannt ist. Wer aber die Lage kennt, wird von Alpträumen verfolgt…“Vor starken Worten über das Leben in den Säuglingsheimen scheuen auch Wissenschaftler nicht zurück. „Über die Not in den Säuglingsheimen" betitelten die Kinderärzte Theodor Hellbrügge (München) und Johannes Pechstein (Mainz) einen Fachaufsatz. Unter den Titel „Verlorene Kinder?" gab Pechstein zusammen mit anderen Autoren ein Buch über „Massenpflege in Säuglingsheimen“ heraus. Der Freiburger Verhaltensforscher Bernhard Hassenstein sprach auf der Versammlung der ehrwürdigen Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte vom „Skandalen der bindungslosen Heimerziehung".
Allein in der Bundesrepublik geht es um das Schicksal von rund 20 000 Kindern jedes Geburtsjahrgangs, die für kürzere oder längere Zeit in ein Säuglingsheim eingewiesen werden. Sie sind die unfreiwilligen Versuchspersonen in einem Massenexperiment, dessen fataler Ausgang seit langem feststeht und das dennoch immer aufs Neue wiederholt wird: Die Folgen des frühen Muttermangels sind im Säuglingsheim — wie bei einem Versuch, bei dem auf möglichst eindeutige Versuchsbedingungen geachtet wird — besonders deutlich zu erkennen.

Säuglingsheime haben eine alte Tradition: Das erste Findelhaus wurde schon 787 auf Veranlassung des Bischofs von Mailand gegründet. Dennoch ist die Problematik, um die es in dieser Serie geht, nicht älter als unser Jahrhundert. Das hat einen einfachen Grund: In den Findelanstalten wurden nur wenige Kinder so alt, daß sie ihren Mitmenschen durch Verhaltensstörungen zur Last fallen konnten. 60 bis 90 Prozent der Säuglinge in den Findelhäusern starben schon im ersten Lebensjahr.

Wenn es auch zu Beginn unseres Jahrhunderts durch konsequente hygienische Maßnahmen gelang, die Sterblichkeit der Säuglinge in der Massenpflege drastisch zu reduzieren, so starben doch noch immer viele Säuglinge in Heimen und Krankenhäusern aus unerklärlichen Gründen. Ihre Krankheit. wurde nun „Hospitalmarasmus“ (Verfall durch Anstaltsaufenthalt) oder „Hospitalismus“ genannt. Der Kinderatzt Gustav Tugendreich beschrieb 1910 das Bild der Krankheit als „im einzelnen mannigfach, aber im großen immer dadurch charakterisiert, daß Säuglinge, die noch nicht hochgradig erkrankt oder sogar gesund eingeliefert waren, in den Anstalten sich fortwährend verschlechterten bis zum schließlich erfolgten Tode..."

Bis zum Verfall

Schon im Jahre 1915 beschrieb der Münchener Kinderarzt Meinhard von Pfaundler exakt die Symptome der Krankheit, die mutterlose Säuglinge befällt. Diese Beschreibung, die drei Phasen — Unruhe, Resignation, Verfall — umfaßt, gilt noch heute als vorbildlich. Pfaundler verglich auch schon die Entwicklung von Heim- und Familienkindern. Die Kinder im Säuglingsheim stammten von wohlhabenden Eltern, während die Familienkinder im Armenviertel in Elternhäusern lebten, die als sozial gefährdet galten.Die Säuglinge im Armenviertel, die mit Mutter und Geschwistern aufwuchsen, gediehen besser als die Heimkinder aus gutem Haus. Sie machten einen geistig regeren und intelligenteren Eindruck und erwiesen sich als wesentlich kontaktfähiger.
Heute, rund sechs Jahrzehnte nach Pfaundlers wenig beachteten Beobachtungen, gibt es zahlreiche Untersuchungen über Kinder, die ihre ersten Lebensjahre ohne Mutter im Heim verbrachten. Auf den ersten Blick scheint es ihnen, gesundheitlich gut zu gehen. Die Medizin hat weitere Fortschritte gemacht.
Doch trotz aller Bemühungen gelingt es auch in den bestgeführten Heimen nicht, die Säuglinge und Kleinkinder sich so entwickeln zu lassen, wie das in intakten Familien der Fall wäre. Schon nach wenigen Monaten Aufenthalt im Heim sind diese Kinder in ihrer Entwicklung  weit zurückgefallen. Sie sind Opfer einer umfassenden Entwicklungsstörung geworden, die als „Deprivationssyndrom" bezeichnet wird. Auf deutsch bedeutet dieser Ausdruck etwa „Krankheit durch Beraubung". Er wurde gewählt, weil die betroffenen Kinder der entwicklungsfördernden Einflüsse beraubt worden sind, die von der Mutter oder einer anderen festen Bezugsperson ausgehen. Ein Team der Forschungsstelle für soziale Pädiatrie an der Universität München, das seit 1967 Untersuchungen in etwa 40 Säuglings- und Kleinkinderheimen des Bundesgebiets und Westberlins vornahm, stellte fest, daß nach halbjährigen Heimaufenthalt 75 Prozent der Heimkinder erst einen Entwicklungsstand erreicht hatten, der der Hälfte ihres Lebensalters entsprach. Nur 2,6 Prozent der Kinder hatten sich altersgemäß entwickelt.
Die Rückstände im ersten Lebensjahr werden in der Regel nur von Beobachtern erkannt, die mit der normalen menschlichen Entwicklung gut vertraut sind. Mit zwei Jahren allerdings kommen auch dem Laien viele Kinder in den Heimen „sonderbar" oder „gestört" vor. „Diese Kinder", berichtete Heimleiter Mehringer, „können mit zwei Jahren noch nicht laufen, kaum richtig stehen, nichts Festes essen, müssen die natürlichen Bewegungen, das Greifen, das Spielen erst nachlernen. Sie sind beziehungslos, lehnen oft noch lange eine zärtliche Zuwendung ab, sie können nicht lachen und nicht weinen, nur schreien. Sie sind in ihrer ganzen Entwicklung weit zurück."

Aggressiv und brutal

Weit zurück sind die Kinder in der „statistischmotorischen“ Entwicklung (in der Beherrschung ihrer Bewegungen),  in der Entwicklung der Sinneswahrnehmungen und des Spielvermögens, in der Entwicklung der Spräche und des Sozialverhaltens. Mehr und mehr treten zudem Verhaltensweisen in Erscheinung, die nicht mehr nur als Entwicklungsrückstand zu betrachten sind, sondern als Fehlentwicklungen, als Verhaltensstörungen gedeutet werden müssen.

Diese Befunde wurden übereinstimmend in zahlreichen Untersuchungen erhoben. Marie Meierhofer und Wilhelm Keller vom Züricher Institut für Psychohygiene im Kindesalter, die 1966 die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung in zwölf Säuglings- und Kleinkinderheimen des Kantons Zürich veröffentlichten, stellten fest: „In ihrem Grundresultat, daß die Heimkinder gegenüber den ‚Familienkindern’ in ihrer gesamten Entwicklung im Rückstand und in ihrem Verhalten anders sind, stimmt unsere Untersuchung mit allen anderen bisher publizierten Entwicklungsstudien an Heimkindern überein."

Die Verhaltensstörungen können von ganz verschiedener, ja gegensätzlicher Art sein. Die Kinder können äußerst gehemmt und apathisch sein. Ihre Passivität kann so weit gehen, daß sie schließlich in ein Heim für schwachsinnige Kinder gelangen. Andere Kinder zeigen sich sozial überaktiv. Wahllos klammern sie sich an jeden Menschen, dem sie begegnen, ohne jedoch zu einer festeren Bindung fähig zu sein. Ein dritter Typ erscheint verhältnismäßig gut angepaßt. Diese Kinder wirken im Heim unauffällig. Eine genauere Untersuchung zeigt jedoch, daß ihre Gefühlsentwicklung wesentlich verarmt ist.

Schließlich überraschen manche Kinder schon sehr früh durch ihre Zerstörungswut und Brutalität. „Sie sind", so beschreibt Pechstein in Übereinstimmung mit den tschechoslowakischen Sozialpädiatern Z. Matĕjček  und J. Langmeier diese verhaltensgestörten Kinder, „besonders durch ihre Aggressivität, ihre destruktiven Tendenzen, Affekthandlungen und Grausamkeiten, wie das Quälen von Tieren und anderen Kindern, auffällig. Ihre primitiven Affekte werden durch Angst und Gewissen nicht kontrolliert; sie begehen Boshaftigkeiten, kennen aber weder Schande noch Schuld."

Noch ist nicht geklärt, auf welche Weise so gegensätzliche Typen von Verhaltensstörungen unter prinzipiell ähnlichen Bedingungen entstehen. Wahrscheinlich gibt hier die Veranlagung den Ausschlag. Es leuchtet aber ein, daß derartige Verhaltensstörungen, die auch in günstigem Milieu nicht mehr ohne weiteres wieder verschwinden, alle sozialen Beziehungen schwerwiegend belasten — sei es in den Heimen, wo die Verhaltensstörungen die Atmosphäre maßgeblich beeinflussen, sei es gegenüber Adoptiv- oder Pflegeeltern, sei es in der Schule.

Bei einem Vergleich von je fünfzig Heim-, Pflege- und Familienkindern fand Annemarie Dührssen, Leiterin des Instituts für Psychogene Erkrankungen in Berlin, daß 80 Prozent der Heimkinder den Anforderungen des ersten Schuljahrs nicht gewachsen waren (drei Viertel von ihnen waren gleich zurückgestellt worden). Bei den Pflegekindern hatten 43 Prozent Schwierigkeiten mitzukommen oder waren von vornherein nicht schulreif gewesen, bei den Familienkindern jedoch nur 15 Prozent.

Wie anhaltend die Schäden sind, die ein Heimaufenthalt in der frühen Kindheit bewirkt, zeigte schon in den vierziger Jahren der amerikanische Psychologe William Goldfarb. Er untersuchte 14- bis 15jährige Pflegekinder und verglich dabei zwei Gruppen miteinander: Während die Kinder der einen Gruppe bis zum dritten Lebensjahr bei der Mutter gelebt hatten, waren die Kinder der anderen Gruppe in dieser Zeit in einem Heim gewesen. Jede der beiden Gruppen umfasste 15 Kinder.

Goldfarb fand, daß unter den ehemaligen Heimkindern sechs bei anderen Kindern unbeliebt waren, unter den „Mutterkindern" nur eines. Neun Heimkinder, aber nur zwei Mutterkinder fielen durch distanzlose Kontaktsuche auf. Acht Heimkinder (ein Mutterkind) waren furchtsam, neun Heimkinder (ein Mutterkind) sehr unruhig. Auffällige Konzentrationsstörungen lagen bei Zehn Heimkindern und keinem Mutterkind vor, schlechte Schulerfolge bei allen 15 Heimkindern und einem Mutterkind.

„Es ist sicher", betonen auch Marie Meierhofer und Wilhelm Keller in Zürich, „daß ungerichtetes Kontaktsuchen, Verharren in Protest, Kontaktmeiden, stumpfe Abkehr von Welt und Umwelt und mangelnde Fühlung mit der Wirklichkeit in der frühen Kindheit die Wurzeln bilden können für spätere Charakterstörungen im Sinne der Haltlosigkeit, des Überwiegens von aggressiven und asozialen Tendenzen, der schizoiden Absonderung, der Hingabe- und Leistungsunfähigkeit..."

Der Dauerkonflikt mit der Umwelt erscheint bei vielen Menschen, die ihre frühe Kindheit in einem Heim verbracht haben, vorprogrammiert. Die Frage ist im Einzelfall nur noch, ob allein die ehemaligen Säuglingsheimkinder leiden oder ob sie ihrerseits ihre Umwelt an sich leiden lassen.

Es ist einerseits bekannt, daß viele Kriminelle ihre Kindheit unter erbärmlichen Verhältnissen verlebten. Andererseits sehen wir schon bei Kindern, die ihren Lebensanfang unter schädigenden Bedingungen verbrachten, Tendenzen zu Persönlichkeitsentwicklungen, wie sie später oft bei Kriminellen auffallen. Die Indizien, die für die Entstehung der Kriminalität in der frühen Kindheit sprechen, erscheinen schlüssig. Dennoch wünscht man sich Untersuchungen, bei denen das Schicksal einer möglichst großen Anzahl sowohl von Säuglingsheimkindern als auch von Familienkindern bis zum Erwachsenenalter verfolgt worden ist. Erstaunlicherweise sind derartige Untersuchungen kaum bekannt.

Wenigstens einen Anhaltspunkt gibt eine Untersuchung, die Theodor Hellbrügge in München zusammen mit der Psychologin R. Brendel unternahm. Sie ist nicht nur wegen der Seltenheit solcher Untersuchungen bemerkenswert, sondern wegen der makabren Umstände, unter denen die untersuchten jungen Menschen zur Welt kamen. Es handelt sich um Jugendliche, die im Rahmen des nationalsozialistischen Zuchtprojekts „Lebensborn" gezeugt und zum Führungsnachwuchs bestimmt worden waren. Nur Männer und Frauen mit besten Erbgesundheitszeugnissen waren dazu ausersehen worden, die Heime zu füllen, in denen die Elite der Nation heranwachsen sollte.

1946 begegnete Hellbrügge sechs Kindern aus diesem Projekt. Sie erschienen ihm „auffallend hübsch". Damals waren sie eineinhalb bis zwei Jahre alt. „Bei näherem Zusehen", berichtete der Kinderarzt, „stellte sich indessen heraus, dass keines dieser Kinder laufen konnte, einige konnten kaum sitzen. Sie konnten nicht sprechen, sie konnten vor allem nicht lachen." Kurz: Sie offenbarten nur allzu deutlich ihre Heimherkunft.

Jahre später bemühten sich Hellbrügge und Frau Brendel, Adressen von Lebensborn-Kindern ausfindig zu machen. Von 1962 bis 1966 gelang es, 70 Jugendliche, die ihr Leben
nationalsozialistischem Rassenhochmut verdankten, ausfindig zu machen. 40 von ihnen wurden eingehend medizinisch, psychologisch und tiefenpsychologisch untersucht.

Außerdem wurden alle verfügbaren Unterlagen über diese Jugendlichen studiert. Obgleich diese Untersuchung, vom Standpunkt eines Biostatistikers gesehen,
notwendigerweise methodische Schwächen hat, erscheinen die Ergebnisse doch interessant. Psychologische Tests ließen nämlich bei den ehemaligen Lebensborn-Kindern immer wieder Anzeichen für wirklichkeitsfremde Einstellung, Störungen der Umweltbeziehungen, Angst, Haltlosigkeit, Gefühlsarmut, Kontakthemmungen erkennen Etliche Jugendliche stotterten. Fünf näßten und koteten noch im Alter von mehr als 17 Jahren ein.

Vielfach waren große Erziehungsschwierigkeiten aufgetreten. Zwölf der 70 Jugendlichen waren in Fürsorgeerziehung gewesen. Durch Asozialität und Kriminalität war bereits — so Hellbrügge — „ein nicht geringer Teil aufgefallen". Die Kinder mit ausgesuchtem Erbgut, die in Heimen zu nordischen Prachtmenschen heranwachsen sollten, entwickelten sich somit ganz anders, als ihre geistigen Väter am Schreibtisch es sich vorgestellt hatten. Und das lag offensichtlich an ihren frühen Jahren, die sie ohne Mütter verbringen mußten.

 

3.2.4 Hospitalismussituation, Heimaufenthalte

Der Chronist Salimbene von Parma berichtet am Ende der Biographie des Stauferkönigs Friedrich II. von verschiedenen, in seinen Augen sehr merkwürdigen Ideen und Taten dieses Herrschers:

"Seine zweite Wahnidee war, daß er ein Experiment machen wollte, welche Art  Sprache und Sprechweise Knaben nach ihrem Heranwachsen hätten, wenn sie  vorher mit niemandem sprächen. Und deshalb befahl es den Ammen und Pflegerinnen, sie sollten den Kindern Milch geben, daß sie an den Brüsten saugen möchten, sie baden und waschen, aber in keiner Weise mit ihnen schön tun und zu ihnen sprechen. Er wollte nämlich erforschen, ob sie die hebräische Sprache sprächen, als die älteste, oder Griechisch oder Latein oder Arabisch, oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie geboren hatten. Aber er mühte sich vergebens, weil die Knaben und (anderen) Kinder alle starben. Denn sie vermochten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen und Nährerinnen" (Doren, 1914, S. 359).

Diese historische Anekdote wird zumeist dann erwähnt, wenn der lebensentscheidende Einfluß demonstriert werden soll, den der soziale Umgang im allgemeinen und die Beziehung zu einer Mutterperson im besonderen für die Entwicklung eines Kindes besitzt. Daß die Qualität der Betreuung von Kindern in Heimen und in Kliniken nicht die beste war und daß z.T. ähnliche Entwicklungen wie oben vorhanden sein können, wurde aus kinderärztlicher Sicht um die Jahrhundertwende herausgestellt (von Pfaundler, 1924). Zwar konnte man dort aufgrund aseptischer Behandlung die Kindersterblichkeit beträchtlich zurückdrängen, nach Abklingen der Symptomatik trat aber keineswegs eine Gesundung ein, sondern:

"Tritt man an das Bett heran, so wenden sich die Augen wohl noch dem Beschauer zu, doch weder mit dem latenten Lächeln des gesunden noch mit der ängstlichen oder schmerzhaft gespannten Miene des kranken Kindes, sondern mit einem indifferenten, resignierten, wie in Ernst und Trauer erstarrten Blick. ... Man steht einem körperlichen Verfall gegenüber, der sich in außergewöhnlicher und stabiler Blässe, Schlaffheit oder Welkheit der Haut und des Unterhautfettes, in Elastizitätsverlust bei scheinbar oft vermehrtem Muskeltonus ausdrückt ... Von diesem Stadium an macht sich die schwerste Form des Hospitalismus bemerkbar, nämlich die völlige Widerstandslosigkeit gegen infektiöse Schäden" (Schmalohr, 1968, S. 20).

Von Pfaundler (1924) gebührt das Verdienst, diese Spitalsschädigungen (von daher aus die Bezeichnung Hospitalismus, bisweilen auch Hospitalmarasmus genannt) mit der Muttertrennung in Verbindung gebracht zu haben. Ihm fiel nämlich auf, daß Kinder in der natürlichen Umgebung, in der oft ein viel geringerer Grad an Hygiene herrschte als in Spitälern, unter sonst gleichen Ausgangsbedingungen sich wesentlich schneller erholten. Er stellte auch als erster Vergleiche zwischen Kindergruppen mit unterschiedlicher Zuwendungsintensität und Entwicklungsverläufen fest. Bowlby (1951) beschreibt als Folge der Mutter-Trennung den sog. Separationsschock, Spitz (1945) als anaklytische Depression ein Syndrom, das sich ausschließlich bei Säuglingen in der zweiten Hälfte des 1. Lebensjahres inHeimen zeigte, die von ihrer Mutter getrennt wurden.

Nach dem Schweregrad der psychischen und physischen Schädigungen, die sich im Rahmen des Hospitalismus ergeben können, ist folgende Intensivierung denkbar:

  1. Seperationsschock (Protest, Verzweiflung, Ablehnung),

  2. anaklytische Depression (Apathie, Resignation, Retardierung),

  3. mentale Inanition (psychosomatische und irreversible psychische Störungen),

  4. Hospitalismus i.e.S. (schwerste psychische und physische Dauerschäden mit vitaler Bedrohnung und möglichem Tod).

Als Folgen (vor allem bei längerer Unterbringung in Heimen) wurden nachgewiesen:

  1. Motorische Entwicklungsverlangsamung,

  2. sprachliche Retardierung,

  3. intellektuelle Verkümmerung,

  4. neurotische Symptomatiken,

  5. Störungen des Sozialverhaltens und

  6. Störungen des Arbeitsverhaltens.

Heimkinder entwickeln sich ungünstiger als Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen  (Dührssen, 1958). Ursächlich dafür ist die mangelnde Kontinuität der Zuwendung und die quantitativ geringere Zuwendung. Zwischen der Kontinuität der Zuwendung und dem Schulerfolg wurde zudem eine Korrelation von .40 gefunden (Rösler, 1970).

Diese Arbeiten haben eine deutliche Verbesserung der Betreuung in Hospitälern und Heimen nach sich gezogen. Die soziale Bedeutung des Hospitalismus liegt darin, daß diese Kinder zwar nicht mehr sterben, aber als chronisch affektgestörte Menschen einen Teil der Gesellschaft bilden.

Psychischer Hospitalismus ist aber bis heute nicht völlig verschwunden. Außerdem ist dies nicht nur ein Thema für Institutionen, in denen Kinder untergebracht werden, sondern es gibt Hospitalismus auch in Familien (Kindesvernachlässigung).  

 

 

Der letzte Morgen

Auszug aus Der letzte Morgen

Ein spannender, authentischer Roman!

 

Autor: Rex Gorden 06.03.2008

Herausgeber: Edition Gorden

Internet: www.edition-gorden.de

E-Mail: rexgorden@yahoo.de

ISBN 10: 3-939732-00-1

ISBN 13: 978-3-939732-00-6
Einband: Paperback

Preisinfo: 8,95 € (D)

Seiten/Umfang: 175 Seiten – 18,5 x 12,4 cm
Gewicht: 200 g

Erschienen: 20. September 2006

 

Wichtiger Hinweis: Alle Fotos und Textbeiträge des Beitrages aus dem Buch „Der letzte Morgen“ dürfen in keiner Form reproduziert und verbreitet werden! Das Manuskript wurde ausschließlich für Herr Johann Lambert Beckers von Verlag „EDITION GORDEN“ zur Verfügung gestellt!

 

Der Autor Rudolf Böhm ist Tot. Möge seine Seele frieden finden, die sie im Kinderheim nicht haben durfte.
 

Rex Gorden, Sänger, Verleger und Autor, wurde am 30. November 1953 in Aichach (Bayern) geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Nach Beendigung der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung als Bürokaufmann und besang Tonträger. Später zog es ihn nach Köln, wo er im damaligen „Theater Cordial“ Schauspielunterricht nahm. 1973 wählte er München als seinen Dauerwohnsitz. Neben zahlreichen Gesangsaufnahmen und diversen TV-Auftritten entdeckte der große Tierfreund seine Leidenschaft zur Fotographie und sein stets treuer Begleiter ist die Kamera. Im Herbst 2005 kam er auf die Idee, sein erstes Buch zu schreiben.

 

Gorden, der September 2006 an Lungenkrebs erkrankte (ein Jahr zuvor starb seine Zwillingsschwester Gerti an Lungenkrebs) und durch die Chemotherapien auf den Weg zu Besserung ist, lebt am Stadtrand von München. Er beabsichtigt, sobald er wieder mehr Energie hat, neben weiteren Tonaufnahmen ein zweites Buch zu veröffentlichen.

03.09.2007 wurde festgestellt, dass die Metastasen bereits das Gehirn erreicht haben.

17.03.2008 Rex Gorden (Rudolf Böhm) ist am 06.03.2008 an den Folgen seiner Krankheit
verstorben. Bei ihm wurde Anfang September ein Gehirntumor festgestellt und es wuchsen im Laufe der Zeit weitere Lymphdrüsen-Tumore nach außen am Körper.
Seit Anfang Januar war er rechtsseitig gelähmt und die letzten 3 1/2 Wochen war er im Krankenhaus an einen Morphium-Perfusor angeschlossen. Er ist im wörtlichen Sinne - ganz sanft - eingeschlafen.
Rex Gorden war, entgegen seiner schlechten Erfahrungen der Kindheit, zumindest in dieser ganzen Zeit, nicht allein. Bärbel hatte die Möglichkeit, die ganze Zeit bei ihm zu sein.

 

 

Inhalt:

In diesem Buch wird das traurige Schicksal des Schülers Philipp Krüger beschrieben, der als Kind die Zuneigung seiner Eltern vermißte. Alkoholmißbrauch, Arbeitslosigkeit sowie chronischer Geldmangel der Eltern prägten das Bild von Philipp. Die Folgen: Ausgrenzung seines Umfeldes und Einsamkeit. Philipp litt sehr darunter und sein junges Leben wurde zerstört. Er besaß nicht die Kraft und den Mut, sich anderen anzuvertrauen, was schließlich zum dramatischen Ende führte. Diese authentische Geschichte soll darauf hinweisen und zugleich die Augen öffnen, was Alkoholmißbrauch verursachen kann.

 

Die Heimzeit spielte sich Mitte der 60ger Jahre ab.
Heinz-Peter, der sich mit „Philipp Krüger“ im Viersener Kinderheim Don-Bosco anfreundete, wurde im Sommer 1966 wieder aus dem Heim geholt, nachdem er sich mit Philipp und den anderen der Heimgruppe das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in England (Deutschland gegen England) ansehen durfte.

 

Buch-Auszüge: 

 

Eine ideale Lösung? (in Düsseldorf)

 

Dann kam das, was unumgänglich war und kommen mußte. Das Jugendamt wurde tätig. Die Behörden suchten ohne Vorankündigung überraschend die Wohnung auf und fanden diese im total chaotischen Zustand vor. Philipp bekam von dem Gespräch nicht viel mit, da er nicht begreifen konnte, was Sache war. Als der Besuch vom Jugendamt wieder weg war, brachte Marina ihrem Sohn schonend bei, daß sie aufgefordert wurde, ihn in den nächsten Tag in das Kinderheim an der Oberbilker Allee zu bringen, etwa fünfzehn Minuten Fußweg von der Schmiedestraße entfernt. Für Philipp brach nach dieser Schreckensnachricht eine Welt zusammen. Als Wolfgang abends nach Hause kam, fand darüber eine Diskussion statt.

„Das war vorauszusehen“, waren seine Worte.

Marina und Wolfgang stritten sich bei dieser Diskussion und betranken sich nebenbei, anstatt Philipp seelischen Beistand zu leisten. Philipp hatte Angst. Er war über 10 Jahre alt und man würde ihn in den nächsten Tagen seinen Eltern wegnehmen. Das Leben hätte für ihn plötzlich eine neue Wende. Was wird ihn im Heim erwarten? Und in der Schule? Wie würden sich die Mitschüler ihm gegenüber verhalten? Die Ungewißheit machte Philipp sehr zuschaffen. Wie wird es im Heim sein? Wird man streng sein? Darf er aus dem Heim zum Gangelplatz, um mit anderen Kindern zu spielen? Alles wird neu und fremd sein. Wird er neue Freunde finden? Was wird aus seiner kleinen Schwester Barbara, die inzwischen gerade erst vier Jahre alt war und von all dem kaum etwas mitbekam, weil sie noch zu klein war. Und Rüdiger, sein kleiner Bruder, der erst drei Monate alt war?

Wenige Tage später erschienen die Beauftragten des Jugendamtes erneut. Marina war gerade damit beschäftigt, die Sachen für Philipp zusammenzupacken.

„Bemühen Sie sich nicht, Frau Kronstein! Wir bringen Philipp in das Kinderheim!“

Philipp konnte seine Tränen nicht unterdrücken. Es ging alles sehr schnell. Innerhalb von zehn Minuten verabschiedete sich Marina von Philipp und versprach, ihn recht bald zu besuchen und ihn wieder aus dem Heim zu holen. Mit dem Auto fuhr die Jugendbeauftragte Philipp zum Kinderheim an der Oberbilker Allee. Das Heim befand sich verborgen hinter einer großen Mauer an der Hauptstraße. Nachdem die Pforte geöffnet wurde, erschien eine Ordensschwester und begrüßte Philipp freundlich.

„Herzlich Willkommen, Philipp! Keine Angst, es wird Dir hier nichts passieren. Du wirst sehen, daß Du Dich bei uns wohl fühlen wirst“.

Philipp wurde zur Rezeption geführt und dort der Heimleitung vorgestellt. Ein großer Raum, wo sich gleich drei Ordensschwestern befanden, die sich mit den Leuten des Jugendamtes leise unterhielten. Nach etwa dreißig Minuten brachten gleich zwei Nonnen Philipp zu seiner neuen Umgebung. Er wurde der Gruppenschwester und den etwa gleichaltrigen Kindern vorgestellt, die an mehren Tischen saßen und sich mit Schulaufgaben beschäftigten. Es waren teilweise Kinder, die im Heim aufgewachsen sind und kein Elternhaus kannten.

 

Im Kinderheim hatte Philipp erhebliche Schwierigkeiten. Er konnte sich keineswegs zurechtzufinden. Mit den anderen Heimkindern wurde er geschlossen zur Schule geführt und abgeholt. Der nun alltägliche Weg zur Schule führte durch die Schmiedestraße vorbei, wobei Philipp jedes Mal zum Fenster der Wohnung, in der er einst lebte hinaufsah und dabei Herzklopfen bekam.

Nun hatte er es als „Heimkind“ in der Schule bei den Klassenkameraden noch schwerer, da es sich in der Klasse schnell herumgesprochen hatte, in welcher Situation er sich befand.

Es gab Klassenkameraden, die ihn danach fragten, ob er zufällig eine Flasche Schnaps dabei habe. Und er wurde gefragt, wie es im Gefängnis sei. Philipp wurde von vielen Mitschülern ständig provoziert. Es gab wenige, die sich völlig raus hielten. Selbst die Nachbarskinder aus der Schmiedestraße, die teilweise dieselbe Klasse besuchten wie Philipp und mit denen er einst im Hof spielte, verhielten sich ihm gegenüber plötzlich aggressiv. Immer wieder warfen sie ihm vor, wie versoffen doch seine Eltern sind und wie oft sie von der Polizei aufgesucht wurden. Die meisten Heimkinder verbrachten die Pausen unter sich. Es gab einige äußerst strenge Lehrer, die Philipp auch nicht immer das Leben leicht machten und ihm gegenüber keinerlei Verständnis aufbrachten. Aber es gab auch zugängliche Lehrer, die die schwere Situation der Heimkinder erkannten und sich mit ihnen beschäftigten. Auch einige Lehrerinnen versuchten dazu beizutragen, den Heimkindern ein angenehmeres Leben in der Schule zu ermöglichen, was nicht immer einfach war, da die Lehrer in solchen Situationen ziemlich überfordert waren. Dennoch versuchten sie ihr Bestes, auch wenn sie ihr Ziel nicht erreichten, da es unter den Klassenkameraden immer wieder Querulanten gab, die einfach nicht darüber nachdenken wollten, dass auch Heimkinder eben nur Kinder sind und diese teilweise durch ihre seelischen Vorbelastungen besonders empfindlich reagieren.

Philipp hatte niemals die Gelegenheit, auf dem Weg zur Schule die geschlossene Gruppe zu verlassen, um das Elternhaus aufzusuchen. Irgendwann aber kam dann die Zeit, daß er der Gruppe angehörte, die selbstständig zur Schule gehen durfte. Den Ordensschwestern im Heim mußte er versprechen, daß er nicht vom Weg abweicht. Nach einiger Zeit ließ er sich nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen, einen Abstecher „nach Hause“ zu machen, um dort seine Eltern anzutreffen. Er wollte erfahren, wann sie ihn wieder aus dem Heim holen, obwohl er in sehr guter Erinnerung hatte, wie schlecht es ihm bei seinen Eltern erging. Doch niemals traf er dort jemanden an.

 

Im Kinderheim herrschten raue Sitten und Strenge. Alles was den Ordensschwestern an den Kindern nicht gefiel, wurde bestraft. Mit Prügel wurde ebenfalls nicht gespart, wenn sie nicht die Kirche aufsuchen wollten, was obligatorisch zur Tagesordnung zählte.

Sie mußten ständig beim Pfarrer ihre Beichte abgeben. Philipp wußte manchmal gar nicht, was er überhaupt noch beichten sollte. Nur, weil er manchmal widersprochen hatte? Die Ordensschwestern nannten es „Ungehorsam“. Eine eigene Meinung durften die Kinder nicht äußern, die zählte nicht. Eine Sünde? Ein Grund zur Prügelstrafe? Das kann doch nicht christlich sein!

Da Philipp mehrmals unpünktlich im Kinderheim eintraf, weil er (wie immer wieder) vor dem verschlossenen „Elternhaus“ vergebens wartete, verprügelte ihn die Gruppenschwester und er durfte einige Tage nicht im Hof spielen. Sie brummte ihm unangenehme Strafarbeiten auf. Mal sollte er religiöse Aufsätze schreiben, oder seitenweise die „10 Gebote“ wiederholt als „Übung“ aufschreiben. Wenn er es nicht fein säuberlich schrieb, so wurde er dazu gezwungen, alles erneut zu verfassen. Manchmal arbeitete er drei Stunden an seiner Strafarbeit. Obwohl Philipp eine schöne Handschrift hatte, wurde diese ständig von der Gruppenschwester bemängelt. Wie oft schmerzten seine Finger vor lauter Schreiben. Schaute er ab und zu mal aus dem Fenster, so wurde er ermahnt. Zur Strafe kam noch hinzu, daß er in die kleine Kirche des Heimes mußte, um „Reue“ zu bekennen. Dabei durfte er sich nicht auf die Bank setzen. Das wäre ja auch zu einfach gewesen. Nein, er mußte auf den harten Holzbänken knien mit gefalteten Händen, – eine gute Stunde lang. Die Gruppenschwester saß dabei bequem einige Bänke hinter Philipp, um ihn beim „Beten“ nicht aus den Augen zu lassen. Es wurde ihm während des Betens auch nicht erlaubt, einmal kurz aufzustehen, weil die Knie schmerzten. Als er es einmal versuchte, brummte ihn die Schwester noch eine Stunde auf und ließ sich von einer Praktikantin ablösen. Die junge Praktikantin aber hatte Mitleid mit Philipp.

„Du hast jetzt genug gebetet, setzt Dich ein wenig auf die Bank. Ich kann von hier aus sehen, wenn die Gruppenschwester kommt. Knie Dich wieder auf die Bank, wenn ich Dir ein Zeichen gebe“.

Die Praktikantin saß in der letzten Bankreihe und hatte den Eingang im Visier. Nebenbei unterhielt sie sich etwas mit Philipp. Nach einer Stunde verließen beide die kleine Kirche und alles war gut gegangen. Philipp war innerlich sehr dankbar, daß ihm die Praktikantin entgegenkam. Aber ihn plagte bereits nach Verlassen der Kirche ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatte er genau das Gegenteil getan, was die Ordensschwester von ihm verlangte. Nachdem einige Tage vergingen und von all dem nichts ans Tageslicht kam war Philipp wieder erleichtert.

All diese Vorgänge, zu spät im Kinderheim zu erscheinen, anschließend Prügelstrafe, Beichte und Strafarbeiten etc. hielt Philipp nicht mehr aus. Wenige Tage später beschloß er, das Kinderheim nicht mehr aufzusuchen und marschierte nach Schulschluß in Richtung Autobahn, bepackt mit seiner Schultasche und mit etwa dreißig Pfennig in der Hosentasche. Da er von einigen anderen Heimkindern erfahren hatte, daß Kinder von zu Hause ausgerissen waren, um dann per Anhalter mit einem Lastwagen ihr Ziel zu erreichen, wollte er es auch versuchen. Philipps Ziel war es, nach Bayern zu reisen, um endlich einmal die Berge sehen zu können. Es regnete stark und bereits nach sehr kurzer Zeit war er völlig durchnäßt. Nachdem er stadtauswärts einen kleinen Bauernhof sichtete und zuvor sein bescheidenes Kapital in zwei trockene Brötchen investierte, fand er Unterschlupf in einer Scheune. Philipp wußte nicht, wieviel Uhr es ist. Seine Armbanduhr hatte ihm die Gruppenschwester abgenommen, da die Kinder nur sonntags, wenn sie „brav“ waren, ihre Uhren tragen durften. Philipp zog seine Kleidung aus, damit diese trocknen konnten und schlief im Heu. Er fand in der Scheune einen alten vermoderten Mantel und deckte sich damit zu. Immerhin wärmte der dreckige, stinkige und trockene Mantel Philipps Körper. Er schlief durch und wurde in den frühen Morgenstunden von einem Hahn, der kräftig krähte, aus dem Schlaf gerissen. Seine Kleidung war immer noch nicht trocken, doch er zog sie an.

Bisher hatte ihn vom Anwesen des Bauernhofes niemand entdeckt. Unbemerkt und hungrig verließ er den Hof. Nach langer Zeit erreichte Philipp die Autobahneinfahrt. Kurze Zeit später hielt ein Polizeiwagen. Das war das Ende seiner Abenteuerreise. Man nahm ihn mit aufs Revier und ein Polizeibeamter spendierte ihm sein Frühstücksbrot. Sie wußten genau, woher er kam, da natürlich von der Heimleitung aus die Polizei verständigt wurde. Die Polizei nahm Philipp etwas die Angst vor dem Heim und sie fuhren ihn wieder „nach Hause“. Dort wurde er außergewöhnlich freundlich empfangen und bei dieser Gelegenheit wünschte er sich so sehr, dass die Ordensschwestern immer so wären. Dies hielt aber leider nur kurze Zeit an und er wurde bereits nach einigen Tagen wieder schikaniert. Philipps Situation war unverändert.

Knapp drei Monate später kam auch Barbara in das Heim. Doch seine letzten Tage in diesem Kinderheim waren gezählt…

 

Schlagfreudige Nonnen

 

Man verlegte Philipp in ein anderes Kinderheim nach Viersen, um zu vermeiden, daß er ständig die Schmiedestraße aufsuchte. Gegen die Besuche der Eltern gab es vom Sozialamt und von der Heimleitung keine Einwände.

Obwohl das Kinderheim in Düsseldorf von der Schmiedestraße nicht weit entfernt war, besuchten ihn weder seine Mutter noch sein Stiefvater. Selten erhielt er Post von beiden. Und wenn, so waren es nur wenige Zeilen, aus denen hervorging, daß man ihn am nächsten Sonntag besuchen würde. Philipp wartete jedoch vergebens. Viele Kinder empfingen Besuche, während er da stand und wartete. Für Philipp waren diese leeren Versprechungen ein sehr niederdrückendes Gefühl.

Seine Oma konnte ihn nicht besuchen, da sie sich nicht die Fahrkarte leisten konnte. So sah er in nächster Zeit auch Luzia nicht. Ein Ausflug nach Köln wäre von der Heimleitung niemals genehmigt worden. Wenn die Heimkinder das Kinderheim verließen, dann nur, um die Agnes-van-Brakel-Schule zu besuchen. Dort waren alle Lehrer sehr nett und mit den Schulkameraden gab es keinerlei Probleme.

Im Don-Bosco-Heim lebten die Kinder, wie auch in Düsseldorf, von der Außenwelt völlig abgeschirmt, konnten sie sich aber in der Anlage frei bewegen. Ein kleiner Fußballplatz, Spielwiese und sogar ein kleines Schwimmbecken waren vorhanden. Das war aber nicht die Vorstellung vieler Kinder und für Philipp erst recht nicht.

 

Immerhin gab es Heinz-Peter Lochten, der mit Philipp sofort Freundschaft schloß. Sie waren gleichaltrig, verstanden sich auf Anhieb und sie teilten mit zwei anderen ihr Zimmer. Philipp begann zu lesen. „Geheimnis um eine Efeuvilla“ war das erste Buch, was Philipp in den Händen hielt, welches ihm Heinz-Peter lieh. Zum ersten Mal las Philipp ein Buch und es gefiel ihm. Philipp verschlang regelrecht diese Abenteuerbücher. Mit einer kleinen Taschenlampe las er sogar die Bücher unter seiner Bettdecke. Ebenso Heinz-Peter, der zwei Taschenlampen hatte und zuvor Philipp eine davon überließ. Das war besonders spannend, da es schon dunkel war und vom Bett aus der Blick auf den großen Garten führte. Heinz-Peter sein Bett befand sich direkt am Fenster, daneben das von Philipp, Ludwig und Holger. Probleme gab es zwischen den vieren nicht. Ab und zu öffnete sich die Tür. Die Gruppenschwester schaute nur nach, ob alles OK ist und ob die Kinder schliefen. Natürlich wurde sie bemerkt, bevor sich die Tür öffnete und im Nu waren die Taschenlampen aus.

 

Durch Heinz-Peter entdeckte Philipp etwas, was ihm Lebensfreude vermittelte und Ablenkung verschaffte. Durch ihn hatte er es im Nu fertig gebracht, die erste Serie von Enid Blyton „Geheimnis um ein…“ zu lesen. Immerhin bestand diese Serie aus vierzehn Büchern. Ja, die sechs Spürnasen, die sich die Kindergruppe nannte, denen ein schwarzer Scotchterrier Namens Purzel angehörte, lösten jeden Fall. Philipps Rechtschreibung verbesserte sich dadurch schlagartig und die Lehrer lobten ihn hierfür. Traurig war er darüber, daß es nicht noch mehr Bücher von der Geheimnis-Serie gab. Als er hörte, daß es weitere Abenteuerserien von Enid Blyton gab, besorgte er sich all diese Bücher aus der Pfarrbücherei. Er fand immer mehr Gefallen an den Büchern, die von der englischen Schriftstellerin stets spannend geschrieben wurden.

Heinz-Peter erging es genauso wie Philipp oder anderen Kindern aus der Gruppe. Oftmals wurde er ebenso ohne Grund von der Gruppenschwester geschlagen. Mal gab es mit der flachen Hand einen kräftigen Schlag ins Gesicht, dass sogar die Lippen anfingen zu bluten, oder mit dem Stock kräftige Schläge auf das Gesäß und auf die Handinnenfläche. Dass Kinder manchmal bis zu zwei Stunden in der Ecke stehen mußten und sich nicht einmal umdrehen durften, war keine Seltenheit, nachdem sie zuvor eine Abreibung bekamen. Bewegungslos und kerzengerade standen die bestraften Kinder da, die Füße zusammengestellt, mit den Händen nach hinten gestreckt und starrten nur die Wand an. Auch Philipp entkam dieser Bestrafung nicht.

Die Kinder wurden regelrecht eingeschüchtert. Oftmals mußten sie sich Diavorträge einer Gruppenschwester ansehen, die früher im belgischen Lüttich ein Kinderheim betreute. Teilweise waren die Diavorträge für die Kinder ziemlich langweilig, da es nichts anderes zu sehen gab als Kirchen, Heime und Nonnen. Ja, Nonnen ohne Ende. Für manche Kinder wurden die Nonnen zum Albtraum, auch für Heinz-Peter und Philipp. Manche Kinder waren froh darüber, daß sie in der Schule waren und hätten am liebsten den ganzen Tag dort verbracht, um diese unfairen und teilweise brutalen Schwarzkittel nicht mehr zu sehen. Zum größten Teil war für viele Kinder das Leben im Don-Bosco-Heim unerträglich. Damals gehörte die Prügelstrafe zur Tagesordnung. Heute würde man, wenn man Kinder so behandelt, von Kindesmißhandlung reden. Leider gab es damals nicht die entsprechenden Gesetze.

 

Heinz-Peter hatte Glück als er an einem Sommertag aus dem Heim geholt wurde und dem Schicksal nicht mehr ausgesetzt war. Zuvor schauten Philipp und Heinz-Peter mit der ganzen schulpflichtigen Gruppe ein spannendes Fußballspiel an. Danach verabschiedete sich Heinz-Peter von allen. Wer weiß, wie es ihm hinterher erging. Sicherlich viel besser als Philipp. Philipp empfand seinen Freund Heinz-Peter als großen Verlust, als er ihn nicht mehr sah und trauerte ihm lange Zeit nach.

 

Auch in Viersen ließ Marina sich niemals sehen. Ein einziges Mal erschien sein Stiefvater. Er kam mit einem Freund, der ihn mit seinem Wagen nach Viersen brachte, da Wolfgang kein eigenes Auto besaß. Philipp bekam nach mühseligen Verhandlungen der Heimleitung und seines Stiefvaters einen „bewilligten Ausgang“. Sie fuhren in die Stadt und aßen Eis. Welch ein plötzliches ungeheures Glücksgefühl für Philipp. So kannte er seinen Stiefvater überhaupt nicht. Nach zwei Stunden fuhren sie ihn wieder zurück in das Kinderheim und er versprach, Philipp bald wieder zu besuchen. Nachdem beide das Heim verließen, unterhielten sich die Nonnen vor Philipps Augen und meinten:

„Der kommt hier nicht mehr ins Haus, der stank doch total nach Alkohol und Zigarettenrauch!“

Wenige Wochen später erhielt Philipp einen Brief von seinem Stiefvater mit der Nachricht, daß seine Eidechsen (die er nicht mit in das Heim nehmen durfte) eingegangen sind. Er würde ihm neue Eidechsen schenken, wenn er wieder zu Hause sei.

 

Weihnachtszeit. Von seinen Eltern war nicht einmal ein kleiner Weihnachtsgruß eingetroffen. Philipp war deswegen wieder sehr enttäuscht und niedergeschlagen. Die Kinder mußten alle zur heiligen Messe. Anschließend gab es Milch, Tee und frischgebackene Plätzchen. Kleine Geschenke wurden von den Nonnen vergeben, die einige Firmen gespendet hatten. Philipp bekam Weihnachtspost von Luzia und Oma und auch von seiner Tante Hildegard aus Köln, die ihm einen kleinen Geldschein in den Brief legte. Die Gruppenschwester beschlagnahmte gleich das Geld.

„Das wird für Dich aufgehoben, damit Du später etwas hast, wenn Du von uns wegziehst“, waren ihre Worte.

Das Taschengeld war allgemein sehr spärlich ausgefallen. Es reichte gerade mal für eine kleine Tüte Bonbons. Auch die anderen Heimkinder, die etwas Geld von ihren Besuchern bekamen, mußten sich mit einem mageren Taschengeld abspeisen lassen, da es die Nonnen gleich an sich rissen, wenn die Besucher das Heim verließen.

„Ihr sollt nicht gleich das Geld für unnötige Dinge ausgeben und müßt erst einmal lernen, damit umzugehen“, hämmerten die Ordensschwestern den Kindern ein.

 

Merkwürdig war es aber, als die Kinder später das Heim für immer verließen, daß sie niemals einen Pfennig sahen. Philipp bekam manchmal Gespräche mit, wenn die Kinder beim Auszug erwähnten, daß noch etwas Geld vorhanden sein müßte, welches sie von ihren Eltern während der Besuchszeiten bekamen. Die Nonnen fertigten die Kinder damit ab, daß sie es längst als Taschengeld aufgebraucht hätten…

 

Es war bereits Januar und das neue Jahr begann mit einer traurigen Botschaft. Der Heimpfarrer kam freundlich auf Philipp zu und bat ihn, ihm zur Kirche zu folgen. Philipp glaubte zunächst, daß der Pfarrer ihm neue Anweisungen als Meßdiener geben wollte, da er öfters mit dem Pfarrer in der Kirche den Plan durchging, oder auch mal Kerzen aufstellte und die Gebetsbücher auf den Bänken verteilte. So war es leider nicht. Schonend brachte er Philipp bei, daß sein Stiefvater Wolfgang Kronstein am ersten Weihnachtstag einen Unfall hatte, den er nicht überlebte.

 

Philipp hing plötzlich sehr an seinem Stiefvater, weil er ihn besuchte, auch wenn es nur einmal für kurze Zeit war. Er machte Philipp irgendwie doch eine glaubwürdige Hoffnung, daß er bald wieder zu Hause sein würde, obwohl er wußte, wie schlecht es ihm dort zuvor erging. Aber in diesen Momenten hatte er nicht mehr daran gedacht und in den Heimen fand er es unerträglich. Philipp war am Erdboden zerstört. Die Schicksale ließen ihn nicht mehr los. Ausnahmsweise gingen die Ordenschwestern mit Philipp etwas behutsamer um.

 

Einige Zeit später kam seine jüngere Halbschwester Barbara Kronstein, die sich zuvor in dem Düsseldorfer Kinderheim befand, ebenfalls nach Viersen. Sie wurde deshalb verlegt, damit Philipp nicht mehr alleine war. Sein Halbbruder Marcus Kronstein befand sich in einem Düsseldorfer Kinderheim in der Säuglingsabteilung. Anscheinend kam Philipp mit dem ganzen Umfeld nicht mehr zurecht, zumal er für jede Kleinigkeit bestraft wurde. Die Ordensschwestern in Viersen waren noch schlagfreudiger als die in Düsseldorf, das bekamen auch andere Heimkinder immer wieder deutlich zu spüren! Das Essen, welches den Kindern im Heim aufgetischt wurde, war nicht immer Philipps Fall. Er ekelte sich vor Quark und Buttermilch. Wenn er schon alleine Buttermilch von weitem roch, würgte es ihn und er stand dadurch kurz vor der Grenze des Erbrechens. Als die Gruppenschwester dieses merkte, forderte sie ihn auf, die Buttermilch zu trinken. Philipp versuchte es, um nicht zu widersprechen und einer eventuellen Strafe zu entgehen. Philipp erbrach bereits nach dem ersten kleinen Schluck und wurde von der Gruppenschwester beschimpft und ins Gesicht geschlagen.

„Wie gehst Du mit einer Gabe Gottes um?“

Er mußte anschließend den Boden reinigen und zur Strafe Aufsätze schreiben, wobei ihn die Nonne nicht aus den Augen ließ.

Philipp stellte sich manchmal die Frage, wie die Ordensschwestern wohl als Christen zur Nächstenliebe standen, die den Heimkindern ständig gepredigt wurde.

 

Copyright © by Rex Gorden

 

Prof. Dr. Klaus Hartmann

Lebenswege nach
Heimerziehung

Rombach, 1996

ISBN 3-7930-9146-5

 

 

 

"Den will keiner haben", hieß es von dem fünfjährigen Heimkind Mischa, aber Jutta Westphal spürte: In diesem Kind ist etwas, das nur verschüttet ist und freigelegt werden muss. Und sie behielt recht. Sie schrieb ihre eindringliche Geschichte einer Adoption, um anderen Frauen Mut zu machen - vor allem aber für die mehr als hunderttausend Heimkinder, die sich vergeblich nach Geborgenheit sehnen.

ISBN 3-548-20714-6

 

 

 

 

Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon, Trier
„Von der Leyens gedankliche Entgleisungen...“
Plädoyer für eine zeitgemäße Bildungs- und Erziehungsoffensive

Anlässlich der Vorstellung des „Bündnisses für Erziehung“ durch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen haben einige kritische Kommentare zu Recht angemerkt, dass das „Bündnis für Erziehung“ von seiner ideologischen Anlage her dem Verfassungsprinzip der weltanschaulichen Neutralität des Staates widerspricht. Leider aber wurde der eigentliche Skandal dieses konservativen Vorstoßes kaum thematisiert. Von der Leyens Erklärungen vor der Presse stellen nämlich nicht nur eine Beleidigung der aufklärerischen Vernunft dar, sondern auch eine Verhöhnung der Opfer christlicher (Heim-) Erziehung.

Während im katholischen Irland derzeit eine Milliarde Euro ausgeschüttet werden, um die misshandelten und missbrauchten Zöglinge christlicher Erziehungsanstalten für das erlittene Leid zu entschädigen, halten sich die christlichen Kirchen im weitgehend säkularisierten Deutschland trotz identischer pädagogischer Verbrechen (!) nicht nur schadlos, sie werden sogar mit einer Spitzenposition in einem angeblich zeitgemäßen „Bündnis für Erziehung“ belohnt. Wer diese und andere Fakten zur Kenntnis nimmt, muss den gedanklichen Entgleisungen der deutschen Familienministerin in schärfster Form entgegentreten.

Die erste Beleidigung der Vernunft: Die Legende von den „christlichen Werten“
Als Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am 20.4.2006 gemeinsam mit Kardinal Sterzinsky und der evangelischen Landesbischöfin Margot Käßmann den Start der Initiative „Bündnis für Erziehung“ verkündete, begründete sie die enge Verzahnung der Initiative mit den beiden christlichen Großkirchen damit, dass „auf christlichen Werten“ angeblich „die gesamte hiesige Kultur“ basiere. In einer pluralen Gesellschaft müsse „zunächst die eigene Position klar sein“, erst dann könne „man sich gegenüber anderen Werten öffnen“.

Letzteres Argument ist nicht einmal so falsch, doch leider muss man mit guten Gründen bezweifeln, dass der deutschen Familienministerin „die eigene Position“ tatsächlich besonders „klar“ ist. Ganz offensichtlich nämlich hat sie in der Schule nicht sonderlich gut aufgepasst oder aber sie ist – wie man durchaus befürchten muss – in den Genuss eines einseitig manipulativen, nämlich christlich parteiischen, allen wissenschaftlichen Grundlagen entbehrenden Geschichtsunterrichts gekommen. Auf andere Weise lässt sich kaum erklären, dass von der Leyen so vollkommen die Tatsache ignorierte, dass die fundamentalen Werte, die für moderne Rechtstaaten konstitutiv sind - die Menschenrechte, die Freiheit der Meinungsäußerung, der Wissenschaft, der Kunst, die demokratische Gewaltenteilung etc. –, keineswegs dem Christentum entstammten, sondern, dass diese in einem erbitterten, Jahrhunderte währenden Widerstandskampf gegen die Machtansprüche dieser Religion erkämpft werden mussten.

Wie stark der Widerwille gegen das neuzeitliche, freie, humane Denken in christlichen Kreisen ausgeprägt war, zeigt kaum ein Dokument so deutlich wie der berühmt-berüchtigte Syllabus von Pius IX. aus dem Jahr 1864. Der im „Heiligen Jahr“ 2000 von Johannes Paul II. selig gesprochene Pontifex verdammte in dieser Sammlung vermeintlicher „Irrtümer“ nahezu alle Errungenschaften der Moderne: Rationalismus, Naturalismus, Liberalismus, Demokratie, Trennung von Staat und Kirche. Nicht minder scharf verurteilten der Lehrentscheid des 1. Vatikanischen Konzils von 1869-1870 sowie der sog. „Antimodernisteneid“ (Dekret des Hl. Offiziums „Lamentabili“) aus dem Jahr 1907 derartige „Irrtümer der Moderne“. Erst 1961 (!) konnte sich Papst Johannes XXIII. in der Enzyklika „Mater et Magistra“ zu einer halbgaren Anerkennung der Menschenrechte durchringen. Allerdings geschah dies nicht aus religiösen Gründen, sondern als Reaktion auf den gesellschaftlichen Druck der bereits stark fortgeschrittenen Säkularisierung. Je genauer man hinschaut, desto klarer zeigt sich, dass die Idee der Menschenrechte auch heute noch mit einem Ernst gemeinten christlichen Glauben nicht zu vereinbaren ist. Deshalb ist es auch nur konsequent, dass der Vatikan bis heute die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert hat.

Im evangelischen Lager sah (und sieht) die Situation kaum besser aus. Für einen halbwegs aufgeklärt denkenden Protestanten dürfte es kaum eine peinlichere Erfahrung geben als die Lektüre der Texte Martin Luthers. Auch wenn man die Bedeutung Luthers für die Entwicklung einer lebendigen deutschen Schriftsprache bzw. seine Leistungen in Bezug auf die Überwindung römisch-katholischer Machtansprüche nicht unterschätzen darf, so war der Reformator doch keineswegs ein Vorreiter der Emanzipation. Im Gegenteil! Im blinden Vertrauen auf die ewige Wahrheit der Bibel forderte Luther u. a. die Ermordung sog. „Hexen“ (von deren Teufelsbesessenheit er, der sich zeitlebens von dem „bösen Feind“ verfolgt fühlte, überzeugt war ), die vollständige Vertreibung der Juden (kein Haus dieser vermeintlichen Gottesmörder sollte nach Luthers Überzeugung stehen bleiben! ) sowie die gnadenlose Eliminierung der aufständischen Bauern (denen er ebenfalls vorwarf, vom Teufel besessen zu sein, weil sich diese im scharfen Widerspruch zu den Geboten der „Heiligen Schrift“ gegen die angeblich von Gott eingesetzten weltlichen Herrscher aufgelehnt hatten ).

Es ist nicht verwunderlich, dass Luthers Nachfolger meist ins gleiche Horn stießen – nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart. So sind es vor allem evangelische Christen, die gegen die Evolutionstheorie und den Sexualkundeunterricht anrennen und für die Wiedereinführung der Prügelstrafe in der Schule plädieren (entsprechend dem alttestamentarischen Buch der Sprichwörter: „Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht“ bzw. dem neutestamentarischen Brief an die Hebräer: „Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?“). Dass die von Bundesfamilienministerin von der Leyen für das „Bündnis für Erziehung“ herangezogene evangelische Landesbischöfin Käßmann und wohl auch der katholische Kirchenfürst Sterzinsky eine solche christliche „Zucht- und Ordnung-Pädagogik“ kaum befürworten dürften, ist keineswegs ein Beleg für die Humanität „christlicher Werte“, es beweist nur, wie weit der Zähmungsprozess der christlichen Religion durch die Aufklärung in Europa bereits vorangeschritten ist. Die Werte, die von der Leyen als „christliche“ begreift, sind in Wirklichkeit Werte der Aufklärung, Werte, die dem Christentum in einem höchst opferreichen – man denke nur an die blutigen Hexen- und Ketzerverfolgungen! –, doch letztlich erfolgreichen Emanzipationskampf abgetrotzt werden konnten.
Die zweite Beleidigung der Vernunft: Die Legende von den fortschrittlichen „Zehn Geboten“
Auf der nach oben offenen Skala weltanschaulicher Beschränktheit sammelte Familienministerin von der Leyen höchste Punktwerte, als sie zum Besten gab, dass „die Artikel des Grundgesetzes (…) im Prinzip die zehn Gebote zusammen[fassen]“ würden. Allem Anschein nach hat sich die Bundesministerin auch im Religionsunterricht nicht gerade mit kritischer Aufmerksamkeit beteiligt. Ansonsten hätte sie wissen müssen, dass gleich am Anfang der „Zehn Gebote“ eine der barbarischsten, unethischsten Verhaltensrichtlinien der Geschichte steht: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben […] Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation.“ Müssen wir also Religionszwang, Blutfehde und Sippenhaft als Grundlage des Grundgesetzes begreifen? Die Familienministerin muss schon eine höchst seltsame Version des deutschen Verfassungstextes besitzen…

Dass die „Zehn Gebote“ bei vielen Menschen immer noch als ernst zu nehmende ethische Maßstäbe gelten, lässt sich nur als Ausdruck einer katastrophalen Traditionsblindheit und Fehlbildung erklären. Wer weiß schon, dass im 10. Gebot Frauen mit Sklaven (sic!), Tieren und sonstigen „männlichen Besitztümern“ in eine Reihe gestellt werden? Oder dass Jahwe wenige Verse nach „Du sollst nicht morden“, folgende präzisierende Anweisung gibt? „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Jeder, der mit einem Tier verkehrt, soll mit dem Tod bestraft werden. Wer einer Gottheit außer Jahwe Schlachtopfer darbringt, an dem soll die Vernichtungsweihe vollstreckt werden.“

Bei einer genaueren Betrachtung erweisen sich die „Zehn Gebote“, auch wenn es die Familienministerin schmerzen wird, keineswegs als besonderer Höhepunkt der menschlichen Kulturentwicklung. Sie lassen sich aus heutiger Perspektive vielmehr mit drei eher wenig schmeichelhaften Begriffen charakterisieren, nämlich als „trivial“, „unzulässig vereinfachend“ sowie „offen reaktionär“.

Trivial sind die Zehn Gebote, insofern sie über weite Teile selbstverständliche Verhaltensrichtlinien benennen, die für jede funktionierende soziale Gruppen gelten, auch für Steinzeitfamilien, SA-Truppen und heutige Hooligans. Ein gewisses Maß an gegenseitigem Vertrauen muss für die eigene Gruppe gewährleistet sein, damit sie überhaupt existieren kann. Lüge, Betrug, Mord etc. müssen innerhalb der eigenen Gruppe tabuisiert sein. Gegenüber Mitgliedern anderer Gruppen darf man diese Verhaltensweisen aber sehr wohl zeigen, mitunter wird man hierzu sogar regelrecht aufgefordert, siehe den mehrfach geäußerten göttlichen Befehl zur Ausrottung anderer Völker und der aus der eigenen Gemeinschaft ausgeschlossenen „Götzendiener“ im Alten Testament, Hitlers unverblümten Aufruf zur „Vernichtung der jüdischen Rasse“ oder (weit harmloser) die brutalen Auseinandersetzungen zwischen den Schlägerbanden rivalisierender Fußballvereine.

Unzulässig vereinfachend sind die Zehn Gebote, weil ethisches Handeln in einer komplexen Welt nicht bedeuten kann, blind irgendwelchen Geboten zu folgen, sondern in der jeweiligen Situation abzuwägen, mit welchen positiven und negativen Konsequenzen eine Entscheidung verbunden wäre. Beispiel: Wer in der Nazidiktatur nicht log, sondern der Gestapo treuherzig den Aufenthaltsort jüdischer Familien verriet, verhielt sich im höchsten Maße unethisch – im Gegensatz zu jenen, die Hitler durch Attentate beseitigen wollten, um Millionen von Menschenleben zu retten.

Offen reaktionär wirken die Zehn Gebote insofern, als dass sie – obwohl sie eigentlich nur der historische Ausdruck eines im Laufe der kulturellen Evolution glücklicherweise überwundenen, patriarchal-autoritären Herrschaftssystems sind – auch heute noch von Gläubigen als verbindliche Regelwerke betrachtet werden. Dies hat zur Folge, dass inhumane, kulturelle Normen der Vergangenheit (Sklavenherrschaft, Religionszwang, Blutfehden, Sippenhaft, Frauenunterdrückung, Homophobie etc.) mit dem Schein des Heiligen, Unantastbaren, in die Gegenwart transportiert werden.

Klar ist: Wer auch nur halbwegs redlich mit diesen „heiligen Texten“ umgeht, der weiß, dass sie mit Humanität, mit der Gewährung von Menschenrechten, Demokratie, Meinungsfreiheit etc., herzlich wenig zu tun haben. Würden sich die heutigen „Christen“ nicht kontinuierlich selbst belügen, müssten sie zugeben, dass sämtliche religiösen Quellentexte weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder halbwegs zivilisierten Gesellschaft stehen. Dies gilt nicht nur für die in diesen Texten enthaltenen göttlichen Gebote (beispielsweise die Forderung nach der Todesstrafe für homosexuelle Handlungen oder Glaubensabfall in den Quellentexten des Judentums, Christentums und des Islam), sondern auch für das dort angeblich dokumentierte Verhalten der vermeintlich obersten, moralischen Autorität (Gott).
Als ethisches Vorbild für unsere Zeit taugt der Gott der Juden, Christen und Muslime gewiss nicht. Wäre die Bibel tatsächlich „Gottes Wort“, müsste man den in ihr wirkenden göttlichen Tyrannen gleich mehrfach wegen kolossaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen! Kein noch so verkommenes Subjekt unserer Spezies hat jemals derartig weitreichende Verbrechen begangen, wie sie vom Gott der Bibel berichtet werden. Man denke nur an die völlige Auslöschung von Sodom und Gomorra, den weltweiten Genozid an Menschen und Tieren im Zuge der sog. „Sintflut“ oder aber an die für Christen und Muslime verbindliche Androhung ewiger Höllenqual, gegen die jede irdische und damit endliche Strafmaßnahme verblassen muss.

Die Verhöhnung der Opfer: Der verdrängte Skandal der christlichen Erziehung
Wie die Menschenrechte im Allgemeinen, so mussten auch die Prinzipien einer halbwegs menschenfreundlichen, aufgeklärten, liberalen Pädagogik erst gegen den Widerstand der christlichen Religion erkämpft werden. Zuvor wurden Generationen von Christen zu bedingungslosem, blindem Gehorsam gegenüber der vermeintlich höchsten Autorität (Gott) und den jeweils herrschenden religiösen und weltlichen Stellvertreter erzogen. Stilbildend in diesem Zusammenhang der Gründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola, der seinen Ordensbrüdern befahl, sich von der göttlichen Vorsehung durch die Ordensoberen so führen zu lassen, „als wären sie ein Leichnam, der sich überall hintragen und auf jede Weise behandeln lässt“. Solch sprichwörtlicher „Kadavergehorsam“ – nicht der „Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen“ (Kant)! – galt über Jahrhunderte hinweg als christliche Tugend. Nicht umsonst landeten die Werke Kants – im Unterschied etwa zu Hitlers „Mein Kampf“ – auf dem Index der für katholische Christen verbotenen Schriften.

Im Zuge der gesellschaftlichen Aufbruchsstimmung der 50er, 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die traditionelle, christlich-autoritäre „Zucht- und Ordnung-Pädagogik“ zwar zunehmend zurückgedrängt, doch diese Liberalisierungswelle erreichte tragischerweise längst nicht alle Kinder und Jugendlichen. Hunderttausende von Heimkindern, die das Pech hatten, in einem christlichen Erziehungsheim oder in einem christlichen Internat zu landen, mussten den besonderen Segen christlicher Fürsorge erfahren. Dort gab es nicht nur in Einzelfällen für die Übertretung rigider lebensfeindlicher Moralvorstellungen „Schläge im Namen des Herrn“. Die „barmherzigen“ Brüder und Schwestern sorgten vielmehr dafür, dass die Heimkinder über Jahre hinweg systematisch ausgebeutet, gedemütigt, weggesperrt, seelisch wie körperlich missbraucht wurden – das „vielleicht größte Unrecht, das jungen Menschen in der Bundesrepublik angetan wurde“, wie der Spiegel-Autor Peter Wensierski in seiner unlängst erschienenen, schockierenden Dokumentation über die „verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik“ formulierte.

Wohlgemerkt: Diese verheerenden Erziehungsverbrechen, die nicht nur in Deutschland, sondern weltweit an hilflosen Kindern und Jugendlichen im Namen des Christentums begangen wurden (und zum Teil auch heute noch begangen werden!), sind keineswegs bloß auf individuelle Fehlleistungen der jeweiligen Erzieher zurückzuführen, sie sind vielmehr Ausdruck eines authentischen, d.h. aufklärerisch ungezähmten christlichen Glaubens, der in seiner pädagogischen Auslegung durch die „heilige Schrift“ bestens begründet ist. Wer dies ernsthaft bestreiten mag, dokumentiert damit nur, dass er die Bibel – abgesehen von ein paar handverlesenen Passagen der Bergpredigt – nicht gründlich genug gelesen hat. Johann Hinrich Wichern, der viel gepriesene Begründer der evangelischen „Rettungshäuser“, hatte völlig Recht, als er zur Legitimation seiner harten, Körper und Seele beschädigenden Züchtigungsmaßnahmen darauf hinwies, dass die Strafe „so wesentlich in die christliche Erziehung hinein“ gehöre, „als der Unterschied zwischen gut und böse vorhanden ist und Strafe und Lohn wesentliche Handlungen und Offenbarungen der göttlichen Gerechtigkeit sind“.

Angesichts des unermesslichen Leids, das die autoritäre „schwarze Pädagogik“ des Christentums ganzen Generationen von Kindern zufügte, kann man in der Entscheidung der deutschen Familienministerin, ihr „Bündnis für Erziehung“ ausgerechnet mit Vertretern der beiden Großkirchen aus der Taufe zu heben, kaum etwas anderes sehen als eine nachträgliche Verhöhnung der Opfer. Dass die evangelische Landesbischöfin (mit Sicherheit) und der katholische Kardinal (mit einiger Wahrscheinlichkeit) aufgeklärt genug sind, um eine Neuauflage der „schwarzen Pädagogik“ nicht gutheißen zu können, ändert hieran nichts. Solange die von ihnen repräsentierten Institutionen sich nicht bei den heute lebenden Opfern ihrer Pädagogik entschuldigt und entsprechende finanzielle Entschädigungen gezahlt haben, solange sie sich nicht in allerdeutlichster Weise von den menschenverachtenden pädagogischen Ratschlägen ihrer „Heiligen Schrift“ distanzieren, unterlaufen sie die Grundvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sie legitimerweise als gleichberechtigte (geschweige denn: als tonangebende) Partner des Staates in Erziehungsfragen auftreten können.

Um im 21. Jahrhundert anzukommen, müssen die christlichen Kirchen allerdings nicht nur der Gewalttätigkeit und der bedingungslosen Autoritätsfixierung ihres Glaubens eine klare Absage erteilen, die aufklärerische Entzauberung der Religionspädagogik muss einige Schritte weiter gehen. So haben Traumaforscher längst erkannt, welche emotionalen Verunsicherungen selbst durch eine freundliche, behutsam erscheinende Vermittlung authentischer christlicher Glaubensinhalte ausgelöst werden können. Man stelle sich nur vor, wie ein sensibles, intelligentes Kind emotional darauf reagieren muss, wenn es erstmals zuhause, im Kindergarten oder in der Grundschule hört, dass der „liebe Gott“ mit bewusstem Vorsatz (!) nahezu alle Menschen und Tiere im Zuge der Sintflut ertrinken ließ oder dass er seinen eigenen Sohn „für unsere Sünden“ blutig am Kreuze hinrichten ließ. Und wie soll dieses sensible Kind, um alles in der Welt, mit der Information umgehen, dass seine Eltern Woche für Woche „den Leib“ dieses erbärmlich Abgeschlachteten verspeisen, um sich auf diese Weise mit jenem zu „vereinigen“? Es zeigt, wie sehr wir uns bereits an diese blutrünstigen Glaubensabsurditäten gewöhnt haben, dass wir diesen „heiligen Akt“, den Sigmund Freud zu Recht als eine Variante des archaischen „rituellen Kannibalismus“ beschrieb, gar nicht mehr als den Skandal registrieren, den er eigentlich verkörpert. Es ist bei genauerer Betrachtung eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen, dass große Teile der Bevölkerung, inklusive der Familienministerin, es im 21 Jahrhundert (!) als eine pädagogisch unverzichtbare Angelegenheit verstehen, unmündige Kinder im Rahmen des „Kommunionsunterrichts“ in einen solchen „rituellen Kannibalismus“ hinein zu sozialisieren!

Gewiss: Der überwiegende Teil der Eltern und selbst der Erzieherinnen und Erzieher in kirchlichen Erziehungseinrichtungen nehmen das „Wunder des Abendmahls“ und andere zentrale Glaubenssätze des Christentums kaum noch Ernst. Meist wissen sie nicht einmal, was sie „als gute Christen“ eigentlich glauben müssten. Doch eben damit können die Familienministerin und deren christliche Mitstreiter kaum zufrieden sein. Denn welchen pädagogischen Sinn sollte schon die von der Ministerin so heftig geforderte Vermittlung christlicher Rituale haben, wenn diese inhaltlich völlig ausgehöhlt sind, also für die Menschen keinerlei existentielle Bedeutung mehr haben?! Die Initiative der Familienministerin kann nur dahin gehend interpretiert werden, dass den christlichen Ritualen wieder ihre ursprünglichen Sinngehalt eingehaucht werden sollen. Dies jedoch kann nur auf Kosten jener emotionalen Verunsicherung bzw. Verrohung geschehen, die mit einer frühzeitigen Vermittlung authentischer christlicher Glaubensvorstellungen beinahe zwangsläufig einhergehen muss.

Neben dieser Gefahr der emotionalen Verrohung muss man im Rahmen einer kritischen Überprüfung der christlichen Erziehung jedoch noch ein zweites Problem herausstellen, nämlich das Problem, dass eine frühe Konfrontation mit obskuranten Glaubenssätzen schwerwiegende Konsequenzen für die intellektuelle Entwicklung eines Kindes hervorrufen kann. Auch auf diesen Tatbestand hat bereits Sigmund Freud in aller Deutlichkeit hingewiesen. Wer schon in seiner Kindheit die Absurditäten der religiösen Lehren geschluckt habe, meinte Freud, über dessen spätere „Denkschwäche“ brauche man sich nicht arg wundern. Vielleicht mag dies die gedanklichen Entgleisungen der deutschen Familienministerin erklären bzw. entschuldigen. Gutheißen kann man sie deshalb allerdings noch lange nicht.

Die Sackgasse der interreligiösen Erziehung – Warum ein zeitgemäßes pädagogische Leitbild notwendigerweise säkular begründet sein muss
Auf die vielfach geäußerte Kritik, von der Leyen privilegiere die christlichen Großkirchen, entgegnete die Familienministerin, im weiteren Prozess seien natürlich „auch andere religiöse Gruppen herzlich eingeladen, sich in das neue Bündnis einzubringen“. Wollen wir einmal unterstellen, dass die Ministerin diese Einladung Ernst meinte, so wird dadurch das zugrunde liegende Problem jedoch keineswegs gelöst, vielmehr verschärft es sich. Denn erstens sind die Pädagogiken der anderen Glaubensgemeinschaften nun keineswegs progressiver als die kirchlichen (die ja in Deutschland immerhin einigermaßen aufklärerisch gezähmt sind) und zweitens führt die Übertragung ethischer und pädagogischer Aufgaben an Religionsgemeinschaften zu einer höchst bedenklichen religiösen Gettoisierung der Gesellschaft. Fest steht: Wenn Klein-Erna mit Segen des Staates von Vertretern der katholischen Kirche, Klein-Mehmet von Muslimen, Klein-Philipp von Zeugen Jehovas etc. fürs Leben geschult werden, so entsteht darüber keine weltanschauliche Vielfalt, sondern bloß potenzierte Einfalt. Mit der bisher gewählten Strategie, die Vermittlung und Diskussion von Werten und Weltanschauungen ausgerechnet den religiösen Gemeinschaften zu überlassen, hat der Staat den Bock zum Gärtner gemacht. Dass unter dieser Voraussetzung das zarte Pflänzchen einer offenen Gesellschaft nicht gedeihen kann, sollte niemanden verwundern.

Ethische Werte und darauf basierende pädagogische Konzepte müssen in einer entwickelten modernen Gesellschaft notwendigerweise auf säkularem Fundament fußen, nicht nur weil sie nur auf solch säkularem Wege solide begründet werden können, sondern weil dies auch für ihre Durchsetzung in pluralen Gesellschaften von entscheidender Bedeutung ist. Dies haben mittlerweile auch einige maßgebliche Verantwortliche der Kirchen erkannt. So erklärte der Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Peter Steinacker, unlängst auf einer Podiumsdiskussion, dass die säkulare Begründung der Menschenrechte deshalb notwendig sei, damit alle Menschen auf sie ansprechbar seien und auf sie verpflichtet werden könnten: „Der Geltungsbereich der Menschenrechte muss den einer Religion überschreiten können, sonst wären sie nur für die Anhänger dieser Religion verbindlich.“

Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland mittlerweile die Konfessionslosen die größte weltanschauliche Gruppe sind (es gibt hierzulande mehr Konfessionslose als Katholiken oder Protestanten!) wäre eine nicht-säkulare Fundierung von Ethik, Bildung und Erziehung ohnehin absurd. Hält der gesellschaftliche Trend an, wird spätestens im Jahr 2020 die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nominell keiner religiösen Gruppierung mehr angehören. Schon jetzt gehen nach einer Emnid-Studie aus dem Jahr 2005 nur noch 37 Prozent der Deutschen davon aus, dass Religion notwendig sei, um unterscheiden zu können, was richtig und was falsch ist. Vor dem Hintergrund dieser statistischen Belege, die mühelos erweitert werden könnten, sollte sich die Familienministerin fragen, was sie eigentlich mit einer religiösen Fundierung ihres „Bündnis für Erziehung“ erreichen möchte. Die real existierenden Menschen hierzulande wird sie damit kaum erreichen können und für eine religiöse Umerziehung der Massen ist es wahrscheinlich zu spät.

Man muss die religiös inspirierte Erziehungs-Initiative der Familienministerin wohl als Ausdruck eines nicht gerade untypischen Krisenverarbeitungsreflexes des politischen Establishments begreifen. Bekanntlich neigen viele Politiker dazu, auf gesellschaftliche Krisen mit verzweifelten Versuchen einer pädagogischen Mobilisierung religiöser Rudimente zu reagieren. Nach diesem durchsichtigen Strickmuster verfährt seit Jahren nicht nur der amerikanische Präsident George W. Bush, der mit religiösen Erbauungsinitiativen von der katastrophalen innenpolitischen Lage der USA ablenken will, sondern auch sein einstiger Todfeind Saddam Hussein. Als dieser merkte, dass die politische und ökonomische Lage im Irak immer schwieriger wurde, dass er den Rückhalt in der Bevölkerung mehr und mehr verlor und diese kaum noch für einen weiteren Krieg zu begeistern war, leitete er sofort „wirksame Gegenmaßnahmen“ ein: Er ließ denn Koran in Millionenauflagen in der Bevölkerung verteilen und erhöhte den staatlichen Religionsunterricht von zwei auf acht Stunden die Woche…

Plädoyer für eine zeitgemäße Bildungs- und Erziehungsoffensive
Unbestritten ist – hier darf man der Familienministerin ausnahmsweise zustimmen –, dass heute eine breite gesellschaftliche Debatte zu den fundamentalen Werten des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft erforderlich ist. In diesem Zusammenhang sollten allerdings die folgenden zehn Aspekte berücksichtigt werden:
1. In der öffentlichen Diskussion müssen notwendigerweise weltliche Kriterien gelten, nämlich die humanistische Orientierung an den Selbstbestimmungsrechten des Menschen sowie die aufklärerische Orientierung an den Idealen der intellektuellen Redlichkeit. Wenn Klein-Erna mit Segen des Staates von Vertretern der katholischen Kirche, Klein-Mehmet von Muslimen, Klein-Philipp von Zeugen Jehovas etc. fürs Leben geschult werden, so entsteht darüber keine weltanschauliche Vielfalt, sondern bloß potenzierte Einfalt. Mit der bisher gewählten Strategie, die Vermittlung und Diskussion von Werten und Weltanschauungen ausgerechnet den religiösen Gemeinschaften zu überlassen, hat der Staat den Bock zum Gärtner gemacht. Dass unter dieser Voraussetzung das zarte Pflänzchen einer offenen Gesellschaft nicht gedeihen kann, sollte niemanden verwundern.
2. Ein „Bündnis für Erziehung“ ist nur dann sinnvoll, wenn es eng mit einem breit angelegten „Bündnis für Bildung“ verzahnt ist. Wohlgemerkt: Die gegenwärtige kulturelle Misslage ist keineswegs dadurch geprägt, dass die Menschen nicht zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden wüssten. Im Gegenteil. Der sich zuspitzende Kampf der Kulturen erhält seine Brisanz gerade dadurch, dass hier rigide Moralsysteme, die allesamt nach einem einfachen Schwarz-Weißmuster von „Gut und Böse“ gestrickt sind, unvermittelt aufeinander treffen. Was fehlt, ist das umfassende Wissen um die Lebenslagen, Vorstellungen, Perspektiven der „Anderen“ sowie – vor allem! – eine kritische, faktenbasierte Aufarbeitung der eigenen Denktradition.
3. Wir brauchen auf pädagogischem Terrain weniger den neokonservativ geforderten „Mut zur Erziehung“, sondern eine engagierte, weitreichende Bildungsoffensive, die endlich all das entschieden umsetzt, was an fruchtbaren Erkenntnissen im Bereich der Didaktik, der Lern- und Motivationspsychologie und der modernen Hirnforschung seit geraumer Zeit vorliegt. Klar ist, dass die Orte des Lernens nicht weiter Orte des Vollstopfens mit Inhalten sein dürfen, die den Lernenden existentiell nichts bedeuten. Die bisherige Praxis, Lernende auf das „Erbrechen unverdauter geistiger Nahrung zum jeweiligen Prüfungstermin“ hinzukonditionieren, schafft nur totes Schein-Wissen (im doppelten Sinne des Wortes), das meist schon kurze Zeit nach der finalen Bildungs-Transaktion (dem Austausch von entfremdetem Wissen gegen Zensuren) vergessen ist. Was heute erforderlich ist – vom Kindergarten bis zur Universität – sind „Abenteuerspielplätze des Wissens“, Orte, die die Freude am Lernen wecken, die die Kinder individuell nach ihren jeweils vorhandenen Talenten fördern, die das existentiell Sinnvolle mit dem Sinnlichen verbinden, die die Kreativität, den Mut, den eigenen Verstand zu gebrauchen, wirklich herausfordern. Würden die bahnbrechenden Erkenntnisse beispielsweise der Hirnforschung in entsprechende pädagogische Konzepte umgesetzt, könnte die intellektuelle und emotionale Entwicklung der Kinder bereits im Kindergarten auf spielerische Weise gefördert werden. Wer seine Empathiefähigkeit von Kindesbeinen auf spielerische Art und Weise trainiert hat, braucht später keine religiösen Umerziehungsprogramme zu den angeblich so bedeutsamen „guten alten Werten“ (wann waren diese denn für wen „gut“?!), damit er sozial verantwortlich handeln kann. Dies wären Projekte, die unsere Gesellschaft wirklich voranbringen würden. Auf die Inanspruchnahme archaischer Mythen können wir in diesem Zusammenhang getrost verzichten.
4. Eine zeitgemäße pädagogische Initiative müsste in ethischer Hinsicht auf die Vermittlung von „Fairnesskriterien“ sowie in intellektueller Hinsicht auf die Vermittlung kritischer Mündigkeit abzielen. Die bisherige Konzentration der Initiative „Bündnis für Erziehung“ auf bloße „Sekundärtugenden“ zeigt, dass sich die vollmundig angekündigte Initiative in pädagogischer Perspektive auf Stammtischniveau bewegt. „Respekt“ etwa muss man autoritär erzogenen türkischen Jugendlichen nun ganz gewiss nicht beibringen. Es sind gerade solche „Tugenden“ wie „Gehorsam“, „Ehre“ und „Respekt“ die manche Migrantenkinder dazu bringen, sich auf „Zwangsehen“ und „Blutfehden“ einzulassen oder gar „Ehrenmorde“ zu begehen. „Respekt“ und „Toleranz“ sind solange hohle Begriffe, solange nicht angegeben wird, was aus welchem Grund denn nun zu respektieren oder tolerieren ist und was eben nicht (beispielsweise „Ehrenmorde“). Dies verlangt umfassende Bildung, kritisch reflektiertes Wissen, eine Beschäftigung mit den realen Tatsachen und eine konsequente Aufhebung ideologischer Denkmuster – kurzum all das, was die Familienministerin selbst in ihren Stellungnahmen vermissen ließ.
5. „Weltanschaulich neutral“ kann und darf sich der Staat nur dort verhalten, wo weder die humanistischen, auf den Menschenrechten beruhenden ethischen Prinzipien des Grundgesetzes noch die Seriosität des Bildungsauftrags (Stichwort: Kreationismus) auf dem Spiel stehen. Um überhaupt in den Genuss staatlicher Förderung kommen zu können, müssten die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften – vor allem wenn sie im pädagogischen Bereich tätig sind – zunächst ihre „Hausaufgaben“ erledigen, d.h. aus ihren Weltbildern all jene Elemente entfernen, die entweder mit den Kriterien einer humanen Ethik oder aber mit hinreichend gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen kollidieren.
6. Eine solche kritische Aufarbeitung des eigenen Denkens und der eigenen Geschichte muss im Falle der Kirchen angesichts der dokumentierten Menschenrechtsverletzungen in christlichen Erziehungsanstalten nicht nur zu einer öffentlichen Entschuldigung gegenüber den Opfern christlicher Heimerziehung führen. Um in einem (Werte- !) „Bündnis für Erziehung“ als gleichberechtigte Partner teilnehmen zu können, ist es unabdingbar, dass sich die Kirchen ihrer ethischen Verantwortung stellen und die christlich betreuten „Heiminsassen“ für das ihnen zugefügte Leid angemessen entschädigen. Legt man in diesem Zusammenhang den Maßstab Irlands zugrunde, so müsste von den Kirchen für den noch zu bildenden „Deutschen Entschädigungsfond für Heimbewohner“ ein Beitrag in zweifacher Milliardenhöhe aufgebracht werden. Anders als in Irland, wo der Staat die verhältnismäßig arme Kirche unterstützte, kann und sollte dieser Betrag hierzulande von den direkt Verantwortlichen, den beiden christlichen Großkirchen, alleine aufgebracht werden. Immerhin haben diese – nicht zuletzt aufgrund staatlicher Privilegierung – mittlerweile ein kapitalisierbares Vermögen von jeweils mehreren hundert Milliarden Euro zusammengerafft.
7. Wenn die evangelische Landesbischöfin Käßmann auf der Pressekonferenz zum Start der Initiative „Bündnis für Erziehung“ formuliert, „wo evangelisch drauf steht, sollte auch evangelisch drin sein“, so ist dem nichts entgegenzusetzen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Institutionen, die unter evangelischer Flagge segeln, auch tatsächlich evangelisch finanziert werden. In Wirklichkeit aber wird zur Zeit keine der evangelisch oder katholisch etikettierten Sozial- oder Bildungseinrichtungen von diesen auch nur maßgeblich finanziell getragen. Während die Krankenhäuser, Altenheime, Sozialstationen etc. zu hundert Prozent durch Staat und Gesellschaft finanziert werden, tragen die Kirchen für Kindergärten oder Kindertagesstätten nur einen kleinen (und dank ihres Verhandlungsgeschicks immer kleiner werdenden, mancherorts bereits völlig verschwundenen) Anteil an der Finanzierung mit. Die unkritische und über weite Strecken verfassungswidrige Subventionierung der Kirchen incl. ihrer „Werke“, die den Staat insgesamt mehr kostet, als sie einbringt, muss ein Ende haben. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil diese Kirchenprivilegien in der Regel auf Verträge aus vor- bzw. undemokratischen Zeiten zurückgehen. Die katholische Kirche etwa sicherte sich einen Teil ihrer Privilegien im „Dritten Reich“, als sie mit Hitler das sog. „Reichskonkordat“ abschloss und diesem im Gegenzug über die katholische Zentrumspartei die notwendigen Stimmen zur Durchsetzung des sog. „Ermächtigungsgesetzes“, der rechtlichen Legitimation der Nazidiktatur, besorgte.
8. Die konsequente kritische Infragestellung der eigenen Denkposition, die als unbedingte Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilnahme an einem „Bündnis für Erziehung und Bildung“ verstanden werden muss, muss selbstverständlich für alle Weltanschauungsgemeinschaften gelten – keineswegs nur für jene, die sich selbst als „religiös“ definieren. Auch die „aufklärerischen Alternativen zur Religion“ können sich schnell zu „Ersatzreligionen“ entwickeln, die dieselben dogmatischen Eigenschaften besitzen, die wir an den bestehenden Offenbarungsreligionen zu Recht kritisieren. (Die Geschichte des Marxismus mag in diesem Zusammenhang als warnendes Beispiel gelten!) Als wirksames Gegengift gegen eine solche Ideologisierung der Aufklärung hilft allein ein konsequenter Kritizismus. Nur durch das stete Anwenden des „Prinzips der kritischen Prüfung“ werden wir in die Lage versetzt, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen. Diese kritische Grundhaltung gilt es allen jungen Menschen zu vermitteln. Dies verlangt aber wiederum, dass die Erzieher, Lehrer, Eltern etc. selbst in der Lage sind, den eigenen Verstand auf kritische Weise zu gebrauchen. Das allerdings entspricht kaum der Wirklichkeit. Damit zeigt sich, dass ein echtes, um Erfolg bemühtes „Bündnis für Bildung und Erziehung“ nicht nur Kinder und Jugendliche erreichen, sondern auch die Erwachsenen als Klientel mit einbeziehen muss.
9. In den politischen Auseinandersetzungen unserer Tage darf die zahlenmäßig stärkste gesellschaftliche Gruppe, die Konfessionslosen, die bei Beibehaltung des seit Jahren stabilen Trends der Entkirchlichung in absehbarer Zeit die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stellen werden, nicht mehr übergangen werden, wie dies bis heute noch üblich ist. Das Vorurteil, diese Gruppe sei in sich viel zu heterogen, um in der politischen Debatte berücksichtigt zu werden, ist mittlerweile empirisch hinreichend entkräftet. In Wirklichkeit ist diese Gruppe der Konfessionslosen in allen wichtigen weltanschaulichen Items in sich homogener als die Gruppe der evangelischen oder die Gruppe der katholischen Kirchenmitglieder. Mehr noch: Betrachtet man die Gesamtbevölkerung unabhängig von nominellen Konfessionszugehörigkeiten, so zeigt sich, dass in Deutschland bereits heute eine stabile Mehrheit mit humanistisch-aufklärerischem Profil existiert. Diese Mehrheit vertritt in wichtigen ethischen Fragen weit progressivere Einstellungen als die von kirchlichen Einflussnahmen immer noch allzu stark dominierte Politik. Die sich hierdurch bietenden Chancen zum Ausbau einer freieren, solidarischeren Gesellschaft sollten konsequent genutzt werden.
10. Es sollte unbedingt verhindert werden, dass gesellschaftliche Krisenphänomene, die nicht zuletzt auf ökonomischen Fehlentwicklungen beruhen, mithilfe religiöser Indoktrinationsversuche kaschiert werden. Diese Strategie hat noch nie zu einer Verbesserung, sondern stets zu einer Verschlechterung der menschlichen Lebensverhältnisse geführt. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass das Projekt der Aufklärung weder vollendet ist noch dass die kulturellen Errungenschaften der Moderne, die uns in unseren Breitengraden allzu selbstverständlich geworden sind, nachhaltig gesichert sind. In dieser Situation sind wir alle aufgerufen, endlich Klartext zu reden, Irrtümer als Irrtümer und ethische Verfehlungen als ethische Verfehlungen zu kennzeichnen – auch wenn dies in den intellektuell weichgespülten, selten an die Wurzeln der Probleme vorstoßenden Debatten unserer Zeit als „unschicklich“ erscheinen mag. Halten wir fest: Wer aus Opportunitätsgründen Unsinn zu Sinn, Leid zur Freude und Verbrechen zu Heldentaten verklärt, der liefert damit weder Grundlagen für eine zeitgemäße Erziehungs- und Bildungsreform noch für eine Weiterentwicklung des Projekts einer offenen Gesellschaft. Wir sollten uns davor hüten, die Errungenschaften der Moderne durch Bequemlichkeit, Feigheit oder blankem Opportunismus leichtfertig zu verspielen…

Hinweis:
Auszüge aus diesem Text wurden für die „Online-Petition der Giordano Bruno Stiftung gegen die religiöse Fundierung von Bildung und Erziehung“ verwendet.
Über den Verfasser:
Michael Schmidt-Salomon, geb. 1967, ist promovierter Philosoph, diplomierter Erziehungswissenschaftler und Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung. Die Stiftung, der zahlreiche renommierte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören, hat sich zum Ziel gesetzt, säkulare humanistische Alternativen zu religiösen Weltdeutungsmustern zu entwickeln. Im Auftrag der Stiftung schrieb Schmidt-Salomon das Buch „Manifest des evolutionären Humanismus“ (Alibri Verlag 2005 und 2006, 2. ergänzte Auflage), das u.a. die Unvereinbarkeit von Wissenschaft und traditioneller Religion sowie die Notwendigkeit einer säkular gefassten Ethik philosophisch begründet. Informationen über den Verfasser gibt es im Internet unter: www.schmidt-salomon.de  bzw. unter www.giordano-bruno-stiftung.de .

   

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Stand: 28.11.11